Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?13193

Ein Papstporträt aus London, bestehend aus 1.600 Kondompackungen (Bild: robertelyov / flickr / by 2.0)

Am Wochenende hat der Papst eine Lockerung des Kondomverbots angekündigt; Homo-Gruppen und Aidshilfen reagieren zurückhaltend und auch der Vatikan rudert zurück.

Am Samstag hatte der Vatikan eine Aussage von Papst Benedikt XVI. veröffentlicht, in dem er die Kondomnutzung in "begründeten Einzelfällen" für zulässig erklärte (queer.de berichtete). Dabei wurde aus Benedikts neuem Buch "Licht der Welt" zitiert, das in wenigen Tagen veröffentlicht wird. Den Zitaten zufolge können männliche Prostituierte unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Segen der Kirche Kondome verwenden, aber die Kondomnutzung sei nicht "die eigentliche Art, dem Übel der HIV-Infektion beizukommen". Die Zitate wurden von der amtlichen Vatikanzeitung "Osservatore Romano" verbreitet.

Am Sonntagabend hat Vatikan-Sprecher Federico Lombardi nach einem weltweiten Medienecho die Aussagen eingeschränkt: "Es handelt sich nicht um eine Revolution", erklärte der 68-Jährige. "Der Papst reformiert nicht die Linie der Kirche, sondern er unterstreicht sie vielmehr, indem er für den Wert und die Würde der menschlichen Sexualität als Ausdruck von Liebe und Verantwortung eintritt". Damit ist die 1968 von Papst Paul VI. veröffentlichte Enzyklika "Humanae vitae" weiterhin gültig. Die volkstümlich als "Pillenenzyklika" bezeichnete Kirchenverlautbarung besagt, dass Sex Katholiken nur erlaubt ist, wenn er der Fortpflanzung dient.

Keine historische Wende

Für den deutschen Lesben- und Schwulenverband kommt die päpstliche Stellungnahme viel zu spät: "Die Medien sprechen von einer 'historischen Wende'. Wir meinen, historisch ist daran nur, wie lange die Katholische Kirche gebraucht hat, um auf Aids die ethischen Maßstäbe anzuwenden, die sie auch sonst vertritt", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. Die Kirche habe nie Probleme gehabt, "gerechte Kriege" oder das Töten von Menschen in Notwehr zu rechtfertigen. "Nur bei Aids durfte es keine Abwägung geben", bedauert Bruns.

Die Deutsche Aids-Hilfe betrachtet die Äußerungen des Papstes als einen "wichtigen Schritt im Kampf gegen HIV und Aids": "Erstmals gestattet die Katholische Kirche ihren Gläubigen den Gebrauch von Kondomen zur HIV-Prävention. Wir hoffen, dass dies erst der Anfang ist hin zu einer zeitgemäßen Haltung für eine selbstbestimmte Sexualität", sagte DAH-Vorstandsmitglied Tino Henn. Ziel müsse die "wirksame Verhütung vor ungewollten Schwangerschaften und vor sexuell übertragbaren Krankheiten" sein.

Der kirchenkritische Tübinger Theologe Hans Küng hält die Äußerungen des Papstes lediglich für eine "taktische Anpassung". Schließlich habe sich die Kirche mit dem absoluten Kondomverbot zuvor lächerlich gemacht: "Eine grundsätzliche Wende wäre es, wenn Benedikt nicht nur männlichen Prostituierten eine Antwort gäbe, sondern heterosexuellen Ehepartnern: Dass die katholische Kirche endlich davon abrückt, dass Empfängnisverhütung unsittlich sei", so Küng in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Schließlich stehe selbst in der Bibel nichts von einem solchen Verbot: "Es handelt sich faktisch um eine falsche Ableitung aus der Naturrechtslehre, als ob jeder Geschlechtsverkehr auf Fortpflanzung ausgerichtet sein müsse". (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 jojoAnonym
  • 22.11.2010, 15:12h
  • von etwa tausend verschiedenen situationen, in denen es sinnvoll und moralisch geboten ist, ein kondom zu verwenden, hat der papst jetzt eine einzige mit vielerlei einschränkungen anerkannt - und bei der gelegenheit noch mal klargestellt, dass er die menschen, die sich nicht an die moralvorstellungen seines kultes halten, in aller regel für egoistisches gesocks hält, das von niederen trieben gesteuert in einer moralfreien zone dahinvegetiert.

    das ist in der tat keine revolution. das ist im gegenteil ein zeugnis der realitätsverweigerung und der arroganz, das jeden modernen menschen beschämen sollte.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 P.P.PasoliniAnonym
  • 22.11.2010, 15:25h
  • Bald Salò in Düsseldorf?

    Mit Geschlechtsverkehr der nicht auf Fortpflanzung ausgerichtet sein müsse?
    Mit Kondomen?

    casaubon.tv/oho/wp-content/images/2007/04/02.jpg

    Böser Scherz... (wahrscheinlich?!)

    ".. Spätestens seit der Rehabilitierung der Piusbrüder mit einem Holocaust-Leugner an der Spitze ist klar, welchen Einfluss extrem konservative Kreise in der Kirche innerhalb weniger Jahre gewonnen haben. Was im engen Kreis der Herrenabende oder der Redaktionsrunden der Zeitungen und Zeitschriften, für die ich gearbeitet habe, anfangs noch diskret ausgetauscht wurde, ist nun von leitenden Klerikern zur offiziellen Doktrin der katholischen Kirche erklärt worden...

    ...Man redet über eine angebliche jüdische Weltverschwörung oder über die Frage, wie man die Kirche von Emanzen, Freimaurern und Homos freihalten kann. In Düsseldorf gab es viele Jahre "Herrenabende", die ein Steuerprüfer organisierte. Sie wurden zunehmend zum Lebenszentrum eines rechtskatholischen Netzwerks. Bei einem der Treffen, zu denen auch regelmäßig hohe Kleriker kamen, regte sich mein Tischnachbar, ein emeritierter Universitätsprofessor, über die Schwulenparaden zum Christopher Street Day auf: "Statt sich in eine Ecke zu stellen, sich zu schämen und ganz einfach die Fresse zu halten, gebärden sie sich wie wild gewordene Schweine."..."
    Diese Gruppen achten genau darauf, wer eingeladen wird. Sie haben sehr noble Tagungshäuser, manchmal stehen ehemalige Adelssitze zur Verfügung, oder man trifft sich in edlen Hotels. Alte Herren rauchen dann dicke Zigarren, trinken teure Rotweine und speisen gut. Es ist eine Parallelwelt, in der man der Moderne trotzen will...

    www.spiegel.de/spiegel/0,1518,730372,00.html

    Da muss ja richt aufpassen.

    www.tip-berlin.de/files/mediafiles/29/Salo.jpg
  • Antworten » | Direktlink »
#3 LarsAnonym
  • 22.11.2010, 16:55h
  • Antwort auf #2 von P.P.Pasolini
  • Naja dieser Berger scheint auch keine super Quelle zu sein, wenn er, obwohl selbst schwul, so homophob ist und schwul sein mit Verweiblichung vergleicht:

    Zitat: " Viele Schwule finden sich in den klaren Hierarchien der Männerwelten katholischer Riten wieder. Ich habe bei Klerikern ein extrem verweiblichtes Verhalten kennengelernt, das ich von bestimmten Schwulenszenen sehr gut kannte. Da gibt man sich gegenseitig Frauennamen, legt größten Wert auf klerikale Gewandungen in allen Farben. Man denke nur an die Kosenamen, die sich Bischof Walter Mixa und sein befreundeter Heimleiter gaben: "Hasi" und "Monsi".
    Das die absolute Mehrheit der Schwulen sich NICHT klerikal oder weiblich kleidet,( im Gegenteil dazu gibt es auch heterosexuelle Transvestiten) und sich KEINE weiblichen Vornamen gibt, darauf geht er nicht ein.

    Dabei ist es wichtig den heterosexuellen Lesern endlich mal klar zu machen das Schwule nicht halbe Frauen sind. Viele haben noch dieses Vorurteil und mit solchen Äußerungen wirft er Öl ins Feuer.


    Das einzige was sein kann das sich schwule Männer durch den Verein angezogen fühlen ist das Zölibat, wenn sie in homophoben Gegenden leben, und dadurch das es ein "Männerverein" ist. Aber nicht durch die Gewänder die dort getragen werden...
    Das wäre ja noch schöner, schwule Männer wählen den Beruf Priester weil sie dann Kleider tragen können...was für ein Schwachsinn!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MarekAnonym
  • 22.11.2010, 17:18h
  • Antwort auf #2 von P.P.Pasolini
  • Das Foto aus deinem letzten Link ist aber nicht aus dem Spiegelartikel.
    Woher willst du wissen das es bei diesen rechtskatholischen Herrenabenden leichte Frauen gab? Vielleicht waren es eher junge Männer die sie gerne um sich hatten? In dem Artikel geht es schließlich um (unterdrückte) Homosexualität in der RKK.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 P.P.P.Anonym
  • 22.11.2010, 17:38h
  • Antwort auf #3 von Lars
  • Für die von ihm beschriebenen Milieus ist er eine
    Super-Quelle. Wobei nun weniger eine Quelle, eher ein mega bigger splash.

    Ich kannte einen im Ausland politisch vorbestraften Geistlichen. Vor Jahrzehnten fand er meine lockige Haapracht und mein liebreizendes Lächeln unwiderstehlich.

    Er gab den Hl. James (Bond) der wirklichen Weltenlenker, sah aus wie Louis de Funès mit einer Ganzkörper-Überdosis Butox und blies sich mir gegenüber mit politischer und klerikalfaschistischer Interna auf.

    Die Erzählungen waren so gut, dass man immer noch die neueren Teile seiner Netzwerke recht schnell auffinden kann.

    Auf den Faible für junges Fleisch möchte ich noch hinweisen.

    Da stehen hier demnächst zwei gehobene Rom-Fahrten an. Nicht ganz so üppig wie ein Ärzte-Kongress durch den Pharma-Riesen?
    Aber für engelhafte gläubige Jungs beeindruckend.

    Ich werde lauschen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 P.P.P.Anonym
#7 LümmeltüteAnonym
  • 22.11.2010, 20:15h
  • Mal ehrlich: wer fragt den Papst vor dem Pimpern ob der sich´n Gummi über den Lümmel ziehen darf? Also wen interessierts? Ist wohl nur ne PR-Masche um etwas "moderner" dazustehen, damit nicht so viele aus der Kirche austreten.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 smallAnonym
  • 22.11.2010, 21:26h
  • Antwort auf #7 von Lümmeltüte
  • Was ist das denn jetzt? Stricher dürfen im Job nen Kondom verwenden....
    Wenn da mal nicht der Selbstschutz die Oberhand gewinnt. Potentielles Klientel, der Klerus und der muss erhalten und geschützt werden....

    Ansonsten hat das etwa die Qualität von: Bei Hexenverbrennungen am besten in den vorderen Reihen die Kleidung benetzen, damit nicht etwa durch Funkenflug ein "Unschuldiger" zu schaden kommt.... *kotzwürg*
  • Antworten » | Direktlink »
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.11.2010, 22:01h
  • Dann war also die Lockerung des Kondomverbotes nur ein Strohfeuer? Mir ist speiübel!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Timm JohannesAnonym
  • 23.11.2010, 00:24h
  • Unsere Klemmschwester Ratzinger ist echt keine moralische Instanz für mich.

    Wenn dann höre ich lieber lutherischen Bischöfen wie der Lesbe Eva Brunne in Stockholm zu oder der anglikanischen, lesbischen Bischöfin Mary Glasspool.

    Aber katholischen Bischöfen und Päpsten beim Thema Sexualität, Familienplanung und Abtreibung zuzuhören, ist vollkommen deplaziert; gerade katholische zölibatäre Kleriker haben doch nun wirklich keine Ahnung und ausreichende Lebenserfahrung zu diesen Themen.

    Solange dort im katholischen Klerikerstand am Pflichtzölibat festgehalten wird, der im Mittelalter zur Verhinderung von Simonie eingeführt wurde, sehe ich für die katholische Kirche "schwarz". Das Pflichtzölibat passt nicht ins 21. Jahrhundert und verursacht eklatanten Priestermangel in Industriestaaten. Auch die Ausgrenzung von Frauen als katholische Priesterin ist ethisch und theologisch nicht vermittelbar. Da können die Katholiken noch viel von den Lutheranern, Reformierten, Anglikanern, Methodisten und Altkatholiken lernen.
  • Antworten » | Direktlink »