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Gene Robinson ist wegen seiner sexuellen Orientierung der umstrittenste anglikanische Bischof (Bild: Wiki Commons / Donald Vish (Lynceus) / CC-BY-SA-2.0)

Der offen schwule Geistliche Gene Robinson hat seinen Rücktritt als anglikanischer Bischof von New Hampshire angekündigt - er erklärte, er wolle seine Familie aus der Schusslinie nehmen.

Auf der Website seiner Diözese erklärte der 63-Jährige, er werde am 5. Januar 2013 sein Amt zur Verfügung stellen. Damit wolle er seiner Kirche Zeit geben, einen Nachfolger zu finden. "Fakt ist, dass die letzten sieben Jahre ihren Tribut von mir, meiner Familie und von Ihnen gefordert haben", erklärte der Bischof in der an Kirchenmitglieder adressierten Text. "Todesdrohungen und die weltweite Kontroverse um meine Wahl zum Bischof haben nicht nur mich belastet, sondern auch meinen geliebten Ehemann Mark, der mir treu in jeder Minute der letzten sieben Jahre zur Seite stand", so Robinson.

Robinson wurde 2003 als erster offen schwuler Mann zum Bischof einer anglikanischen Diözese gewählt (queer.de berichtete). Das führte zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Kirche. Insbesondere Würdenträger aus Afrika und Asien kritisierten, dass Homosexualität laut Bibel eine Sünde sei und die amerikanischen Anglikaner mit dieser Wahl den christlichen Konsens verlassen hätten. Auch innerhalb der USA verurteilten konservative Anglikaner seine Wahl, mehrere Gemeinde spalteten sich ab. In der aufgeheizten Atmosphäre erhielt der Bischof wiederholt Todesdrohungen. Bei seiner Amtseinführung und anderen öffentlichen Veranstaltungen musste Robinson daher eine schusssicheren Weste tragen.

Es gebe keine gesundheitlichen Gründe für den Rücktritt, so Robinson, der 2006 wegen einer Alkoholkrankheit in Behandlung war: "Lassen Sie mich Ihnen versichern, dass ich kerngesund bin. Ich habe jetzt wieder elf Kilo abgenommen, die ich vorher teils dank Ihres guten Essens zugelegt habe - insbesondere der Kokos-Sahne-Kuchen in Colebrook ist mir in Erinnerung geblieben!".

Die englische Mutterkirche hat die US-Anglikaner nach der Wahl aufgefordert, wegen den Kontroversen keine homosexuellen Bischöfe mehr zu ernennen. Lediglich zölibatär lebende Schwule und Lesben könnten akzeptiert werden, so Anglikaner-Chef Rowan Williams.

Nichtsdestotrotz wählte die Diözese von Los Angeles im Mai diesen Jahres eine sexuell aktive Lesbe zur Bischöfin (queer.de berichtete). Daraufhin verhängte die anglikanische Führung Sanktionen gegen die US-Kirche (queer.de berichtete). Sie fürchtet, mit einer zu homofreundlichen Politik konservative Mitglieder zu verlieren. Die konkurrierende katholische Kirche hat bereits im vergangenen Jahr damit begonnen, den Übertritt von homofeindlichen Anglikanern zu erleichtern (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 carolo
  • 08.11.2010, 13:25h
  • Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... Christen... Morddrohungen...
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#2 HandoAnonym
  • 08.11.2010, 14:12h
  • 2013 wird er 66 Jahre alt sein, also genau richtig für eine gut bezahlte Pension.
    Zu Robinson: Einerseits war das, was er getan hat, ein mutiger und emanzipatorischer Schritt. Andererseits wurde das Amt des Bischofs geschaffen, um für alle Menschen in einer Diozöse ein Zeichen der Einheit zu setzen. Robinson hat durch seinen Schritt, als offen Schwuler das Bischofsamt durch eine Kampfabstimmung zu übernehmen, die Gemeinschaft aber gespalten und nicht geeinigt. Ob das gut oder nicht so gut war, darüber kann man lange diskutieren. Erst die Geschichte wird zeigen, ob es richtig war oder nicht.
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#3 MariposaAnonym
  • 08.11.2010, 14:19h
  • Wieder einmal zeigt es sich erneut in trauriger Weise, daß es im Leib Christi nur so von Faschisten wimmelt.... Wird Zeit, daß Jesus bald zurückkommt. Schon erstaunlich, daß ausgerechnet die Frömmelnden ausrasten, wenn es um eine etwas andere Art von Liebe geht. Was hat denn bitte Jesus gepredigt ???
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#4 dummfugAnonym
  • 08.11.2010, 14:21h
  • Carolo (#1) schreibt: Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... Christen... Morddrohungen...

    Wieso? Kennst Du die Bibel nicht?

    Wehe der Welt der Ärgernisse halber! Denn es ist zwar notwendig, daß die Ärgernisse kommen, aber wehe dem Menschen, durch welchen das Ärgernis kommt! Wenn aber deine Hand oder dein Fuß für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, daß du lahm oder verstümmelt in das Leben eingehest, als daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und in das ewige Feuer geworfen werdest. (Mathäus, Kap. 18 -7f)

    Es wird zwar immer schön brav Nächstenliebe gepredigt, aber für praktisch alles, was man durchsetzen will, findet sich auch ein Bibelwort um es zu rechtfertigen. Man muss es nur entsprechend interpretieren...

    Es ist leider so, das es Menschen gibt, die anderen Menschen vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben. Selbst wenn sie das nichts angeht, sie es eigentlich überhaupt nicht berührt. Einfach alles konsequent ohne zu überlegen durchziehen, einer Dioktrie nacheifern, keine eigene Meinung bilden, so ist es doch viel einfacher. Das wird sich leider nie richtig ändern, ggf. etwas bessern. Und bei den fanatischen Amis ändert sich schon gar nichts. Zumindest nicht so schnell, aber die Hoffnung geben wir nicht auf!
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#5 yomanAnonym
  • 08.11.2010, 14:58h

  • atheisten, alle die nichts am hut mit der kirche haben, alle die sich nicht an die regeln halten, gelten als sünder.

    alle kirchgänger, all die, die streng nach den regeln gleich welcher konfession leben als beschreiter des rechten (...) weges.

    und jesus?

    wunderr sich (zumindest), wie sehr sein weltbild pervertiert wurde.

    amen
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#6 KetzerAnonym
  • 08.11.2010, 15:02h
  • "Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst - es sei denn, es handelt sich um einen Schwulen oder eine Lesbe, denen sende Todesdrohungen"

    Religionen sind ein Überbleibsel aus finsterster, abergläubischer Vergangenheit.

    Ich rufe alle Schwulen und Lesben auf, sofort aus den Kirchen auszutreten, denn diese sind nicht reformierbar, weil ihre (abergläubische) Grundlage mit Aufklärung und 21. Jahrhundert nicht mehr in Einklang zu bringen ist.
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#7 FloAnonym
  • 08.11.2010, 16:49h
  • Das muss man sich mal überlegen:
    da sind Leute, die andere mit dem Tod bedrohen, nur weil die anderen lieben. Anders lieben als sie selbst.

    Die halten uns für pervers, aber sie sind pervers...
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#8 Katrin
  • 08.11.2010, 17:23h
  • Christen bläuen den Kindern von Anfang an ein, dass es eine übernatürliche Strafe für die Sünde gibt. Diese Phobie residiert ganz tief im Unterbewusstsein. Jetzt muss man noch von autorisierter Stelle die Sünde definieren und wenn man die Sünde geschickt auf den menschlichen Trieben aufbaut, hat man die Kontrolle über die Schäfchen, solange man Erlösung anbieten kann. Leider bietet unsere heutige Welt nicht mehr viel an Sünde: Die Hexen und Zauberer sind tot, Kobolde wurden auch schon lange nicht mehr gesichtet und selbst an den Teufel unten in der Hölle mag man so recht nicht mehr glauben. Von den modernen Nachfahren, den Vampieren wissen wir, dass es sie nur im Film gibt. Und vor Kondomen kann man nur den ungebildesten Angst einschüren. Die wahren Schrecken auf dieser Welt sind alle auf Menschen zurückzuführen, auf Politiker; dies taugt also auch nichts. Da wird dann kurzerhand eine Gruppe von Menschen, die Schwulen und Lesben, gezielt stigmatisiert, diskriminiert, um den Rest der Gemeinde in Schach zu halten. Denn davon lebt die Kirche: Von Ihrem Reichtum und den Abgaben der Schäfchen. Eine Phobie ist eine gefährliche Angelegenheit. Das wissen alle verbrannten Hexen und erschlagenen Spinnen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ein Schwuler Bischof Morddrohungen bekommt. Das ist natürlich besonders schlimm, weil der Bischof ja weiss, dass es keinen Gott gibt und Christus nie dagewesen ist. Sonst würde der Bischof sich ohne Kugelweste erschiessen lassen um möglichst schnell zu seinem Herren zu kommen.
    Aber ihr Christen, die Hoffnung naht in meiner Person. Ich befreie euch von eurer Gesteskrankheit und eurer Kindheitsphobie und das völlig kostenlos. Kirchgänger 50 Sitzungen, Pfarrer 100.
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#9 stromboliProfil
  • 08.11.2010, 18:03hberlin
  • es ist immer noch hoffnung:
    Timm Johannes

    Und hier einmal ein Link zur New York Times, der den damaligen guten Generalsynodenbeschluss der protestantischen mainline Kirche der United Church of Christ kommentiert:

    *
    Link: www.nytimes.com/2005/07/05/national/05church.html

    Es ist nunmal mittlerweile ein grosser Unterschied in welcher christlichen Kirche ein Christ Mitglied ist. Es gibt christliche Kirchen, die homosexuelle Paare kirchlich trauen und die gleichgeschlechtliche Ehe unterstützen, und es gibt halt Kirchen, wo dies nicht der Fall ist.

    Der Vatikan unter Ratzinger und Co blockiert seit Jahrzehnten Reformen und befindet sich im Mittelalter.

    Da lobe ich doch lieber, die unierten, lutherischen, reformierten, anglikanischen, altkatholischen, presbyterianischen und Quäker Kirchen.

    wie zeitlos bruder johannes sein kann!
    Ansonsten hando:
    sicher , es ist idee der kirche leitende priester /bischöfe als "mittler" fungieren zu lassen, aber selten geübte praxis!
    Man sieht das bei unliebsamen bestellungen und dem gegenwehr der gemeinden allerortens.
    Hier auch das undemokratische prinzip des von oben her, der gemeinde die leitung auf zu oktroyieren ..
    Und homosexualität spaltet weiterhin gesellschaften; an dem ziel der änderung haben wir nicht gearbeitet , nur am dem der anpassung und deshalb versagt.. das kann man letzlich dem guten nicht vorwerfen, auch wenn er teil der aufrechterhaltung des spaltenden ist.. was aus der natur der sache , eben der religion kommt!
    Insofern die fragen richtig sind die da heißen: was hat ein schwuler in religionen /kirchen zu suchen... immer nur seine verurteilung!
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#10 Ex-LiedelAnonym
  • 08.11.2010, 18:45h
  • Ach @ stromboli,

    gönnen wir ihm die Zeit bis zu seiner Pensionierung, bei der Brunne ists ja glaub ich auch nicht mehr so lange hin. Hat mich z.B. gestern zwar nur ausm Fernsehn aber trotzdem beeindruckt, wie sich jung und alt im Wendland gegen die todbringende Atomlobby verbünden (der unsere werte Kanzlerin gerade mal wieder Millionenbeträge in den gierigen Rachen geworfen hat).

    Wie wäre es also mit einer LGBT- Pastoralen-WG? Wo immer sie sich auch niederlassen. Die Glasspool aus L.A. kellnert eifrig grünen Tee, und ab und zu jauchzt unser oberster Lutheraner hier im Forum mal ein "Halleluja" über den großen Teich. Ich spende noch meine Regenbogen-Topflappen dazu, dann sollen sie sich warm anziehen, die ganzen Evangelikalen und Fundi- Katholen

    Peace, Liedel

    Auch wenn manche das möglicherweise als "Daily Halloween" empfinden, ich find ihn ja geradezu entzückend, den Anblick dieser beseelten Lutheraner. Da kann in der Alters- WG doch nix mehr schiefgehen, oder?

    www.romeoliebtjulian.com/rlj/magazin-966.html

    (2.v.R. Eva Brunne)
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