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Frau Swinton mal nicht mit kurzen Haaren (Bild: MFA)

Die bemerkenswerte britische Schauspielerin ist jetzt im Film "I am Love" zu sehen, den sie uns im queer.de-Interview vorstellt.

Von Carsten Weidemann

Seit über zwanzig Jahren gilt Tilda Swinton als Ikone des Kinos, ihre Karriere begann in den 1980er Jahren. Sie stand in mehreren Filmen ihres schwulen Freundes und Mentors Derek Jarman vor der Kamera. Derek war ein innovativer und anspruchsvoller Filmemacher, und sie blieb ihm bis zu seinem Tod 1994 sehr nahe.

Sie wurde 1992 auf den 48. Filmfestspielen Venedig für ihre Rolle in "Edward II" (1991) als beste Schauspielerin mit dem Volpi-Pokal ausgezeichnet, und im folgenden Jahr erlangte sie Weltruhm mit ihrer Arbeit in Sally Potters "Orlando" (nach Virginia Woolfs Roman). 2008 wurde ihr der BAFTA-Award verliehen und sie wurde mit dem Oscar als beste Darstellerin in einer Nebenrolle in Tony Gilroys "Michael Clayton" (2007) ausgezeichnet. Jetzt ist sie wieder auf der Leinwand, in einer Produktion des italienischen Regisseurs Luca Guadagnino.

Youtube | Der offizielle Kinotrailer

Die Rebellin trägt die Farbe der Liebe (Bild: MFA)

Frau Swinton, was bekommen die Zuschauer zu sehen in "I am Love"?

In dem Film geht es um eine Frau namens Emma, zwischen 40 und 50 Jahre alt, die weder zum Wohlstand noch zur Kultur ihrer Umgebung beiträgt. Ihr Gatte Tancredi, ein reicher Fabrikant aus Norditalien, hatte sie wegen ihrer Schönheit gewählt, so, als hätte er ein Kunstwerk ausgesucht. Emma war sein Eigentum, sie hat ihm Kinder geboren und ihre Rolle als Gemahlin erfüllt. Aber dann erreicht sie einen Punkt in ihrem Leben, an dem ihr das goldene Gefängnis, in dem sie lebt, und das Drama, das sich darin abspielt, in aller Deutlichkeit vor Augen geführt wird. Emma kam aus einem Käfig, nämlich aus dem Russland vor Gorbatschow. Sie wollte Zugang zur freien Welt haben. Und in der freien Welt begab sie sich in den Käfig der Ehe und der Verlogenheit.

Sie selbst hatten die Idee zu dieser Geschichte, verriet uns der Regisseur, da sie so gerne über die Liebe reden würden?

Leben ist die primäre Antriebsmaschine des Menschen. Es ist der Urheber von Krisen, der Katalysator von Metamorphosen. Emma verliebt sich in einen anderen Außenseiter, einen wie sie. Ihre Gesellschaftsschicht, Familie und die Gesellschaft im Allgemeinen kann Leidenschaft nicht akzeptieren. In dieser Hinsicht hat Emma viele Vorgänger im Film und in der Literatur, wie Emma Bovary, Alida Valli von Senso, und Anna Karenina. Sie ist eine hingebende Frau, ihre Liebe ist bedingungslos. Sie stellt sich dem Absoluten, Leben und Tod, und der verzehrenden Leidenschaft. Sie gibt nie auf, und sie ist radikal.

Sie verkörpern gern solch radikale Figuren...

Der Film "Orlando" weckte mein Interesse für Wandel und das Überwinden der von der Gesellschaft festgelegten Vorstellung von uns selbst. Der Film, an dem Luca und ich sieben Jahre arbeiteten, ist eine packende Darstellung dieser Themen. Alle Personen in diesem Film sind gefangen, jeder auf seine Art. Tancredis Vater, der Gründer des Vermögens und der Stellung der Familie, Gabriele Ferzetti, hat den Punkt erreicht, an dem er die Zügel der Macht übergeben muss. Er trifft seine Wahl, denn er glaubt, in einem seiner Nachkommen "denselben Blick" zu erkennen, aber es ist nicht sein Blick. Ihm entgeht, dass der Blick, nach dem er sucht, vielleicht in Elisabetta zu finden ist, der Enkeltochter, die aber als Frau im Kampf um Vermögen und Macht nicht ernst genommen wird. Aber sie strebt geschickt nach Freiheit, Rebellion. Das Bewusstsein der Mutter - meine Rolle - wird von dieser Rebellion wachgerüttelt.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.10.2010, 23:17h
  • Tilda Swinton ist eine großartige Schauspielerein und eine der wenigen wandlungsfähigen, die es im Filmbiz gibt. Hoffentlich werden wir noch einiges von ihr zu sehen bekommen!
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