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Ewald Stadler ist Vater von sechs Kindern - und benutzt seinen Nachwuchs gerne auch im Wahlkampf wie in diesem Bild aus dem Jahr 2006 (Bild: Wiki Commons / Pressemappe / CC-BY-SA-3.0)

Der österreichische Wahlkampf 2008 war am rechten Rand eine Schlammschlacht - nun muss die FPÖ auf der eigenen Website das Homo-Gerücht über einen rechten Konkurrenten widerrufen.

Normalerweise berichtet die Website der Freiheitlichen über die bösen Machenschaften von Linken und Ausländern. Seit Dienstag ist aber an prominenter Stelle ein Widerruf platziert worden - in etwas unsicherem Deutsch: "Wir haben im August 2008 die unwahre Behauptungen (sic!) verbreitet, Mag. [Magister] Ewald Stadler wäre homosexuell und wäre trotz seiner eigenen Homosexualität übertrieben gegen Homosexualität aufgetreten, 'um seine Nähe zu Haider zu vertuschen'. Wir widerrufen hiermit diese Behauptung."

Damit kam die FPÖ einer gerichtlichen Anordnung nach, die auf eine Pressemitteilung zurückgeht: Im Wahlkampf hatte die FPÖ verbreitet, dass der aus der Partei ausgetretene Politiker Ewald Stadler homosexuell und mit Jörg Haider liiert sei ("offenbar einer der letzten, die Jörg Haider die Stange halten"). Die FPÖ fürchtete damals, dass Haiders neue Rechtsaußenpartei "Bündnis Zukunft Österreich" (BZÖ) bei den Nationalratswahlen die Vorherrschaft im rechten Lager übernehmen könnte. Die FPÖ erreichte am Ende 17,5 Prozent, das BZÖ 10,7 Prozent. Gut zwei Wochen nach der Wahl wurde Haider völlig überraschend bei einem Autounfall getötet (queer.de berichtete).

Homosexualität ist in Österreich eine "verächtliche Eigenschaft"


Der Widerruf ist gut sichtbar oben rechts auf der FPÖ-Website zu sehen. (Bild: fpoe.at)

Stadler, der Homo-Paare schon mal als "pervers" bezeichnet, hatte gegen die FPÖ-Behauptung geklagt. Im vergangenen Jahr sprach ihm das Landgericht Wien eine Entschädigung in Höhe von 800 Euro zu. Das Gericht urteilte damals, dass die Anhänger Stadlers Homosexualität als eine "verächtliche Eigenschaft" ansehen könnten und der Politiker daher Opfer von "übler Nachrede" geworden sei.

In Österreich machten in den vergangenen Jahren viele Homogerüchte um FPÖ- und BZÖ-Politiker die Runde. Politisch sind sich die beiden verfeindeten Parteien in dieser Frage aber meist einig: So stimmten 2009 bis auf zwei Ausnahmen alle FPÖ- und BZÖ-Abgeordneten gegen die Einführung von eingetragenen Partnerschaften (queer.de berichtete). (dk)



15 Kommentare

#1 TeddyTeddyBumBumAnonym
  • 07.12.2010, 19:42h
  • Die FPÖ ist eine sehr gute Partei, die die nationalen Interessen der Österreicher sehr ernst nimmt. In ihr ist eine Öffnung hin zu mehr Toleranz für Homosexuelle zu sehen. Das ist erfreulich.
    Ich würde mir wünschen, unsere FDP würde ihre Programmatik mehr nach der FPÖ ausrichten!
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#2 sarah wienerAnonym
#3 DeutschlehrerAnonym
  • 08.12.2010, 01:59h
  • Antwort auf #1 von TeddyTeddyBumBum
  • Jaja, sehr national.

    Aber noch nicht einmal richtig Deutsch können!

    Oder seit wann verwendet man in simpler indirekter Rede den Konjunktiv II,

    wenn keine Übereinstimmung der Form des Konjunktivs I mit dem Indikativ vorliegt?

    "... Ewald Stadler SEI (nicht "wäre") homosexuell und SEI (nicht "wäre") trotz seiner eigenen Homosexualität übertrieben gegen Homosexualität aufgetreten..."

    Und dann haben sie diesen grotesken Fehler auch noch ganz stolz wiederholt,

    obwohl man sich bei Vorhandensein eines minimalen Sprachgefühls die Wiederholung des Prädikats hier sparen kann.

    Integrationskurse dringend erforderlich !
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#4 De_Gelderlander
#5 alexander
#7 tiefe sorgeAnonym
  • 08.12.2010, 09:36h
  • Antwort auf #1 von TeddyTeddyBumBum
  • "...sehr ernst nimmt.."

    Und warum willst Du den europäischen Wirtschaftsraum bekämpfen?

    Die Sieger der neuen Pisa-Studie sitzen nicht im hohen Norden, sie sitzen im Fernen Osten.

    Schüler im chinesischen Schanghai, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal an dem internationalen Leistungsvergleich teilnahmen, belegen nun auf Anhieb in allen Kompetenzbereichen, in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, den Spitzenplatz - und überflügeln damit sogar noch den langjährigen Pisa-Sieger Finnland.

    Müdigkeit ist keine Ausrede: Chinesische Grundschüler in Nanjing stehen am ersten Tag des Semesters ordentlich in Reih und Glied auf dem Schulhof.

    Auch andere ostasiatische Staaten landen bei der Pisa-Studie, die gestern weltweit vorgestellt wurde, in der Spitzengruppe.

    So erzielen etwa Korea, Hongkong und Singapur herausragende Werte in allen Kategorien. Deutschland hingegen liegt, trotz leichter Verbesserungen, deutlich dahinter.

    So erreichten deutsche Neuntklässler im Lesen 497 Punkte, gleichaltrige Schüler aus Schanghai 556.

    Dieser Unterschied entspricht einem Wissensvorsprung von mehr als einem Schuljahr. Besonders auffällig ist der Abstand in Mathematik. Hier holten Chinesen 600 Punkte, die Deutschen 513. Auch in den für die Innovationsfähigkeit eines Landes so wichtigen Naturwissenschaften klaffen zwischen den asiatischen Ländern und Deutschland mindestens 20 Punkte.

    Und nicht nur bei den reinen Schulleistungen schneidet Asien besser ab: Die Spitzenländer erzielen die höchsten Lernzuwächse, sie haben die meisten Schüler auf höchstem Kompetenzniveau, und es gelingt ihnen, auch Kinder aus sozial schwachen Familien zu hohen Leistungen zu bringen - was Deutschland nicht schafft.

    www.ftd.de/politik/international/:pisa-test-china-ist-bildun
    gsweltmeister/50203128.html


    Das sind nun Ergebnisse einer Gesellschaft die nicht nur eine FDP hervorbringt, sondern auch noch glaubt, sie sich leisten zu können.

    Bei einer Gesellschaft, die sich eine FPÖ gönnt,
    sieht es noch finsterer aus.

    ORF:

    PISA-Studie: Österreich unter Schlusslichtern
    Beim Lesen massiv abgestürzt, knapp hinter zwei Plätze hinter Israel.

    Nur Türkei, Chile und Mexiko liegen innerhalb der OECD-Staaten in der Lesekompetenz ihrer Schüler hinter den Werten aus.

    oe1.orf.at/artikel/263439
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#8 timm johannes IIAnonym
  • 08.12.2010, 09:37h
  • Antwort auf #1 von TeddyTeddyBumBum
  • "In ihr ist eine Öffnung hin zu mehr Toleranz für Homosexuelle zu sehen. "

    ja, dass ist eine gute Nachricht aus Österreich und wird hoffentlich unsere FDP beflügeln !

    Zwar wähle ich auch grün, aber in fragen der Abstammung sind die so unentschieden , da bräuchte es der Inspiration der FPÖ und homopolitisch sind die ohnehin weit vorausgewesen mit Herrn Haider als ersten homosexuellen vorsitzenden einer liberalen partei

    Ideal wäre eine wirtschaftsliberale von evangelischen Gedanken geleitete Partei, in der homosexuelle sich wohlfühlen können weil ihre partnerschaftwünsche mittels steuerlicher Gleichstellung anerkannt wären
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#9 pädagogeAnonym
  • 08.12.2010, 11:14h
  • Antwort auf #7 von tiefe sorge
  • Zitat:

    "in Reih und Glied..."

    "Auf der einen Seite offene, liberale Länder wie Finnland, auf der anderen Seite Staaten, in denen Schulen sehr stark auf Leistung, Disziplin bis hin zu Drill setzen."

    Da es nicht in erster Linie darum gehen sollte, Kinder auf ihre Funktionserfüllung im kapitalistischen System zu drillen und sie durch Leistungsdruck krank und kaputtzumachen,

    bevorzuge ich den Ansatz aus dem hohen Norden.
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#10 De_Gelderlander