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Nationaltorfrau Nadine Angerer (Bild: Wiki Commons / Hullu poro / CC-BY-SA-2.0)

Die Fußballmänner halten sich noch versteckt, die Frauen sind da weiter: Deutschlands Nationaltorfrau Nadine Angerer outet sich in einem Interview als bisexuell.

Die Weltmeisterin von 2003 und 2007 sagte gegenüber dem "Zeit"-Magazin, dass für sie das Geschlecht bei der Partnerauswahl zweitrangig ist: "Ich persönlich bin da offen, weil ich der Meinung bin, dass es nette Männer und nette Frauen gibt, und weil ich eine Festlegung generell total albern finde." Auf die Nachfrage der "Bild"-Zeitung sagte Angerer, dass ihr Coming-out eigentlich keine große Sache sei: "Ich sehe darin überhaupt kein Problem, mich zu Frauen und zu Männern zu bekennen. Das ist für mich und mein Umfeld ja keine Neuigkeit. Deshalb kann ich mit dem Thema absolut entspannt umgehen."

Details aus ihrem Leben will sie aber trotz ihres öffentlichen Bekenntnisses nicht an die große Glocke hängen. So verrät sie nicht, ob sie mit einem Mann oder einer Frau liiert ist: "Das hat niemanden zu interessieren."

Die 32-jährige Angerer spielt für den deutschen Erstligisten 1. FFC Frankfurt, der im vergangenen Jahr den dritten Platz in der Bundesliga belegte. Richtig gut läuft es mit der Nationalmannschaft: Im kommenden Jahr will Angerer bei der Frauenfußball-WM in Deutschland den Titel zum dritten Mal in Folge gewinnen. Zur Erinnerung: Der letzte WM-Sieg der Herren liegt bereits über 20 Jahre zurück.

Bereits im letzten Jahr hat sich Ursula Holl, die Nummer 2 im deutschen Tor, in Köln mit ihrer Freundin verpartnert. Unter den Männern hat sich bislang aber noch kein einziger Profi geoutet. DFB-Chef Theo Zwanziger erklärte am Mittwoch, dass sein Verband jedes Coming-out unterstützen würde (queer.de berichtete). Allerdings sei dies schwierig, da in Fußballclubs "unterschiedlichste Kulturen" aufeinander träfen. Der deutsche Fußball - zumindest der männliche - sei hier erst "am Anfang des Weges". (dk)



25 Kommentare

#1 SCHWUL !!!Anonym
  • 03.12.2010, 13:29h
  • In diesem Stadium war ich zu Beginn meines inneren Coming-outs, so mit 17, auch mal.

    Zum Glück habe ich das damals nicht herumerzählt.
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#2 Micha86Profil
  • 03.12.2010, 13:40hDüsseldorf
  • War das nicht ein Zitat aus "Sex and the city":
    "Bisexualität ist nur eine Haltestelle auf dem Weg nach Gay-Town"?! :-)
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 03.12.2010, 13:47h
  • Inzwischen sollte aufgefallen sein, dass weibliche Homosexualität in dieser Gesellschaft anders behandelt wird als männliche.

    Dass junge Frauen unvergleichlich mehr Freiraum empfinden und effektiv haben, gleichgeschlechtliche Gefühle zuzulassen und damit auch den ersten und notwendigen Schritt zu einem möglichen inneren Coming-out zu machen, als junge Männer.

    Die letzten verfügbaren Zahlen der BZgA, wenn auch 2010 dank der totalen Ausgrenzung von Homosexualität aus dem Fragenkatalog "Jugendsexualität" nicht mehr aktualisiert, sind in dieser Hinsicht eindeutig.

    Es sind männliche Jugendliche, denen nicht zuletzt dank massenmedialer Bilderflut immer früher und immer aggressiver ein durch und durch heterosexistisches Männlichkeitsbild eingehämmert und dabei jedes homosexuelle Empfinden von Anfang an unterdrückt wird.

    Eine noch nie dagewesene soziale Kontrolle in Gestalt von Facebook & Co., wo sich insbesondere schon frühpubertierende Jungs vor ihrer Peer Group unmissverständlich zur Heterosexualität bekennen müssen, um nicht umgehend sanktioniert und gemobbt zu werden, tut ein übriges.

    Gerade die, die eher "geschlechtskonforme Mannerismen" zeigen, haben es damit immer schwerer, ihre Homosexualität in irgendeiner Weise zuzulassen, geschweigen denn zu entfalten. Der Mangel an entsprechenden Identifikationsfiguren - Fußball als DER gesellschaftlich vorgegebene "Männersport" ist hier ein ganz zentraler Bereich - trägt entscheidend zu dieser Unfreiheit bei.

    Warum schaffen schwule Medien in Deutschland es eigentlich trotz täglicher Meldungen über diesen Themenbereich nicht, zumindest mal in einem Interview mit Herrn Zwanziger kritische Fragen zu stellen und dabei auf geltende Standards in anderen europäischen Ländern zu verweisen, z. B. was die Ächtung und Ahndung schwulenfeindlicher Parolen und schwulenfeindlichen Verhaltens in Fußballstadien und -vereinen angeht? Das wäre dann nicht mehr nur Klatsch, der niemandem hilft, sondern ein minimal konstruktiver Beitrag!
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#4 jojoAnonym
  • 03.12.2010, 14:34h
  • was mich ja dezent annervt, ist dieses leicht arrogante gerede von "man liebt doch eine person und nicht das geschlecht", als sei es reine engstirnigkeit, die andere menschen homo- oder heterosexuell mache, oder als ginge es dem rest der welt einzig und allein nur um körperliches und nicht auch um die liebe zu einer person.

    aber ich verbuche diese aussagen mal unter: die hat es anscheinend eben _doch_ nötig, sich zu rechtfertigen, sonst würde sie nicht so reden.

    und natürlich gilt vor allem: fein, dass sich endlich mal eine traut!
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 03.12.2010, 14:43h
  • Antwort auf #4 von jojo
  • Und in Wahrheit ist das doch nichts anderes, als der Versuch, emanzipierte HOMOsexuelle durch die Hintertür wieder zurück ins heterrornormative Reich zu holen. Indem man ihnen einredet, dass die Hinwendung zum gleichen Geschlecht ja noch lange nicht bedeuten muss, deswegen gleich schwul (oder lesbisch) zu sein. Es braucht ja nur die (oder der) "Richtige" zu kommen... Aus Heteronormativität wird so Binormativität, und der Zugriff des überlegenen Hetero-Seins auf alle Menschen ist gesichert!
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#6 jojoAnonym
#7 real worldAnonym
  • 03.12.2010, 21:50h
  • Heteronormativität, Homonormativität, Binormativität? Wie wär's mal mit einer ganz einfachen "Die Welt ist bunt - Normativität".

    "Die Natur kennt keine scharfen Einteilungen. Nur der Mensch erfindet Kategorien und versucht, die Wirklichkeit in verschiedene Schubfächer zu zwingen. Alles Leben ist in jeder Hinsicht ein Kontinuum. Je früher wir dies im Hinblick auf das menschliche Sexualverhalten lernen, um so eher werden wir die Wahrheit über die Sexualität begreifen."

    Hmmh? Welcher Ahnungslose verzapft den bloß so einen Unsinn? Guckstu hier:
    www2.hu-berlin.de/sexology/ATLAS_DE/html/homosexueller_gesch
    lechtsverke.html
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.12.2010, 22:13h
  • Da sollten sich die männlichen Schrankschwestern mal ein Beispiel nehmen und endlich den ersten Schritt machen! Es gibt ein bekanntes Sprichwort: Reden befreit, Schweigen bedrückt!
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#9 EnyyoAnonym
#10 bananasEhemaliges Profil
  • 04.12.2010, 10:54h
  • Antwort auf #9 von Enyyo
  • Man weiß es nicht so genau, denke ich. Ein paar hundert Meter von meiner Wohnung, ist ein großes Sportzentrum, mit mehreren Fußballfeldern. Dort gibt es sogar Mädchenmannschaften, die im Verein organisiert sind. Also für Nachwuchs, auf dem Platz, ist offenbar gesorgt.
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