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Von einer Liberalisierung der rigiden katholischen Sexualmoral kann kaum die Rede sein

Ein Kommentar zum jüngsten Interview von Papst Benedikt XVI.

Von Jürgen Friedenberg

Auch im 21. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung tut sich die Katholische Kirche mit der menschlichen Sexualität schwer. Sex gilt nicht als Liebesbeweis, sondern als Sünde und ist daher verboten - es sei denn, er finde zwischen Eheleuten ohne Verwendung empfängnisverhütender Mittel statt und diene somit der Erhaltung der Menschheit.

An dieser sexualfeindlichen Grundeinstellung dürfte auch das Interview, das Papst Benedikt XVI. dem ihm wohlbekannten und wohlgesonnenen Buchautor Peter Seewald gewährt hat, nichts ändern. Denn nach dem Muster "ein Schritt vor und zwei Schritte zurück" hat der Papst seine Ausnahmegenehmigung für "Gummitaschen" ausdrücklich auf Sonderfälle beschränkt und den Gebrauch mit den altbekannten Vorbehalten versehen. Auch wenn das Interview noch nicht im Wortlaut vorliegt, kann von einer Liberalisierung der rigiden katholischen Sexualmoral kaum die Rede sein.

Bemerkenswert ist das Interview dennoch, denn der oberste Kirchenfürst hat mit seinen Äußerungen dem Leidensdruck der immer noch zunehmend an Aids erkrankenden Menschen und der vom Aussterben bedrohten Länder und Regionen nachgegeben. Werden die Not leidenden Kirchengemeinden, die in Afrika und Südamerika unter der Hand längst Kondome an Bedürftige verteilen, über kurz oder lang auch die vollständige Enttabuisierung des lebenserhaltenden Gummis bewirken?

Beachtlich ist auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe des Interviews unmittelbar vor der Weihe der neu ernannten Kardinäle. Ist es ein Fingerzeig des Papstes an seine künftigen Berater, sich auf Überraschungen einzustellen oder nur ein verkaufsfördernder Werbegag des Buchverlages? Vielleicht sind wir nach dem päpstlichen Deutschlandbesuch im kommenden Jahr schlauer. Doch die Lust an der Last, die die Frommen in Gewissensnöte bringt, wird sich die Kirche nicht so bald nehmen lassen.



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 bjoern gigerAnonym
  • 21.11.2010, 14:34h
  • nachdem ja bekannter weise die stricher im vatikan aus und ein gehen um mit diversen kardinälen orgien zu feiern, ist der gebrauch von kondomen doch nur erlaubt damit sich die eigenen reihen nicht selber ausrotten...
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#2 stephan
  • 21.11.2010, 23:50h
  • Ja, mir fällt da nur der Spruch von Herbert Wehner in einer Bundestagsdebatte ein 'Wer raus geht, muss auch wieder rein kommen!'
    So ähnlich ist es mit der katholischen Kirche. Wer sich derart weit von aller Welterkenntnis und rationaler Weltsicht entfernt, der muss irgendwann auch die Kurve kriegen und sich den rationalen Argumenten wieder zu wenden.

    Ich fürchte nur, dass die röm.-kath. Kirche immer noch sehr weit von jeder Einsicht entfernt ist ... und ich befürchte ebenfalls, dass Ratzinger etwas lockerer werden könnte - außer beim Thema Homosexualität. Grund: Er möchte den Applaus breiter Massen, der ja schon eingesetzt hat!
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