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Exaltierte Homosexuelle in billigen Produktionen und verkitschte Gay-Ikonen: Die queer.de-Redaktion präsentiert heute die zehn schönsten Trash- und Diven-Movies.





1. SISSI
"Sissi" (Ö, 1955): Der junge österreichische Kaiser Franz Joseph soll heiraten. Er verliebt sich - gegen die Pläne seiner Mutter - in den bayerischen Wirbelwind Sissy und nimmt sie zur Frau. "Sissi, die junge Kaiserin" (Ö, 1956): Mit ihrem Mann, den sie nur selten sieht, in Wien lebend, fällt es Sissi schwer, sich an die Hofetikette zu halten. Nach einem Streit mit ihrer Schwiegermutter flieht sie, doch Franz Joseph folgt ihr. "Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin" (Ö, 1957): Neben weiteren Intrigen ihrer Schwiegermutter hat Sissy auch mit einem Lungenleiden zu kämpfen. Nach Genesungsaufenthalten auf Madeira und Korfu feiert sie in Venedig ein Wiedersehen mit ihrem Mann und ihrer Tochter.
Dreimal Wiener Heimatfilm-Schmäh mit einer blutjungen Romy Schneider und einem knackigen Karlheinz Böhm: Mehr Diva und Trash geht kaum.

2. NICHT DER HOMOSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION, IN DER ER LEBT
Der Film von Rosa von Praunheim verursachte 1971 sowohl im Fernsehen als auch im Kino einen großen Skandal. Weniger das konservative Bürgertum, sondern vor allem die Schwulen, denen unreflektierter Selbsthass und oberflächliches Konsumverhalten vorgeworfen wurde, fühlten sich durch den Film angegriffen.
Man mag es kaum glauben, aber dieses Film-Pamphlet von Diva Rosa von Praunheim, das heute für viel Gelächter sorgt, war ein wichtiger Initiator der politischen Schwulenbewegung der BRD.

Youtube | Der Film ist derzeit nicht auf DVD erhältlich, aber bei YouTube abrufbar.

3. PINK FLAMINGOS
Divine lebt unter dem Pseudonym "Babs Johnson" zusammen mit ihrer nach Eiern süchtigen Mutter Edie, dem kriminellen Sohn Crackers und Cotton, einer gleichgesinnten Begleiterin, die dem Voyeurismus verfallen ist. Sie wohnen in einem Wohnmobil in einer Vorstadt von Baltimore. Nachdem die Marbles, Feinde von Divine, herausgefunden haben, dass Divine von einer Zeitung zur "filthiest person alive" ernannt wurde, machen sie sich auf, den Titel an sich zu reißen. John Waters selbst nannte seinen Film von 1972 eine "Lektion in schlechtem Geschmack".
Travestiestar Divine, die ihren Sohn oral befriedigt, eine Szene mit einem "singenden" Anus und die berüchtigte Schluss-Sequenz, in der Divine "live" warmen Hundekot in den Mund nimmt: Das ist Trash pur!

4. DAS DOPPELLEBEN DER SISTER GEORGE
Die ältere Soapdarstellerin June, von allen wegen ihrer burschikosen Art George genannt, fürchtet nicht nur um ihren Job. Sie hat auch Angst, ihre jüngere Geliebte zu verlieren, und entwickelt deswegen eine rasende Eifersucht. Dies und die Existenzängste treiben das lesbische Paar zu einem schrecklichen Ende. US-Regisseur Robert Aldrich lieferte 1968 eine erstaunliche "Milieu-Studie" zu einem Tabuthema ab. Der offen schwule Kölner Kabarettist Georg Roth ließ sich durch den Film inspirieren und nannte seine Bühnenfigur als Krankenschwester "Sister George".
Und die Moral von der Geschicht: Auch toughe Lesben lassen das Divensein nicht.

5. PINK NARCISSUS
Der Film zelebriert die Schönheit einer einzigen Person: Bobby Kendall. Der begehrenswerte Narziss entführt in obsessiv erotische Traumwelten, in denen er sich wahlweise als Torero, römischer Sklave, Stricher oder verliebter Draufgänger stilisiert. Fast sechseinhalb Jahre arbeitete James Bidgood in seiner zum Filmstudio umfunktionierten Wohnung an diesem Kult-Klassiker von 1971, der 1999 im Museum of Modern Art als Meisterwerk des "kitschy glitz" gewürdigt wurde.
Dieser Film ist derart camp und bunt, dass man sich auch ohne Pillen auf einem Trip wähnt.

6. (T)Raumschiff Surprise - Periode 1
Im Jahre 2054 hat die Menschheit den Mars besiedelt. 250 Jahre später kehren die Nachkommen der ersten Siedler zurück. Ihr Ziel ist es, die Erde zu erobern und deren Bewohner zu vernichten. Und tatsächlich scheint die Lage aussichtslos Die Invasion hat begonnen. Königin Metapha befiehlt dennoch, "nicht den Sand in den Kopf zu stecken". Denn es gibt eine letzte Hoffnung Die Besatzung des "TRaumschiff Surprise" muss auf einer Zeitreise die Besiedlung des Mars rückgängig machen. Die Crew hat allerdings eine sehr viel dringendere Mission Sie steckt mitten in der Vorbereitung ihrer Tanznummer für die "Miss Waikiki Wahl".
Bully Herbigs schwule Star Trek-Parodie von 2003 ist manchmal grandios witzig, oft aber grandios dämlich.

7. ANDERS ALS DU UND ICH
Die Mutter des verschlossenen Primaners Klaus Teichmann befürchtet, dass dieser durch seine Freundschaft zu dem als homosexuell bekannten Dr. Winkler auf "Abwege" gerät. Obwohl Psychologen und Ärzte keine "Gefahr" sehen, beschließen die Eltern etwas zu unternehmen. Der Vater geht hinterrücks gegen Dr. Boris Winkler vor, die Mutter "ermutigt" Pflegetochter Gerda, Klaus auf sie "aufmerksam" zu machen. Mit Erfolg - woraufhin Winkler gegen Christa Teichmann wegen Kuppelei Anzeige erstattet.
Regisseur Veit Harlan hatte 1951 angeblich ein filmisches Plädoyer pro Homosexualität produzieren wollen. Die Zensur verlangte jedoch Änderungen, was dem Werk noch homophobere Züge verlieh.

8. TOD IN VENEDIG
In einer beruflichen wie privaten Krise begegnet der Komponist Gustav von Aschenbach (Dirk Bogarde) auf einer Erholungsreise in Venedig dem polnischen Jüngling Tadzio (Björn Andresen). Seine Unschuld und Reinheit beeindrucken von Aschenbach, der vollkommenen Schönheit verfällt er bis zur Selbstaufgabe, verfolgt den Jungen auf Schritt und Tritt, um seine Nähe keine Minute zu missen. Das wird ihm zum Verhängnis, denn in Venedig breitet sich die Cholera aus. Der Komponist verstirbt am Strand, den letzten Blick auf den in das Meer hinauswatenden Jungen gerichtet.
Luchino Viscontis Verfilmung von 1971 nach der Novelle von Thomas Mann ist so schmerzhaft schwülstig, das man am liebsten gleich mit Versterben möchte.

9. GILDA
Rita Hayworth spielt Gilda, eine temperamentvolle, verführerische Frau, die nur ein Ziel hat so viele Männer wie nur möglich zu bezaubern und sie sich hörig zu machen. Auf einer Geschäftsreise lernt Ballin Mundson, der Boss eines illegalen Spielcasinos in Südamerika, Gilda kennen, heiratet sie und nimmt sie mit in seine tropische Heimat. In dieser Welt des Glückspiels, der Schmuggler und der Killer trifft Gilda auf Mundsons rechte Hand Johnny Farrell (Glenn Ford), mit dem sie früher mal eine kurze, aber stürmische Affäre hatte. Ausgerechnet Johnny erhält von Mundson den Auftrag auf Gilda aufzupassen.
Der Thriller von 1946 ist ein Film Noir-Klassiker und die divaeske Rita Hayworth ist darin das glänzende Vorbild für die Rolle der bösen Tunte.

10. 18:15 UHR AB OSTKREUZ
Karin Höhne ist eine pensionierte Grundschullehrerin aus Berlin-Haselhorst. Auf dem Weg zum Kaffeekränzchen bei ihrer besten Freundin Rosa Brathuhn wird sie unfreiwillig Zeugin eines bestialischen Mordes in einer vorbeifahrenden S-Bahn. Eine junge Frau wird Opfer eines Axtmörders. Leider hält die Polizei, allen voran der britische Austauschinspektor Rock Milchester, ihre Äußerungen für Spinnereien einer alten Frau, zumal auch keine Leiche gefunden wird. Was bleibt der rüstigen alten Dame anders übrig, als sich selbst um den Fall zu kümmern? Klamottige Parodie auf den Miss Marple-Film "16:50 Uhr ab Paddington" mit der unvergesslichen Margaret Rutherford.
Ades Zabel und seine Truppe bringen sonst stilsicher Trash-Travestie auf die Bühne, im Film gelingt das leider nur leidlich.

Diese Top 10 stellt nur einen kleinen Ausschnitt aus vielen wunderbaren Produktionen dar. Welches ist Dein persönlicher Lieblings-Spielfilm, der noch in die Best Of-Liste gehört? Poste Deine Highlight-Empfehlung per Kommentar!
Nächster Teil der queer.de TOP-10-Reihe: Die heißesten schwulen Sex-Szenen der Filmgeschichte



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#1 FloAnonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.12.2010, 21:49h
  • Was, um Himmels Willen, hat die Sissi-Trilogie bei diesem Ranking verloren? Sie ist hier absolut fehl am Platz! Es ist schlimm, daß uns die Schmonzette an Weihnachten auf die Nerven geht! Auf Platz 1 gehört eindeutig der Film "Sunset Boulevard" mit DER DIVA schlechthin: Norma Desmond!
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#3 I.Ramos GarciaAnonym
  • 17.12.2010, 23:22h
  • der Klip des Schwulseins ist so zart, so ideal, so wunderschoen! Aber ein Verhaeltnis wie diese ist unglaublich hart auf dieser niedriger, gemeiner Welt zu finden!
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#4 MinkAnonym
#5 herve64Profil
  • 18.12.2010, 10:46hMünchen
  • Na ja, irgendwie hat das schon seine Berechtigung. Allerdings weniger wegen Sissi selbst, sondern wegen Gustav Knuth in seiner Rolle als Herzog Max: ein vorgeblich leutseliger bayerischer Herzog, der sprachlich berlinert, das ist schon Trash pur!

    Und dass Romy Schneider wesentlich mehr auf dem Kasten hatte als die Darstellerin einer kindlich-naiven Kaiserin (was historisch übrigens keineswegs den Tatsachen entspricht), hat sie im weiteren Verlauf ihrer Karriere bewiesen.
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#6 Sunbear
  • 18.12.2010, 15:30h
  • Es fehlt noch:

    Trash:
    - Taxi zum Klo
    - Die Bettwurst

    Diven:
    - Infam (Audrey Hepburn & Shirley MacLaine)
    - What Ever Happened to Baby Jane? (Bette Davis)
    - Hush … Hush, Sweet Charlotte (Wiegenlied für eine Leiche) (Bette Davis)
    - Vom Winde verweht (Vivien Leigh)
    - Solange ein Herz schlägt (Mildred Pierce) (Joan Crawford)

    usw. usw.
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 ChristianAnonym
#9 SönkeAnonym
  • 19.12.2010, 05:33h
  • Antwort auf #8 von Christian
  • Das ist nicht dein ernst oder. Es geht in dieser Kategorie um schwule Trashfilme und um Diven. Showgirls ist so ziemlich einer der letzten Film der mich als Schwulen interessiert. Ein Trashfilm im Sinne für die Mulltonne scheint er nach lesen von Kritiken zu sein, aber alles andere als schwul.
    Selbst ein Hetero schrieb das er gelangweilt war:
    "Showgirls bietet vor allem Brüste. Brüste in allen Formen und Farben. Ich glaube, es gibt in dem Film sogar mehr Brüste, als Dialogzeilen.
    Na ja, vielleicht wollte Paul Verhoeven auch einfach mal ein bisschen trashig sein. Gelungen ist ihm das allemal. Hoffentlich ist er wenigstens selbst zufrieden mit seinem Machwerk, ich fand den Film allerdings nicht so doll, da er irgendwie nicht gerade sehr unterhaltsam ist. Die Tanzeinlagen, welche mit extrem viel nackter Haut gespickt sind, sind zwar nett anzusehen, auf Dauer aber eher langweilig."

    Das würde mich in der schwulen Version schon langweilen wenn es in einem Kinofilm nur um nackte Haut geht und kaum Handlung, aber dann auch noch in hetero? kotz
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#10 ChristianAnonym
  • 19.12.2010, 13:43h
  • Antwort auf #9 von Sönke
  • Das mag deine persönliche Meinung sein, aber Showgirls hat absoluten Kultstatus unter Schwulen in den USA.

    "Today, it (showgirls) is a favorite of gay audiences and audiences in general have considered it to be a comedy thanks to frequent midnight movie showings. According to activist writer Naomi Klein, ironic enjoyment of the film initially arose among those with the video before MGM, the film's chief marketer, capitalized on the idea. MGM noticed the video was performing all right, since "trendy twenty-somethings were throwing Showgirls irony parties, laughing sardonically at the implausibly poor screenplay and shrieking with horror at the aerobic sexual encounters."

    en.wikipedia.org/wiki/Cult_film

    timparksmediaho.wordpress.com/2010/04/25/cult-of-personality
    -a-look-at-cult-movie-favorites/
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