Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?13277

Ministerpräsident Wladimir Putin (Bild: World Economic Forum / flickr / by-sa 2.0)

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat in einem Interview mit CNN beklagt, dass Homosexuelle keinen Nachwuchs produzieren könnten - dennoch trete sein Land der Minderheit "ziemlich tolerant" gegenüber.

In einem einstündigen Interview befragte der US-Journalist Larry King den 58-jährigen Regierungschef eigentlich nach seiner Meinung zu Schwulen und Lesben im Militär. Offenbar hat Putin die Frage jedoch falsch verstanden und ging auf die demografische Entwicklung in Russland ein: "Wir versuchen händeringend, die Situation zu verbessern und können erste Erfolge vermelden". Zum ersten Mal in zehn bis 15 Jahren stabilisiere sich die Geburtenrate in seinem 17 Millionen Quadratkilometer großen Land. "Die Bevölkerung ist in diesem Jahr sogar etwas gestiegen", freut sich der starke Mann in Moskau. Dann ging er auf das Thema Homosexualität ein: "Gleichgeschlechtliche Ehe bringen - wie Sie wissen - keinen Nachwuchs hervor. Wir sind also ziemlich tolerant gegenüber sexuellen Minderheiten, aber wir denken, dass der Staat Reproduktion fördern soll. Er sollte Mütter und Kinder unterstützen und nach ihrer Gesundheit schauen."

Putin hatte bereits in der Vergangenheit Homosexuellen vorgeworfen, die Geburtenrate zu senken. So erklärte er 2007: "Meine Haltung zur Schwulenparade und zu sexuellen Minderheiten ist einfach. Sie hängt mit der Tatsache zusammen, dass eines unserer Hauptprobleme demografischer Natur ist" (queer.de berichtete).

Die ursprüngliche Frage von Larry King beantwortete Putin nach einer erneuten Nachfrage auch: Er erklärte, dass Homosexuelle im russischen Militär dienen dürften. Putin erwähnte allerdings nicht, dass schwule Soldaten von regelmäßigem Mobbing berichten, an dem sich auch Vorgesetzte beteiligen. Deshalb halten viele ihre sexuelle Orientierung lieber geheim.

Putin ist "traditioneller Orientierung"

In einem Interview Anfang des Jahres zeigte er sich pikiert, als ein italienischer Journalist nach seiner "Ehe" mit Präsident Dmitri Medwedew fragte. Putin antwortete: "Herr Medwedew und ich sind Menschen traditioneller Orientierung. Ich kann Ihnen das mit absoluter Sicherheit sagen". In Wirklichkeit hatte er auch hier die Frage missverstanden: Der Journalist fragte nach der "politischen Ehe" mit Medwedew (queer.de berichtete).

Wegen seiner restriktiven Homo-Politik musste Russland erst vor gut einem Monat eine herbe Niederlage vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof einstecken. Die Richter haben entschieden, dass das in Moskau und anderen Städten mehrfach ausgesprochene CSD-Verbot gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit verstößt. Russland hat sich - wie alle europäischen Staaten außer Kasachstan, Weißrussland und dem Vatikan - zur Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention verpflichtet. (dk)



14 Kommentare

#1 Leningrad CowboyAnonym
  • 03.12.2010, 16:25h
  • "Herr Medwedew und ich sind Menschen traditioneller Orientierung. Ich kann Ihnen das mit absoluter Sicherheit sagen" ...

    Ja, ja ... getroffene Hunde bellen - Putin ist ne 1A Schrankschwester ;-)))
  • Antworten » | Direktlink »
#2 ludmillaAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.12.2010, 22:16h
  • Herr Putin dreht seine Aussagen so, wie es ihn in dem Kram paßt. Wenn Rußland angeblich ja wie er sagt "ziemlich tolerant" ist, dann ist auch die Frage erlaubt, weshalb CSDs so verwerflich sind und von einigen Apparatschicks verboten werden!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 NicoleEhemaliges Profil
#5 DonnyDAnonym
  • 04.12.2010, 13:21h
  • Was ist von einem "Alpha-Rüden" schon anderes zu erwarten? Putin ist mit seinem übersteigerten Männlichkeitskult und seinen Reproduktionsphantasien doch nur noch peinlich.
    Was sagt er denn zum Personal seiner russisch-orthodoxen Kirche, welches sich ja offensichtlich ebenfalls nicht reproduziert? Da scheint ein ganz leicht anderer Maßstab angelegt zu werden.

    Im übrigen ist diesem "Mega-Macho" offenbar entgangen, dass eine rückläufige Geburtenquote eher an unwilligen Heten liegt, als an Schwulen und/oder Lesben. Vielleicht sollte er mal eine Zuchtprämie aussetzen. So ein Hirni.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 herve64Profil
  • 04.12.2010, 13:27hMünchen
  • Also, wenn Putin das Wort "tolerant" in seine verlogene Fresse nimmt, dann kann ich gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte! Abgesehen davon: was geht es diesen Wixer an, ob sich Homosexuelle reproduzieren können (wobei alleine diese Aussage schon sachlich falsch ist: hier geht es nicht ums "Können", sondern ums "Wollen")? Es hat eben nicht jeder Mensch den Ehrgeiz, sein eigenes Leben und seine eigenen Bedürfnisse hinter denen der Nachkommenschaft zurückzustellen, obwohl es da unter Schwulen und Lesben auch welche gibt. Aber was will man von einem Alpha-Rüden und Diktator anderes erwarten, zumal wenn er früher beim KGB war?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 motorradlerAnonym
#8 seb1983
  • 04.12.2010, 13:55h
  • Wenn er damit andeuten will dass Homosexualität 1993 immerhin legalisiert wurde und sowjetische Menschenexperimente wie Hormontherapien als Reintegration in den sozialistischen Schoß abgeschafft wurden... ok, dann ist Russland tatsächlich inzwischen "ziemlich tolerant".
  • Antworten » | Direktlink »
#9 julian21
#10 DonnyDAnonym