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Dies war der zweite schwule Kuss in der Lindenstraße (Bild: ARD)

Am 8. Dezember 1985 lief die erste Folge der Lindenstraße. Schwul-lesbische Dramen gibt es auch heute noch. Ein Rückblick.

Von Carsten Weidemann

Happy Birthday, Lindenstraße! Alle Festredner dieser Tage sind überrascht, dass eine Serie, die damals mit dem Blick in ein stinknormales Wohnzimmer einer stinknormalen Familie 25 Jahre später immer noch existiert. Helga und Hans Beimer beim weihnachtlichen Blockflötenkonzert gemeinsam mit den Kindern Benni und Klausi, wie aufregend! Doch das Konzept überzeugte auf Dauer die deutschen Zuschauer. Nicht nur, weil Mutter Beimer noch immer ihre Spiegeleier brät. Auch weil es die von Regisseur Hans W. Geissendörfer - Preisträger der Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW - erfundene Show geschafft hat, an aktuellen Themen des realen Lebens dran zu bleiben. Auch an den Dingen, die die Community bewegen. Und mit Georg Uecker (Carsten Flöter), Claus Vincon (Georg "Käthe" Eschweiler) und Sybille Waury (Tanja Schildknecht) wird die Regenbogenfahne in der Lindenstraße nach wie vor hoch gehalten. Wir erinnern uns:

Georg Uecker ist der dienstälteste Schwule der Lindenstraße, der mit dem ersten gleichgeschlechtlichen Kuss in einer deutschen Serie im Jahr 1987 TV-Geschichte schrieb. Dass schwules Knutschen in der Öffentlichkeit vor 20 Jahren keine Selbstverständlichkeit war, zeigen die Morddrohungen, die Uecker und sein Schauspielkollege Martin Armknecht alias Robert Engel 1990 nach Ausstrahlung einer Folge mit einem weiteren Homo-Kuss erhielten. Die Wiederholung dieser Folge unterließ dann der Bayerische Rundfunk aus moralischen Bedenken, und nicht aus Sorge um die Darsteller.

"Carsten Flöters starke Mutterbindung verhindert eine Freundesfindung"


Georg Uecker, Claus Vincon, Marie Luise Marjan 2010 (Bild: ARD)

Mit Carstens Freund Robert nahm es ja dann auch kein gutes Ende. Der entpuppte sich als drogenhandelnder Fiesling mit plötzlichen heterosexuellen Neigungen und verschwand mit Folge 364 aus der Lindenstraße. 150 Folgen zuvor war bereits Gert Weinbauer (gespielt von Günter Barton) aus der mit Carsten geteilten Wohnung ausgezogen, da er eifersüchtig auf Robert war.

Mit Theo Klages (David Wilms) hatte Dr. Flöter ebenfalls nicht ganz so viel Glück. Trotz symbolischer Vermählung im Restaurant Akropolis folgte 1998 die Trennung, in Folge 676 verschwindet sein Ex spurlos. Was mit ihm geschah, blieb bis heute ein Geheimnis. Erst mit Käthe hat der Doktor, der seine Praxis wegen seiner Tablettenabhängigkeit mittlerweile aufgeben musste, einen zuverlässigen Freund und Lebenspartner gefunden. Nicht alle mochten übrigens damals die Rolle des angepassten Schwiegersohn-Vorzeige-Homos, wie das Spottlied von Max Goldt "Jeden Sonntag bin ich glücklich, dass ich nicht der Freund von Carsten Flöter bin" aus dem Jahr 1989 beweist.

Youtube | Max Goldt: "Jeden Sonntag bin ich glücklich", vom Sampler "Wir warten auf die Lindenstraße" von 1989

Gute und schlechte Zeiten auch in Tanja Schildknechts Beziehungsleben


Hansemann und Taube kämpfen weiter in der Sonderfolge am 11.12. (Bild: ARD)

Sybille Waury verkörpert Tanja Schildknecht bereits seit Folge Zwei. Mit ihrer Geliebten Sonia Besirski, gespielt von Nika von Altenstadt, waren sie das erste Lesbenpaar der Lindenstraße. Leider ließen die Drehbuchautoren die Liebste 1998 an einer Überdosis Morphium sterben, verabreicht von Dr. Dressler, der für die Droge die Trennung Sonias von Tanja forderte. Und auch Tanjas letzte Freundin machte sich nach der Verpartnerung erst wegen der Karriere aus dem Staub und präsentierte später auch noch einen Mann als neuen Beziehungspartner.

Aids war eines der Tabuthemen, dass die Serie bereits auf dem Höhepunkt der Aids-Krise Mitte der Achtziger mutig aufgriff. Bernd Tauber spielte von 1985 bis 1988 den HIV-Positiven Benno Zimmermann, der in Folge 156 an einer Lungenentzündung in Folge von Aids verstarb.

Während die meisten schwulen Rollen von schwulen Schauspielern verkörpert wurden und werden, ist Sybille Waury im privaten Leben mit einem Mann verheiratet. Es geht aber auch anders herum. Der offen schwule Schauspieler Klaus Nierhoff mimte von 2002 an fünf Jahre lang den heterosexuellen Christian Brenner, der noch 2009 immer wieder mal in kurzen Gastauftritten zu sehen war.

Bis 2014, so kündigte die ARD an, soll die Serie auf jeden Fall noch weiterlaufen. Viel Zeit also für weitere (homo)erotische Irrungen und Wendungen. So hoffen die Fans, dass der vor zwei Jahren schwer erkrankte Georg Uecker bald wieder stärker einsteigen kann. Vielleicht taucht Theo Klages, der sich jahrelang bei SUPER-RTL als Moderator in diversen Kindersendungen versteckt hat, wieder auf? Oder gesteht Mutter Beimer in der allerletzten Folge, dass sie gemeinsam mit Amanda Lear in den Siebzigern eine Geschlechtsangleichung in Casablanca hat vornehmen lassen? Wir werden es sehen, am Sonntag, um 18:50 Uhr.

Die Lindenstraße Kultnacht mit Christine Westermann und Götz Altzman läuft am 11.12. ab 23:15 Uhr in der ARD. Am 12. Dezember um 18:50 Uhr dann die Jubiläumsfolge 1306 "Iffi und Klaus".



#1 sylviafeeProfil
  • 08.12.2010, 13:59hBerlin
  • Glückwunsch der Lindenstraße, Glückwunsch Herrn Geisendörfer, Glückwunsch Georg Uecker und allen anderen.
    Ja vor dreizug Jahren der erste CSD in Berlin (31 genau) 25 Jahre der erste Kuss im Fernsehen.
    Erinnere mich meine so tolerante Mutter fragte mich muss das sein?? Ja Mama das muss ich denke sie fürchtete wieder einmal die hinter der Hand tratscherei in der Familie, dass ich ja auch schwul sei shit erfuhren wir Jahre später ich war hetero weil transsexuell ist das nun noch schlimmer??????
    Deswegen heute auch ein großes Danke an meine mittlerweile verstorbene Mama die immer zu mir stand und allen anderen Freunden/innen, Müttern, Vätern, Tanten, Onkeln usw. die damals zu uns standen denn die ganze Bewegung wäre nicht gegangen, hätte es euch nicht gegeben denn son ganz ohne die Heten ging es eben nicht.

    Eine bitte noch an Queer.de und seine Journalisten

    GEBT es endlich auf von Geschlechtsumwandlung zu reden.
    Sprecht korrekter Weise von der Geschlechtsangleichung es ist nicht mehr und auch nicht weniger, nur eine Anpassung.

    Also ein großes umfangreiches sattes Danke für heute.

    Oops, ja, haben die "Umwandlung" gerade angeglichen, danke für den Hinweis! Die Redaktion
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#2 ImanuelCortezProfil
  • 08.12.2010, 14:00hKarlsruhe
  • Revolutionäre Sendung - damals..

    Ich schaue es seit Mitte der 90er nicht mehr..

    lebt die Ückerin noch ?!
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#3 regAnonym
  • 08.12.2010, 14:19h
  • Antwort auf #1 von sylviafee
  • Natürlich ist es körperlich und chirurgisch gesehen eine Geschlechtsumwandlung.
    Der Körper war vorher ein Mann/ Frau und wird umgewandelt in das gegenteilige Geschlecht und der Psyche/ Seele angepasst.
    Es sind also beide Begriffe richtig, Umwandlung im körperlichen Sinne und Anpassung an die Psyche/Seele.
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#4 sylviafeeProfil
  • 08.12.2010, 14:30hBerlin
  • Antwort auf #3 von reg
  • Wie sensibel!
    Nicht umsonst fordern die Betroffenen und auf die kommt es an, eben dass von Anpassung, Angleichung gesprochen wird, weil die Formulierung Umwandlung zu viele nicht gewünschte Interpretationen möglich macht.
    Also kannst du dir diesen dämlichen Kommentar sparen, wir wissen schon warum wir es so wollen denn wir leiden unter diesen dämlichen Ausführungen.
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#5 Carsten CarstenAnonym
  • 08.12.2010, 18:14h
  • Soviel ungesühnte Morde wie in der Lindenstraße gibt´s nicht oft in einer Familenserie: Das ewige Opfer Anna Ziegler (meine Schöne) schubst Dabelstein tödlich die Treppe runter, bei Bruno Skabowski (verprügelte ihre Tochter Sarah) macht sie´s nochmal, und ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß, nachdem sie kurz auch noch Knastopfer spielen durfte. Manchmal zeigt sie kurz ihr wahres Gesicht, eben dann wenn sie mal wieder jemanden von der Balkonbrüstung schubst und es hinterher vertuscht oder unter Stress (Helgas) Hansemann zusammenstaucht.

    Lisa haute zusammen mit Olli Klatt (ehemaliger Neonazifreund von Klausi und Ex-Zuhälter von Lisa) dem Pfarrer Matthias Steinbrück (stör ich? JA!) eine gußeiserne Bratpfanne über den Schädel und entsorgte den hilflosen Mann anschließend auf den Schienen eines DB-Zuges. Inzwischen ist sie konvertierte Muslima, Arzhelferin (was ihr ermöglicht, die Konkurrenz ihres Mannes Murat notfalls unkompliziert mit Salmonellen zu vergiften) und kriegt ihr zweites Kind.

    Carsten Flöter half mit Sterbehilfe seinem Exfreund Theo endgültig ins Grab, den er damals schon für den Buchhändler und Drogendealer Robert Engel traumatisiert sitzengelassen hatte.

    Moritz Sperling hat seinen eigenen Vater im Affekt abgestochen, weil der eine heimliche Affäre mit Iffi Zenker hatte, mittlerweile coacht er als Psychologe und wohnt mit Iffis zukünftigem Mann, Klaus Beimer (dickster Hase der Welt) , in einer WG, wenn er nicht gerade versucht seine Mitbewohnerin Angelina zu vergewaltigen. Die Frage, die uns alle hochbewegt: Werden Iffis Geschwister Walze (ist angeblich in Mexico, vermutlich bei Chico alias Manoel Griese), Timo (sitzt im Knast wegen versuchtem Sprengstoffanschlag) und Jo (Till Schweiger, nie wieder aufgetaucht) auch zur Hochzeit eingeladen? Kommt die ursprüngliche Marion Beimer für einen Cameoauftritt zurück und wird sie wieder verprügelt, wie in der ersten Folge? (als Chris Barnsteg einfach mal unkommentiert umbesetzt wurde, hat mich das als Kind hochgradig traumatisiert!)

    Klausi Beimer verlegt mittlerweile für seine Mutter und die jüdischen Exbesitzer aus der Kastanienallee Stolpersteine bzw. macht Pressebetreuung für die Konservativen, während er in seiner Jugend Stefan Nosseck (dem Tennislehrer und Liebhaber der minderjährigen Tanja Schildknecht, deren Mutter Henni sich umbrachte, weil Nosseck gleichzeitig auch mit ihr ein Verhältnis hatte) blind geschossen hat und später aktiv in einer Neonazigruppe mitmischte.

    Dr. Dressler (Lou) gab Sonia Besirsky absichtlich eine tödliche Überdosis, betreibt heute telefonische Lebensberatung und ist wieder dicke mit Tanja bzw. Jack (Jaqueline), er hat halt eine väterliche Ader, nachdem sein Sohn Frank kein Arzt wurde, weil er kein Blut sehen konnte, was ihn allerdings nicht hinderte, drogensüchtig zu werden, in die Praxis seines Vaters einzubrechen, Elisabeth Flöter niederzuschlagen und dort die Medikamente zu klauen.

    Die Lindenstraße braucht endlich mal wieder einen richtigen Antagonisten, sowas wie Nosseck, Onkel Franz, Else Kling, Bruno, Julian, Tanja in ihren besten Zeiten oder eben die bis heute unübertroffenen Scheusale Robert Engel und Olaf Kling. Sogar der zuverlässige Fiesling Phil Seegers wird mittlerweile zum guten Langweiler.

    Ich habe bestimmt mindestens zwei Morde verpasst oder vergessen, da bin ich mir fast sicher.Ist eigentlich schonmal jemand aufgefallen, dass sämtliche deutschen Männer in der Lindenstraßen absolut unerträgliche Waschlappentypen und opportunistische Weicheier sind? "Momo", "Klausi", "Tigertom", "Hansemann", "Ernesto!" , "Lotti", "Carsten" ahhhhhh (Alex ist Schweizer, Käthe schwul, Hajo stottert und Nico ist minderjährig, wurde außerdem umbesetzt)

    Ein homosexueller Kuss ist allerdings absolut unmoralisch und ein echter Grund, das Programm im Abendprogramm nicht auszustrahlen, richtig so, Else und Hilmar (Onkel Franz´s Nazi Freund) haben das genauso gesehen, nur mittlerweile sind die alle tot.
    Käme ich aus Bayern, wäre ich garantiert nicht schwul geworden, wobei Carsten Flöter alleine eigentlich schon die beste Prävention hätte sein müssen.
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#6 julian21
#7 AliAnonym
  • 08.12.2010, 18:37h
  • Antwort auf #5 von Carsten Carsten
  • "Ist eigentlich schonmal jemand aufgefallen, dass sämtliche deutschen Männer in der Lindenstraßen absolut unerträgliche Waschlappentypen und opportunistische Weicheier sind?...Alex ist Schweizer, Käthe schwul, Hajo stottert und Nico ist minderjährig"

    Bist du eine unerträgliche Waschlappe?
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#8 ImanuelCortezProfil
  • 08.12.2010, 18:41hKarlsruhe
  • Ähm.. ja und was ist an der Aussage jetzt zu beanstanden ?!

    Ich habs mir immer mit meiner Mum angeschaut als ich Kind war, Ende der 80er bis ich irgendwann mitte der 90er keinen Spaß mehr dran hatte..
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#9 ImanuelCortezProfil
  • 08.12.2010, 18:45hKarlsruhe
  • Lieber Carsten Carten

    1. du hast definitiv zu viel Zeit
    2. du verbringst davon viel zu wenig mit Nachdenken
    "
    Ein homosexueller Kuss ist allerdings absolut unmoralisch und ein echter Grund, das Programm im Abendprogramm nicht auszustrahlen, richtig so, Else und Hilmar (Onkel Franz´s Nazi Freund) haben das genauso gesehen, nur mittlerweile sind die alle tot.
    Käme ich aus Bayern, wäre ich garantiert nicht schwul geworden, wobei Carsten Flöter alleine eigentlich schon die beste Prävention hätte sein müssen."

    hast du diese Zusammenfassung einfach schön copypaste ausm Net hier reingepostet und diesen absurden Absatz übersehen oder ist der Dreck deine Meinung ?! Wenn ja

    3. Arme Sau !
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#10 gatopardo
  • 08.12.2010, 18:51h
  • Keine Folge der "linkspädagogischen Lindenstrasse" (Der Spiegel) kann schlimmer sein als eine Serie bei den Privaten. Sie wird offensichtlich auch von denen ständig verfolgt, die sie kritisieren, wie man an haargenau geschilderten Einzelheiten sieht.
    Ich lasse weiterhin keinen Sonntag aus, wenn Mutter Beimer bei ARD Spiegeleier und Bratkartoffeln macht und alle meine Freunde dürfen mich zwischen 18.50 und 19.20 Uhr niemals anrufen, weil ich das Telefon dann sowieso nicht abnehme. Und wenn ich verreist bin, hole ich die verpasste Folge im Internet-Video nach. Ich steh´dazu !
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