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Das Chymorvah-Hotel ist für schwule Paare tabu

Ein schwules Paar hat die Besitzer eines Hotels in Cornwall verklagt, nachdem ihm trotz Buchung ein Doppelzimmer verweigert wurde - die Hotelinhaber begründeten das Verbot mit ihrem christlichen Glauben.

Das in einer eingetragenen Partnerschaft lebende Paar Martyn Hall und Steven Preddy hatte 2008 ein Doppelbett im Chymorvah Private Hotel gebucht. Nach ihrer Ankunft erklärten die beiden Besitzer des Hotels jedoch, dass sie einem gleichgeschlechtlichen Paar kein Zimmer anbieten könnten. Der 70-jährige Peter Bull und seine 66-jährige Ehefrau Hazelmary verwiesen dabei auf ihre in der Website erwähnten Bedingungen für die Buchung. Darin heißt es: "Wir haben nur wenige Regeln. Aber wir weisen darauf hin, dass wir eine hohe Achtung vor der Ehe haben und die Doppelzimmer daher ausschließlich für heterosexuell verheiratete Paaren bestimmt sind."

Das schwule Paar sah darin eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung - und hat am Mittwoch die Hotelbesitzer auf die Zahlung von 5.000 Pfund (6.000 Euro) verklagt. Es beruft sich hierbei auf das 2007 in Kraft getretene Gleichbehandlungsgesetz (Equality Act). Ähnlich wie das deutsche Pendant besagt es, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung beim Zugang zu Dienstleistungen diskriminiert werden darf.

Sind Homo-Rechte das Gegenteil von Religionsfreiheit?

Die Verteidigung der Bulls wird vom Christian Institute finanziert, einer evangelikalen Gruppe, die Homosexualität als minderwertig ansieht. Ihr Sprecher Mike Judge erklärte, der Fall habe "weit reichende Konsequenzen für die Religionsfreiheit": "Das Gästehaus ist auch das Heim von Herrn und Frau Bull. Auch sie haben Rechte und sollten nicht gezwungen werden, im eigenen Haus gegen ihren Glauben agieren zu müssen." In Cornwall gebe es schließlich noch andere Hotels. "Das christliche Paar wird wegen seines Glaubens vor Gericht gestellt. Die Antidiskriminierungsgesetze werden wie ein Schwert angewendet und nicht wie ein Schild."

Der Fall wird am 13. Dezember das Amtsgericht Bristol beschäftigen. Es sind zwei Verhandlungstage angesetzt. (dk)



#1 AnyoneProfil
  • 08.12.2010, 17:07hDortmund
  • Es wird niemand wegen seines Glaubens vor Gericht gestellt, sondern wegen Verstoßen gegen das Gleichbehandlungsgesetz.
    Nur weil die Betreiber des Hotels in demselben wohnen, bedeutet es nicht, dass sie Gesetze nicht einzuhalten haben, die nunmal für jeden Business gelten. Allein der Fakt, dass diese Regelung in den allgemeinen Geschäftsbedingungen steht ist ein gravierender Verstoß. Ich kann mir vorstellen, dass die Situation eine andere wäre, wenn das Hotel ein Privatclub ist, der ausschließlich für Clubmitglieder zu betreten ist.
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#2 De_Gelderlander
#3 ImanuelCortezProfil
  • 08.12.2010, 18:16hKarlsruhe
  • Da würde ich mich am liebsten in meine schlimmsten Transenklamotten schwingen und lautstark vor der Hütte dagegen protestieren..
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#4 julian21
  • 08.12.2010, 18:41h
  • "Die Antidiskriminierungsgesetze werden wie ein Schwert angewendet und nicht wie ein Schild."

    Pah! Das Paar hat sich bestimmt auch ganz toll gefühlt, als sie mit ihren Koffern vor der Rezeption standen und von den armen Menschen abgewiesen wurden, nur weil sie zusammen ein Zimmer beziehen wollten.

    Ganz toll, wenn diese reaktionären alten Menschen als Opfer und die Gay Community wieder als die Reinkarnation des Bösen dargestellt werden. Sorry, aber in meinem Kopf seh ich eher Oma und Opa als die, die das Schwert schwingen.

    Keine Toleranz für Intoleranz. Und gerade Religion sollte da keine Ausnahme sein. Sonst könnte ja jeder daherkommen und beliebige Straftaten mit seinem Glauben begründen.

    Und außerdem: Jeder darf doch an das glauben, was er will. Allerdings nur solange er damit nicht diskriminiert, ausschließt oder irgendwie sonst Persönlichkeitsrechte einschränkt. Religion ist etwas Privates und hat bei solchen Dienstleistungen nichts zu suchen.
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#5 XDAAnonym
  • 08.12.2010, 23:46h
  • Wer fährt denn bitteschön in ein Hotel, wo schon drin steht, dass nur Heteros ein DZ bekommen? Denen würde ich keinen Cent zukommen lassen.
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#6 daVinci6667
  • 08.12.2010, 23:52h
  • Das Ganze erinnert mich sehr an einen Fall in Schweden. Dort wurde 2003 der pfingstlerische Pastor Åke Green erstinstanzlich zwar zu einer Freiheitsstrafe von einem Monat verurteilt, nachdem er in seiner homophoben Predigt Homosexualität u. a. als „Krebsgeschwür am Gesellschaftskörper“ bezeichnet hatte. In zweiter Instanz wurde er dann leider freigesprochen, da das Gericht die Ansicht vertrat, dass die in der Predigt getätigten Aussagen durch das Recht auf freie Meinungsäußerung abgedeckt seien und dass dieses Recht als bedeutender als das Antidiskriminierungsgesetz zu bewerten sei. Dieses Urteil wurde auch vom obersten Gerichtshof Schwedens bestätigt.

    So kann ich mich nur wiederholen: Alle schönen Gesetze die uns vor Diskriminierung schützen sollen sind nur symbolisch und nützen uns überhaupt nichts, sofern sie nicht PRIORITÄT vor anderen Grundrechten haben, sei es nun die Meinungsäusserungsfreiheit oder die Religionsfreiheit. Man kann auf das Urteil in England also nur gespannt sein.

    de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_in_Schweden#Antidi
    skriminierungsgesetze
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#7 todesmaskeEhemaliges Profil
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.12.2010, 00:05h
  • Wieder einmal ein Hotel, das sich für uns LGBTler als Residenz disqualifiziert hat! Shame on you both Peter and Hazelmary!
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#9 bananasEhemaliges Profil
  • 09.12.2010, 08:13h
  • Das war eine Provokation der beiden. Vermutlich ist die eingetragene Partnerschaft der beiden auch nur eine Art "Scheinehe", um solche miesen Sachen legitimieren zu können. Alte Leute so zu verarschen das könnte ich nicht.
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#10 FranziAnonym
  • 09.12.2010, 10:29h
  • Sorry - aber ich seh es auch als "Provokation" an, wenn ein schwules Paar ausgerechnet in einem Hotel bucht, das von "vornerein" in seinen AGBs stehen hat, das "schwule Paare" nicht willkommen sind !!

    Ich würde da erst gar nicht auf die Idee kommen, meine Zeit "verschwenden" und dort ein Zimmer buchen !!

    Und für diejenigen hier, die "Peter & Hazelmary" am liebsten am "Pranger" sehen würden, und sich auf den "Equality Act" (GB) berufen, sei gesagt, das sich die "wirkliche" Diskriminierung von uns Schwulen & Lesben hauptsächlich in Rom bzw. im Vatrikan abspielt, und noch kein Mensch auf die Idee gekommen ist, den "Oberpopen" auf "Schadensersatz" zu verklagen !!
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