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Schnüffelstoffe aus der Alpenrepublik sind Geschichte

Die Schnüffeldroge ließ sich bis vor kurzem noch bequem per Internet aus Wien ordern. Die Gesundheitsbehörden drehen den Hahn zu.

Von Christian Scheuß

Mitte Oktober verriet das Nachrichtenblatt "Kleine Zeitung" ihren Lesern ein vermeintlich großes Geheimnis, dass in schwulen Kreisen schon lange keines mehr war: "Österreich hat sich zum Hauptumschlagplatz für den Konsum und Handel der Droge Poppers entwickelt." Aus dem Gesundheitsministerium hieß es, dass der Handel "noch" möglich sei und erließ laut Online-Händler gayrado.com zur selben Zeit ein vorläufiges Verkaufsverbot. Die österreichischen Arzneimittelagentur AGES PharmMed, eine Kontrollbehörde zur Überwachung des Medizinmarktes, kündigte zudem an, sich in diesem Jahr um "arzneimittelrechtliche Randbereiche" kümmern zu wollen. Das hat sie getan, wie der Online-Versandhändler "poppersdealer.com" am 5. November seinen Kunden per E-Mail mitteilte.

"Das Österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen ist nunmehr der Auffassung, dass es sich bei Poppers um Arzneimittel handelt und hat uns aufgefordert, unsere Kunden darüber in Kenntnis zu setzen", heißt es in der Nachricht. Den Konsumenten empfehle die Behörde, die erworbene Ware "zu entsorgen". Das mag die Popperskäufer zum Schmunzeln bringen, für Stirnrunzeln dagegen sorgt der Hinweis, dass die Behörde den Poppershändler auch aufgefordert habe, Namen und Adressen der verständigten Kunden zu übermitteln. Eine Forderung, die man bei der Qlams Trading GmbH, die poppersdealer.com betreibt, zurückweist: "Dem können wir unter Verweis auf §11 Datenschutz unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie dem Fehlen einer rechtlichen Grundlage nicht nachkommen. Diesbezüglich haben wir auch bereits Kontakt mit der Österreichischen Datenschutzkommission aufgenommen."

Neue Warenströme: Versand nun aus England

In Deutschland und anderen europäischen Ländern stehen die Nitritverbindungen mit der bekannten aufgeilenden Wirkung bereits seit langem auf der Liste verschreibungspflichtiger Wirkstoffe. Onlinehandel und Versand waren deshalb nicht von hier aus möglich. Es existierte aber über die Sexshops ein lebhafter Graumarkt mit Fläschchenverkauf unter der Ladentheke. Das Risiko, erwischt zu werden, ließ man sich mit ordentlichem Preisaufschlag vergüten. Der österreichische Internethandel hat die Preise ins Rutschen gebracht und es für die Kunden sehr bequem gemacht.

Die Versandhändler haben schnell reagiert auf die neue Situation und inzwischen neue Firmen in England gegründet. So gehört zum Beispiel der Shop poppers.at jetzt nicht mehr zur Nilion Trading GmbH in Wien, sondern zur Red Fun Ltd. mit Sitz in Stockport, nahe Manchester. Der Versand erfolgt jetzt auch aus Großbritannien. Weltweit. Nur nicht mehr nach Österreich.



#1 schwulenaktivist
  • 06.11.2010, 14:41h
  • Ich meine, jeder hat das Recht sich selber gesundheitlich zu schädigen. Nur: Nicht jeder hat das Recht, dies auch noch über die Krankenkasse abrechnen zu lassen.

    Ich meine, Homosexuelle sind schon so vielfältig abhängig von allem Möglichen, dass da Poppers eine unter Anderen ist.
    Nur: Wer garantiert die tollen Therapien nach EKAF Richtlinien und wer prüft die Verträglichkeit mit anderen Drogen nebenher, wie sie in grossem Masse konsumiert werden?

    Früher hiess es: Mit 30 jage ich mir eine Kugel in den Kopf. Dann sah man die Homos noch mit 50 auf den Toiletten herumstreunen. Jetzt wird schon ab Mitte 20 "gedrögelt" und dann siechen sie bis zur Pension dahin. Wer bezahlts? Die Krankenkassen - wie lange noch?

    Und der dickste Hammer: Bei all dem haben sich die Leute nie wirklich kennengelernt. Denn Drogen schaffen Abhängigkeiten nach allen Seiten, aber keine Solidarität und keine Freunde, mit denen man auch ohne Ficken älter werden kann...
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#2 JanAnonym
  • 06.11.2010, 15:05h
  • Antwort auf #1 von schwulenaktivist
  • "Nicht jeder hat das Recht, dies auch noch über die Krankenkasse abrechnen zu lassen." Nun gut. Mag ja sein. Denken wir das ganze also mal zu Ende: Ein Raucher, jemand der in Skiurlaub fährt, jemand der Fahrrad ohne Helm fährt, Menschen die viel Schokolade essen. Ja, sie alle schädigen ihre Gesundheit. Sogar Menschen, die in der Stadt wohnen und dort die Luft einatmen schädigen ihre Gesundheit. Sie sollten also alle für die Risiken separat gestaffelt bezahlen? Das geht natürlich - nämlich ganz simpel indem die Leute sich privat versichern und die Krankenkassen wie bei KFZ-Versicherungen die Tarife in Risikoklassen einsortieren. Dann würde man ja sehen, wieviel teurer einen das Rauchen so kommt. Allerdings: Ist das wirklich gewollt? Denn strenggenommen ist es rein statistisch betrachtet auch bereits ein erhöhtes Risiko schwul zu sein. Schwule wechseln häufiger die Partner und sind häufiger von HIV betroffen.
    Moment mal, werden jetzt manche sagen - das ist aber nicht fair. ICH bin doch ganz anders. Ich bin treu. Tja, sorry - aber das interessiert die Versicherung doch nicht, wenn sie einen in Risikoklassen oder Regionalklassen einteilt. Das Leben in Berlin ist auf jeden Fall im Durchschnitt gesundheitsschädlicher als irgendwo auf dem Land. Mein Fazit: Diese Idee ist totale Quatsch, denn wenn es im Ernstfall um Leben und Tod geht funktioniert das gottseidank eben nicht so wie eine KFZ-Versicherung. Gesundheitsvorsorge muss beim Menschen und dessen Verhalten ansetzen und nicht bei der Krankversicherung, die zu zahlen hat, wenn das Kind eh schon in den Brunnen gefallen ist. Als Liberaler habe ich nichts gegen Wettbewerb und freie Versicherungswahl - aber doch bitte in Grenzen und nicht auf dem Rücken von kranken Menschen.
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#3 schwul2010Anonym
  • 06.11.2010, 15:08h
  • Antwort auf #1 von schwulenaktivist
  • @schwulenaktivist

    Vielen Dank für deinen Kommentar, bin völlig deiner Meinung.

    Dein Name schwulenaktivist ist sehr passend, ich finde deine Einstellung gut. Manche mögen über dich herziehen und sagen: quatsch, das schränkt die Freiheiten der Schwulen ein, du bist gegen schwule Interessen.

    Aber der, der gesundheitlich am Ende ist, hat am allerwenigsten Freiheiten.

    Manche wünschten sich sicherlich, sie hätten sich früher anders verhalten, aber die Zeit kann man leider nicht zurückdrehen...
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#4 FranziAnonym
  • 06.11.2010, 15:24h
  • Das glaube ich ja jetzt gar nicht, wenn ich lese :"... für Stirnrunzeln dagegen sorgt der Hinweis, dass die Behörde den Poppershändler auch aufgefordert habe, Namen und Adressen der verständigten Kunden zu übermitteln" ...

    Ich glaube - als Kunde von poppers.at hätte ich da was dagegen !!

    War doch der Verkauf seiter in Öschiland "legal" ?!
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#5 poppoAnonym
  • 06.11.2010, 16:12h
  • Antwort auf #1 von schwulenaktivist
  • Hm im Prinzip bin ich deiner Meinung, das man Drogen wie Poppers nicht verharmlosen sollte .
    Das Argument mit der Krankenkasse ist allerdings weit hergeholt.
    Dann müßten Autofahrer die ersten sein über die man sich beschweren sollte, weil durch sie täglich Verletzte und Tote produziert werden, die dem Gesundheitswesen weit mehr kosten als Popperskonsumenten.
    Skifahrer gehen auch ein großes Risiko ein.

    Und die jüngere Generation für alles verantwortlich machen ist unfair, z.B. nochmal zum Wintersport: fast alle Snowboarder ( also junge Leute) tragen Helme, Skifahrer viel seltener bzw. das setzt sich bei denen erst langsam durch wie wichtig ein Helm ist.
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#6 KonstantinEhemaliges Profil
  • 06.11.2010, 16:26h
  • Erschreckt mich bitte nicht nochmal so!
    Zum Glück gibt es den Shop ja immer noch. Und obs nun aus AT oder CO.UK kommt, ist mir letztendlich ziemlich egal.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.11.2010, 17:49h
  • Die krude Hexenjagd auf Poppers hat einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht! Poppers - der Sniff für zwischendurch, das schwule LSD. Was ist Sex, Drugs and Rock'n'Roll ohne Poppers? Gut, daß man es in Ösiland nicht mehr kaufen kann! Frage mich sowieso, wie die da rangekommen sind.Außerdem war das Zeug bestimmt gepanscht - so wie es der Wein ja immer noch ist (Glykol - Remember?)!
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#8 alexander
  • 06.11.2010, 21:06h
  • was soll der käse, raucher oder nichtraucher ?
    weintrinker oder antialkoholiker ? oder gar vegan ?
    wer mit "genussmitteln" nicht umgehen kann, ist nun wirklich selbst schuld !
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#9 schwulenaktivist
  • 07.11.2010, 12:58h
  • "selber schuld" ist nicht die Frage. Die Tatsache ist, dass Drogenkonsum und andere Abhängigkeiten auf ideelle und materielle Kosten von Freunden, Angehörigen und der Allgemeinheit gehen.
    Ich meine, eines ist wohl klar geworden. Männer stürzen sich mit ihrer Homosexualität lieber in Abhängigkeiten, als sie lebenswert zu leben. Das ist den Heteros egal, die sind solange froh darüber, als sie nicht auf die Idee kommen, sie seien von "den Schwulen" unheilbar angesteckt worden...

    Ich wiederhole: AIDS ist nicht die letzte chronische oder anfangs tödlich verlaufende Infektion in der Sexuailtät. Was dann beim nächsten Mal? Und dann doppelt infiziert?
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#10 jojoAnonym
  • 07.11.2010, 14:20h
  • Antwort auf #9 von schwulenaktivist
  • "Männer stürzen sich mit ihrer Homosexualität lieber in Abhängigkeiten, als sie lebenswert zu leben."

    und wieder stellst du hier eine himmelsschreiende verallgemeinerung einfach mal so in den raum. ich frage mich ernsthaft, woher du deine absolut einseitig negative sicht auf die schwule welt eigentlich beziehst. mit meiner realität und der meiner schwulen bekannten hat das bild der schwulen subkultur als irdischer vorhölle, das du hier permanent an die wand malst, jedenfalls nicht das geringste zu tun. klar, meine bekannten sind nicht repräsentativ - deine sind es aber m.e. auch nicht. ;-)

    zu jan: danke fuer deinen kommentar, das erspart es mir, das gleiche noch einmal zu schreiben.
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