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Schwule Jugendliche kennen Handschellen besser als ihre heterosexuellen Mitschüler (Bild: JSmith Photo / flickr / by-nd 2.0)

Einer neuen US-Studie zufolge besteht für lesbische, schwule und bisexuelle Teenager eine 40 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, von der Schulleitung oder Gesetzeshütern bestraft zu werden, als für die heterosexuellen Mitschüler.

Homosexuelle Jugendliche verhielten sich aber nicht krimineller als andere Gleichaltrige, erklärte Studienleiterin Kathryn Himmelstein von der renommierten Yale-Universität. Über die Gründe kann sie nur spekulieren: "Es heißt nicht, dass die Jugendlichen vorsätzlich diskriminiert werden. Ich denke nämlich schon, dass die meisten Menschen, die im Jugendbereich arbeiten, ihre Schützlinge fair behandeln wollen. Aber unsere Ergebnisse zeigen, dass das nicht klappt", so Himmelstein in der "Washington Post". Sie sei von den großen Unterschieden überrascht worden und bezeichnete diese als "besorgniserregend".

Besonders Lesben betroffen

Die Diskrepanz ist dabei bei Lesben und bisexuellen Mädchen besonders groß. Sie wurden beispielsweise mehr als doppelt so häufig festgenommen als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossinnen. Himmelstein vermutet, dass sie härter bestraft werden, weil sie oft nicht dem gesellschaftlichen Idealbild eines jungen Mädchens entsprachen und Erwachsene darauf offenbar mit Feindseligkeit antworteten.

Die US-Medien haben in den letzten Monaten immer wieder über junge Schwulen berichtet, die sich nach anhaltendem Mobbing das Leben nahmen. Daher haben Homo-Aktivisten den Videokanal It Gets Better, in dem Prominente den Jugendlichen Mut zusprechen. Auch Präsident Barack Obama beteiligte sich an diesem Projekt (queer.de berichtete).

Himmelstein hat nationale Befragungen von Siebt- bis Zwölftklässlern aus den Jahren 1994 bis 2002 ausgewertet. Von den 15.000 Teilnehmern bezeichneten sich 1.500 als schwul, lesbisch oder bisexuell. Sie untersuchte dabei etwa, wie oft Jugendliche verhaftet oder der Schule verwiesen worden sind. Die Ergebnisse ihrer Studie hat sie am Montag im Fachmagazin "Pediatrics" veröffentlicht. (dk)



13 Kommentare

#1 steephAnonym
  • 06.12.2010, 17:15h
  • Heißt das man kann sagen, zehn Prozent der amerikanischen Siebt- bis Zwölftklässler halten sich für homo- oder bisexuell? Oder sind es? Das ist doch deutlich mehr als ich dachte. Irgendwelche Erklärungsversuche? (Oder bin ich vllt. der einzige, den das überrascht :))
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#2 AndreasAnonym
  • 06.12.2010, 17:30h
  • Antwort auf #1 von steeph
  • Dich überrascht es ernsthaft das ca. 10 Prozent der Bevölkerung homo- oder bisexuell orientiert sind?
    Die heterosexuelle Norm ist gesellschaftlich so übermächtig, das alles was nicht erkennbar und/ oder geoutet homo- oder bisexuell ist, automatisch als heterosexuell wahrgenommen wird.
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#3 eMancipatiönchenAnonym
  • 06.12.2010, 21:11h
  • Und wo bleibt nun der uns allen bekannte Beitrag von eMANcipation*, den wir theoretisch auch eben selbst aus alten Texten kopieren und veröffentlichen könnten? Hier passt das doch mit dem heterodingens Terror wie geschmiert!
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#4 ämangtsüpatzionAnonym
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.12.2010, 21:39h
  • Yale ist eine der Universitäten mit Weltruf. Was das Ergebnis dieser Studie angeht, ist es einfach nicht nachvollziehbar, daß Heten hier viel besser als LGBTler wegkommen. Es ist nur traurig!
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#6 stromboliProfil
  • 06.12.2010, 23:34hberlin
  • Antwort auf #3 von eMancipatiönchen
  • es langt der aufschrei sich auf die füsse getreten fühlender wie du, um uns weitere arbeit der aufklärung zu ersparen!

    Aber vieleicht ist dir ja bei angestrengtem nachdenken eine andere sicht und lösung eingefallen...
    lass uns doch mal teilnehmen; vieleicht erübrigt sich ja dann der denkaufwand anderer, bezüglich unserer stellung in der gesellschaft!
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#7 Menachem
  • 07.12.2010, 03:09h
  • Diese Studie baut bedauerlicherweise mal wieder auf längst widerlegten Befragungen aus dem Schuljahr 1994/95 auf: Nachgespräche (Straube, Harman, McAuflin) brachten zutage, daß zum Beispiel von den 31 Schülerinnen des 7th grade (11 und 12 Jahre alt!), die angegeben hatten, lesbisch zu sein, gar nicht wußten, was das ist; auf die Folgefrage, was sie denn so "als Lesbierinnen gemacht" hätten, war die übliche Antwort, sie hätten ihrer Schwester ab und zu einen Gute-Nacht- und/oder ihrer Schulfreundin einen Begrüßungs- bzw Abschiedskuß gegeben (bei den Schülerinnen des 8th grade [12 und 13 Jahre alt] war es nicht signifikant anders); zehn Jahre später gaben von diesen 31 (nun ehemaligen) Schülerinnen zwei an, definitiv lesbisch zu sein, vier hatten Liebesbeziehungen zu sowohl Männern als auch Frauen gehabt, der Rest bezeichnete sich als heterosexuell. Diese neue Studie steht also von Anbeginn auf tönernem Fundament.
    - Menachem Rubinstein
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#8 waageAnonym
  • 07.12.2010, 10:05h
  • Antwort auf #7 von Menachem
  • Man spürt so gar keine Freude bei Dir, daß nachfolgend beleuchtete Mechanismen nun endlich auch unter diesem Aspekt beleuchtet werden.

    Warum willst Du Zweifel säen?

    Wenn Du doch bereits schon lange wissen kannst:

    "....Innerhalb bestimmter Gruppen, Schichten, Kulturen ... gibt es weit verbreitete und ziemlich einheitliche Meinungen darüber, welche Persönlichkeitsmerkmale gemeinsam auftreten (zusammen passen, zusammen gehören) und welche Merkmale einander ausschließen: z.B. ein Schüler der lügt, stiehlt auch ...). CRONBACH bezeichnet solche Meinungssysteme als "implizite Persönlichkeitstheorien", deren Existenz in der Regel nicht bewusst ist. Nach HOFER handelt es sich hierbei um das "Insgesamt an Annahmen einer Person ..., die Schlußfolgerungen über Eigenschaften einer anderen Person ermöglichen." (Hofer, 1993, S. 21; Karakatsanis, G., 1994, S. 44). Das spezifische Selbstkonzept eines Lehrers/einer Lehrerin liegt dann bei der Beurteilung der Schüler gleichsam als Erfahrungshintergrund vor und beeinflusst die selektive Wahrnehmung: Der Lehrer/die Lehrerin sieht nur noch, was in sein/ihr Bild passt. Dazu zählt auch der unzulässige Schluss von den Leistungen in einem bestimmten Fach (z.B. Mathematik) auf die Leistungen in einem anderen Fach (z.B. Physik) - positiv wie negativ. (vgl. auch Höhn, 1967)

    Die (vermeintliche) Kenntnis der Persönlichkeitseigenschaften des Schülers erzeugt im Lehrer Erwartungen hinsichtlich des künftigen Schülerverhaltens. Diese Erwartungen tragen dazu bei, dass sich die Kinder entsprechend diesen Erwartungen verhalten. Die Kausalattribuierungstheorie liefert demnach die wahrscheinlichste Erklärung für die "Sich-selbst-erfüllende Prophezeiung". Die Attribuierung kann das Selbstkonzept des Schülers verändern und damit den Erwartungseffekt anbahnen. Ausgeprägte Erwartungshaltungen von Lehrern sind schwer veränderbar; dazu kommt noch, dass Beurteilter im Sinne der "Theorie der kognitiven Dissonanz" (Festigen, 1957) Informationen vermeiden, die den eigenen Erwartungen widersprechen...."

    www.europahausburgenland.net/Zugaenge/Projekte_alt/Qualitaet
    /Q-B9b.htm#
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#9 FloAnonym
  • 07.12.2010, 14:27h
  • Wir sind halt weiterhin Menschen 2. Klasse!

    Und solange wir nicht endlich politisch/rechtlich vollkommen gleichgestellt sind, wird sich das auch nicht ändern! Solche eine volle rechtliche Gleichstellung führt zwar nicht automatisch auch zu gesellschaftlicher Gleichstellung, ist aber notwendige Vorbedingung, ohne die es niemals klappen wird!!

    Umso wichtiger ist es, dass wir bei Wahlen nur solche Parteien wählen, die uns wirklich KOMPLETT gleichstellen! (Und die nicht wie die FDP nur versprechen, aber nichts halten, aber die FDP will uns ja auch nicht komplett gleichstellen.)
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#10 TimonAnonym
  • 07.12.2010, 17:00h
  • Das Schlimme ist: all die Politiker und Kirchenfritzen, die ständig Wolf im Schafspelz spielen und sagen, sie hätten nichts gegen uns, während sie trotzdem gegen uns hetzen und uns weiter diskriminieren wollen, verursachen das alles erst.

    Sie sind mitschuldig, auch an den ganzen Suiziden homosexueller Jugendlicher. Und keiner belangt sie dafür!!
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