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Markus und seine Freunde (Bild: BzgA)

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat die neuen Motive einer nationalen Kampagne präsentiert. Mit dabei: Ein schwuler HIV-positiver Banker und IWWIT-Rollenmodel Markus.

Von Carsten Weidemann

Auch in diesem Jahr gibt es die gemeinsame Kampagne zum Welt-Aids-Tag von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), dem Gesundheitsministerium, der Deutschen Aids-Hilfe und der Deutschen Aids-Stiftung. Am Montag wurde die Neuauflage von "Positiv Zusammen Leben - aber sicher" in Berlin der Öffentlichkeit durch Rösler vorgestellt.

An den Zielen der Kampagne ändert sich nichts: Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung sowie den Anstoß liefern für eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung über HIV und Aids und deren Umgang damit. Es gibt allerdings im Vergleich zum Vorjahr einen erheblichen Unterschied: Die Umsetzung ist dieses Mal wesentlich besser gelungen.

Im Dezember 2009 steckten nämlich studentische Hilfskräfte in überdimensionalen durchsichtigen und aufgepumpten Bällen und rollten damit durch die Fußgängerzonen mehrerer Großstädte. Die zirkusreifen Auftritte sollten die Isolation symbolisieren, die HIV-Positive erfahren, wenn sie stigmatisiert werden. In diesem Jahr stehen sechs HIV-positive Männer und Frauen mit ihren Gesichtern und ihren Geschichten im Mittelpunkt. Sie erzählen auf Plakaten, in Medien und auf der Kampagnenwebsite, was sie erlebt haben, nachdem sie die Diagnose HIV bekommen hatten. Themenschwerpunkte der Motive sind "HIV und Arbeit", "HIV und Freundschaft" sowie "Einschränkungen mit HIV".

Ein schwuler Banker outet sich als HIV-positiv


Entstigmatisierung am Arbeitsplatz (Bild: BzgA)

Eines der Gesichtern, die mit dem 1. November bundesweite Bekanntheit erlangen werden, ist nicht neu: Der 29-jährige Markus hat sich bereits als Rollenmodell der schwule Präventionskampagne "Ich weiß, was ich tu" engagiert. "Ich bin immer sehr offen gewesen und habe dadurch viel Ablehnung erfahren", berichtet er. Wer seine wahren Freunde sind, das habe sich schnell gezeigt. Zwei davon, Sebastian und Pascal sind mit auf dem Plakat und zeigen, dass sie hinter Marcus stehen.

Der 41-jährige Dirk weiß seit acht Jahren von seiner HIV-Infektion. An seinem Arbeitsplatz, einer Bank, hat er diese Tatsache schnell öffentlich gemacht und nie bereut. Seinen Job hat er behalten, weil er auf offene Kollegen traf. "Ich kenne andere HIV-Positive, die ihren Job aus fadenscheinigen und vorgeschobenen Gründen verloren haben", berichtet er, will aber mit seinem Beispiel Mut machen. Dirk präsentiert sich deshalb mit seinen beiden Lieblingskollegen Silke und Björn.



#1 HolgerWAnonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.11.2010, 21:52h
  • Fragt sich nur, wer denn der schwule Banker ist. Ich denke, daß bei dem zweiten Plakat schon im Titel ein Druckfehler versteckt ist: "Mit HIV muß ich leben. Mit Kollegen, die mich diskriminieren, auch." Wenn ich an Dirks Stelle wäre, hätte ich meine HIV-Infektion nicht öffentlich gemacht, denn es geht keinen etwas an!
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#3 jojoAnonym
  • 03.11.2010, 23:31h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • ich komme gerade aus einer geschäftlichen sitzung, und du würdest nicht glauben, was da alles erzählt wurde, das eigentlich auch "keinen was angeht".

    natürlich muss jeder selber entscheiden, was er erzählt und was nicht. wenn jemand es vorzieht, nicht über seine infektion zu reden, dann akzeptiere ich das. es gibt da aber m.e. keine generell richtige oder falsche lösung.

    ich halte es aber immer für einen fehlschluss, so zu tun, als unterliege "privatleben" einer art geheimhaltungspflicht. das gesamte handeln unserer mitmenschen widerlegt diese behauptung in jeder sekunde: privatleben wird permanent und überall "veröffentlicht".

    aber ganz bestimmte, angeblich furchtbar "heikle" dinge wie eine chronische krankheit sollen ausgeklammert bleiben? wieso denn?
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#4 NossioAnonym
  • 04.11.2010, 10:04h
  • Sicher eine gute und wichtige Aktion und mutig von den Infizierten dort mit zumachen.

    Aber was nervt, von dieser Aktion mal abgesehen, ist die Selbstdarstellung einiger HIV Positiver als wäre es trendy und chick HIV zu haben. Dazu muß man nur in HIV Foren lesen wie selbstgefällig manche sind. Nach dem Motto: Die Gesellschaft hat schuld an allem und man ist selber nur das Opfer, dabei kommt man doch angeblich so gut zurecht mit der Infektion, alles ganz easy.
    Und diese Beschwichtigen von außen durch Werbung und "Aufklärung" von HIV/ Aids Hilfen und Berichte von Hiv Patienten?: Erst wird gemahnt wie wichtig Verhütung ist, aber wenn sich jemand neu infiziert hat, heißt es: ach mach dir keine Sorgen, du mußt nur regelmäßig Tabletten schlucken.
    (die auf Dauer übrigens die Organe angreifen)

    Als Beispiele genannt werden fast nur jene HIV Patienten die kaum Nebenwirkungen haben und gut mit ihrer Infektion zurecht kommen, aber was ist mit jenen die zu den Fällen zählen die einen schwierigeren Verlauf durchmachen, viele Nebenwirkungen haben und sich häufig krank fühlen? Die gibt es auch, aber erwähnt werden sie nicht! Es gibt HIV Infizierte die wegen HIV einen Behindertenausweis haben.
    Als HIV Infizierter kann man mit einer zusätzlichen Erkrankung schnell ernsthafte Problem kriegen, weil sich die Tabletten häufig nicht vertragen. Aber das sind alles Sachen die gerne verschwiegen werden.
    Wo bleibt der Lerneffekt für HIV Negative mit Risikoverhalten wenn eine Krankheit so verhamlost wird?
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#5 MahlzeitProfil
  • 05.11.2010, 09:54hBerlin
  • Antwort auf #4 von Nossio
  • Das ist absolut falsch! Wer sich mit dem Thema auseinander setzt, der weiß, wie häufig darauf hingewiesen wird, dass HIV kein Zuckerschlecken ist ABER es ist absolut dumm und nicht sinnvoll Prävention mit Schockkampagnen zu betreiben...

    Nur Laien wie Michael Stich arbeiten mit diesen Kampagnen, die nicht nur ein einseitiges (HIV = Tot) Bild von HIV und AIDS zeigen, sondern Positive werden auch dadurch Diskriminiert!

    Es gibt nunmal die Möglichkeit mit HIV & AIDS heutzutage länger zu leben als noch vor 20 Jahren und es gibt Positive denen geht es gut und sie sind glücklich aber bei Leuten wie Dir habe ich das Gefühl, sie wollen das Glück nicht gönnen.

    HIV-Positive dürfen ihre Lebensfreude nicht nach außen tragen, weil sie dann ja ein schlechtes Vorbild für Negative sind... absoluter Quatsch! Jeder Positive den ich kenne, der gut damit umgehen kann erwähnt immer dazu.. dass er trotz und NICHT wegen HIV glücklich ist und dass er, wenn es die Möglichkeit geben würde, sich immer für Negativ entscheiden würde!

    Es kann heutzutage ein langer Weg sein mit HIV, aber es ist auch ein harter, steiniger Weg!

    Und das erwähnen nicht nur Positive im Privatbereich, sondern auch die AIDS-Hilfen oft genug!
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil