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Szene aus der Treasure-Island-Produktion "Built to Fuck" (Bild: Treasure Island Media)

In Kalifornien hat die US-Behörde für Arbeitssicherheit (OSHA) eine Geldstrafe in Höhe von 21.500 Dollar (16.200 Euro) gegen das Studio Treasure Island Media verhängt, weil es Darsteller in gesundheitliche Gefahr gebracht haben soll.

Das Pornobranchenmagazin XBIZ berichtet, dass die Behörde fünf Monate lang den Fall untersucht hat und dabei mehrere Verstöße gegen Gesundheitsauflagen festgestellt habe. So sollen Darsteller vom Studio nur unzureichend geschützt worden sein: "Die Mitarbeiter wurden Sperma und anderen infektiösen Stoffen ausgesetzt, sowohl während des Filmens als auch bei der Reinigung des Sets." Die OSHA kritisierte, dass das Filmstudio auf riskante Sexszenen setze, ohne vorher Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen: "Treasure Island Media hat praktisch nichts unternommen, um den Kontakt mit Blut oder Sperma zu minimieren. Einer der Gründe war, dass keine Schutzbarriere wie das Kondom verwendet wurde."

Treasure Island Media ist in der Vergangenheit oft wegen seiner Gruppensexszenen kritisiert worden, bei denen die Darsteller keine Kondome verwenden. In der kalifornischen Pornobranche sind Barebackszenen angesichts der hohen HIV-Infektionsraten unter amerikanischen Schwulen verpönt. So sind diese Filme bei etwa bei den prestigeträchtigen GayVN Awards automatisch disqualifiziert. Porno-Regisseurin Chi Chi Larue gilt als Vorreiterin der Ächtung von Barebackpornos. 2008 erklärte sei: "Ich habe Angst, dass mehr und mehr Darsteller ihre Gesundheit beim Dreh gefährden und falsche Vorbilder sind" (queer.de berichtete).

Aufregung um HIV-positiven Pornodarsteller

Dabei hat Treasure Island Media im vergangenen Monat für weitere Aufregung gesorgt: Das Studio teilte mit, dass in einem neuen Film erstmals ein HIV-Positiver ungeschützten Sex mit seinem negativen Lebenspartner haben werde (queer.de berichtete). Da der Darsteller eine retrovirale Therapie begonnen hat, ist seine Viruslast sehr gering - damit ist auch die Ansteckungswahrscheinlichkeit minimal. Diese Viruslastmethode wird auch von der Deutschen Aids-Hilfe anerkannt, bedarf aber einer ständigen Kontrolle (queer.de berichtete). Eine Sprecherin der OSHA erklärte, dass die Ankündigung nicht der Grund für die Geldstrafe gewesen sei, sondern bereits mehrfach Beschwerden über Treasure Island Media bei der Behörde eingegangen seien.

Das Pornostudio will die Strafe nicht akzeptieren und hat bereits Widerspruch eingelegt. Im kommenden Jahr wird es deshalb eine Anhörung vor Gericht geben. (dk)



#1 RobAnonym
  • 06.12.2010, 13:46h
  • Richtig so !!

    HIV ist immer noch ein großes Thema und Barebackpornos sind da die falschen Vorbilder.

    Was ich jedoch noch schlimmer finde als reine Barebackpornos sind die Filme z.B. von Eurocreme wo erst mit Gummi gefickt wird und hinterher gierig geschluckt wird was das Rohr her gibt. Hier entsteht der Eindruck schlucken ist ja gar nicht so schlimm höchstens so gefährlich wie küssen.

    Klar ohne Gummi ist geiler und schlucken ist auch nett wenn ich in einer festen Beziehung lebe und / oder den HIV Status meines Partners kenne aber ohne dieses Wissen ???

    Letztlich ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich und muss die Konsequenzen seiner Entscheidungen tragen. Aber der Spruch AIDS bekommt man nicht, AIDS holt man sich. hat leider nichts an seiner Aktualität verloren.
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 06.12.2010, 14:17h
  • Auch auf dem Bau gibt es Sicherheitsvorschriften. Schutzhelmpflicht z. B.

    Und: Ja, natürlich: Auch bei Hetero-Pornos sollen die Vorschriften gelten. Obwohl man eigentlich davon ausgehen sollte, dass Schwulenbewegten die Sicherheit der eigenen Leute noch wichtiger sein sollte als die der 'anderen', oder?
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#3 XDAAnonym
  • 06.12.2010, 14:48h
  • Ich finde es sollte generell eine Kondompflicht eingeführt werden.

    Die Aidshilfe disqualifiziert sich meiner Meinung nach ganz klar, wenn sie ungeschützten Sex unter HIV+ und HIV- teilweise befürwortet - auch unter Therapie und Kontrolle.
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#4 MIZAnonym
  • 06.12.2010, 15:22h
  • Antwort auf #3 von XDA
  • Wer soll denn diese generelle Kondompflicht überwachen? Soll dafür eine Art "Sittenpolizei" eingerichtet werden, die Dein Date-Verhalten z.B. bei Gayromeo überwacht und im entscheidenden Augenblick an Deiner Haustür klingelt: "Tschuldigung, dürfen wir mal sehen, ob sie sich auch ein Gummi über ihr Zipfelchen gezogen haben?"
    Und für wen soll die Kondompflicht gelten? Nur für Schwule oder für alle? Und wie halten wir es dann in unserer Gesellschaft mit der Reproduktion? Schlechterdings klappt das mit dem Gummi und der Fortpflanzung nicht.

    Wer soll denn bitteschön überwachen, was zwei Menschen in ihrem Schlafzimmer miteinander machen?

    Eine ziemlich dumme Idee.......
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#5 XDAAnonym
#6 ImanuelCortezProfil
  • 06.12.2010, 15:47hKarlsruhe
  • Kondompflicht ...

    So ein Schwachsinn - wann kappiert man ENDLICH das Regeln und Verbote NICHTS ändern !

    Aufklären und dann dem Menschen selbst überlassen was er mit seinem Leben anfängt !

    Als nächstes kommt doch dann das Verbot auch im privat Leben : und wir sitzen alle im Knast wegen unerlaubten Samen in Darmbesitz!

    Wenn die Pornoindustrie Auflagen bekommt verlagert sich diese nur aus den USA komplett nach Osteuropa & dort barebacken die Protagonisten sicher vermehrt nicht freiwillig sondern auch oft aus Verzweiflung.
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#7 Porno-KonsumentAnonym
  • 06.12.2010, 16:22h
  • Es ist schon merkwürdig, dass die Pornobranche von einigen immer noch als etwas anderes gesehen wird, als sie faktisch ist:

    Für mich ist sie eine Branche, die Sexarbeiter beschäftigt, sie bestenfalls fair bezahlt und - wie jedes andere "seriöse" Unternehmen auch - eine Sorgfaltspflicht für ihre Mitarbeiter hat.

    Wie ein Autohersteller darauf zu achten hat, dass ein Lackierer mit Atemschutz arbeitet, um die gesundheitsschädlichen Lack-Dämpfe nicht einzuatmen, so hat auch eine Porno-Produktionsfirma dafür zu haften, dass ihre Mitarbeiter keinem unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiko bei der Arbeit ausgesetzt werden.

    Mein Wunsch wäre eine Gewerkschaft der Sexarbeiter, die u.a. eine Kranken- und Unfallversicherung durchsetzt und ... die erste erfolgreiche Klage eines Darstellers, der auf Druck seiner Produktionsfirma bareback arbeitete und für den Rest seines Lebens durch HIV massiv in seiner Lebensführung eingeschränkt wird.

    Illusion? Mag sein, aber schließlich haben wir bald Weihnachten und da wird man sich doch wohl noch 'was wünschen dürfen?

    PS Wer die - im knallharten Wettbewerb untereinander stehenden - Porno-Produktionsfirmen immer noch idealisiert, lebt in einer Scheinwelt. Es handelt sich um Arbeit, um Vermarktung, Verdrängung und Millionen-Umsätze ... allerdings reich ... werden die Darsteller kaum, die Produzenten schon, wenn sie skrupellos genug sind.
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#8 MIZAnonym
  • 06.12.2010, 16:29h
  • Antwort auf #5 von XDA
  • Gut, aber dann solltest Du auch von Kondompflicht in Pornofilmen sprechen und nicht von einer generellen Kondompflicht. Das kann eben schnell missverstanden werden.

    Inhaltlich teile ich aber auch das nicht. Es würde nur dazu führen, dass kondomlose Pornos dann woanders gedreht würden, wo die Bedingungen für die Darsteller u.U. noch schlechter sind.

    Da ist nix bei gewonnen.....
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#9 seb1983
  • 06.12.2010, 16:44h
  • Antwort auf #7 von Porno-Konsument
  • Porno Labels für HIV Infektionen haftbar zu machen ist, schon rein finanziell, völlig aussichtslos.
    Labels für ihre Darsteller haften zu lassen hieße praktisch bareback Produktionen etc. zu verbieten. Zugegeben vielleicht ein recht eleganter Weg.
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#10 De_Gelderlander
  • 06.12.2010, 16:48h
  • Kondompflicht hin oder her - wenn es darum geht, BarePiormos zu produzieren, weichen die Produzenten auch nach Osteuropa aus.

    Zumal die Produktionskosten dort viel niedriger sind und die Darsteller auch weniger Geld wollen.

    Im Endeffekt ist es doch so, das die Nachfrage das Angebot regelt. Wenn es Kunden gibt - und es sind sicher nicht nur ein paar hundert - die BarePornos sehen wollen gibt es auch Firmen die die produzieren.
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