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Das Opfer erlitt Stiche in Lunge und Milz sowie Schnittverletzungen im Gesicht. (Bild: The Ewan / flickr / by-sa 2.0)

Die Jugendkammer des Landgerichts Stralsund hat einen 20-Jährigen zu vier Jahren Jugendhaft wegen Totschlags verurteilt, weil er Anfang April einen Cruiser in einem Waldstück erstochen hatte.

Der Angeklagte hatte im Prozess zugegeben, den Mann getötet zu haben. Im Prozess sagte der an Depressionen leidende junge Mann aus, dass er ursprünglich am Ostersonntag mit seinem Mofa zum Parkplatz an einem Waldgebiet nahe Greifswald gefahren sei, um sich selbst zu töten. Nachdem er erfolglos versucht hatte, seine Pulsadern aufzuschneiden, sprach ihn das spätere Opfer an. Der 47-Jährige suchte nach einem Sexpartner. "Sie wollten vernichten, was Sie stört und belästigt", sagte Richter Wolfgang Loose nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa zum Täter. Er verurteilte ihn wegen Totschlags in einem minderschweren Fall.

Täter kommt in Psychiatrie

Der Täter gilt als hochgradig selbstmordgefährdet und wird daher zunächst in einer Psychiatrie für Straftäter untergebracht. In U-Haft hatte er einen weiteren Suizidversuch unternommen – den vierten in seinem Leben. Trotz der psychischen Probleme sei eine Gefängnisstrafe "nicht entbehrlich", erklärte Richter Loose. "Es muss Ihnen vor Augen geführt werden, welches Unrecht Sie begangen haben". Die verbrachte Zeit in der psychiatrischen Klinik wird auf die Haftstrafe angerechnet. Der Täter war wegen seines psychischen Zustandes vermindert schuldfähig. Am Tatzeitpunkt stand er zudem unter dem Einfluss von Medikamenten und Betäubungsmitteln.

Kurz nach der Urteilsverkündung hat Verteidiger Jost von Glasenapp Revision vor dem Bundesgerichtshof angekündigt. Er will erreichen, dass der Täter nach seiner Therapie keine Haftstrafe mehr absitzen muss: "In Hinblick auf den Erziehungsgedanken des Jugendstrafrechts ist ein solches Vorgehen kontraproduktiv", sagte von Glasenapp.

Das Opfer erlitt Stiche in Lunge und Milz sowie Schnittverletzungen im Gesicht. Zwei Parkplatzbesucher, die seine Schreie hörten, leisteten kurz nach der Tat erste Hilfe. Die Verletzungen waren aber so schwerwiegend, dass der Mann zwei Stunden später im Krankenhaus verstarb. (dk)



#1 RalfAnonym
#2 EnyyoAnonym
  • 02.12.2010, 11:24h
  • Ja nee, is klar - der Ermordete wollte mit Sicherheit Sex von einem jungen Mann, den er mit angesetztem Messer an den Pulsadern im Wald antrifft.

    Vielleicht hat er versucht, ihn vom Selbstmord abzuhalten?

    Und der Psycho und sein ehrgeiziger (Pflicht-?) Verteidiger sind hell genug, die angebliche sexuelle Belästigung als erheblichen Strafminderungsgrund ins Feld zu führen.

    Was sagt eigentlich die Staatsanwaltschaft zu dem befangenen Richter?

    Ist ja schon eine Hammer-Aussage, wenn sie so statt gefunden hat: »Sie wollten vernichten, was Sie stört und belästigt", sagte Richter Wolfgang Loose nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa zum Täter. Er verurteilte ihn wegen Totschlags in einem minderschweren Fall.«

    Naja, da der Mörder es wahrscheinlich nie schaffen wird, den Grund des Übels zu beseitigen und endlich Nägeln mit Köppen zu machen, kann er ja bald wieder los legen!

    So, macht mich rot!
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#3 FranziAnonym
  • 02.12.2010, 11:52h
  • Totschlag in einem minderschweren Fall ?! Gehts noch ?!

    Da kann also jeder "Psycho" - der einen an der Waffel hat - losgehen und "wahllos" töten !?

    Unverständlich für mich auch die Aussage des Verteidigers, der Revision vor dem Bundesgerichtshof ankündigte !! :-(

    Hier müsste der Staatsanwalt mehr "Eier in der Hose" haben, und "Sicherungsverwahrung" nach der "Haftstrafe" fordern !!

    Derartig "milde" Urteile führen doch (nachweislich)dazu, das Täter eben grad mal "just or fun" und aus purer "Mordlust" töten !!

    Erst neulich stand wieder in der Tagespresse Zitat O-Ton: "... ich wollte mal sehen, wie das ist, wenn ein Mensch stirbt!"

    (...)
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#4 FranziAnonym
#5 Diz!Anonym
  • 02.12.2010, 12:51h
  • Es geht nicht um Schwule, das Strafrecht ist oft merkwürdig. Siehe hier:

    tinyurl.com/34vgca7

    Nicht dass ch diese milden Urteile gut heiße, aber "Homophobie, Homophobie" zu brüllen ist nicht die Lösung.
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#6 NRWAnonym
  • 02.12.2010, 13:16h
  • Antwort auf #2 von Enyyo
  • Hm, das Opfer wollte Sex mit ihm...

    Vielleicht erst mal die Vorgeschichte Recherchieren und dann Kommentieren...

    Naja, nun kann er im Knast sich entweder ficken lassen oder sich umbringen.
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#7 eMANcipation*Anonym
  • 02.12.2010, 13:34h
  • Das Fazit "Schwulenmord zum Nulltarif" hatten wir schon, als der Fall vor einigen Wochen zum ersten Mal diskutiert wurde.

    Damals wurde ich noch angegriffen, weil ich auf das auffällige und sich auch hierzulande auffällig häufende "Gay Panic"-Verteidigungsmuster hinwies.

    Gibt es auch nur einen einzigen Zeugen für die angebliche "sexuelle Belästigung"???

    "Sie wollten vernichten, was Sie stört und belästigt."

    Diese Aussage des Richters ist geradezu skandalös und darf wohl ab sofort als Begründung für jedes Hassverbrechen gegen Schwule herhalten.

    Zumindest dafür, dass es sich dann um einen "minderschweren Fall von Totschlag" handelt!

    Vielleicht begreifen ja einige Status-quo-Verteidiger so langsam,

    wie DRINGEND wir zum Schutz unseres Lebensrechts und des Lebensrechts anderer diskriminierte gesellschaftlicher Gruppen

    nicht zuletzt vor solchen reaktionären und massiv die Opfer diskriminierenden Segmenten der deutschen Justiz

    endlich ein umfassendes Gesetz gegen Hassverbrechen brauchen, das diese ALS SOLCHE ächtet, strafrechtlich ahndet

    und die Spielräume schwulenfeindlicher Richter für die übliche Täter-Opfer-Umkehr maximal einschränkt!
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#8 eMANcipation*Anonym
  • 02.12.2010, 13:41h
  • Antwort auf #5 von Diz!
  • Dann soll sich die deutsche Gesetzgebung gefälligst zum Schutz von Menschen, die immer wieder durch Hassverbrechen in ihrem Lebensrecht bedroht sind,

    am europäischen Rechtsstandard orientieren und insbesondere Konsequenzen aus der eigenen Geschichte ziehen und Hassverbrechen einschließlich der ganz alltäglichen Hassrede endlich explizit und umfassend unter Strafe stellen!

    Rechtspolitische und -staatliche Maßnahmen müssen hier Hand in Hand gehen mit dem breit angelegten Diversity Mainstreaming, das bisher in Deutschland auch fast nirgendwo stattfindet!
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#9 LarsAnonym
  • 02.12.2010, 13:44h
  • Man reisst einen anderen Menschen mitten aus dem Leben, der nie wieder die Chance hat sein Leben weiter zuführen und deren Angehörige schwer leiden müssen, kriegt dafür lächerliche 4 Jahre??
    Ok bei dieser Tat handelte es sich um Totschlag ( trotzdem wird das Opfer nicht mehr lebendig!) aber selbst die lebenslänglichen Strafen bei Mord sind in Deutschland ca. 15 Jahre...das ist einfach lächerlich. Lebenslang sollte lebenslang bedeuten, stellt euch mal vor Angehörige, zb. Eltern eines Mordopfers müssen befürchten der Täter kommt irgendwann wieder raus.

    Oder auch bei versuchtem Mord, warum wird den Tätern nach den Haftstrafen nicht verboten sich im Umkreis ihres Opfers aufzuhalten?
    "Seit einem brutalen Raubüberfall 1996 sitzt Bianca Scholz vom Hals abwärts gelähmt im Rollstuhl....Was ihr schwer fällt, ist abzuschalten. Das war früher anders, als sie Volleyball spielte. Früher - das heißt im alten Leben, das zwei damals 16 und 18 Jahre alte Täter beinahe ganz vernichtet hätten, als sie sie vor einem Fitnessstudio niederstachen. Manchmal springt sie die Angst mit aller Gewalt an, da sie weiß, dass beide wieder auf freiem Fuß sind, schlimmer noch, beide in Kiel leben. „Ich weiß rein rational, die würden mir nichts wieder antun. Doch jetzt“ sagt sie leise, „hätte ich gar keine Chance mehr wegzulaufen“."

    www.kn-online.de/lokales/kiel/?em_cnt=94511
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#10 FloAnonym
  • 02.12.2010, 14:50h
  • Wieso wird ein 20-jähriger Erwachsener nach Jugendstrafrecht verurteilt. Ich weiß, dass das bis 21 im Ermessen des Richters liegt, aber das ist ein Unding.

    Und kaum sagt man, man wolle eigentlich sich selbst töten, ist es ein minderschwerer Fall. Das macht nur leider das Opfer auch nicht wieder lebendig.

    Und dann gibt es noch Verteidiger, die sogar Freispruch fordern...

    Diese lasche Bestrafung bei Mord muss endlich ein Ende haben!!
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