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Kele im Vordergrund, der Rest von Bloc Party im Hintergrund

Kele Okereke überzeugte die letzten fünf Jahre als Frontmann der Indieband Bloc Party. Nun ist im Sommer sein erstes Solo-Album erschienen, auf "The Boxer" trifft die unverwechselbare, verletzliche wie starke Stimme des Londoners auf Elekro-Tracks. Im November tourt der 29-Jährige durch Deutschland, präsentiert von Queer.de. Norbert Blech hat mit ihm gesprochen.

Ich habe vor fünf Jahren in Manchester eines der ersten "Bloc Party"-Konzerte gesehen, eine damals viel versprechende Indie-Band, die tatsächlich schnell erfolgreich wurde. Heute machst Du Elektro-Musik. Überrascht Dich das selbst?

Nein. Ich habe es immer gemocht, Elektro zu hören, dazu zu tanzen. Wir hatten mit Bloc Party entschieden, mal ein Jahr Pause zu machen, und ich wollte weiter arbeiten. Weiter Musik machen. Und diesmal auf Gitarren verzichten, um mal etwas auszuprobieren, was ich zuvor nicht gemacht habe. Es hätte auch ein Album mit einem Piano werden können, oder Jazz, oder sonstwas.

Trotzdem fühlt sich Dein Solo-Projekt noch wie eine Band an, gerade live. Freunde wie Journalisten loben "The Boxer", denn es hat eine gewisse Tiefe, Emotion, Verletzbarkeit. Gibt es bisher zu wenige Soul in der Elektromusik?

Was? (langgezogen) Nein, ich finde, Elektromusik ist genauso emotional oder tiefgründig wie jede andere Form von Musik. (...) Wenn Du zum Beispiel "Computer World" von Kraftwerk hörst, das ist ein unglaublich emotionales Album. Für manche mag es kalt klingen, weil es nicht menschlich klingt, aber ich finde das aufregend und warm. Es ist eine Frage der Perspektive.

"The Boxer" ist recht erfolgreich, kommerziell wie künstlerisch. Wirst Du in dem Bereich bleiben?

Das Album war ein Versuch, mal etwas Neues zu machen, mit Synthesizern und Maschinen zu arbeiten statt mit Gitarren, was sehr befreiend war. Aber es war nur ein Experiment. Und wenn ich ein neues Album aufnehme, habe ich Lust, wieder etwas anderes zu versuchen. Es wäre nicht sehr aufregend, wieder ein gleichklingendes Album zu machen.

Youtube | Kele - "Everything you wanted". Live @ Rough Trade East

Du hast eine zeitlang in Berlin gelebt. Was ist anders als in London?

Oh, ich habe nie in Berlin gelebt, ich weiß nicht, warum die Leute das schreiben. Ich war dort als Tourist, oft. Als Tourist fühlt sich die Stadt wie ein großer Atem an frischer Luft an. Berlin hat eine andere Geschwindigkeit als das Leben in London. Man kann dort als Musiker, Künstler oder Kreativer gut leben, denn es ist so preiswert, da zu leben. Man kann dort etwas kreativ gewinnbringendes machen, auch wenn es finanziell weniger gewinnbringend ist.

Viele, die ich in Berlin getroffen habe, waren interessant und kreativ. Deswegen habe ich die Stadt immer geliebt.

Es gibt den Song "Kreuzberg" von Bloc Party und diverse Spekulationen über den Inhalt. Worum geht es wirklich?

Da ging es, äh, Kreuzberg war über, ... Ich denke, es ging um die Leere und Dumpfheit, die bedeutungsloser Gelegenheitssex hervorruft.


Kele: Kraftvolle Stimme mit Emotion

Du hast nie Gerüchten widersprochen, aber es hat einige Zeit gedauert, bis Du Dich öffentlich geoutet hast. Hat Dir das geholfen?

Ich weiß nicht, ob geholfen übertrieben ist. Der Grund fürs Coming-Out war, dass ich zu den Fans ehrlich sein wollte. Es war nichts, was geheim oder problematisch war. Ich wollte nur, dass die Leute es wissen.

Es gibt durchaus viele Schwule, die Indie oder anspruchsvollere Elektro-Musik hören, es gibt spezielle Clubnächte und gemischte Freundeskreise. Du könntest zu einem Vorbild werden.

Ich sehe mich nicht als Vorbild, ich sehe mich als jemand, der einfach sein Leben leben will. Ich denke, wenn Du eine gewissene Offenheit und Leichtigkeit im Umgang mit Deiner sexuellen Orientierung hast, dann ist es gut, wenn Leute mit mehr Schwierigkeiten das sehen. Ein Beispiel, dass ein schwules Leben problemlos funktionieren, Spaß machen kann. Das ist aber nichts, was ich speziell und bewusst angehe.

Du hast sicher von den Selbstmorden von jungen Teenagern, fast noch Kindern, in den USA gehört, die in der Schule als schwul gebrandmarkt wurden. Derzeit nehmen Menschen auf der ganzen Welt aufmunternde Botschaften bei Youtube auf, an Kids in ähnlichen Situationen. Was wäre Deine Botschaft?

Halte durch. Halte einfach durch, egal, wie schlimm es sich gerade anfühlt. Es wird besser. Wenn Du an die Uni gehst oder in eine andere Umgebung ziehst, Leute triffst, die Dich verstehen. Halte durch, das Leben wird besser.

Die Konzertermine
24.11.2010: Hamburg, Mondial Halle
25.11.2010: Berlin, Astra
26.11.2010: Leipzig, Conne Island
29.11.2010: Heidelberg, Karlstorbahnhof
30.11.2010: Köln, Bürgerhaus Stollwerck

Youtube | Video zu "Tenderoni"


#1 vingtans
  • 25.10.2010, 12:54h
  • ICH LIEBE SIE .

    tolle musik,tolle einstellung,uuuund ich hab sie auch schon live gesehen!

    sie sind so absolut laser,alter!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil