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Premierministerin Julia Gillard besteht darauf, dass die Ehe nur eine Institution für Heterosexuelle ist.

In Australien brodelt es: Eine Mehrheit der Bevölkerung spricht sich für die Ehe-Öffnung aus, doch sowohl Premierministerin Julia Gillard als auch die konservative Opposition wollen keine Abstimmung ohne Fraktionszwang zulassen.

Anlass für den Streit ist ein Gesetzentwurf der grünen Senatorin Sarah Hanson-Young, die sämtliche Geschlechtszuordnungen im Eherecht streichen will. Nicht nur der konservative Oppositionsführer Tony Abbott läuft gegen die Homo-Ehe Sturm, auch die sozialdemokratische Regierungschefin Julia Gillard lehnt eine Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ab. Sie verweist dabei auf einen Parteitagsbeschluss: "Wir glauben, dass unser Ehegesetz richtig ist, das die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert", erklärte die unverheiratete Gillard, die sich im zweiten Satz stets homofreundlich gibt: "Aber wir haben als Regierung Schritte unternommen, um die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren sicherzustellen."

Parteifreunde kritisieren Julia Gillard 


Die grüne Senatorin Sarah Hanson-Young fordert eine Gleichstellung im Eherecht.

Dafür wird die Premierministerin nun aber selbst in ihrer eigenen Partei attackiert: "Ich kann einfach nicht verstehen, warum eine Partei, die sich fortschrittlich nennt, an einer solchen Ungleichbehandlung festhält", erklärte etwa der Senator Doug Cameron im Nachrichtensender "Sky News". Er kritisierte insbesondere, dass Gillard die Frage nicht als Gewissensentscheidung ansieht und den Fraktionszwang bei einer Abstimmung aufhebt, wie es auch von Homo-Aktivisten gefordert wird.

Die Mehrheit der Bevölkerung hätte das Gesetz hinter sich: Laut einer aktuellen Umfrage von Galaxy Research sprechen sich 62 Prozent der Australier für die Öffnung der Ehe aus. Sogar 78 Prozent fordern, den Fraktionszwang bei der Frage der Homo-Ehe aufzuheben.

Die beiden vorhergehenden Premierminister in Australien haben versucht, die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht zu verhindern. Der konservative Premierminister John Howard hat sogar 2004 ein Gesetz verabschieden lassen, das die Homo-Ehe verbietet (queer.de berichtete). Damit wollte er auch eingetragene Partnerschaften verhindern. Dennoch setzten vier der sieben Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Canberra "Civil Partnerships" oder "Domestic Partnerships" für gleichgeschlechtliche Paare durch, zunächst gegen den erbitterten Widerstand der Bundesregierung. Homo-Aktivisten in Australien argumentieren aber, dass nur eine bundesweite Öffnung der Ehe die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen mit verschiedenegeschlechtlichen Paaren garantieren kann. (dk)



#1 alexander
  • 25.10.2010, 14:01h
  • zum kotzen, dass politiker immer versuchen eine gesellschaftliche weiterentwicklung zu verhindern, obwohl die mehrheit der bevölkerung dafür wäre !
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#2 HandoAnonym
  • 25.10.2010, 14:27h
  • Hintergrund der zögerlichen Haltung der Regierung ist u.a. die Haltung der römisch-katholischen und der anglikanischen Kirche von Sydney. Der katholische Erzbischof arbeitet in der römischen Glaubenskonkregation mit und hat durch Hassparolen gegen Schwule unter Ratzinger Karriere gemacht. Der evangelikale anglikanische Erzbischof von Sydney fällt seit Jahren durch Hetze gegen Schwule und Lesben auf.
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#3 stephan
  • 25.10.2010, 14:57h
  • "Ich kann einfach nicht verstehen, warum eine Partei, die sich fortschrittlich nennt, an einer solchen Ungleichbehandlung festhält"

    Und warum nicht? Ganz einfach - es gibt keine Gründe für diese fortgesetzte Diskriminierung. Ich würde jedem raten, sich einmal (ein- oder zweimal sind aber mehr als genug) mit den Gegner der Gleichbehandlung zu unterhalten und dann die angeführten Gründe auf ihren faktischen Hintergrund zu durchleuchten. Dabei lernt man viel: Es gibt keine Gründe gegen die Gleichbehandlung und auch den konservatives Vertretern des römischen Katholizismus oder sonstiger Religionsgemeinschaften fallen keine Gründe ein, die außerhalb des engen Gedankengebäudes solcher 'Religionen' irgendwie schlüssig wären.

    Dass auch die sozialdemokratische Premierministerin sich so schwer mit der Gleichbehandlung tut, zeigt nur wie weit religiöse Verblendung und der Geist der Intoleranz noch immer reichen! Schlimm daran ist auch die Tatsache, dass so die Religionen - über ihren eigentlichen Machtbereich hinaus - auf diese verdeckte Weise noch immer immensen Einfluss haben - zum Teil deshalb, weil Halbintellektuelle sich der Herkunft ihrer Auffassungen sind bewusst sind!
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#4 holger
#5 FloAnonym
  • 25.10.2010, 16:52h
  • Ein dramatisches Beispiel für eine politische Klasse, die jeglichen Bezug zur Demokratie verloren hat.

    Obwohl eine Mehrheit der Bevölkerung Diskriminierung abschaffen will, meint die australische Politik, dass sie keine Volksvertreter seien, sondern irgendwelche Herrscher von Gottes Gnaden, die ihre Meinung durchsetzen.
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#6 Sozialdemokratie adeAnonym
  • 25.10.2010, 17:15h

  • Da sieht man,s wiedermal. Ist doch weltweit dasselbe. Auf Sozialdemokraten ist wenn's drauf ankommt kein Verlass! Manchmal sind sie Fortschrittlich, manchmal nicht. Daher geht's um GLBT-Belange immer Gruene waehlen!
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#7 gangkuruAnonym
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.10.2010, 19:04h
  • Australien ist immer ein sehr tolerantes und der Zukunft zugewandtes Land - bis SIE kam! Ja, ich meine diese Plunze von Premierministerin! Frau Gillard wirft sämtliche positiven Ergebnisse, die sich die LGBT-Community erstritten hat, auf den Müll! Wenn das Volk mehrheitlich die Homoehe will, dann sollten die Politiker an einem Strang ziehen! Wenn die Homoehe verhindert wird, dann ist wird es Zeit, daß Australiens LGBT-Community den Politikern ordentlich einheizt! Frau Gaillard wird keine ruhige Minute mehr haben!
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#9 alexander
#10 JodlerAnonym