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Motiv der Kampagne "Hiergeblieben" (Bild: hier.geblieben.net)

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge will einen seit 20 Jahren in Bielefeld lebenden schwulen Roma in den Kosovo abschieben.

Von Carsten Weidemann

Die Abschiebung Hunderter Roma aus Frankreich hat in den vergangenen Monaten für sehr viel Empörung in Europa gesorgt. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hofft, jetzt in einem Einzelfall die Öffentlichkeit mobilisieren zu können.

Laut Angaben des Verbandes will das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen offen lebenden schwulen Roma, der seit 20 Jahren in Bielefeld lebt, mit dem Hinweis auf kleine Eigentumsdelikte in den Kosovo abschieben. Menschenrechtsorganisationen und auch das Auswärtige Amt hatten zuvor wiederholt auf die Gefährdung von Homosexuellen im Kosovo hingewiesen.

Im bereits zugestellten Ausweisungsbescheid des BAMF wird der betroffene G. aufgefordert, seine sexuelle Identität zu verstecken. Obwohl Gewalt gegen Schwule im Kosovo an der Tagesordnung ist, heißt es: "Im hier vorliegenden Fall ergeben sich Übergriffe/ Diskriminierung allenfalls bei öffentlichkeitswirksamer Darstellung der eigenen Homosexualität." Eine konkrete, individuelle Gefahr für Leib und Leben des Antragstellers sei nicht erkennbar.

Für LSVD-Sprecherin Katharina Doumler ist dies ein völlig lebensfremder Rat: "Konkret heißt das, ihm wird angeraten auf grundlegende Menschenrechte wie das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit zu verzichten. Viele Beispiele zeigen, dass Heimlichkeit Homosexuellen keinen sicheren Schutz vor Gewalt und Verfolgung bieten kann."

Der Lobbyverband fordert das BAMF nun auf, seine Entscheidung zu revidieren und sich dabei grundrechtskonform zu verhalten. Doumler: "Wir fordern auch den Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld, Pit Clausen (SPD), auf, sich für einen sicheren Aufenthalt des 35-Jährigen Bielefelders einzusetzen."



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.10.2010, 10:36h
  • Ein Roma, der schon 20 Jahre in Deutschland lebt, soll abgeschoben werden? Sind die vom BAMF noch ganz bei Trost? Anscheinend nicht und deshalb alle Kräfte mobilisieren, daß der Mann hierbleibt!
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#2 HandoAnonym
  • 30.10.2010, 12:21h
  • Entweder Schwule sind im Kosovo gefährdet oder sie sind es nicht. Wenn sie es sind, haben ALLE schwulen Kosovaren ein Recht auf Asyl in Deutschland! Wenn sie es nicht sind, spricht nichts dagegen, dass diese Person abgeschoben wird.
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#3 ClementineAnonym
  • 30.10.2010, 12:30h
  • @Redaktion
    offen lebenden schwulen Roma ... nicht besser offen schwul lebenden Roma?

    Finde es auch überhaupt nicht gut, daß er abgeschoben werden soll. Ich frage mich aber, wenn man in einem Land nur geduldet ist, wie blöd man sein kann, den Status aufs Spiel zu setzen, in dem man Eigentumsdelikte begeht? Oder ist den Leuten nicht klar, wenn sie sich nicht an die Gesetze halten, daß sie dann abgschoben werden können? Klärt das BAMF darüber nicht auf?
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#4 NorthsideProfil
  • 30.10.2010, 12:38hHamburg
  • "dem Hinweis auf kleine Eigentumsdelikte in den Kosovo abschieben."

    Was sind"kleine" Eigentumsdelikte(Mehrzahl)? Mein Unterstützung hält sich in Grenzen. Die Unterstützung verdienen vielmehr Jugendlichen die von Abschiebung bedroht sind, nur weil ihre Eltern nicht legal nach Deutschland gekommen sind oder Akademiker die in Deutschland auf Klofrau oder Taxifahrer machen müssen, weil ihre Abschlüsse nicht mal teilweise anerkannt werden. Auch nicht kriminelle Homosexuelle die um Asyl erbitten, weil sie in ihren Heimatländer sonst getötet werden, sollten unsere Unterstützung erhalten. Aber ein Kleinkrimineller(?), zumindest droht ihn im Kosovo zumindest keine Todesstrafe oder langjährige Gefängnisstrafen.
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#5 stromboliProfil
  • 30.10.2010, 12:58hberlin
  • Antwort auf #3 von Clementine
  • Schwarzfahren ist z.b. ein eigentumsdelikt..

    es ist müßig, nun herausfinden zu wollen was damit gemeint ist --kleine eigentumsdelikte--.. , wenn nicht die frage nach der von amtes wegen verordneten unterdrückung homosexuellen verhaltens beantwortet wird.
    Und solange dies nicht geschieht, gilt für mich ein kleines delikt als in deutschland abbüßbar !

    Also keine abschiebung!
    Schon richtig die forderung..
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#6 NorthsideProfil
  • 30.10.2010, 13:32hHamburg
  • "Schwarzfahren ist z.b. ein eigentumsdelikt.. "

    So ein Blödsinn, Beförderungserschleichung ist kein Eigentumsdelikt, sondern gehört zu den Betrugsdelikten. Beförderungserschleichung setzt im übrigen immer Vorsatz voraus und dieses ist schwer zu beweisen. Da muss er schon 10x schwarzgefahren sein und dabei auch noch erwischt worden sein. Taschendiebstahl, kleine Einbrüche und ähnliches würde da schon eher passen, aber das wird ja leider im Artikel nicht spezifiziert!
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#7 NorthsideProfil
  • 30.10.2010, 13:39hHamburg
  • @Hando,

    Richtig, aber was ist gefährdet?

    Ich bin auch gefährdet, wenn ich in der sächsischen Schweiz handinhand mit meinen Freund in irgendeinen rechten NPD-Kuhdorf gehen. In Hamburg-Wilhelmsburg , Berlin-Marzahn oder Köln-Chorweiler auch.

    Einig sind wie uns vielleicht beim Iran und Saudi-Arabien. Was ist mit Türkei, Marokko, Syrien, Ägypten etc. Oder um nicht islamische Länder zu nennen Serbien und Polen? Alle Homos bekommen Asyl?
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#8 GayUserAnonym
#9 DimiAnonym
  • 30.10.2010, 14:39h
  • "Im hier vorliegenden Fall ergeben sich Übergriffe/ Diskriminierung allenfalls bei öffentlichkeitswirksamer Darstellung der eigenen Homosexualität."

    Das ist in jedem Fall so, nicht nur in dem vorliegenden. Was glauben die eigentlich bei den Ämtern, das wir vom Mars sind??
    Wir schreiben uns nicht auf die Stirn das wir schwul sind, es geht um das was Heterosexuelle auch dürfen: sich zu seiner Neigung und wenn man einen Partner hat, sich öffentlich zu ihm bekennen können.
    Im Kosovo und vielen anderen Ländern des Balkan ist für Schwule die freie Entfaltung der Persönlichkeit bedroht und man muß Angst vor massiver Gewalt haben und das auch wenn man seine Neigung versteckt und nur heimlich via Internettreffen u.ä. auslebt. Auch dann kann man "erwischt" werden und muß unter Umständen um sein Leben fürchten.

    Allgemein kann ich die Ausweisung von Migranten nach einer Zeit die sie in den "wohlhanderen" Ländern waren, verstehen sobald sich die Situation im Ursprungsland etwas verbessert hat.
    Aber im Kosovo muß man als Schwuler Angst um sein Leben haben.
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#10 DimiAnonym
  • 30.10.2010, 14:57h
  • Antwort auf #4 von Northside
  • "zumindest droht ihn im Kosovo zumindest keine Todesstrafe oder langjährige Gefängnisstrafen."

    Du hast keine Ahnung von der Situation homosexueller Menschen im Kosovo oder?

    "Jugendlichen die von Abschiebung bedroht sind, nur weil ihre Eltern nicht legal nach Deutschland gekommen sind"

    Die Eltern werden wenn sie illegal hier sind und erwischt werden natürlich ausgewiesen, das würde man als Deutscher auch wenn man sich illegal in einem anderen Land aufhällt. Das ist überall so. Bleibt die Frage ob ein Jugendlicher alleine hier bleiben möchte wenn die Eltern ausgewiesen werden, ich denke das ist nur in wenigen Fällen das sich die Jugendlichen gegen ihre Eltern entscheiden würden.

    Ich kann nicht nachvollziehen das du dich weniger um die Belange von offen homosexuellen Asylanten, ( die massiverer Benachteiligung in den Heimatländern ausgesetzt sind als die in heterosexuellen Strukturen lebenden Migranten) einsetzt , als für andere Asylanten.
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