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Thomas Ohrner hört nach drei Jahren bei der Daily-Soap "Verbotene Liebe" auf. Das meldete am Donnerstag die ARD, die den von Ohrner gespielten Familienvater Matthias Brandner nach Neuseeland umziehen lässt. Aus den Augen, aus dem Sinn, könnte man nun meinen. Doch ist das die Gelegenheit, kurz daran zu erinnern, dass der heute 45-Jährige in den Siebziger Jahren bereits ein erfolgreicher Teeniestar war. Und damit natürlich auch jede Menge männliche Fans hatte.



"Thomas Onanierer" wurde der Familienname des Jungschauspielers gerne auf den Schulhöfen unter lautem Gekicher verhunzt. 1980 hing er als BRAVO-Starschnitt in zahlreichen Kinderzimmern an der Wand. Ein Jahr zuvor war er gerade so richtig populär geworden durch seine Rolle des Timm Thalers, der Junge, der sein Lachen verkauft hatte. Eine Geschichte des Autoren James Krüss, mit einem sehr fiesen Bösewicht, wunderbar böse verkörpert von der männlichen Schauspieler-Schnitte Horst Frank. In der Serie trug er als Baron Lefuet immer sehr ausgefallene Gewänder, wohnte in einer schnieken Seventies-Designer-Loft auf Lanzarote, und zeigte ein auffallendes Interesse an dem Jungen, angeblich rein geschäftlicher Natur.

Alle Jugendlichen, denen damals noch das Coming-Out bevorstand, und die die Sendung am Schirm verfolgten, erspürten jedoch darin deutliche homoerotische Züge. Sie blieben Thomas Ohrner auch bei der sehr straighten wie schlichten Jugendserie "Manni, der Libero" (1981) treu. Da trug er nämlich immer ganz knappe Sporthosen. Das Schmachten für Tommi war zwar stets vergebens, der Mann ist glücklich heterosexuell verheiratet und Vater von vier Kindern. Doch dafür hat die Mehrheit der Timm-Thaler-Generation inzwischen ihr Coming-Out geschafft... (cs)



#1 Ikaiko
  • 28.10.2010, 17:57h
  • Die "männliche Schauspielerschnitte" und der Darsteller des Baron de Lefouet war der Schauspieler Horst Frank (nicht Horst Krüger) - zumindest auf meinem alten 70er-Jahre schwarz-weiß-Fernseher. Ist korrigiert, merci
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#2 Ikaiko
  • 28.10.2010, 18:22h
  • Thomas Ohrner ist 45 Jahre alt (nicht 43 Jahre) und die Jugendserie, in der er die knappen Sporthosen trug, hieß "Manni, der Libero" (nicht "Mann, der Libero"). Ansonsten ein schöner, nostalgischer Artikel.
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#3 carolo
  • 28.10.2010, 20:11h
  • Da fand ich Mehdi in "Jerome und Isabelle" (Original: Le jeune Fabre) viel netter. Mit der herrlich unsäglichen Titelmusik (Le peintre des étoiles) von Demis Eunuchos. Muß etwa zur gleichen Epoche als Serie im ZDF gelaufen sein.

    Carolo
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#4 JürgenAnonym
  • 28.10.2010, 21:05h
  • Ja, ich kann mich noch sehr gut an den hübschen Timm erinnern.. aber auch, dass die andere Serie "Manni, der Libero" heisst.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.10.2010, 23:10h
  • Timm Thaler war eine meiner Lieblingsserien und vielleicht wird sie irgendwann wiederholt (es sei denn, daß der Handel schneller ist und die Serie als DVD oder Bluray veröffentlicht).
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#6 schwulenaktivist
  • 29.10.2010, 08:24h
  • Nebst der ungenauen Recherche beanstande ich die pauschale Feststellung, dass die Tim-Generation ihr coming out inzwischen geschafft hätte. Solche Bemerkungen verraten eine ziemlich unhistorische Ego-Einstellung. Zumindest die Pädophilen aus jener Zeit dürften das coming out gescheiter unterlassen haben. Die Schwulenbewegung ist an dem Autor auch völlig vorbeigegangen.
    Immerhin kann ich dem Autor bescheinigen, dass er offenbar in der Geisteshaltung der Homo-Blätter jener Generation stillgestanden ist. Du&ICH, DON etc. schrieben auch in diesem Stil.
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#7 queer_christianEhemaliges Profil
  • 29.10.2010, 08:49h
  • Antwort auf #6 von schwulenaktivist
  • Hi Peter! Ja, ich war gestern Abend beim Verfassen des Textes viel zu unkonzentriert und habe ein paar doofe Fehler eingebaut. Dank der Aufmerksamkeit hilfsbereiter Leser ist aber inzwischen alles korrigiert.

    Ansonsten war ich inhaltlich getragen von ein bisschen Nostalgie und meiner Erinnerung an erste homoerotische Gefühle, ich wollte keine wissenschaftlich exakte Analyse der tatsächlichen Coming-out-Zahlen jener Zeit aufbereiten. Ich weiß also tatsächlich nicht, wer und wie viele – womöglich bis heute – im Schrank geblieben sind (Wer noch drinsteckt, bitte spätestens JETZT rauskommen).

    Wenn Du - zu Recht - auf homohistorische Exaktheit pochst, dann bitte ich aber auch um respektvollen Umgang mit persönlichen Lebensläufen Anderer, vor allem, wenn Du sie nicht kennst. Ich bin, knapp zehn Jahre nach Erstausstrahlung von Timm Thaler, ganz klassisch und intensiv durch die Schwulenbewegung sozialisiert worden. Tja, und meine Geisteshaltung? Ich muss dafür wohl mal in den Keller gehen, und in den alten Du & Ich-Ausgaben blättern, damit ich eine Ahnung bekomme, bei welchem Jahrgang ich wirklich stehengeblieben bin. Welcher ist es bei Dir? ;)
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#8 laughing jackAnonym
#9 schwulenaktivist
  • 29.10.2010, 10:31h
  • Lieber Christian! Ich habe Jahrgänge von Schwulenmagazinen von den 30er Jahren über die 60er (erhalten) und von den 70ern bis in die 90er Jahre (gesammelt) archiviert. Ich denke, ich kann durchaus vergleichen.
    Hast Du übrigens meine Blogs (arcados.com, arcados.ch) gelesen, um das zu beurteilen? :P

    Wenn Du Deinen Text unter "Nostalgische Erinnerungen" publizierst, dann verzeihe ich Dir alle Schnitzer...
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#10 David.Anonym
  • 29.10.2010, 11:48h
  • Ich habe die Serie nie gesehen, da vor meiner Zeit. Hab mir deshalb mal bei Youtube Videos darüber angesehen. Am besten ist aber ein Kommentar dazu, der zeigt das sich in einigen Köpfen nichts geändert zu haben scheint:

    "Ziemlich pervers die Serie wenn man mal zwischen den Zeilen liest:
    Zwei Homosexuelle suchen sich einen netten Jüngling um ihm das "Lachen" (gemeint ist die Jungfräulichkeit) zu nehmen...
    Zuegegeben, die Musik und die Landschaftsaufnahmen sind genial, auch der technische Blick in die Zukunft fasziniert, aber die Story ist eigentlich echt übel und nicht wirklich für Kinder geeignet."

    www.youtube.com/watch?v=QVP2_JEVs1Y&feature=related
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