Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12993

Barcelona will den Papst mit Liebe empfangen

Bereits 12.000 Menschen haben sich beim Queer Kissing Flashmob anlässlich des Papstbesuches verabredet - doch nun macht die soziale Netzwerkseite Facebook den Organisatoren das Leben schwer.

Vor der weltbekannten Kathedrale in Barcelona planen Homo-Aktivisten am 7. November eine gemeinsame Kuss-Aktion, um gegen die Einmischung von Papst Benedikt XVI in die Diskussion um Homo-Rechte in Spanien zu protestieren. Die Organisatoren verbreiten ihren Aufruf via Twitter und Co., erhalten aber nun Gegenwind vom Portal Facebook: Nachdem sich bereits 12.000 Menschen zu der Aktion verabredet haben, wurde die Seite "Queer Kissing Flashmob" abgeschaltet. In seinen Bedingungen verbietet die US-Seite unter anderem, "bösartigen Handlungen" durchzuführen.

Organisatorin Marylène Carole sagte gegenüber der Zeitung "El Periódico de Catalunya", sie könne immer noch nicht fassen, dass Facebook profanes Küssen als eine Gefahr ansehen könne. "Wie kann Küssen im 21. Jahrhundert als revolutionär gelten?" Allerdings dürfte die Facebook-Zensur dem Flashmob weitere mediale Aufmerksamkeit verschaffen - und so der Aktion nützen. Inzwischen gibt es eine neue Facebook-Seite, auf der ein Foto mit küssenden Männer unkenntlich gemacht wurde. Dort sind am Dienstagmorgen rund 850 Zusagen registriert.

Zwei Minuten Lippenkontakt

Die Aktion soll gegen 9 Uhr morgens beginnen, wenn der Papst gerade aus der Kathedrale tritt. Wie bei Flashmobs üblich, sollen die Teilnehmer wie aus dem Nichts auftauchen. Nach einem Signalton sollen sie sich exakt zwei Minuten lang leidenschaftlich küssen. Danach, so der Plan, soll sich die Gruppe wieder verteilen, als sei nichts geschehen.

Papst Benedikt XVI und seine Kirche haben sich in Spanien wie in keinem anderen Land in die innenpolitische Diskussion um Homo-Rechte eingemischt. Schon bei einem Besuch 2006 forderte er die sozialistische Regierung auf, die Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen im Eherecht wieder aufzuheben (queer.de berichtete). Bei der Parlamentswahl 2008 machte die katholische Kirche schließlich offen Wahlkampf für die konservative Opposition, die die Rechte von Schwulen und Lesben wieder beschneiden will. Außenminister Miguel Ángel Moratinos warf dem Papst und der Kirche daraufhin "politischen Terrorismus" vor (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 herve64Profil
  • 26.10.2010, 09:22hMünchen
  • "Organisatorin Marylène Carole sagte, sie könne immer noch nicht fassen, dass Facebook profanes Küssen als eine Gefahr ansehen könne. "Wie kann Küssen im 21. Jahrhundert als revolutionär gelten?", erklärte sie gegenüber der Zeitung "El Periódico de Catalunya".":

    Ja, ganz einfach: in einer Ellenbogen-Gesellschaft, die nur auf ausbeuterische Leistungsausnutzung von Menschen durch andere getrimmt ist, ist allein der Austausch von Zärtlichkeiten etwas Subversives. Das hält die Leute vom Arbeiten ab und verführt sie zum Nachdenken über ihre Situation. Letzten Endes ist das an sich kein homophober Akt, sondern Homophobie an sich ist ein Druckmittel auch im Social Networking, das wiederum ein Kontrollmittel über den Einzelnen ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 CarstenFfm
  • 26.10.2010, 09:33h
  • Tolle Aktion

    Nun dürfte der Platz vor der Kathedrale dann voll mit Gläubigen sein, wenn der Papst kommt... da können die doch gar nicht so aus dem Nichts auftauchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 I.Ramos GarciaAnonym
  • 26.10.2010, 09:51h
  • Papst Benedikt sollte sich das Maul halten, weil sogar Jesus e.n. Mann liebte, sein Vetter Johan Evangelist (erinnern wir uns an das letztes Nachtessen & wie Johannes s.n. Kopf & Koerper an den Schulter & Seite Jesus liegte)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 CarstenFfm
#5 dummfugAnonym
  • 26.10.2010, 10:09h
  • Generell gilt im Internet: Alles, was kostenlos ist, ist nicht frei! Ganz im Gegenteil!

    Google ist kostenlos. Aber was gezeigt wird, ist nicht unbedingt ungefiltert.
    Facebook und Twitter sind FIRMEN. Die wollen Geld verdienen. Und denen gehört ihre eigene Webseite. Nicht den Nutzern. Die haben Interessen. Kein User zahlt dafür, also hat er auch keine Ansprüche. Dann muss ich schon für 30 Euro einen Webserver anmieten, dann kann den auch keiner so schnell abschalten. Auf so einem System muss man dann Aktionen organisieren.

    Das Youtube, Facebook, Twitter und co. nun mal ihre eigenen Regeln und Interessen haben ist vielen einfach nicht klar. Sie benutzten einen Dienst, und dahinter stehen meist nur materielle Interessen oder eine Ideologie, das ist keine Luft, die frei verfügbar ist. Also darf man diese Medien auch nur mit viel Vorsicht genießen. Und alles, was ich in Facebook hochlade, reintippe oder was diese Firmen an Daten sammeln gehört –– nicht mehr mir! Sondern dieser Firma. Aber wer liest schon AGBs... Erst wenn das Malheur passiert ist denken die meisten nach.

    Kein Mensch hängt sich ein Schild um, auf dem sämtliche intimen Details sind, auf dem Fotos von peinlichen oder intimen Situationen dargestellt sind, aber in fremde Webseiten laden User alles mögliche hoch, informieren diese Systeme über alle Kontakte die sie so haben und zeigen durch ihr Verhalten, welche politische, geistige, religiöse oder sexuelle Orientierung sie haben, ob sie viel Geld ausgeben und wofür, wo sie wohnen, welche Bankverbindung sie haben, welche Schulnoten und und und...

    Aber zurück zum Artikel - sollte man nicht den Papst in das Kiss-In mit einbeziehen? Der arme Kerl hat doch sonst keine Zuwendung... Das wär doch mal was, selbst wenn mich das total anekeln würde.

    Und bitte: nicht noch einmal Facebook zum Organisieren nehmen, habt ihr noch immer nichts dazugelernt?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Mariposa Anonym
  • 26.10.2010, 10:12h
  • Antwort auf #3 von I.Ramos Garcia
  • Exactamente !!! Vor allem gibt es davon auch sehr schöne Darstellungen....
    Es ist aber nicht unbedingt soooo wichtig, man kann sich aber ein wenig daran wärmen.

    Ich bin abgesehen davon überzeugt, daß Jesus jedenfalls auf der Seite derjenigen stehen würde, denen es um die Menschenrechte von Homosexuellen geht. Viele aus der Familie sind zudem auch zu echter Treue fähig (ist mir persönlich wichtig, da bin ich gerne etwas "konservativ" geprägt).

    Was Schwester Benedikta angeht: Der soll erst mal seinen Laden entrümpeln, da gibt es jede Menge zu tun.

    Die Aktion ist natürlich absolut zu begrüßen. Saludos amigos !!!
    -
  • Antworten » | Direktlink »
#7 bastapapsta
  • 26.10.2010, 11:20h
  • Ein Club, den ich auf Facebook aufgemacht habe wurde auch gelöscht. Ich hatte darin Erzbischof Zollitsch kritisiert und zum rücktritt aufgefordert.
    Folgende Mail bekam ich von Facebook :

    "Hello,

    Die Gruppe „Zollitsch Rücktritt!!“ wurde entfernt, weil sie gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen hat. Unter anderem sind Gruppen, die hasserfüllt, bedrohlich oder obszön sind, nicht gestattet. Zudem entfernen wir Gruppen, die Individuen oder Gruppen angreifen, oder für ein Produkt bzw. eine Dienstleistung werben. Fortwährender Missbrauch der Funktionen von Facebook kann zur Sperrung deines Kontos führen.

    The Facebook Team"

    Also weis man, was man von Facebook zu halten hat....

    Im Sommer war in Köln und München eine Propaganda Veranstaltung für die Scheinheiligkeit, vom Verein "Deutschland Pro Papa", wo sich Papstanhänger zusammenrotten. Traurig, dass die Gehirnwäsche immer noch bei jungen Leuten greift, wie man an dem Opfer in diesem Video sieht

    www.gloria.tv/?media=86818
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Knueppel
  • 26.10.2010, 14:08h
  • Nachdem sich die Spanier von den Auswirkungen der Franco-Diktatur befreit hatten, gab es einen enormen Nachholbedarf in Sachen Menschen- und Bürgerrechte.

    Ich finde es bewundernswert, was sich dort auch bei den Rechten für schwule Männer und lesbische Frauen getan hat (u.a. Öffnung der Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare, "... In den folgenden Ländern und Teilgebieten von Ländern wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet: Niederlande (2001), Belgien (2003), Spanien (2005) ...", Link:
    de.wikipedia.org/wiki/Gleichgeschlechtliche_Ehe
    )

    Mit Spanien "verliert" die Katholische Kirche eine ihrer angestammten Bastionen und reagiert entsprechend nervös.

    Ich finde die Antwort des sozialistischen Außenministers Miguel Ángel Moratinos sehr couragiert und unterstützenswert. Dem "Kiss-Inn" der Gay-Aktivisten wünsche ich einen Riesen-Erfolg (publizistisch) und freue mich, dass 'Queer.de' darauf aufmerksam macht (was ich - nach der Sperrung einer Anti-Naziseite, bei gleichzeitigem Verbleib einer NPD-Seite auf 'Facebook', von dem Internet-Portal halte, ist nicht druckfähig ...).

    Ich werde die Aktion der spanischen Gay-Aktivisten noch ein wenig publik machen:

    www.freitag.de/community/blogs/sexpower/kann-denn-kuessen-su
    ende-sein
  • Antworten » | Direktlink »
#10 XDAAnonym
  • 26.10.2010, 15:28h
  • Facebook ist in Wirklichkeit böse, dumm nur, dass es die Mehrheit nicht bemerkt, was allerdings auch selbstverständlich ist, da die Mehrheit der Bevölkerung eben dumm ist ...

    ... schnell auf Twitter ausweichen [ist nicht ganz so böse]
  • Antworten » | Direktlink »