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Wenn Geier zu sehr lieben... (Bild: jinterwas / flickr / by 2.0)

Im Allwetterzoo in Münster haben die Gänsegeier Detlef und Guido in den vergangenen Monaten ein gemeinsames Nest gebaut. Nun hat der Zoo das Paar getrennt und will Detlef mit einem tschechisches Weibchen bekehren.

Wie Zoo-Direktor Dirk Wewers mitteilte, haben die beiden 14 Jahre alten Tiere insgesamt acht Monate zusammen verbracht. Nun fordert der Zoo aber Nachwuchs - und dafür muss ein Weibchen her. Und das bedeutet für Guido den Umzug ins europäische Ausland: Er wurde gegen eine noch namenlose "Tschechen-Braut" ("Bild") aus Ostrava nahe der polnischen Grenze eingetauscht.

Wewers glaubt, dass sich Detlef schnell an die Dame aus dem Osten gewöhnen könnte: "Es fehlte einfach ein passendes Weibchen", erklärte der Direktor. Er ist zuversichtlich, dass der bislang homosexuell lebende Geier schnell sein Leben ändern wird: "Die Chancen stehen gut. Er hat nur aus Not einen männlichen Partner gesucht."

Die Trennung von "schwulen" Tieren in Zoos hat in der Vergangenheit zu Protesten geführt: So wurde etwa vor fünf Jahren eine Petition gestartet, als der Bremerhavener Zoo versucht hatte, ein gleichgeschlechtliches Pinguin-Paar zu trennen (queer.de berichtete). Der Versuch scheiterte jedoch.

Bei einer Vielzahl von Vogelarten ist bereits homosexuelles Verhalten beobachtet worden. Britische Forscher erklärten, dass fünf Prozent des sexuellen Verhaltens bei Vögeln auf das gleiche Geschlecht ausgerichtet ist (queer.de berichtete). Der Theorie zufolge hat ein Männchen mehr Interesse an homosexuellen Handlungen, wenn es sich nicht um den Nachwuchs kümmern muss. Bei manchen Arten turteln bis zu 20 Prozent der Männchen mit Mitgliedern des gleichen Geschlechts.

Guido muss derweil neue Freunde finden. Ob er im Zoo von Ostrava wieder auf einen so hübschen Geier wie Detlef trifft, steht allerdings noch in den Sternen. (dk)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 15.11.2010, 17:18h
  • Die sind ja gemein;-(
    Aversionstherapien sollten verboten werden, auch bei Menschen übrigens!
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 15.11.2010, 17:18h
  • "Er hat nur aus Not einen männlichen Partner gesucht."

    Woher weiß dieser Mensch das?

    Einmal mehr wird deutlich, wie - ganz im Stil der weiterhin dominierenden, traditionellen Diskurse zahlreicher "Wissenschaft"sdisziplinen (allen voran der Biologie) - alles rein ideologisch ins heterosexistische Raster eingeordnet wird.

    Oder noch schlimmer: Dass die (einfach zu widerlegende) heterosexuelle Norm von Anfang an die Fragen diktiert, die überhaupt gestellt werden.
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#3 MenschAnonym
  • 15.11.2010, 17:30h
  • "Der Theorie zufolge hat ein Männchen mehr Interesse an homosexuellen Handlungen, wenn es sich nicht um den Nachwuchs kümmern muss."

    Wie auch bei vielen Männchen der Spezies Mensch zu beobachten:
    Für Nachwuchs und dessen Aufzucht suchen sie sich die Weibchen, für geilen Sex die Männchen
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#4 FloAnonym
#5 Vulture CultureAnonym
  • 15.11.2010, 19:14h
  • Na, da hoffen wir doch mal, dass die Tchechendame einem Münsteraner Geier die Braut ausspannt und der freigewordene Kerl sich dann um Detlev kümmert...
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#6 vingtans
  • 15.11.2010, 20:40h
  • so problematisch she ich das jetzt nicht.

    die sexualität ist bei greifvögeln nicht so komlex wie beim männchen,

    haste kein weibchen machste dich eben an den nächst besten detlef dran.

    und bei einer tierart im zoo gehts ja auch um die arterhaltung, sprich junge sind da ungeheuer wichtig.

    sollte es aber mit der tschechenbraut nicht klappen, sollte er schleunigst zum detlef zurück.
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#7 chrisProfil
  • 15.11.2010, 21:13hDortmund
  • Antwort auf #6 von vingtans
  • Mh, ich bin jetzt kein Tierexperte aber "Es fehlte einfach ein passendes Weibchen" ist ohne genauere Erklärung der Umstände der Haltung in meinen Augen doch schon ein ziemlich krasser Spruch. Den gleichen Spruch hat sinngemäß mein ehemals Bester Freund nach meinem Coming Out gebracht. Immer und immer wieder. Irgendwann war dann Schluss. Daher stehe ich solchen Aussage von Heteros ehr skeptisch gegenüber.
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#8 fine tuningAnonym
  • 15.11.2010, 21:13h
  • Antwort auf #6 von vingtans
  • "gehts ja auch um die arterhaltung, sprich junge sind da ungeheuer wichtig."

    mit derselben "begründung" kann man dann, dem sarrazynismus folgend (siehe auch greifswald: volkstod), wieder die zwangsumpolung von schwulen männern fordern. war in der deutschen geschichte ja schon der fall.
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#9 feuerfauAnonym
  • 15.11.2010, 21:28h
  • Antwort auf #6 von vingtans
  • "haste kein weibchen machste dich eben an den nächst besten detlef dran."

    Muß nicht unbedingt der Fall sein, in der freien Natur bilden sich auch ab und zu feste homosexuelle Tierpärchen. Und das auch wenn genug verfügbare Männchen und Weibchen vorhandenen sind.

    Und Tiere die nicht in Paarbildung leben, sexeln generell "bisexuell" und besteigen auch Männchen, selbst wenn genug Weibchen vorhanden sind. Steht auch ähnlich im Text, das Männchen mehr Interesse an homosexuellen Handlungen haben, wenn sie sich nicht um den Nachwuchs kümmern müssen, also wenn sie nicht in Paarbildung leben.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.11.2010, 22:04h
  • Gut, daß im Tierreich Homosexualität immer mehr eine zentralere Rolle spielt. Man kann sich dabei alle Tierarten vorstellen, aber bei Geiern? Da hat das Wort "Vögeln" eine ganz neue Bedeutung!
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