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In der Vergangenheit gingen die Ägypter offener mit homosexuellem Verhalten um.

Der Menschenrechtsausschuss des Bundestages berichtet nach seiner viertägigen Delegationsreise durch Ägypten von schweren Menschenrechtsverletzungen - auch gegen Homosexuelle.

Verantwortlich für die schlechte Lage seien die ägyptische Regierung und ihrer Sicherheitskräfte. Die Teilnehmer betonten, dass insbesondere Homosexualität stark tabuisiert werden. Am schlimmsten sei die Situation von ärmeren Homosexuelle, die von der Polizei in Fallen gelockt und zu Haftstrafen von drei bis sechs Monaten verurteilt werden würden. Überfällen und Erpressungen seien sie zudem hilflos ausgesetzt.

Volker Beck: Regierung setzt falsche Prioritäten


Volker Beck (Grüne) verlangt von der Bundesregierung, mehr für den Schutz von Homosexuellen in Ägypten zu tun. (Bild: Grüne NRW)

An der Reise nahmen die CDU-Abgeordneten Sibylle Pfeiffer, Ute Granold und Egon Jüttner, sowie Angelika Graf und Wolfgang Gunkel (beide SPD), Serkan Tören (FDP), Annette Groth (Linke) und Volker Beck (Grüne) teil. Beck zeigte sich "erschreckt" über die Lage von Oppositionellen sowie Homosexuellen und kritisierte die Prioritäten der Merkel-Westerwelle-Regierung: "Die Ansicht der schwarz-gelben Koalition, dass die Situation der Christen das größte menschenrechtliche Problem in Ägypten sei, ließ sich nicht bestätigen. Christen werden zwar deutlich diskriminiert, sind aber immerhin keiner Verfolgung ausgesetzt", so der menschenrechtspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion.

Der Ausschuss traf zahlreiche Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und der Religionsgemeinschaften sowie den Nationalen Rat für Menschenrechte. Die ägyptische Regierung unterstützte die deutschen Parlamentarier indes kaum: Das Religionsministerium ließ seinen Termin mit dem Ausschuss platzen, andere Regierungsstellen waren für die achtköpfige Delegation nicht zu sprechen.

Im ägyptischen Strafgesetzbuch gibt es kein ausdrückliches Verbot von Homosexualität. Allerdings wird oft ein Gesetz, das "unmoralisches und sittenwidriges Verhalten" verbietet, gegen Schwule angewandt. (dk)



#1 FloAnonym
  • 08.11.2010, 16:54h
  • "Die Ansicht der schwarz-gelben Koalition, dass die Situation der Christen das größte menschenrechtliche Problem in Ägypten sei, ließ sich nicht bestätigen. Christen werden zwar deutlich diskriminiert, sind aber immerhin keiner Verfolgung ausgesetzt"

    Nur interessiert sich unsere schwarz-gelbe Bundesregierung eben nicht für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle.

    Weder im Inland noch irgendwo sonst auf der Welt.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.11.2010, 19:36h
  • Schade, daß man in Ägypten, einem Land mit einer jahrtausendelangen Kultur, die Zeit zurückdrehen kann. In den vorchristlichen Jahrhunderten hatten Schwule noch hohe Ämter bekleidet.Allerdings gab es damals noch keinen Islam. Jetzt, da viele dem islamischen Glauben angehören, sind es wohl die religiösen Fanatiker, die den LGBTlern das Leben schwer machen. Chance vertan! Da kann auch Herr Becks Gepolter nichts dran ändern!
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#3 MinkAnonym
#4 daVinci6667
  • 09.11.2010, 00:24h
  • Ich war 1996 mit meinem damaligen Freund in Ägypten. Das Land selbst ist jederzeit eine Reise wert (Wichtig: Nicht nur am Strand liegen!) Jedoch würde ich heute nicht mehr dahin reisen, denn als schwules Paar das sich nicht verstecken will, ist Ägypten einfach kein Reiseziel!

    Wir waren jung und verliebt, genügten uns gegenseitig völlig und wir suchten keinerlei sexuelle Kontakte zu anderen. Trotzdem, unser Reiseleiter hat uns schon am ersten Tag jäh gewarnt. Selbst auf dem Hotelschiff sollten wir vorsichtig sein damit wir nicht allenfalls durchs Schiffspersonal erpressbar würden.

    Ein Jahr später dann der grosse Anschlag auf „unserer“ Reiseroute mit 68 Toten, darunter 36 Schweizer. Bin vorhin auf die Seite des EDA gegangen, Terrorgefahr nach wie vor gross, und für Schwule scheint sich die Lage noch verschlimmert zu haben. So liest man unter anderem: „Gleichgeschlechtliche Kontakte wurden in letzter Zeit deutlich strenger verfolgt“.

    www.eda.ch/eda/de/home/travad/hidden/hidde2/egypt.html

    Daher ein Danke an Volker Beck für seinen Einsatz, der scheint bitter nötig zu sein.

    BTW: Was meint ihr, sollte der nicht euer nächster schwule Aussenminister werden?
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