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Frugale Simulation oraler Freuden (Bild: a.drian by Flickr)

Wie hoch ist das Risiko tatsächlich? Und was tun, wenn Sperma in den Mund gerät? Spucken? Schlucken? Spülen? Der Medizinreferent der Deutschen Aids-Hilfe (DAH), Armin Schafberger, kennt die Antworten

Von Philip Eicker

Herr Schafberger, seit Jahren heißt es: "Beim Blasen raus bevor es kommt." Wie hoch ist denn nun das Risiko, wenn's mal schief geht?

Die Infektionswahrscheinlichkeit beim Blasen ist sehr gering, deswegen lässt sich kaum bestimmen, wie viele Infektionen auf Oralverkehr zurückzuführen sind. Wenn es hoch kommt, ist es in Deutschland jede zwanzigste. Vielleicht auch nur jede hundertste. Der Löwenanteil der HIV-Infektionen bei schwulen Männern kommt durch Analverkehr zustande. Dann kommt eine ganze Weile gar nichts - und dann erst Oralverkehr.

Abspritzen im Mund ist also ungefährlich?

Nein. Natürlich besteht durch die Aufnahme des Spermas ein Infektionsrisiko. Deswegen gilt: Falls Sperma in den Mund gelangt, schnell ausspucken und mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit nachspülen.

Und das hilft?

Das entspricht virologischen Erkenntnissen und reduziert das Risiko. Zunächst gilt: weg von der Schleimhaut. Und dann: verdünnen, verdünnen, verdünnen! Zusammengefasst: ausspucken und ausspülen, und das möglichst schnell.

Was sagen Virologen zu Alkohol als Mundspülung?

Alkohol kann das Virus tatsächlich deaktivieren. Entscheidend aber ist, dass man schnell reagiert. Ein Schluck Wasser aus der Blumenvase kann sinnvoller sein als etwas Hochprozentiges, das ich erst einmal in meiner Hausbar suchen muss. Deshalb empfiehlt die Deutsche AIDS-Hilfe in ihren Broschüren keine bestimmten Getränke mehr - nicht dass die Leute erst noch beim Nachbarn klingeln und um Schnaps bitten.

Deep Throat und Luststropfen


Medizinreferent Armin Schafberger kennt sich aus beim Blasen (Bild: DAH)

Eine andere Theorie lautet: Sperma sofort runterschlucken. Durch die Magensäure würde das Virus deaktiviert.

Dafür gibt es keine einzige Studie. Man könnte sie auch gar nicht seriös durchführen, weil es nur wenige Fälle gibt. Es macht keinen Sinn in Studien zu fragen, ob gespuckt oder geschluckt wurde. Was besser ist, können wir also nicht sicher sagen. Wir wissen noch nicht einmal, wo genau im Mund das Virus eindringt - ob vorne am Zahnfleisch oder eher im Rachenring, wo die Schleimhäute weitaus empfindlicher sind.

Also besser nicht schlucken?

Schlucken ist vermutlich sinnvoll, wenn beim Oralverkehr "deep throat", also tief im Hals, ejakuliert wird. Sonst müsste man das Sperma ja wieder hochwürgen und quer durch den Mund bewegen. Manche Theorien gehen davon aus, dass deep throat prinzipiell gefährlicher ist als Oralverkehr im vorderen Mundbereich. Denn vorne ist die Schleimhaut derber, hinten um die Gaumenmandeln empfindlicher. Dort enthält sie Zellen, in die das Virus leichter eindringen kann.

Wie gefährlich ist der Lusttropfen?

Der ist beim Oralverkehr kein Thema. Das ist eine reine Mengenfrage. In der kleinen Menge des Lusttropfens sind kaum Viren, und die werden noch durch den Speichel verdünnt. Eine Infektion ist daher höchst unwahrscheinlich. Mit "Raus bevor's kommt!" ist das Sperma gemeint. Der Lusttropfen ist nach den Safer-Sex- Regeln beim Oralverkehr kein Problem. Beim ungeschützten Analverkehr dagegen spielt er wahrscheinlich eine Rolle. Ein Tropfen im Rektum ist etwas anderes als ein Tropfen im Mund.

Wöchentliche Umfrage

» Wie hältst Du es mit dem Blasen?
    Ergebnis der Umfrage vom 25.10.2010 bis 01.11.2010


#1 anonymusAnonym
  • 24.10.2010, 12:26h
  • Nicht zu vergessen die anderen "eckeligen Geschwister" von Hiv
    `ne Syphillis und ´n Tripper kann man sich oral noch schneller einfangen, auch Hep.B - falls man nicht geg. Hep. geimpft ist ...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.10.2010, 12:51h
  • Ein kluger Kopf hatte einmal gesagt: "Trübsal ist nicht alles, was man blasen kann!" Er hat Recht! Oralsex kann auch sehr befreiend und natürlich auch sehr befriedigend sein. Aber wie bei den anderen Sexspielen gilt: alles kann, nichts muß!
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#3 schwulenaktivist
  • 24.10.2010, 13:00h
  • Es fällt auf, dass in den letzten Jahren und Monaten vor allem daran gearbeitet wird, safer sex zu durchbrechen und neue Möglichkeiten anzubieten, die den so geliebten Säftetausch "trotz allem" ermöglichen.
    Hochinteressant daran ist, dass die jeweils genannten Bedingungen, unter denen das möglich sein soll, sehr theoretisch und nur begrenzt anwendbar sind.
    Es geht also letztlich darum, die Leute zu entlasten, die sich über safer sex hinwegsetzen.
    Denn solche "Möglichkeiten" sind für spezielle Situationen und nicht für den Alltagsgebrauch bestimmt. Viele HIV+ konnten ja nicht mal den Alltagsgebrauch des simplen safe sex konsequent anwenden...

    Durch die öffentliche Diskussion wird aber auch den weniger Dummen klar, dass sie theoretische Möglichkeiten haben, ihre Vorsicht fallen zu lassen. Man lese jeweils die Formulierungen "drum herum" aufmerksam.

    Es werden laufend Studien und Berichte publik, die das Leben mit HIV nicht "leichter" machen, wie die Werbung verspricht, sondern bis ins fortgeschrittene Alter komplzierter machen. Die Langzeitwirkungen von Aidsmedikamenten, Poppers und den verschiedenen Drogen wirken oft kombiniert, werden aber nicht immer realisiert...

    Für das verantwortliche Leben mit Homosexualität gehört auch, darüber nachzudenken, warum dieses oder jenes gemacht, geschluckt, oder ausgespritzt werden muss. Aids wird nicht die letzte sexuell übertragbare undheilbare Infektion in einer globalisierten und migrierten Welt sein. Aber alle tun so.
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#4 vingtans
  • 24.10.2010, 13:41h
  • meine strategie ist ne andere...weit aus bessere.

    ich leb einfach monogam,und da ich meinem freund liebe,vertrau und er reif genug ist...und wir beide "illegaler"weise monatlich blutspenden,

    brauch ich auf den genuss von bareback,deepthroat und oralverkehr zur vollendung nicht verzichten.
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#5 MIZAnonym
#6 eMANcipation*Anonym
  • 24.10.2010, 15:09h
  • Antwort auf #4 von vingtans
  • Das ist eine sehr gefährliche "Strategie".

    Ganz einfach deswegen, weil die allermeisten Menschen nicht für eine monogame Lebensweise geschaffen sind.

    Das ist historisch über alle Kulturen hinweg empirisch nachweisbar.

    Aller christlich-mittelalterlichen Herrschaftsideologie und Angst"moral" samt ihrem perversen Verständnis von "Liebe" zum Trotz.
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#7 porokusiAnonym
  • 24.10.2010, 15:18h
  • Antwort auf #4 von vingtans
  • Dann hoffe ich in eurer Beziehung gibt es ein offenes Klima, in dem über (ungeschützte) "Fehltritte" gesprochen werden kann. Falls diese offen angesprochen automatisch zum Beziehungsende führen, besteht ein großes Risiko, dass solche Eskapaden verschwiegen werden. Sehe auch komisch aus wenn dein Freund auf einmal grundlos für 3 Monate mit gummi ficken will. Bedenke das ca. 50 % der HIV-positiven von Vertrauenspersonen infiziert wurden (gut 30 % vom eigenen Partner).
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#8 jojoAnonym
  • 24.10.2010, 15:22h
  • Antwort auf #4 von vingtans
  • das ist schön, dass du die für dich und deinen partner passende strategie gefunden hast. "besser" als andere strategien ist sie aber nicht. andere finden für sich andere wege, die auch funktionieren. da ist eine pauschale bewertung - in jedweder richtung - einfach unangebracht.
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#9 FloAnonym
  • 24.10.2010, 15:25h
  • Wie schon in Kommentar 1 gesagt wurde:
    auch Syphillis, Hepatitis, Tripper, etc. sind nicht harmlos und können sogar zum Tode führen. Auch diese Dinge sollte man trotz aller Konzentration auf HIV nicht vergessen.

    Insofern sind Kondome immer noch die zuverlässigste Methode sich zu schützen.

    Aber was in dem Artikel auch sehr deutlich wird: trotz aller Forschungen und kleiner Fortschritte, weiß man nach wievor sehr sehr wenig über HIV. Das wurde an mehreren Stellen des Interviews sehr deutlich.

    Es muss einfach noch viel viel mehr Geld in die Forschung fließen!! Damit man irgendwann mehr weiß und es vielleicht irgendwann sogar eine Heilung und Impfung geben kann...
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#10 vingtans
  • 24.10.2010, 15:44h
  • Antwort auf #6 von eMANcipation*
  • du schreibst so einen stuss!

    ich bin 19 und seit meinem 14 lebensjahr sexuell aktiv,fremdgegangen bin ich noch nie.

    monogamie ist kein westlichchristliches konzept,
    monogamie ist genausogut budistisch oder konfuzianistisch, in japan lebt man monogam,in der westlichen welt verhäuftmonogam,so wie in 90% der kulturen der menschen.

    monogamie ist natürlich und menschlich...es gibt nur sehr wenige wirklich polygame kulturen.

    und meine strategie ist nicht gefährlich,ich weiß von der treue meines freundes.
    ich kann auch lügen erkennen und hab ne gewisse empathie entwickelt,

    nach 4 jahren denke ich,ich kann meinem freund sehrwohl vertrauen,

    und sollte er fremdgehen,was seiner natur überhaupt nicht entspricht,waere er nicht so dumm und würde auf gummies verzichten.
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