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Vlatko Marković wünscht sich eine schwulenfreie Nationalmannschaft.

Der Chef des kroatischen Fußballbundes hat erklärt, dass er keine homosexuellen Spieler in seinem Team dulden werde - dagegen ruft der deutsche Fußballer Mario Gomez Schwule zum Coming-out auf.

"Solange ich Präsident des Fußballbundes bin, wird kein Homosexueller in der Nationalmannschaft spielen", erklärte Vlatko Marković gegenüber der Tageszeitung "Vecernji List". Der 73-Jährige sagte weiter, ihm sei ohnehin noch nie ein schwuler Kicker begegnet: "Zum Glück spielen nur normale Leute Fußball". Marković war in den 1950er und 1960er Jahren bei Fußballclubs in Jugoslawien, Österreich und Belgien aktiv. Von 1993 bis 1994 trainierte er die kroatische Nationalmannschaft.

Homo-Gruppen haben bereits angekündigt, den Verbands-Präsidenten wegen Diskriminierung anzuzeigen. Außerdem wollen sie sich bei der europäischen Fußballvereinigung UEFA beschweren.

Das Thema Homophobie im Fußball ist auch in Deutschland nach dem Schiedsrichter-Skandal wieder hochgekocht. In der Schlammschlacht hat der ehemalige DFB-Funktionär Manfred Amerell nun DFB-Chef Theo Zwanziger angezeigt (queer.de berichtete).

Mario Gómez empfiehlt Coming-out


Mario Gomez: "Schwulsein ist doch längst kein Tabuthema mehr" (Bild: Wiki Commons / Ralf Reinecke / CC-BY-SA-3.0)

Der deutsche Nationalspieler Mario Gomez von Meister Bayern München empfiehlt schwulen Profifußballern dagegen, sich zu offenbaren: "Sie würden dann wie befreit aufspielen. Schwulsein ist doch längst kein Tabuthema mehr", erklärte der 25-Jährige gegenüber der Zeitschrift "Bunte" "Wir haben einen schwulen Vizekanzler, der Berliner Bürgermeister ist schwul. Also sollten sich auch Fußballprofis zu ihrer Neigung bekennen".

Bislang hat sich nur ein englischer Profi 1990 zu seiner Homosexualität bekannt. Justin Fashanu brachte das kein Glück. Der einstige Hoffnungsträger musste mehrfach das Team wechseln und verübte 1998 unter mysteriösen Umständen Selbstmord. Er wurde gerade 37 Jahre alt. (dk)



#1 MrBelMarieProfil
#2 Knueppel
  • 09.11.2010, 19:02h
  • '(...) Solange ich Präsident des Fußballbundes bin, wird kein Homosexueller in der Nationalmannschaft spielen", erklärte Vlatko Marković gegenüber der Tageszeitung "Vecernji List" ...'

    Was für ein "Idiot"!

    Selbstverständlich spielen längst *schwule Fußballer in der Nationalmannschaft, allerdings müssen sie aufgrund zu erwartender Nachteile mit ihrem Coming-Out warten.

    Mit Verlaub Herr Präsident, Sie sind ein "homophobes Arschloch"!!!

    (*die werde ich jetzt nicht outen, weil sie sonst einen Spießrutenlauf vor sich hätten)
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#3 Linu86Profil
  • 09.11.2010, 19:03hAachen
  • Ich wil mich jetzt mal auf das Kommenatr von Gomez beziehen, weil das Darüberstehende bedarf wohl keines Kommentars.

    Die Vokabeln die wir gebrauchen formen auch unsere Ansichten. Wieso wird eigtl. im Zusammenhang mit Homosexualität immer von "Neigungen" gesprochen (siehe Gomez: "zu ihrer Neigung bekennen")? Wieso reduziert man hier mal wieder alles auf den sexuellen Aspekt? Ich habe auch noch nie von einer "heterosexuellen Neigung" gehört...
    Auch anhand anderer Ausdrücke und Phrasen wird das immer wieder sehr schön sichtbar, selbst wenn die Leute es eigentlich nicht böse meinen....
    Heterosexuelle haben Beziehungen,
    Homosexuelle haben Sex
    Heterosexuelle haben Familien,
    Homosexuelle starten Experimente
    Heterosexuelle haben eine moralische Vision,
    Homosexuelle haben eine "Agenda"
    Heterosexuelle haben ein Leben,
    Homosexuelle haben einen "Lebensstil/Lebenswandel"
    Heterosexuelle haben Ehen,
    Homosexuelle haben "eingetragene Lebenspartnerschaften" ("Autoversicherung" gabs ja leider schon)
    Schon traurig irgendwie.
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#4 bananasEhemaliges Profil
#5 herve64Profil
  • 09.11.2010, 19:57hMünchen
  • Antwort auf #3 von Linu86
  • Also, von "heterosexuellen Neigungen" habe ich sehr wohl gehört, ebenso von "heterosexuellen Veranlagungen". Aber letzten Endes sind das nur Worte, die unbedeutend sind.

    Das eigentliche Problem ist doch, dass ansonsten so ein Baha'i um die sexuelle Ausrichtung gemacht wird, so dass Homosexualität regelrecht krampfhaft behandelt wird, und zwar von allen Seiten. Entweder wird sie von der einen Seite oftmals dazu benutzt, um sich krampfhaft in den Mittelpunkt zu stellen und sich hervorzuheben oder aber von der anderen Seite per se als abschätzig und minderwertig betrachtet.

    Die entscheidende Frage, was jetzt eigentlich einen schwulen von einem heterosexuellen Mann unterscheidet, wird nie gestellt. Dazu müsste man mal die Tagesabläufe vergleichen: das sind geschätzt mal durchschnittlich 15 - 30 Minuten am Tag, in der er sein Sexualleben auslebt. Der Rest ist vollkommen identisch: beide gehen ansonsten ihrem Tagesablauf nach, und der sieht bei einem Heterosexuellen nicht wesentlich anders aus als bei Schwulen oder Lesben.

    Insofern stellt sich die Frage, warum eigentlich überhaupt so ein Gedöns um die sexuelle Orientierung gemacht wird und mit welchem Recht man sich anmaßt, den einen Typus ständig kleinzuhalten, ihn zu diskriminieren und ihm Rechte vorzuenthalten wo es nur geht und ihn von irgend welchen Aktivitäten oder Gemeinschaften auszugrenzen, wohingegen man den anderen Typus bevorzugt.
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 09.11.2010, 20:53h
  • Antwort auf #1 von MrBelMarie
  • Schon wieder die Sache mit dem Alter.

    Auch hier handelt es sich aber nicht um ein Altersproblem.

    Zudem macht Mario Gomes es sich ein wenig zu leicht, wenn er meint, ein Coming-out sei doch heute gar kein Problem mehr.

    Die Probleme, mit denen schwule Profi-Fußballer sich konfrontiert sehen, wurden doch in den letzten Jahren immer wieder diskutiert.

    Bis jetzt hat sich aber seitens des DFB außer Lippenbekenntnissen und ein paar kaum sichtbaren Symbol-Aktionen wenig bis gar nichts getan.

    Wann wird in deutschen Stadien endlich Homophobie verboten und unter Strafe gestellt?

    Was können DFB und andere Akteure/Profiteure konkret dafür tun, um schwule Profi-Fußballer vor Diskriminierung, Mobbing und einer daraus resultierenden Gefährdung ihrer beruflichen Existenz zu schützen?

    Und was können wir als schwule Community tun, um die Betreffenden zu unterstützen, aber auch in aller Deutlichkeit auf ihre gesellschaftliche Verantwortung gerade gegenüber jungen Männern hinzuweisen?

    Eines ist klar: Das perverse Versteckspiel muss ein Ende haben - so schnell wie nur irgend möglich!
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#7 eMANcipation*Anonym
#8 daVinci6667
  • 09.11.2010, 22:13h

  • Es ist doch immer dasselbe. In den ach so "maennlichen" Sportarten oder auch Berufen glauben unsere Geschlechtsgenossen mit heterosexuellen Neigungen, könne es keine Schwule geben. Viele glauben nicht, das wir genauso männlich sein koennen wie sie! Weil sie ihre Heterosexualität als gegeben betrachten und ihre sexuelle Identität nie reflektiert haben, werden wir für sie zur Gefahr. So kommen wir wiedermal auf das Thema Aufklärung in der Schule. Es sollte jedem Kind auf den Weg gebracht werden, das es Schwule und Lesben gibt mit \"männlichen\" wie \"weiblichen\" Verhaltensweisen gibt. Genau wie bei den Heten auch. Schließlich ist nicht jeder Junge der gerne strickt und mit Puppen spielt + keinen Fußball mag, automatisch schwul. Seine sexuelle Identität findet jeder Mensch nur heraus indem er seine Gefuehle zulaesst und auf sein Innerstes hoert. Etwas was für die Kirche gefährlich ist, denn dabei koennten wir womöglich unsere eigene Spiritualität entdecken, was wiederum deren Existenz bedrohen koennte.
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#9 G1990Anonym
#10 Linu86Profil
  • 09.11.2010, 22:58hAachen
  • Antwort auf #5 von herve64
  • "Also, von "heterosexuellen Neigungen" habe ich sehr wohl gehört, ebenso von "heterosexuellen Veranlagungen"."

    Also, nur weil diese Wortkonstruktion möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass sie im alltäglichen Sprachgebrauch auch verwendet wird. "Heterosexuelle Veranlagung" mag es geben, aber auch dann nur um sie einer "homosexuellen Veranlagung" gegenüber zu stellen.
    Und wo sonst nur von einer Neigung im Kontext irgendwelcher Fetische gesprochen wird (Neigung zu SM, Wachsspielchen, etc.), da wird auf einmal HomoSEXualität nebenbei als "Neigung" definiert.

    Und wie oft hört man (auch von vermeintlich toleranten Politikern) den Satz: "Wir leben in einem freien Land, und wenn jemand einen homosexuellen Lebensstil für sich wählt, dann hat er/sie das Recht dazu."
    Ottonormalhete findet diesen Satz ganz toll und sagt dann: "Mensch, der hats begriffen." Aber bei mir stellen sich alle Haare zu Berge. Was bitte schön ist ein "homosexueller Lebensstil"?! Und wann habe ich den gewählt? Wo hab ich was unterschrieben? Eine Wahl impliziert außerdem auch eine Entscheidungsmöglichkeit. Hätte ich mich auch anders entscheiden können, wenn ich es gewollt hätte? Ihr mögt das für kleinkariert halten, aber unsere Ausdrucksweise prägt letztendlich auch unser Denken. Und solange solche verklausulierten Diskriminierungen (auch unbewusst) weiter getragen werden kann auch keine Gleichberechtigung entstehen, da Heterosexualität und Homosexualität dann für immer als grundverschiedene Lebensarten gelten werden (wenn auch nicht unbedingt im negativen Sinne).
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