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Justizsenator Till Steffen (Grüne) (Bild: Wiki Commons / Mathias Schindler / CC-BY-SA-3.0)

Die Justizministerkonferenz hat am Donnerstag die Bundesregierung aufgefordert, auch eingetragenen Lebenspartnerschaften die Adoption eines Kindes zu ermöglichen. Die Mehrheit der Minister folgte damit dem Vorschlag von Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne).

"Es ist an der Zeit, dass Lesben und Schwule auch beim Adoptionsrecht mit Ehepartnern gleichgestellt werden", erklärte der 37-Jährige gegenüber der "Berliner Zeitung" vor der Sitzung. Steffen ist dieses Jahr turnusgemäß Vorsitzender beim Treffen der Justizminister der Länder. Er erklärte, bei der Erziehung von Kindern sei maßgeblich, dass sie von Eltern geliebt und umsorgt werden. "Das können Schwule und Lesben genauso gut und so schlecht wie andere Paare auch", so Steffen.

CDU lehnt Gleichstellung ab


CDU-Fraktionschef Frank Schira (Bild: Hamburgische Bürgerschaft)

Bereits im Vorfeld hat der Koalitionspartner der Grünen in Hamburg jedoch die Erwartungen gedämpft: "Ich habe meine Zweifel, ob Lebenspartnerschaften in allen Bereichen der Ehe gleichgestellt werden sollten", erklärte Hamburgs CDU-Fraktionschef Frank Schira vergangene Woche. Die Union ist derzeit die einzige im Bundestag vertretenen Fraktion, die eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht ablehnt.

In Deutschland ist seit 2005 lediglich die Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare möglich - es darf in einer Lebenspartnerschaft also nur das leibliche Kind des Partners adoptiert werden. Selbst diese Regelung wurde damals von der Union abgelehnt. Bayern wollte das kleine Adoptionsrecht sogar vom Bundesverfassungsgericht für grundgesetzwidrig erklären lassen, zog die Klage aber 2009 zurück (queer.de berichtete). Kurz zuvor hatte das Bundesjustizministerium eine Studie veröffentlicht, die Schwulen und Lesben attestiert, genauso gute Eltern zu sein wie Heterosexuelle (queer.de berichtete).

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages ist im Februar außerdem zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Adoptionsverbot für Schwule und Lesben gegen den Gleichheitsgrundsatz in der deutschen Verfassung verstößt (queer.de berichtete). Allerdings gab es noch kein richterliches Urteil gegen die Ungleichbehandlung. Inzwischen haben viele Länder Westeuropas, darunter etwa Spanien, Frankreich und Großbritannien, Homo-Paare im Adoptionsrecht gleichgestellt. (dk)



#1 Diz!Anonym
  • 04.11.2010, 11:59h
  • Ich selbst möchte ja keine Kinder haben, aber es ist wirklich nicht einzusehen, warum homosexuelle Paare keine Kinder apotieren können sollen. Man kann sich ja in jedem Fall schon mal sicher sein, dass es sich um ein absolutes Wunschkind handelt und nicht um einen "Unfall", wie bei so manchen Heterobeziehungen.
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#2 VolumeProProfil
  • 04.11.2010, 12:57hMönchengladbach
  • Das wird mit Sicherheit wieder abgeschmettert. Entweder wird dieses im Bundestag oder im -rat geschehen.
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#3 jojoAnonym
  • 04.11.2010, 13:02h
  • "Ich habe meine Zweifel, ob Lebenspartnerschaften in allen Bereichen der Ehe gleichgestellt werden sollten"

    es wäre ja schön, auch die inhaltlichen gründe für diese zweifel zu erfahren - sofern es welche gibt. ich glaube kaum, dass es mit unserem grundgesetz vereinbar ist, eine diskriminierende gesetzgebung damit zu begründen, dass ein politiker irgendwie so grundlos vor sich hin zweifelt.

    aber das ist ja typisch für die union: wenn inhaltliche gründe überhaupt genannt werden, beruhen sie auf lügen (erwiesenermaßen schlecht für die entwicklung blabla / grundgesetzlicher schutz der ehe blabla), und wenn keine genannt werden, beruft man sich einfach auf ein angeblich christliches familienbild (das offenbar allein darin besteht, gesellschaftliche entwicklungen wider alle vernunft zu ignorieren). weil man weiß, wie durchsichtig beides ist, sagt man am besten einfach nur "ich bin dagegen" und weiß: den stammtisch-wählern reicht das völlig aus.

    das kann man so machen, und es funktioniert ja für die union auch einigermaßen. allerdings schadet diese haltung nicht nur den schwulen und lesben: sie hat auch mit einem demokratischen politikverständnis nichts zu tun.
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#4 VolumeProProfil
  • 04.11.2010, 13:23hMönchengladbach
  • Interessant ist ja auch, dass die Einführung sämtlicher Rechte für Schwule und Lesben der Union keine Wählerstimme kosten würde.
    Die Frage ob Schwule und Lesben mehr Rechte erhalten sollen oder nicht spielt innerhalb der öffentlichen Diskussion keine Rolle.
    Die Union ist dahingehend nicht von der Frage nach Wählerstimmen gesteuert, sondern schlichtweg ferngesteuert vom Papst und seinen deutschen Paladinen wie Erzbischof Meisner und Co.
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#5 monseur guguAnonym
  • 04.11.2010, 13:53h
  • Antwort auf #4 von VolumePro
  • "Die Union ist dahingehend nicht von der Frage nach Wählerstimmen gesteuert, sondern schlichtweg ferngesteuert vom Papst und seinen deutschen Paladinen wie Erzbischof Meisner und Co."
    Und gesteuert von Personen unserer sogenannten Elite.
    Aus einem Leserbrief einer seriösen Ärztezeitung:
    "Insgesamt ist nach einer Analyse von 19 Einzelstudien die Wahrscheinlichkeit, ein Kind sexuell zu missbrauchen, bei homosexuell Lebenden zwölfmal höher als bei heterosexuell Lebenden. Bei bisexuell Lebenden ist sie sogar 16-mal höher . . . was jedes Adoptionsrecht von Kindern für homosexuelle Männer zu einer unbedingt zu vermeidenden Gefährdung für die adoptierten Jungen macht!"

    www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=66998
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#6 alexander
#7 LasseAnonym
  • 04.11.2010, 17:05h
  • Schön, dass sich wenigstens die Grünen einsetzen, wenn schon die FDP ihr Versprechen vom "nichtverhandelbaren Adoptionsrecht", das angeblich Grundbedingung für eine Koalition werden sollte, gleich als erstes geopfert hat.
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