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Das Opfer starb an inneren Verletzungen. (Bild: The Ewan / flickr / by-sa 2.0)

In Stralsund steht kommende Woche ein 20-Jähriger wegen Totschlags vor dem Jugendgericht. Er hatte einen 47-Jährigen in einem als Cruising-Gebiet populären Waldstück mit einem Messer erstochen.

Der Vorfall ereignete sich Anfang April in nahe Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). Der waldnahe Parkplatz Grubenhagen an der alten B96 ist hier ein populärer Anlaufpunkt für Männer, die Sex suchen. Der damals 19 Jahre alte Täter war nach Ermittlungen der Behörden dorthin aber mit seinem Mofa gefahren, um Selbstmord zu begehen. Lokalmedien haben berichtet, er habe große psychische Probleme gehabt, insbesondere wegen eines Streits mit seiner Freundin. Außerdem hatte sich der leibliche Vater des Angeklagten erst wenige Jahre zuvor getötet.

Aufforderung zum Oralsex

Nach Erkenntnissen der Polizei hat das spätere Opfer den 19-Jährigen bei der Ankunft auf dem Parkplatz gesehen und ist ihm etwa 60 Meter in den Wald hinein gefolgt. Der 47-Jährige aus Brandenburg soll den Lebensmüden, der unter dem Einfluss von Medikamenten und Betäubungsmitteln stand, daraufhin zu Oralsex aufgefordert haben. Das führte zu einem Streit, bei dem der Junge laut Staatsanwaltschaft "ausgetickt" sei - und mehrfach zugestochen habe. Das Opfer erlitt Stiche in Lunge und Milz sowie Schnittverletzungen im Gesicht. Zwei Parkplatzbesucher, die seine Schreie hörten, leisteten kurz nach der Tat erste Hilfe. Die Verletzungen waren aber zu schwerwiegend. Der Mann verstarb zwei Stunden später im Krankenhaus. Der Täter wurde festgenommen und nach einer Entgiftung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Die Staatsanwaltschaft klagt den jungen Lebensmüden nun wegen Totschlags im Zustand der verminderten Schuldfähigkeit an. Der Angeklagte habe die Tat inzwischen teilweise gestanden. Insgesamt sind drei Verhandlungstage angesetzt, zu denen sieben Zeugen und zwei Sachverständige geladen sind. (dk)



38 Kommentare

#1 ImanuelCortezProfil
  • 10.11.2010, 13:51hKarlsruhe
  • Das Cruisen an Parkplätzen ist etwas ausm Ruder gelaufen & solche Vorfälle ermuntern die Cruiser hoffentlich zu etwas mehr Vorischt. Vor allen Dingen sollten gerade ältere Herren den Akt nicht zu sehr auffordern. Wenn ich öfters quer durch Deutschland unterwegs bin, möchte ich einfach nur pissen an solchen Plätzen & das führte schon öfters zu Streitszenen weil ich bedrängt wurde.
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#2 AntiHomophobieAnonym
  • 10.11.2010, 13:54h
  • Dieses dumme heterosexuelle Weichei. Streit mit der Freundin und sich deswegen umbringen wollen, sowas lächerliches.
    Und wegen so einem Scheiss gibt es mildernde Umstände, zeigt wieder mal aus was für Luschen die deutsche Justiz besteht. Der Täter wird in Watte gepackt und kriegt auf Staatskosten teure Psychologen gestellt um mit seinem Leben wieder klar zu kommen und das Opfer kriegt nichts.
    Und wenn rauskommt das homophobe Gründe mitschuld an dem Verbrechen sind hoffe ich das er im Knast sein Vorhaben weiter verfolgt und sich umbringt und zuvor ein bischen von seinen Mitgefangenen gezeigt kriegt wie weh das tut was er seinem Opfer angetan hat.
    Homophobe Menschen braucht diese Welt nicht, wegen denen müssen Homosexuelle täglich Diskriminierung erleiden.
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#3 seb1983
  • 10.11.2010, 14:20h
  • Antwort auf #2 von AntiHomophobie
  • Ob das nun Homophobie war hm...
    Der Typ wollte sich umbringen und wurde dann von dem Opfer zu Oralsex aufgefordert, und darüber wurde dann gestritten.
    Nun kann ich mir schon nicht vorstellen wie man über sowas streiten kann und es klingt insgesamt merkwürdig, aber tragisch dass das Opfer sich da nicht einfach zurückgezogen hat weil die Alarmglocken angingen.
    Mir kam sogar der Gedanke er hätte ihn vom Selstmord abbringen können.

    Wenn der Täter psychisch krank ist muss man ihm aber nicht wünschen dass er dann von Mitgefangenen vergewaltigt wird und sich dann erfolgreich umbringt...
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#4 DC-GAnonym
#5 RealistAnonym
  • 10.11.2010, 15:25h
  • Antwort auf #2 von AntiHomophobie
  • Wäre der Täter ein schwuler und das Opfer ne Hete wäre das Geschrei viel größer gewesen. Bild, Welt, FAZ und andere Rechtskonservative Blätter hätten sich nur so überschlagen, Rechte Ideologen aus CDU/CSU/FDP hätten sich die klinke in die Hand gegeben, nur um wieder gegen diese "Homo-Perversen" zu wettern...

    Solange das Opfer ein schwuler ist/war, ist das Gericht dazu geneigt, den Täter zum Opfer zu machen.

    Und glaub mir, der kommt nicht in den Knast!
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#6 chrisProfil
  • 10.11.2010, 16:55hDortmund
  • Antwort auf #5 von Realist
  • Na na, ganz so schwarz sollten wir das aber nicht sehen. Sicher wäre umgekehrt das Geschrei größer gewesen; aber ich würde sagen, dass wir uns hier nicht in den USA befinden. Ein wenig funktioniert unser Rechtssystem ja dann doch noch.

    Und wir müssen uns auch einfach mal damit abfinden, dass nicht alles völlig ungefährlich ist was wir machen. Öffentlich seine Sexualität zu zeigen erhöht ja schon das Risiko. Öffentliches Cruising dann noch viel mehr; und jemand unbekannten in so einer Situation sexuell zu bedrängen ist halt noch mal gefährlicher. Sicher kann man nicht damit rechnen einem psychisch verendeten, zugedröhnten Selbstmörder über den Weg zu laufen aber ich lasse doch von so jemandem die Finger wenn die Situation eskaliert. Beide sind Schuld. Der eine hats überstrapaziert und der andere hat "überreagiert".
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#7 MichaelAS
  • 10.11.2010, 17:48h
  • Nun, da ist wohl einiges daneben gegangen...

    @Realist: Genau das ist der Fall. Aber nicht nur das. Sicher würden auch ewig gestrige a la Geis feiern. Würden sie sich doch damit im Recht wiegen un d könnten anmerken, das sie ja schonmal was dagegen tun wollten. Stichwort KZ für HIV-Positive.

    @Chris: Nun, Cruising betreiben - entgegen anderen Vorstellungen - nicht nur schwule. Es gibt hier im Pott auch massig Plätze wo es nur Heten treiben.

    Auch hat das nichts mit "überreagieren" zu tun. Eine Überreaktion wäre ein schlag ins Gesicht gewesen. Sicher ist, das viele an solchen Plätzen ihr Gehirn abschalten und nur auf ihren Schwanz hören. trotzdem bleibt es Mord. Das kann keine legitime Antwort auf nicht-wollen sein.

    Und zum Thema USA: In den USA wurde ende der neunziger Jahre ein Schweizer wegen versuchtem Sexuellen missbrauchs angeklagt. Sein Vergehen: Er hatte seiner Tochter, 3, beim hochziehen der Hose geholfen, als diese auf einem Parkplatz an einem highway pinkeln war.

    Noch ein Beispiel aus den USA: George Michael wurde beim Anbahnen von sexuellen Handlungen auf einer Klappe verhaftet.

    Im übrigen gab es letzteres noch bis in die neunziger Jahre auch in deutschland(West)! Zumindest bis 1994, als auch in Westdeutschland der § 175 - gegen den erbitterten Widerstand rechter Politiker in CDU/CSU/FDP - gestrichen wurde!
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#8 eMANcipation*Anonym
  • 10.11.2010, 18:03h
  • Antwort auf #1 von ImanuelCortez
  • Das ist hoffentlich nicht dein Ernst, dass du ein
    perverses Hassverbrechen hier als gewissermaßen willkommene Warnung für böse, alte (!) Cruiser hinstellen möchtest.

    Zunächst einmal ist es schockierend, dass im Gegensatz zu anderen EU-Ländern und den USA diese widerwärtige Gewalttat nicht als Hassverbrechen mit entsprechender Strafverschärfung geahndet und nicht einmal als solches in die Statistik eingehen wird.

    Des Weiteren nervt mich allmählich die Diskriminierung älterer Schwuler, wie sie hier in letzter Zeit immer mehr in Mode zu kommen scheint. Zu deinen "Streitereien" kann ich nur sagen, dass du mir sehr leid tust, wenn du deinen Willen oder Unwillen nicht ganz ruhig und ohne Aggressionen äußern kannst.

    Dann liegt die Kommunikationsstörung nämlich nicht nur bei den anderen.
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#10 MattiBLNAnonym