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Kommentare zu:
Im Kino: The Kids Are All Right


#17 DaveAnonym
  • 19.11.2010, 13:39h
  • Antwort auf #14 von eMANcipation*
  • Ich würde auch nicht in einem rosa Zimmer schlafen wollen.

    zum Film:
    vielleicht will der einfach nur nett unterhalten, ohne das gesamte Übel der Welt durchleuchten zu wollen.

    Bei manchen hier kann man ja Bullshit-Bingo spielen. Sobald deren Name irgendwo steht, fällt garantiert das Wort heteronormativ. Die stehen wahrscheinlich morgens mit dem Gedanken auf, wie heteronormativ die Welt doch ist und bekommen irgendwann Depressionen.

    Für manche ist man ja schon heteronormativ, wenn man länger als 1 Woche nur mit einer Person eine Beziehung hat.

    Das schlimmste:
    es gibt wirklich genug Beispiele für Heteronormativität. Aber wenn man immer alle beim geringsten Anlass immer mit "heteronormativ" um sich schmeißen wird das wahre Problem der Heteronormativiträt entwertet und wo es wirklich gerechtfertigt ist, hört dann keiner mehr zu, sobald das Wort fällt.
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#16 LorenProfil
  • 18.11.2010, 11:06hGreifswald
  • "Cholodenko hat dem lesbischen Pärchen einen bürgerlichen Status verpasst. Mehr noch: Es ist beinahe verblüffend, welch klischeehaft konservatives Bild Cholodenko von dieser Familie zeichnet ... Die Darstellerinnen sind erstaunlich aufeinander eingespielt und präsentieren ihre Gehässigkeiten und Unzulänglichkeiten dermaßen liebevoll, dass sie am Ende niemanden abschrecken, eine eigene Familie gründen zu wollen. Sie machen nur jene neidisch, die sich bis dahin nicht getraut haben."
    (Ina Henrichs , Kölner Stadtanzeiger vom 18.11.2010)
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#15 eMANcipation*Anonym
  • 17.11.2010, 23:22h
  • Antwort auf #11 von stromboli
  • "Auch wenn ich schon mal mit frauen geschlafen, war es kein experiment der umpolung, sondern der neugierde.. das ist der unterschied!"

    Dennoch bleibt für mich die Frage, ob man als Schwuler auch auf diese "Neugierde" verzichten darf, und weshalb sie gerade bei den wenigen schwulen Protagonisten, die der "Mainstream" sichtbar macht, immer wieder zwanghaft in den Vordergrund gespielt wird.
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#14 eMANcipation*Anonym
  • 17.11.2010, 22:53h
  • Antwort auf #9 von Marek
  • Mein lieber @Marek,

    daher schrieb ich ja:

    "die entsprechende massenmediale Verbreitung gefunden haben" !

    Das, was sich in den hiesigen "Mainstream"-Medien so abspielt, kommt in den meisten, auch bei queer.de diskutierten Fällen nicht ohne die genannten heterosexistischen Einlagen aus.

    Überhaupt muss man in den letzten Jahren nur ein paar Minuten den Fernseher einschalten, und schon bekommt man die dümmlichsten Geschlechterklischees und einen immer penetranteren Heterosexismus serviert.

    Gestern nur ein paar Minuten zufällig bei RTL2, irgendeine Renovierungsshow "ins Glück" oder so ähnlich gesehen, bei der es um ein versehentlich rosa gestrichenes Kinderzimmer ging.

    Originalton der Sprecherin: "Für den [in der frühen Pubertät befindlichen] Sohn ein absolutes 'No-go'. Hierher kann er seine Freunde nicht einladen."

    Zwei Minuten später setzte der Innenarchitekt dann noch eins drauf, indem er ganz pseudocool bekräftigte: "Ja, in einem solchen Zimmer würde ich auch nicht schlafen."

    Das nur als ein Beispiel für den Müll, der insbesondere Kindern und Jugendlichen von morgens bis abends dort eingetrichtert wird, wo sie inzwischen einen nicht unerheblichen Teil ihrer "Vorbilder" und Identifikationsfiguren beziehen.

    Im Hauptabendprogramm gibt es da bei uns im Gegensatz zu anderen Ländern nahezu nichts, was einer positiven Erwähnung würdig wäre, und bei den Schwulen, die in irgendwelchen "Soaps" auftauchen, ist der notorische Abstecher in die heterosexuelle Welt sehr viel auffälliger, als die Darstellung schwuler Liebe, Zärtlichkeit, Erotik, Sexualität und Partnerschaft.

    Auch bei "Verbotene Liebe" musste das Traumpaar "Chrolli", wie hier bei queer.de im Fernsehführer nachzulesen war, schon eine Woche nach der "Traumhochzeit" die Adoption eines Kindes in Angriff nehmen, da Schwule an und für sich natürlich nicht glücklich sein können, nicht einmal für ein paar Wochen.

    Und wie hießen nochmal all die Kinofilme, in denen in den letzten Jahren selbstbewusste, junge Schwule jenseits einer Reduzierung auf die üblichen Klischees ganz selbstverständlich vorkamen und mit ihrer Sexualität und Liebe so gezeigt wurden, wie das bei Heteros der Fall ist?

    Eher kommen mir neuerdings Werbespots für Kinofilme oder Kinofilme selbst unter, in denen "schwul" als Schimpfwort verwendet wird.

    Diese Beispiele verdeutlichen: Es gibt verdammt viel zu tun, wenn wir gerade der großen Zahl von Jugendlichen, die vielleicht nicht den üblichen Klischees und Stereotypen entsprechen (für letztere mag ein frühes, inneres und dann auch äußeres Coming-out heute eher möglich sein - gemobbt werden sie deswegen nicht weniger) neue Freiräume eröffnen wollen.

    Für diese Vielen wird es aber nicht zuletzt dank des immer aggressiveren Heterosexismus der Massenmedien mit seiner grotesk ungleichen Darstellung von männlicher und weiblicher Körperlichkeit, Erotik, Zärtlichkeit etc. immer schwieriger, homosexuelles Interesse und homosexuelle Gefühle überhaupt zuzulassen und nicht von Anfang an zu unterdrücken. Da lag die erste "Hemmschwelle" vor zwanzig, dreißig Jahren, mit weniger kommerziell und sozioökonomisch bedingtem Leistungs- und Anpassungsdruck, in Abwesenheit einer solchen Bilderflut und einer derart massiven sozialen Kontrolle, wie sie heute schon bei Kindern auf Facebook & Co. stattfindet, deutlich niedriger!

    Das sind die Realitäten, denen wir uns endlich mal stellen müssen, wenn die Freiheit, gleichgeschlechtliche Kontakte überhaupt zuzulassen, nicht weiter abnehmen und homophobe Einstellungen nicht weiter zunehmen sollen. Andernfalls ist alles Gerede von "Gleichberechtigung" (die meisten reden sowieso nur noch von Gleichstellung und meinen damit Standesamt und Kindesadoption) nämlich völlig überflüssig.
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#13 jojoAnonym
  • 17.11.2010, 22:36h
  • Antwort auf #8 von eMANcipation*
  • ich gebe dir ja generell recht darin, dass es auf dem allgemeinen filmmarkt auch bei "homo-filmen" eine tendenz zu seltsamen heteroperspektiven gibt. ich halte es aber für übertrieben, bei jedem einzelnen film erwartungen an ganz bestimmte emanzipatorische signale zur messlatte zu machen.

    mal im ernst: wie langweilig wäre die filmwelt (oder auch nur ein einzelner film!), wenn wir da nichts sähen als die glatte und glückliche identitätsfindung der protagonisten? das würde niemanden hinter dem ofen vorlocken.

    in diesem film geht es darum, welche reibungspunkte mit gesellschaftlichen (heteronormativen und homonormativen) erwartungshaltungen es gibt und darum, wie eine familie mit zwei müttern an diesen reibungspunkten scheitert, aber auch reift. das ist im film sehr vielschichtig inszeniert und liebevoll dargestellt.

    wenn wir von unseren identitäten sprechen, dann ist es ein sehr wichtiger aspekt, auch über die teils perversen erwartungen und verwirrungen zu reden, die daraus entstehen, dass unsere homosexuellen selbstfindungen in eine heteronormative welt eingebettet sind (umgekehrt ist das nicht der fall, weshalb ich dein umkehrungs-beispiel nicht so ganz gelten lassen möchte). das ist bis auf weiteres ein wichtiges thema. ich sehe keinen anlass, es zu kritisieren, wenn queere filme dieses thema auch immer wieder behandeln.

    davon abgesehen: von einer "bekehrung" kann in diesem film m.e. keine rede sein. eine der mütter verliebt sich eben in den kindsvater. nur, weil man in solchen geschichten die botschaft lesen KÖNNTE, dass homosexualität niemals echt sei, muss man diese botschaft noch nicht gleich dem film unterstellen. hier wird eine bisexuelle affäre thematisiert, mehr nicht.
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#12 chrisProfil
  • 17.11.2010, 22:05hDortmund
  • Antwort auf #8 von eMANcipation*
  • Komm, sei nicht immer so negativ. Du hast es selbst gesagt, wir reden hier von einer massenmedialen Verbreitung. Und wie das bei Mainstream Produkten nun mal ist, wollen sie verkauft werden. Und dann muss man der breiten (Hetero-)Masse eben etwas bieten, was auch in ihren begrenzten Horizont passt.

    Ich habe ein halbes Regal voll mit schwulen Filmen. Die meisten kann man wohl problemlos in die Kategorie "Most Independent Ever" stecken, was deren Unterhaltungswert nicht unbedingt erhöht. Was nützt mir ein 100% schwuler Film, wenn im ersten Drittel der Szenen nur Landschaft zu sehen ist, im nächsten Drittel nur geschwiegen wird bevor im letzten Drittel der Abspann auf mich wartet? Wenn man Glück hat, dann gibts zwischendurch mal Sex mit schlaffen Prügeln.

    Klar ist es fragwürdig, diesen Bekehrungskram in solch einen Film einzubauen. Wenn ich mir aber überlege, wie oft ich schon versucht habe Heteros ins Bett zu kriegen...ooh. Also ich würde vor einem scharfen Hetero-Vater auch nicht halt machen . Warum sollte dass dann der Hetero-Typ nicht auch versuchen dürfen?
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#11 stromboliProfil
  • 17.11.2010, 20:46hberlin
  • mir ist da ein vergleich in den sinn gekommen: Wie E.Lubitsch und B.Wilder beide am gleichen thema, unterschiedliche interpretationen erarbeiten:
    Lubitsch mit "Ninotschka" und Wilder mit " Eins, Zwei, Drei" ...
    ( dabei zu beachten, dass Wilder als drehbuchautor an ninotschka mitarbeitete..)
    und heraus kommt ein völlig unterschiedliches gebilde;
    Ninotschka, eine "lustig - romantische komödie" mit damals aktuellem akzent zur russischen revolution und westlicher dekadenz, die sanft und "leichtfüßig" den kommunismus persifliert!
    Eins , Zwei, Drei , hingegen ein tempo geladenes screwball stück ( wohl das letzte seiner art bis heute!) die sich mit sicherm blick dem holen pathos seiner zeit nähert ( 1963! wochen vor dem mauerbau gedreht!), ihn vorführt, ohne die menschen darin zu denunzieren!

    Erstes beispiel ist netter tünneff, gute schauspieler , guter dialog und eben die Garbo.

    Zweites beispiel ist die gelungenste sicht auf konkurrierende systeme wie kapitalismus und kommunismus in einer tour de force an witz, klarsicht und im nachhinein zu deutender voraussicht, wie selten im film zu sehen.. und das in einer banalen komödie!

    So, nun auf unseren film zurückkommend: Wunderbare darstellerinnen und ein männlicher darsteller .. alles zum besten.
    Nette , bis witzige dialoge, die sehr wohl über das allgemeine niveau hinausgehen!
    Also im allgemeinen sinne ein guter film!
    Aber wenn, dann eine "ninotschka" um beim vergleich zu bleiben, mehr gibt der film nicht her!

    Was übrigens in vielen schwul/lesbischen feelgood filmen sich niederschlägt: sie wollen den zuschauer von etwas überzeugen ohne selbst die stärke und chuzpe zu besitzen aus sich selbst zu wirken.. ausnahmen bestätigen die regel, wie Beautiful thing im komödienbereich oder Ozons erstfilme: Sitcom, komödie 1998 und Ein kriminelles Paar (Les Amants criminels) 1999 , den ich als einen der atemberaubensten, je gedrehten schwulenfilm (!) ansehe!
    über Bishonen und meeresfrüchte lässt sich weinen oder lachen.. aber "meisterwerke sind sie gewiss nicht!

    Zur teilnahme von heteros an schwulen themen:
    Ich teile in diesem fall nicht die sicht von emanzipation: Film wie überhaupt kunst im allgemeinen, muss die fähigkeit haben, gerecht (!) alle bereiche des lebens einzufangen und spielerisch zu mischen; egal ob drama oder komödie!
    Aber ich will sie auch tabus brechen sehen, sie die welt auf den kopf stellen sehen, um neues zu entdecken, anstatt immer nur altes nach zu kauen.
    Denken wir nur mal an shakespeares sonette
    , oder eben Caravaggio, Michelangelo, Maplethorpe und andere, alle mit der besondern fähigkeit den körper beiderlei geschlechts einen besonderen, phantastischen ein-ausblick zu geben!
    Ich brauche also nicht einen bisky mit pinkelnden männern, um mich an homosexualität und männlicher körperlichkeit zu erinnern!

    Sich vergewissern wollen, was man ist, ist auch kein neues und mit sicherheit kein homophbes unterfangen; homophob wird es nur in der wendung durch heteronormierte kretins, die ausprobieren, mit "heimkehr" des verlorenen sohnes/tochter in den zeugungs/gebärfreudigen schoß der heterogesellschaft verwechseln: den schuh hab ich mir nie anziehen lassen !
    Auch wenn ich schon mal mit frauen geschlafen, war es kein experiment der umpolung, sondern der neugierde.. das ist der unterschied! Antworten » | Direktlink »
#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 MarekAnonym
  • 17.11.2010, 18:37h
  • Antwort auf #8 von eMANcipation*
  • Beautiful thing, Get real, etc. kamen alle ohne Bekehrungsversuche aus.

    In Latter Days gab es den Versuch einer religiösen Bekehrung, die grandios gescheitert ist.

    Und bei kurzem Nachdenken fallen einem sicher noch zig andere Gegenbeispiele ein.

    Aber was bringen all diese Filme, wenn sie bei uns sehr beliebt sind, aber sonst von kaum jemandem gesehen werden?

    Bringen solche Filme, wo das ganze vielleicht auf etwas leichtfüßigerem Wege daherkommt nicht vielleicht mehr Veränderung, weil sie auch von Heteros gesehen werden.

    Mir fällt z.B. spontan "Birdcage" und "In & Out" ein. Beides Filme, die mit Klischees arbeiten. Aber beides auch Filme, die endlich mal (trotz der rein schwulen Thematik) Heteros in die Kinos gelockt haben und zwar nicht zu knapp.

    Natürlich hätte man aus diesen Filmen auch welche machen können, die die böse Heteronormativität anprangern, Treue als veraltet darstellen und am besten auch noch ein paar schockierende Sexszenen mit Gasmasken und Poppers gezeigt um nur ja nicht im zuckersüßen Mainstream zu sein.

    Aber dann hätten diese Filme auch nichts (bei Heteros) bewegt. Und das haben diese Filme.

    Wenn jemand diesen Hollywood-Mainstream nicht mag, muss er das ja nicht sehen. Man kann z.B. auch Bishonen (Hong Kong), Iron Ladies (Thailand), Beautiful thing (Großbritannien), Meeresfrüchte (Frankreich), etc. gucken.

    Aber dann muss man doch nicht jede romantische Komödie gleich als heteronormativen Mist abtun, nur weil auch Heteros sie gut finden. Mir ist auch klar, dass da evtl. nicht die filmische Qualität eines Meisterwerks wie Bishonen oder Meeresfrüchte erreicht wird, aber dafür erreichen solche Mainstream-Filme auch mehr Leute und können damit mehr bewegen.

    Ich schau mir das erst mal an. Aber nur wegen der Story bilde ich mir wahrlich kein Vorurteil.

    Denn die Gefahr von Vorurteilen sollte gerade uns ausreichend bekannt sein.
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#8 eMANcipation*Anonym
  • 17.11.2010, 17:20h
  • Antwort auf #7 von jojo
  • Nenne mir doch bitte mal "jede Menge" Filme, die die genannten Kriterien erfüllen und entsprechende massenmediale Verbreitung gefunden haben. Der Versuch der heterosexuellen Bekehrung, und sei es "nur für eine Nacht", gehört ohnehin fast immer zwanghaft dazu. Im Gegenzug müsste es also in jeder Hetero-Romanze/-Familienidylle der Mann mit einem Mann treiben oder die Frau mit einer Frau - vielleicht hilft diese Vorstellung ja bei der Einordnung.
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#7 jojoAnonym
  • 17.11.2010, 16:30h
  • Antwort auf #4 von eMANcipation*
  • es gibt JEDE MENGE filme, in denen homos einfach nur als homos mit ihren glücklichen und unglücklichen momenten dargestellt werden. hier wird eine andere möglichkeit dargestellt. das darf nan.

    ich kann durchaus sehr oft nachvollziehen, wenn du gewisse tendenzen zur einseitigkeit oder klischees kritisiert. aber erwartest du wirklich ernsthaft, dass JEDER EINZELNE film ausschließlich das abbildet, was du emanzipatorisch hilfreich findest? wo bleibt da die vielbeschworene vielfalt der lebensentwürfe?
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#6 jojoAnonym
  • 17.11.2010, 15:58h
  • mir hat der film sehr gut gefallen und ich kann ihn warm empfehlen.

    besonders lustig finde ich die regelmäßigen "gesprächsangebots-attacken", in denen die mütter hinter einem "du kannst jederzeit mit uns reden" nur schlecht verbergen, dass sie ganz egoistisch aus den kindern rausquetschen wollen, was die aus guten gründen gerade vor den eltern verbergen. :-)

    und ganz so monogam geht es da auch nicht zu...
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#5 stromboliProfil
  • 17.11.2010, 15:56hberlin
  • Antwort auf #3 von Flo
  • na ja, so neu ist da überhaupt nichts ausser der tatsache das die geschlechter austauschbar werden.. insoweit ein fortschritt!
    Ansonsten beschreibt der film die "integration des homosexuellen in die heterowelt mit "neuen" spielbeispielen...
    Da ist der film mit seinen aussagen inhaltlich rückwärtsgewandter als so manche progressive cdu-vorstandsfrau im lsu..

    jetzt bitte nicht die poligamie-monogamie platte als argument vorschürzen.. , dass ist eine verkürzende sicht auf die dinge.

    dieser satz am ende der kritik hat mir gefallen und mich zum einstellen hier motiviert:

    "Warum kann der Film nicht einmal für den Wimpernschlag einer Traumsekunde das Bild einer Familie entwerfen, in die Paul integrierbar wäre?

    Angesprochen auf diese Möglichkeit, antwortet Lisa Cholodenko: "Ich glaube nicht, dass das funktionieren könnte, den Film bei einer Art Hippie-Kommune ankommen zu lassen, wo Paul dann im zweiten Schlafzimmer liegt." Wahrscheinlich ist das eine realistische und wahrhaftige Sicht. Aber es ist ein trauriger Realismus, der alle utopischen Momente, die in der Story doch aufblitzten, wieder einkassiert. Da findet kein Paradigmenwechsel statt, wenn sich das Unkonventionelle dem Konventionellsten fügen muss, um seine Arglosigkeit zu beweisen."

    Erklärt das meine vorstellungen der überwindung von "familie " besser?
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#4 eMANcipation*Anonym
  • 17.11.2010, 15:49h
  • Antwort auf #3 von Flo
  • Wie ich schon anlässlich der Teddy-Verleihung angemerkt habe, ist es bezeichnend, dass auch dieser Film (wie immer) nicht ohne den üblichen heterosexuellen Bekehrungsversuch auskommt.

    Da wird endlich mal eine "Regenbogenfamilie" gezeigt (obgleich die für mich auch ganz anders aussehen kann), und dann geht es schon wieder nicht ohne heterosexuelle Umpolungsfantasien.

    Ansonsten gebe ich zu bedenken, dass das, was Menschen "wollen" oder meinen, "haben" zu müssen, um vollwertig oder vollständig zu sein, ganz wesentlich von Erziehung und gesellschaftlicher Konditionierung bestimmt wird.

    Gerade deswegen wäre die Darstellung von Beispielen anderer schwuler und lesbischer Lebensmodelle (nicht normativ, sondern als Möglichkeiten und "Angebote"), die dann auch ganz ohne den notorischen Abstecher in die ach so unwiderstehliche Hetero-Welt auskämen, mindestens ebenso wichtig.
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#3 FloAnonym
  • 17.11.2010, 15:36h
  • Antwort auf #1 von stromboli
  • @stromboli:

    Wenn ich das richtig sehe, propagiert dieser Film gerade ein neues, moderneres Familienbild.

    Damit kann dieser Film mehr bewirken, als manch schöne Sonntagsrede. Übrigens auch für diejenigen, für die eine Zweierbeziehung mit Kindern nicht infrage kommt.

    Jeder von uns will Akzeptanz für seine Art zu leben. Aber dann müssen wir auch innerhalb der Community akzeptieren, dass manche eben auch eine monogame 2er-Beziehung wollen. Nicht, weil sie Heteros "imitieren" wollen oder sonstwas, sondern weil es das ist, was sie für sich wollen.

    Wer das nicht will, braucht das nicht. Aber wer das will, soll das auch können. Und wenn wir uns gegenseitig runtermachen, weil wir nicht jeden Lebensentwurf teilen, können wir auch nicht erwarten, dass Heteros uns ernstnehmen. Und die Homohasser lehnen sich genüsslich zurück und beobachten, wie wir uns gegenseitig runterputzen - da haben sie weniger zu tun.

    Also ich freue mich auf den Film und solche Filme können oft mehr positives für uns ALLE (auch die, die dieses Beziehungsmodell nicht teilen) erreichen, als Politik und Demos. Eben, weil sie auch andere erreichen. Und Homosexualität (in ALL ihren Facetten) unverkrampft und selbstverständlich zeigen.
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#2 FloAnonym
#1 stromboliProfil

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