Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12995

Die Homo-Gruppe IraqiLGBT veröffentlichte dieses Foto eines schwulen Mannes, der von der Polizei verhaftet worden war und schließlich im Krankenhaus mit schweren Halsverletzungen wieder auftauchte. (Bild: IraqiLGBT)

Für die Bundesregierung ist der Irak eines der gefährlichsten Länder der Welt - insbesondere die Lage von Homo- und Transsexuellen sei "besorgniserregend".

Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Als Ursache nennt die Regierung "konservative bzw. radikal-islamische Tendenzen", die einen "liberal-säkularen Lebensstil" verhindern. Zwar gebe es Diskussionen über Frauen- und Kinderrechte, Homosexualität werde aber weitgehend tabuisiert - obwohl einvernehmlicher Geschlechtsverkehr nach dem Gesetz erlaubt ist. Eine Reihe von Übergriffen auf Homosexuelle würde von Stammes- und Familienmitgliedern durchgeführt. Aber selbst die Polizei sei an der "Gewalt gegen sexuelle Minderheiten" beteiligt. Übergriffe gebe es besonders oft in Bagdad und im schiitisch geprägten Süden des Landes.

"Kulturelle und religiöse Hürden"

In ihrer Antwort betont die Regierung ferner, dass sie gegenüber Vertretern der irakischen Regierung mehrfach ihre Besorgnis über die schwierige Lage der Homosexuellen im Irak angesprochen habe. Die Gesprächspartner hätten stets auf "kulturelle und religiöse Hürden" verwiesen, die einer umfassenden gesellschaftlichen Anerkennung von Homosexualität noch entgegenstünden. Um der Tabuisierung entgegenzuwirken, werde Homosexualität unter anderem in den von der Bundesregierung geförderten Trainings für Mitarbeiter von Ministerien der irakischen Zentralregierung und der Regierung des irakischen Teils von Kurdistan thematisiert.

Menschenrechtsorganisationen berichten bereits seit Jahren von Übergriffen auf Homo- und Transsexuelle. So erklärte Human Rights Watch, dass islamistische Gruppen Homo- und Transsexuelle "ausrotten" wollen (queer.de berichtete). Im April kritisierte Amnesty International mehrere europäische Staaten, weil sie irakische Flüchtlinge, unter ihnen auch Schwule, in unsichere Teile ihres Heimatlandes zurückschickten (queer.de berichtete). Im Juni wurde bekannt, dass die Polizei in Kerbala sogar gegen ein Safe House für Schwule und Lesben vorgegangen ist (queer.de berichtete). (dk)



#1 IschtargateAnonym
  • 26.10.2010, 12:29h
  • Die Hölle nach Saddam

    Wie sehr war die US-Armee in Aktivitäten von schiitischen Todesschwadronen und Folterern verstrickt? Neue Erkenntnisse durch die bei WikiLeaks veröffentlichten Iraq War Logs

    www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33543/1.html

    Haider auch vom BND bezahlt?

    Berichte über die Finanzierung seines Irak-Besuches werfen interessante Fragen auf.

    Waren es vor einigen Monaten Berichte über geheime Kassen, vermeldet das österreichische Magazin Profil nun, Haider habe hohe Zuschüsse für seinen Irak-Flug im Mai 2002 vom deutschen Bundesnachrichtendienst bekommen.

    www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33551/1.html

    Zur akuellen Situation im Irak

    "...THE ROVING EYE
    And the winner is ... Muqtada

    [...]

    Uncle Marx, we miss you so much; history does prefer to repeat itself as farce."

    www.atimes.com/atimes/Middle_East/LJ20Ak03.html
  • Antworten » | Direktlink »
#2 lukeAnonym
#3 RobAnonym
#4 xapplexAnonym
  • 26.10.2010, 18:36h
  • In Europa wird uns gerne erzählt, die brutale Verfolgung von Schwulen im Irak hätte urplötzlich mit Saddams Sturz 2003 eingesetzt, und Bagdad sei vorher eine Art Homo-Mekka des Mittleren Ostens gewesen. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

    Unter Saddam wurde die Todesstrafe für Schwule eingeführt (in der Vor-Saddam-Zeit noch straffrei). Schwule wurden verfolgt, ermordet oder zu Spitzeltätigkeiten für das Regime erpresst. Die Strafe für Ehrenmorde wurden reduziert bzw. abgeschafft; Familienmitglieder konnten so ihre schwulen Angehörigen töten, ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen.

    Diese Praktiken sind auch nicht typisch für den Irak, sondern in großen Teilen der islamischen Welt gang und gäbe. Im Irak gibts heute wenigstens Handys und unzensiertes Internet (vor 2003 undenkbar).

    en.wikipedia.org/wiki/LGBT_rights_in_Iraq
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FloAnonym
#6 REINIBEARProfil
  • 27.10.2010, 17:34hFrankfurt
  • 1.) ohne wenn und aber:
    solange die UN nicht die Menschenrechte in allen Ländern der Welt durchsetzt, wird sich nix ändern.
    Besonders die Verfolgung von Schwulen und Lesben in Ländern, die Islam geprägt sind, ist ekelhaft. Hier sind harte Sanktionen gefragt.

    2.) Solange die Bundesregierung aber diese Länder und hier auch den Irak u.a. unterstützt, in den Schwule und Lesben verfolgt und ermordert werden, braucht man nicht so zu tun, aber ob man besorgt sei.
    Wer sich nicht an die Menschenrecht hält, dem steht weder Unterstützung noch Hilfe zu.

    3.) Solange ( schwule und lesbische ) Asylanten oder nicht mehr geduldete Ausländer in solche Länder von der BRD abgeschoben werden, ist die Bundesregierung keine Deut besser, da sie sich zum Erfüllungsgehilfen von Folter- und Mörderstaaten macht.

    4.) Solange die Kirchen nicht laut und deutlich auf diese Missstände aufmerksam machen, haben sie jede Daseinsberechtigung verwirkt!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.10.2010, 23:13h
  • Daß LGBTler im Irak keine hohe Lebenserwartung haben, ist sehr traurig. Damit teilen sie nämlich das Schicksal ihrer Leidensgenossen im großen Teil Afrikas sowie in den Schurkenstaaten China, Iran, Nordkorea und Myanmar sowie in Malaysia. Es ist einfach zum Heulen!
  • Antworten » | Direktlink »