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So offen wie bei "Little Britain" sind in Deutschland nur wenige Pfarrer.

Evangelische Pfarrer in Bayern sollen künftig in Pfarrhäusern mit ihrem schwulen oder lesbischen Lebenspartner zusammenwohnen dürfen.

Der Landeskirchenrat hat entschieden, das bisherige Verbot aufzuheben, wie Landesbischof Johannes Friedrich mitteilte. Bisher durften evangelische Pfarrer mit ihrem Lebenspartner nur in einer Privatwohnung zusammen leben. Das Thema ist in der vergleichsweise konservativen bayerischen Luther-Kirche umstritten. Es wird erwartet, dass es bei der Landessynode, die vom 21. bis 25. November in Neu-Ulm stattfindet, zu heftigen Kontroversen kommen wird. Das Kirchenparlament muss der Entscheidung noch zustimmen.

Friedrich begründete den Richtungswechsel mit der liberaler werdenden Gesellschaft. Die Kirche sei zudem inkonsequent gewesen, zwar homosexuelle Beziehungen von Pfarrern zuzulassen, aber die Partner dieser Mitarbeiter mit einem Wohnverbot im Pfarrhaus zu belegen. Dennoch gibt es Regeln, die schwule und lesbische Pfarrer einhalten müssen: "Auch homosexuelle Partnerschaften sind dahingehend zu profilieren, dass sie auf Dauer angelegt sind und zwei Menschen lebenslang Verantwortung füreinander übernehmen", erklärte Friedrich. Die Pfarrer müssen daher nach deutschem Recht verpartnert sein und die Kirchenführung muss dem Zusammenleben genehmigen. Eine Zustimmung werde nach Angaben des Landesbischofs nur erteilt, wenn sichergestellt sei, dass der Frieden in der Kirche und der jeweiligen Gemeinde nicht gefährdet werde.

Kritik von konservativen Christen

Zuvor hatten konservative Kirchenmitglieder gegen das Entgegenkommen der Kirche protestiert. So erklärte der "Arbeitskreis Bekennende Christen in Bayern" (ABC), dass die Bibel Homosexualität als "widernatürlich" beschreibe. Schwule und Lesben müsste daher eher geholfen werden, ihre Empfindungen zu überwinden als sie zu akzeptieren. Im ABC sind 20 an alten Werten orientierte christliche Gruppen organisiert.

Die evangelische Kirche regelt den Umgang mit Homosexuellen regional. So erlauben etwa nur neun der 22 Gliedkirchen die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

17 Kommentare

#1 mir san mirAnonym
  • 17.11.2010, 14:01h

  • zieht eva brunne jetzt nach fürstenfeldbruck?
    gliedkirchen - was für ein frauenfeindlicher ausdruck! da haben die zahlreichen pfarrerinnen ja doch noch was zu tun.
    ansonsten ein klarer wayne-fall. Gibts sonst nichts mehr zu berichten?
    noch einmal overbeck und ich kündige das abo hier!!
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#2 jojoAnonym
  • 17.11.2010, 16:22h
  • na, hauptsache, "ehe und familie" bleiben das "leitbild" der kirche, homos im pfarrhaus werden ausdrücklich zur "ausnahme" erklärt und müssen auf allen hierarchie-ebenen um erlaubnis betteln, um mit ihrem partner zusammenwohnen zu dürfen!

    wo kämen wir schließlich hin, wenn die kirche von gestern auf heute solche irrlehren wie den gleichheitsgedanken ernst nehmen oder gar vertreten würde? ;-)
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.11.2010, 19:32h
  • Die schwulen Kollegen der Katholenfakultät sollen bald nachziehen! Nachtigall, ick hör Dir trappsen!
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 17.11.2010, 21:00h
  • Antwort auf #3 von FoXXXyness
  • Achja ein gutes Signal aus Bayern...bei uns in den Landeskirchen im Rheinland und in Westfalen ist dies längst erlaubt und Alltag.

    ---

    Und während in den Landeskirchen der EKD zunehmend also auch homosexuelle, verpartnerte Pfarrer in den Pfarrhäusern offen leben und arbeiten, ist bei den Katholiken ein fortschreitender Priestermangel zu beobachten.

    Überall entstehen Seelsorgeeinheiten und kein Priester wohnt mehr vor Ort in den ländlichen Kirchengemeinden. In meiner Heimatdorfkirchengemeinde wurde beispielsweise letztes Jahr das katholische Pfarrhaus verkauft, da kein katholischer Priester mehr nachkommen wird.

    Selbst Schuld: die Katholiken. Wer zwangsweise beim Priesteramt am lebenslänglichen Singletum festhält, der muss sich nicht wundern, das im 21. Jhd. immer weniger Menschen bereit sind, dies Amt auszuüben, insbesondere da Frauen es auch nicht ausfüllen dürfen.
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#5 Ex- LiedelAnonym
  • 17.11.2010, 21:35h
  • Also bevor hier das übliche Lobgedudel auf die evangelische Kirche losgeht: natürlich eine schöne Entscheidung für die Betroffenen in Bayern. Aus einem persönlich bekannten Fall eines ev. Pfarrers weiss ich jedoch, dass z.B. im Norden die Haltung der Bremischen evangelischen Kirche (ja zu PartnerInnen im Pfarrhaus) grundsätzlich anders ist als die der hannoverschen Landeskirche (nein zu PartnerInnen im Pfarrhaus). Übrigens die (ehemalige) Landeskirche von Frau Käßmann... selbige Frau hat- nebenbei bemerkt- in den späten 1990er Jahren massiv gegen das LPartG gewettert, einige mir bekannte Protestanten aus dem Raum Hannover haben ihre teils deutlichen Worte noch in Erinnerung...
    Queer.de- Leser sollten sich also keinesfalls vorgaukeln lassen, dass Frau Käßmann eine große "Homo-Freundin" war und ist...

    Nichtsdestotrotz bleibt zu hoffen, dass letztlich in allen ev. Landeskirchen lesbische wie schwule PfarrerInnen ungestört mit ihren PartnerInnen im Pfarrhaus leben können, vor allem dass dies gegen den massiven Widerstand der Evangelikalen- und Kirchenrechtlerfraktion (die ist z.B. in Hannover sehr stark) durchgesetzt werden kann!
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#6 TImm JohannesAnonym
  • 17.11.2010, 23:23h
  • Antwort auf #5 von Ex- Liedel
  • @Ex-Liedel
    Wobei wo Du schon Norddeutschland ansprichst: auch in Nordelbien (Hamburg/Schleswig-Holstein) sowie in der zukünftigen Nordkirche (inklusive Mecklenburg-Vorpommern) sind Segnungsgottesdienste erlaubt und homosexuelle Pfarrer dürfen dort offen im Pfarrhaus leben und arbeiten.

    Dies gilt übrigens im Norden ebenso in den Landeskirchen von Braunschweig sowie von Oldenburg und nicht nur in der Lamdeskirche Bremen.
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#7 daVinci6667
  • 18.11.2010, 00:01h

  • Na ja, die Regelung ist ein Fortschritt , ist aber immer noch diskriminierend. Kein großer Wurf. Ich wuerde von Evang. Kirche eigentlich ein unmissverständliches Bekenntnis zu unser Gleichberechtigung, inkl. Ehe erwarten, weiß aber sehr wohl dass dies illusionär ist. In der Schweiz hat die reformierte Landeskirche zwar das Partnerschaftsgesetz unterstützt, sich aber gleichzeitig gegen die Ehe ausgesprochen. Die Calvin und Zwingli-Kirche ist halt einfach etwas weniger schlimm als die kriminellen Katholen. Die Religionen waren und sind unsere größten Feinde. Gläubige Schwule sollten aus allen Religionen austreten. Mit Gott hat keine irgendetwas zu tun!
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#8 herve64Profil
  • 18.11.2010, 08:58hMünchen
  • Mal eine Frage am Rande: wozu brauchen Pfarrer GENERELL eigentlich Extra-Häuser? Tut es für die nicht auch eine stinknormale Wohnung?
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#9 holger
  • 18.11.2010, 09:32h
  • Antwort auf #8 von herve64
  • die gemeinden haben die pfarrhäuser und das interesse, dass der pfarrer dort auch wohnt. dann haben sie ihn in der mitte und jederzeit zugriff.

    außerdem kriegen sie so die zumeist schrecklichen häuser immer vermietet. denn - das wissen die meisten nicht - der pfarrer zahlt die übliche miete, hat aber keine wahl, sich frei eine wohnung zu suchen. er MUSS in das pfarrhaus ziehen.

    @ timm johannes

    das rheinland und andere landeskirchen haben zwar den boden bereitet, dass schwule überall und offen ihren dienst tun können.

    in der realität angekommen sind die meisten gemeinden allerdings immer noch nicht. schwule werden kaum in gemeindepfarrstellen gewählt. immer noch wollen sie die traditionelle pfarrfamilie als heilige familie haben.
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#10 Mariposa Anonym
  • 18.11.2010, 10:17h
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • Nun gut, da kann ich Dir mal zustimmen. Wer an uralten und zudem gänzlich unbiblischen Relikten wie so einem Quark wie Pflichtzölibat festhält, braucht sich darüber nicht zu wundern. Aber dann bitte nicht mit dem Zeigefinger auf andere deuten, die sich fortschrittlich geben.

    Trotz einiger Kritikpunkte, die ich sonst an "meiner" lutherischen Kirche habe, finde ich diese Entscheidung lobenswert.

    Letztendlich sollten ja auch die theologischen und seelsorgerischen Fähigkeiten eines Geistlichen im Vordergrund stehen und nicht sein Sexualleben.
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