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Regenbogen-Tupfer beim Gay Pride in Bukarest 2006 (Bild: Wiki Commons / Tudor Prisacariu / CC-BY-SA-2.5)

84 Prozent der Rumänen würden aus keinem Glas trinken, das vorher von einer homosexuellen oder HIV-positiven Person benutzt worden ist.

Von Carsten Weidemann

Eine "erschreckend hohe Diskriminierung in Rumänien" meldet das Online-Portal punkto.ro, das sich die Ergebnisse einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des "Landesrates für die Bekämpfung der Diskriminierung" angesehen hat.

So würden 84 Prozent der Rumänen aus keinem Glas trinken, das vorher von einer homosexuellen oder HIV-positiven Person benutzt worden ist. Dass Diskriminierung weit verbreitet ist im Land, ist den meisten sehr bewusst. Schuld daran seien vor allem die Politiker und deren Verhalten.

Befragt nach der Reihenfolge der am meisten diskriminierten Bevölkerungsgruppen in Rumänien, liegen HIV-Positive mit 70 Prozent an der Spitze. Gefolgt von Schwulen und Lesben (61 Prozent) und Roma (60 Prozent). Die Erkenntnis, dass sehr viel diskriminiert wird, fördert offensichtlich keine liberale Haltung.

Ein homosexuelles Familienmitglied? "Schrecklich" für 75 Prozent.

Denn die Befragten gaben laut punkto.ro an: "Homosexuelle Avancen würden 84 Prozent der Befragten ‚sehr stören', 75 Prozent fänden es ‚schrecklich', wenn sich ein Familienmitglied als lesbisch oder schwul outen würde. 56 Prozent der Rumänen würden mit einer homosexuellen Person nicht einmal essen gehen, 55 Prozent gestanden, sich in der Gesellschaft einer schwulen oder lesbischen Person ‚unwohl' zu fühlen.

Homosexualität ist in Rumänien seit 1996 legal, seit 2002 gibt es bei Homo- und Heterosexuellen das selbe Schutzalter. Das 21 Millionen Einwohner zählende Land ist seit Anfang 2007 Mitglied der Europäischen Union. Bereits 2008 hatte eine staatliche Umfrage ähnliche Vorbehalte registriert. Im Parlament fordert zudem die rechtsradikale Großrumänien-Partei immer wieder, die "Propagierung von Homosexualität" zu verbieten.



#1 jojoAnonym
  • 11.12.2010, 20:43h
  • ob man aus einem glas trinken würde, das "von einer homosexuellen oder aidskranken person" benutzt wurde? ist das wirklich genau so gefragt worden?

    gibt es eigentlich auch untersuchungen darüber, wieviel prozent solcher umfragen vorurteile nicht nur ermitteln, sondern sie gleichzeitig auch bestärken?
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#2 alexander
  • 11.12.2010, 20:49h
  • 56% prozent würden mit einer homosexuellen person nicht einmal essen gehen ? männliche personen aber mit sicherheit zu 40% ficken !
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#3 michiAnonym
  • 11.12.2010, 20:58h
  • aber es ist doch sehr schön, dass diese bürger innerhalb der eu tun und lassen können, was sie wollen ! sei es in unseren wohnungen, oder auf der strasse, der balkan hat uns wieder !
    leider ist das auch geschichte !
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#4 beobachter-2Anonym
#5 XDAAnonym
#6 eMANcipation*Anonym
  • 12.12.2010, 02:21h
  • Nun ja, es ist immer leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen.

    Nach einem eigentlich schönen Tag mit bewegenden kollektiven, solidarischen Erlebnissen in einer bunten und vielfältigen Protestbewegung

    war ich schockiert, als ich auf dem Nachhauseweg nur etwa eine halbe Minute hinter einer Gruppe wohlgemerkt nichtmigrantischer, deutscher Jugendlicher (gutbürgerliche Mittelschicht) lief,

    und einer mehrere Male sinngemäß folgendes sagte:

    "Der X und der Y haben uns immer voll schwul angefasst. Ich und Basti blablabla, aber das war wirklich sowas von schwul."

    In diesem unseren Lande vergeht nämlich auch ein Tag nach dem anderen, an dem "schwul" unter Jugendlichen Schimpfwort Nummer eins ist und ganz stolz, zur Vergewisserung über die eigene "Männlichkeit" als Attribut mit negativer Konnotation verwendet wird.

    Und weiterhin halten Politik und Gesellschaft und auch die schwule "Community" das offenbar für völlig normal und akzeptabel und sehen keinerlei Anlass, diesen homophoben Müll, der sich immer mehr und immer früher in den Köpfen von Jugendlichen breitmacht

    sowie dessen Ausdrucksformen, nicht zuletzt die immer mehr um sich greifende, verbale Gewalt, endlich aktiv zu bearbeiten.

    Ich finde es höchstspannend, wenn beispielsweise auch in Nicht-EU-Ländern wie Brasilien vom Präsidenten höchstpersönlich am gestrigen Tage ein nationaler Rat zum Diskriminierungsschutz von Schwulen und Lesben eingerichtet wurde,

    der sich aus Vertretern aller 15 Bundesministerien und von 15 zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammensetzt und fortan aktiv an der Formulierung von konkreten Antidiskriminierungsmaßnahmen und -politiken in allen Bereichen beteiligt werden soll.

    Warum funktioniert eigentlich bei uns keine solche direkte, institutionalisierte Teilhabe sozialer Bewegungen an legislativen und exekutiven Entscheidungsprozessen?

    Von einer demokratischen Institutionalisierung der Antidiskriminierungspolitik kann in Deutschland leider nicht einmal ansatzweise die Rede sein.

    Lernen wir also endlich von anderen Ländern, die uns immer mehr abhängen und gehen wir endlich mit gutem Beispiel in der EU voran -

    dann können wir dasselbe wiederum von anderen glaubwürdig einfordern und überall in der EU politisch durchsetzen!
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#7 De_Gelderlander
  • 12.12.2010, 10:25h
  • Nun, in einem Land, in dem der neoliberalismus in voller Blüte steht und in dem nun auch wieder die Kirche einen maximalen Einfluß hat ist das nicht sehr verwunderlich.

    Naja, die Rumänen lassen auch lieber ihre Kinder auf den Bukarester Straßen Kleber schnüffeln, anstatt das Sozialsystem wieder einzuführen, das sie nach 1990 abgeschafft haben.

    P.S.: Im DLF kam letzten Freitag ein Bericht, das in Alabama ThyssenKrupp ein Stahlwerk gebaut hat und die Belegschaft freiwillig für den US-amerikanischen Mindestlohn von 4,98$ schuftet, in 12-Stunden Schichten. Die verzichten sogar ausdrücklich freiwillig auf Gewerkschaften! Man muss als Unternehmer zur Profitmaximierung nicht immer gen Osten gehen!
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#8 De_Gelderlander
#9 GeorgFalkenhagenProfil
#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.12.2010, 15:16h
  • Ich denke, daß nicht nur die rumänischen Politiker am desaströsen Ergebnis schuld sind. Einen Beitrag dürfte auch die rumänisch-orthodoxe Kirche hier beigesteuert haben (könnte aber auch eine reine Spekulation sein)!
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