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(Bild: Wiki Commons / Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern - Landeskirchenamt / PD)

Die Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern hat gebilligt, dass lesbische oder schwule Pfarrer mit ihrem gleichgeschlechtlichen Lebenspartner im Pfarrhaus wohnen dürfen.

Im Kirchenparlament stimmten von den 108 Mitgliedern nur fünf gegen den Antrag, fünf weitere enthielten sich der Stimme. Zuvor hatte der Landeskirchenrat die Aufhebung des Wohnverbots beschlossen, weil die Kirche bereits jetzt homosexuelle Beziehungen von Pfarrern zulässt (queer.de berichtete). Deshalb sei es inkonsequent, das Zusammenleben des Paares zu verhindern, so Landesbischof Johannes Friedrich. Verpartnerte Pfarrer müssen sich das Recht auf Zusammenleben aber künftig zunächst von der Kirchenführung genehmigen lassen. Bislang hätten sich fünf Paare bei der Landeskirche gemeldet, die gerne zusammenleben wollen, erklärte Friedrich. Er geht davon aus, dass sich in den kommenden Monaten noch weitere Pfarrer melden werden.

Leitbild bleibt die Hetero-Ehe

Pressesprecher Johannes Mirkus zeigte aber sofort die Grenzen der Toleranz unter den bayerischen Lutheranern auf. So sei die eingetragene Lebenspartnerschaft, die Voraussetzung für das schwul-lesbische Zusammenleben im Pfarrhaus sind, nach wie vor die schlechtere Lösung als die traditionelle heterosexuelle Ehe: "Ehe und Familie sind das Leitbild des Zusammenlebens. Dieses Leitbild muss vertreten werden, auch wenn die eigene Lebensform sich davon unterscheidet", heißt es in der offiziellen Pressemitteilung.

Bei der nächsten Herbsttagung in einem Jahr soll das Thema Homosexualität bei der Landessynode wieder auf dem Plan stehen. Dann soll die jetzige Regelung überprüft werden.

In den meisten Landeskirchen - etwa in Württemberg - dürfen Schwule nicht mit ihrem Partner zusammenleben. Kritiker der Regelung erklärten, dass schwule evangelische Pfarrer oder lesbische Pfarerinnen dadurch ohne Not gezwungen werden, ihre Beziehung geheim zu halten. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

37 Kommentare

#1 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 26.11.2010, 12:49h
  • Wohl gemerkt gebilligt, unter bestimmten Voraussetzungen. Billigung ist nicht mit Akzeptanz zu verwechseln, wie das unser Forenpastor immer wieder tut. Billigung ist Beleidigung.
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#2 jojoAnonym
  • 26.11.2010, 12:59h
  • "Ehe und Familie sind das Leitbild des Zusammenlebens. Dieses Leitbild muss vertreten werden, auch wenn die eigene Lebensform sich davon unterscheidet"

    aha. wenn das perverse gesocks schon zusammenleben muss, dann soll es wenigstens nicht annehmen (oder gar predigen!) dürfen, das sei jetzt wirklich normal. ich weiß ja nicht... unter echter akzeptanz stelle ich mir irgendwie was anderes vor.

    ich glaube, ich werde wirklich nie verstehen, mit welchen knoten in der selbstachtung manche menschen sich arrangieren - und sich dabei womöglich noch einreden, sie trügen ihren kopf wirklich aufrecht.
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#3 stephan
  • 26.11.2010, 13:42h
  • Echt ein Witz! ... Ganz super Sache!

    Man beachte: Wir akzeptieren Anfang des dritten Jahrtausends, dass die ev. Kirche sich so ein Übermaß an Toleranz an die Brust heften kann ...

    Das wird nur noch getoppt von der großzügigen Genehmigung des Papstes unter bestimmten Umständen Kondome benutzen zu dürfen.

    Ich welcher Welt leben wir eigentlich, dass wir es den Vertretern von sog. 'religiösen' Anschauungen solche Rechte einräumen? Eine echt bekloppte Welt! Muss wohl an den Menschen und ihren beschränkten Geistesgaben liegen!
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#4 goddamn. liberalAnonym
  • 26.11.2010, 14:04h
  • Antwort auf #3 von stephan
  • In welcher Welt wir leben, hat ja der jüngste UN-Beschluss gezeigt. In welchem Land wir leben, kann ich aber auch sagen: In einem Land des Eliten-Klerikalismus. Das ist seit der deutschen Einheit nicht besser geworden: siehe Lieberknecht, Matschie, Göring-Eckhardt etc. (halbwegs humane Evangelen), aber auch die fromme Blockflöte Althaus (Katholen-Klerikalinski, auf homophober Rom-Linie). Ich vertrete die These, dass es mit der Lebenspartnerschaft nichts geworden wäre, wenn die HUK nicht vorher Segnungen in einigen wenigen 'liberalen' Gliedkirchen der EKD durchgesetzt hätte.( Meine EKiR war da auch Bundes- wie auf Landesebene Vorreiter vor dem Staat). Nur mit dieser 'Legitimation' im Rücken konnte die rot-grüne Politik Mut fassen (wers fassen kann, der fasse es). Insofern ist die Verknüpfung von Lebenspartnerschaft und Pfarrhaus in Bayern ein nicht unbedeutender Legitimationsschritt, den man gegen die kath., vor allem aber gegen die evangelikale Vernichtungs-Hetze taktisch gut nutzen kann. So sind die Spielregeln in Deutschland. Leider!
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 26.11.2010, 14:20h
  • @SuperMario
    Gleichgeschlechtliche verpartnerte Paare in den Pfarrhäusern werden in Bayern akzeptiert und nicht wie du falsch mitbekommen und gelesen hast "nur" gebilligt. Die EKD-Leitung hatte dies bereits im September 2002 offiziell beschlossen und als Empfehlung an die Landeskirchen in der EKD herausgegeben. Und nun also auch die Landeskirche Bayern, wie zuvor in den letzten Jahren eine Reihe von anderen Landeskirchen in der EKD.

    Die Entscheidung in Bayern ist natürlich sehr zu begrüßen und sehr löblich, insbesondere da es ein innerkirchlich demokratischer Beschluss ist und es nur fünf Gegenstimmen bei 108 Mitgliedern gab.

    ---
    Was hier unsere Atheistenfront im Queer-Forum angeht:

    Euch ärgern doch die Fortschritte in bestimmten Kirchen masslos, denn es passt nicht in euer Konzept. Und in Wahrheit schadet ihr den homopolitischen Zielen der Anerkennung homosexueller Paare in der Gesellschaft, da ihr durch Euer Verhalten verhindern wollt, das die protestantischen, anglikanischen und altkatholischen Kirchen immer offener und ehrlicher im Umgang mit homosexuellen Paaren werden.

    Vielleicht ist der eigentliche Feind hier nicht unsere Fundis im Bereich der Katholiken und Evangelikalen, sonderne unsere Atheisten, die keine liberalen Kirchenleitungen haben wollen, da es ihre Position in ihrer Argumentation der ach so homophoben Kirchen schwächt.

    Es fällt schon sehr auf, wie hier die Atheisten im Forum schäumen und angeblich homopolitisch ambitioniert sind, aber in Wahrheit Fortschritte in den Kirchen behindern wollen.

    Als homosexueller Lutheraner freue ich mich natürlich über diesen Synodenbeschluss in Bayern. Da kann der Vatikan noch viel von uns Lutheranern lernen.
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#6 bleib soAnonym
#7 Mariposa Anonym
  • 26.11.2010, 14:52h
  • Antwort auf #5 von Timm Johannes
  • Hey, kaum zu glauben, aber ich muß Timm Johannes diesmal zu fast 100 Prozent zustimmen !!!

    Mir geht die plumpe Atheistenfront hier immer mehr auf den Senkel - warum wird hier nicht akzeptiert, daß es auch in der Regenbogenfamilien viele gläubige Christen und Christinnen gibt ??? Da ist eine freie Entscheidung, es geht hier nicht um "Zwangsmission". Was Schwester Benedicta oder die Evangelikalenfront von sich geben, ist vollkommen irrelevant. Ich kann gut zwischen Jesus und seinem Bodenpersonal unterscheiden.

    Der Beschluß der bayerischen Landeskirche ist zu begrüßen. Ich hoffe nur, daß in erster Linie die seelsorgerischen und theologischen Fähigkeiten eines Pfarrers im Vordergrund stehen und nicht sein Privatleben. Kritik verdient allerdings die Aussage, daß das "Leitbild der Ehe" der Mittelpunkt der Lejre sein soll. Da beziehe ich mich auf Matthäus 19, wo Jesus ausdrücklich andere Lebensweisen hervorhebt und ihnen das Himmelreich verspricht (nach heutigem Verständnis könnte er damit auch LBGT-Leute damit meinen - er erwähnt nämlich die Eunuchen, die waren im Altertum nämlich mitunter auch schwul).
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#8 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 26.11.2010, 15:15h
  • Antwort auf #5 von Timm Johannes
  • Akzeptanz drückt ein zustimmendes Werturteil aus, ist also das Gegenteil von "schlechtere Lösung".

    Deine Lieblingssekten sind mir für sich genommen sowas von scheißegal.
    Mich ärgert, dass kein Politiker wirkliche Anstalten macht, die Trennung von Kirche und Staat voranzutreiben, sodass sich bestimmte Sekten immer wieder in Lebensbereiche einmischen können, die sie nichts angehen und dann natürlich die Sekten, die dieses “Recht“ für sich in Anspruch nehmen.

    Steigere dich ruhig weiter in deinen Verfolgungswahn hinein. Haste nicht schon mal daran gedacht, dass es vielleicht Aliens sind, die die Anerkennung verhindern?
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#9 jojoAnonym
  • 26.11.2010, 15:36h
  • Antwort auf #5 von Timm Johannes
  • emanzipatorischer fortschritt wird am wirksamsten verhindert, indem man ein kleines krümelchen zur torte erklärt.

    du, timm, redest hier ja oft und gerne von der "theologischen akzeptanz der homosexualität", die die ekd angeblich schon verwirklicht hat. bitte nenne mir mal eine offizielle quelle, die das wirklich bestätigt.
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#10 daVinci6667
  • 26.11.2010, 16:09h

  • Vielleicht liegt mehr als Billigung auch bei der evang. Kirche nicht drin, da man die Ökumene nicht gefährden will? Einfach traurig. Obwohl es ja eigentlich immer wieder solche keine Fortschrittchen gibt, von wirklich völliger Gleichbehandlung sexueller Orientierungen ist auch die evag. Kirche noch weit entfernt. Für mich sind solche Stories immer wieder eine Bestätigung, dass mein Austritt mit 16 gegen den Widerstand meiner Eltern richtig war.
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