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Ein Escort kann günstiger sein als du denkst: Screenshot aus einem polylux-Beitrag zum Thema "Nebenjob Callboy"

Du hast es nicht nötig, für Sex zu bezahlen? In acht Schritten machen wir dich dennoch zum perfekten Callboy-Kunden.

Von Carsten Weidemann

1. Warum soll ich überhaupt für Sex zahlen? das hab ich noch nicht nötig!

Schon mal überlegt, wie viel es kostet, bis du zu einem Sexdate - "ohne zu zahlen" - kommst? Ok, wenn du nur über Gayromeo Jungs jagen und sie zu dir nach Hause kommen lässt, dann fällt maximal ein bisschen Internet-Flatrate und ein Glas Limo an. Aber wenn du erst auf eine Party gehst oder deine neue Eroberung bekochst, ihn gar zum romantischen Candlelight-Dinner ins Restaurant einlädst? Da kommen schnell Summen an einem Abend zusammen, für den man sich auch einen Callboy leisten könnte. Und eine Sexgarantie gibt es bei all diesen Varianten nicht: Der GR-Verabredung fällt plötzlich ein, dass die Oma verstorben ist, dein Partymäuschen ist zu betrunken, um eine Erektion zustande zu bringen. Nach dem Essen verabschieden sich die Bewirteten mit einem herzlichen, feuchten Händedruck. Es gibt unterschiedliche Motive, warum Männer andere für Sex gegen Geld nach Hause einladen. Oft sind es einfach praktische Gründe. Und ganz offen gesagt: "Es nicht nötig zu haben", dahinter steckt eine eher arrogante Haltung. Man selber hält sich für attraktiv genug, um auf dem schwulen "Frischfleischmarkt" bestehen zu können, während alle, die für Sex zahlen, eben zu unattraktiv seien. Das Vorurteil hält sich hartnäckig, entspricht aber nicht der Realität.

2. Ab wann soll oder muss ich für Sex zahlen?

Müssen? Niemals, wenn man nicht will. Ansonsten, sobald man es sich finanziell leisten kann. Es ist keine Frage des Alters. Wer Sex haben will, kriegt ihn in beinahe jedem Alter, einfach weil Leute Lust aufeinander haben. Zugegeben, es wird schwieriger mit der Partnerwahl, wenn man beispielsweise 50 ist und eher auf 20-Jährige steht oder als Dicker auf Gertenschlanke. Aber auch da kann jeder den passenden Deckel für seinen Topf finden. Im Zeitalter des Internets ist das einfacher denn je. Tatsache ist, dass die überwiegende Anzahl der Männer, die sich Escortdienste leisten, reiferen Alters sind. Aber das sind dann auch eben die Männer, die es sich dank eines vernünftigen Gehalts leisten können und die oftmals in beruflichen Positionen sitzen, die ihnen wenig Zeit für private Vergnügungen lassen. Die zwar Single sind, denen aber das stundenlange Chatten oder Abhängen in den Discos zu anstrengend oder zu langweilig geworden ist.


Das Anschaffen sieht man niemandem an: Sexarbeiter sind Menschen wie du und ich

3. Wo finde ich am besten Escorts?

Die Kleinanzeige in den schwulen Stadtmagazinen gibt es zwar noch, doch immer seltener finden Leser hier Angebote. Das Sexgeschäft findet im Web statt. Escorts tummeln sich auf den klassischen Datingportalen wie Gayromeo oder Gayroyal, darüber hinaus gibt es reine Sexarbeiter-Webseiten wie Escupido oder Rentboy.com. Du kannst natürlich auch in die Stricherbars gehen, die es in den Großstädten gibt.

4. Wie gehe ich mit Callboys um?

Fair und respektvoll, aber auch vorsichtig. Es sollte Vorsicht walten, wie bei jedem anderen Date auch, bei dem jemand Unbekanntes in deine Wohnung kommt, von dem du nicht mehr als einen Vornamen und eine Handy-Nummer hast. Also Wertsachen verschlossen und außer Reichweite aufbewahren, damit niemand in Versuchung kommt. Fairness und Respekt sind die Schlüssel zu einem befriedigenden Schäferstündchen. Für dein Geld erhältst du eine vorab vereinbarte sexuelle Dienstleistung. Je klarer vorab besprochen wurde, was genau für wie viel erwartet wird, desto geringer ist das Risiko, dass es mittendrin Diskussionen gibt. Ist Vorkasse vereinbart worden, sollte das Geld bereits parat auf dem Tisch liegen. Respektiere Grenzen. Wenn zum Beispiel Safer Sex vereinbart war, dann ist es einfach so. Punkt. Respektiere auch die Person, die vor dir steht. Das gilt natürlich auf beiden Seiten.

5. Der Callboy hat es nicht gebracht? Wie viel Geld kann ich einbehalten?

Es gibt, anders als beim Handwerker, kein rechtlich einklagbares Recht auf Erfüllung der zuvor mündlich oder auch per Chat vereinbarten sexuellen Dienstleistung. In der Regel hat man auch schlechte Karten, wenn man vorab Geld an den Herren bezahlt, und der taucht dann nicht auf. Aber natürlich sollte man es offen ansprechen, wenn etwas wirklich völlig schief lief beim Sexdate. Auch Escorts haben mal einen schlechten Tag, sind müde, überarbeitet, lustlos. Wenn ihr fair miteinander verhandelt, wird er einen Nachlass gewähren. Wenn nicht, hast du zwar einmal Pech gehabt, der Escort aber auch definitiv einen Kunden verloren.


Etliche schwule Filme beschäftigen sich mit Callboys - wie hier der Klassiker "Hustler White"

6. Woher weiß ich, dass der Callboy auch gesund ist?

Frag ihn. Aber woher weiß der Escort, dass du ebenfalls gesund bist? Wenn es um den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten geht, tragen beide Seiten zu gleichen Teilen die Verantwortung. Sich irgendwelche Labortestergebnisse zeigen zu lassen, bringt absolut nichts, da die Ergebnisse immer nur die Vergangenheit abbilden, nie den aktuellen Stand. Gehe nicht allzu hypochondrisch vor, halte dich einfach an Safer Sex, dann seid ihr beide auf der sicheren Seite. Als Vorsorge ist eine Impfung gegen Hepatitis A und B sinnvoll, wenn du ein schwuler Mann mit wechselnden Sexualpartnern bist. Willst du ganz sicher gehen, nutze regelmäßig die Angebote der (Schnell)-Tests in deiner Stadt.

7. Der arme Junge soll sich nicht länger in den Bars prostituieren, ich will ihn retten!

Es passiert recht häufig: Der Freier ist so alt, dass der Escort glatt sein Sohn sein könnte. Und gerade die Jungs, die an Bahnhöfen oder Stricherbars anschaffen, haben oft dramatische Biographien, die einen nicht kalt lassen. Da erwachen dann beinahe automatisch väterliche Gefühle. Finanziell wäre es kein Problem, das vom Schicksal gerupfte Hühnchen von der Straße zu holen. Dann wäre man auch nicht mehr so allein und aus dem Jungen kann noch was werden... Bedenke aber: Die Jungs, die zu dir kommen, tun dies in erster Linie, weil sie Geld verdienen wollen. Sind es Stricher von der Straße, ist es für sie sogar existentiell. Somit entsteht durch deinen Samariter-Impuls in der Regel eine eher komplizierte Zweckgemeinschaft auf Zeit, keine Liebesbeziehung auf Dauer. Bist du dir dessen bewusst, vermeidest du spätere Enttäuschungen.

8. Ich bin total verlieb - und er ist es ganz sicher auch in mich!

Ja, auch das passiert, wenn auch sehr selten, und das ist auch ganz prima. Wenn die Liebe ins Spiel kommt, fällt die geschäftliche Grundlage eures Zusammenseins weg. Und damit beginnt der ganz übliche Beziehungsreigen mit Schmetterlingen im Bauch und zerschmissenen Porzellan, mit Nähe und Distanz, mit Händchenhalten und Tränen. Eine wundervoll aufregende Zeit also. Genießt es und gießt euer Liebespflänzchen ordentlich, damit es wächst und gedeiht.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.10.2010, 09:50h
  • Wenn man sich an diesen Knigge hält, kann nichts mehr schiefgehen und eine bessere Alternative zu Cruising ist es auf jeden Fall!
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#2 AnyoneProfil
  • 23.10.2010, 09:51hDortmund
  • Warum nicht für die älteste Dienstleistung der Welt zahlen.
    Ich lasse mich 1x wöchentlich in einem Thai-Studio massieren, 90 min für 55€.
    Warum nicht für Sex zahlen. Also, ausreichend Geld beiseite legen, um im höheren Alter sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können.
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#3 bananasEhemaliges Profil
  • 23.10.2010, 10:44h
  • Kritisch kann es werden, wenn ein Stricher sich "vorher" nicht als solcher zu erkennen gibt und "danach" Kohle haben will. Mir passiert in einer Sauna in Barcelona. Der ließ erst ab, als ich mit der Polizei drohte. Die Stimmung war dann allerdings doch etwas bedrohlich und ich ging lieber.Tja, das passiert eben, wenn der Freund für einen Tag nach Mallorca fliegt für ein Firmen-Meeting und ich "die Sau rauslassen" wollte.

    Punkt 7. ist der Stoff, von dem etliche schwule Kitschfilme handeln. Famielienvater verliebt sich unsterblich in Stricher....... würg
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#4 herve64Profil
  • 23.10.2010, 10:56hMünchen
  • Treffen sich zwei Stricher. Fragt der eine den anderen "Na, wie geht' s denn so?" - "Ach, frag nicht! Ich hab den ganzen Arsch voller Arbeit!"
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#5 herve64Profil
  • 23.10.2010, 13:44hMünchen
  • Übrigens, es ist ja nicht so, dass ich per se was gegen Jungs hätte, die durch immer-langsamer-werden schnell zu Geld kommen wollen, aber was bitteschön soll sooooo toll daran sein, für Sex bezahlen zu müssen? So kann man sich natürlich dann auch die öffentlichen Darkrooms kaputt schreiben.
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#6 EnyyoAnonym
  • 23.10.2010, 14:10h
  • Antwort auf #5 von herve64
  • »Öffentliche Darkrooms«? Wo gibt's denn so was noch?

    Zumindest hier, in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs, wurden in den letzten zwanzig Jahren so gut wie alle Klappen, Parks, Parkplatztreffs nach und nach zerstört bzw. geschlossen.

    Vor dem INet brauchte man nur bei Dunkelheit in eine Grünanlage zu gehen oder tagsüber in eine öffentliche Toilette: voilà!
    Und heute? Die genannten Plätze tot (bzw. im Koma), über's WWW dann Unzuverlässige / Cyberwi*er - da liebäugelt man schon mal mit den Diensten eines Profis.

    Dreist finde ich oft deren Preisvorstellungen: sicher muss/kann z.B. ein Profi mit Studio, der ggf. sogar angemeldet ist bzw. Steuern zahlt, mehr verlangen, wie ein TG-Junge - doch auch die meinen ja sehr oft, 200-300,- EUR/Stunde oder 1500,- EUR/Nacht verlangen zu können!
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#7 KameliendameEhemaliges Profil
  • 23.10.2010, 15:53h
  • Antwort auf #6 von Enyyo
  • "Dreist finde ich oft deren Preisvorstellungen: sicher muss/kann z.B. ein Profi mit Studio, der ggf. sogar angemeldet ist bzw. Steuern zahlt, mehr verlangen, wie ein TG-Junge - doch auch die meinen ja sehr oft, 200-300,- EUR/Stunde oder 1500,- EUR/Nacht verlangen zu können!"

    Und ich finds dreist wenn Leute wie du sich hinstellen und über den Preis jammern.
    Die Menschen die anschaffen gehen entscheiden zu welchem Preis sie das tuen. Das kannst du dann zahlen oder nicht. Aber diese " wie kann der Junge nur denken das er DAS Geld wert ist"- Attitüde find ich sowas von ätzend.

    By the way... nimmt so manche sehr feminine Trans-Dame noch deutlich mehr.
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#8 vingtans
  • 23.10.2010, 16:05h
  • wie schrecklich...

    kann man auch auf das buch "kleiner knigge für verkäufer der eigenen seele" warten?
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#9 LeonAnonym
  • 23.10.2010, 17:27h
  • Also die netten Herren die einem bei Gayromeo Taschengeldangebote, Pics von teuren Autos, Yachten usw. zu schicken suchen doch auch käufliche Liebe, genauso wie die Jungs und jungen Männer die darauf eingehen.

    @Kameliendame, ganz schön arrogant! Freunde von mir nehmen auch viel mehr Geld und die sind keine Trans sondern schwule Jungs!
    Ich gehe auch nicht in ein Transforum und schreibe: Die Transen lassen sich aber billig verkaufen, Schwule verlangen mehr...
    das tust du nämlich hier und so ein Verhalten finde ich arrogant und falsch.
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#10 KameliendameEhemaliges Profil
  • 23.10.2010, 17:35h
  • Antwort auf #9 von Leon
  • Neeeee so war das nicht gemeint. Ich wollt bloß darauf hinweisen das es noch deutlich teurer geht. Und das mich das gejammere über zu hohe Preise nervt.
    Ich beglückwünsche auch jeden Schwulen der sich fürstlich entlohnen lässt :)))))))

    Wie sagt nen Freund von mir immer:
    "Charge more baby! If they wanna stay, they better pay!"

    *gg*
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