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Die Ikone der 60er-Jahre-Folk-Bewegung tourt durch Deutschland. Die bisexuelle Musikerin gilt als Kultfigur lesbischer Frauen und entschuldigte sich kürzlich für George Bush.

Von Jan Gebauer

Joan Baez (63) ist eine Legende: Bereits seit 1959 nimmt sie Platten auf, hat mit "The Night They Drove Old Dixie Down" (in Deutschland besser bekannt als "Am Tag, als Conny Kramer starb" von Juliane Werding) oder "Diamonds And Rust" Evergreens geschaffen und ist berühmt für ihre Arbeit in der Friedensbewegung und ihr politisches Engagement. Schon vor vielen Jahren outete sich in der Öffentlichkeit als bisexuell und setzte sich des öfteren für die Rechte der Schwulen und Lesben ein. Nun tourt sie erstmals seit vielen Jahren wieder durch Deutschland: Am 20. Juli tritt sie in München auf, vom 1. bis zum 3. August wird sie dann das Publikum in Bonn, Stuttgart und Hamburg in ihren Bann ziehen. Beim Konzert am 19. Juli in Dresden spielte sie vor 3.000 begeisterten Fan. Das Joan Baez eine politische Künstlerin geblieben ist, bewies sie zwischen den Liedern. Als Amerikanerin entschuldigte sie sich für die Regierung der USA und widmete die Ballade vom getöteten Dichter und Gewerkschafter Joe Hill dem Filmproduzenten und Autoren Michael Moore ("Stupid White Men").

Joan Baez wurde am 9. Januar 1941 in Staten Island, New York geboren. 1960 erschien ihr erstes Album, welches schlicht nach der Künstlerin benannt war. Ihre kristallklare mehrere Oktaven umfassendee Sopran-Stimme sorgte für großes Aufsehen. Ihr Repertoire umfasste klassische Folk-Traditionals wie "Banks Of The Ohio" oder "Lily Of The West", aber auch Titel von Phil Ochs ("There But For Fortune"), Johnny Cash ("I Still Miss Someone") und Donovan ("Colors"). Mit diesem Songmaterial stieg Joan Baez zur Königin der Folk-Bewegung auf, an der Seite von Künstlern wie Peter, Paul & Mary, Judy Collins und Bob Dylan. Zu Letzterem verband sie stets eine besondere Beziehung: Sie förderte den Ausnahme-Songwriter am Anfang seiner Karriere, ging mit ihm eine Beziehung ein und widmete ihm schließlich das Album "Any Day Now" (bestehend aus Dylan-Kompositionen) sowie einen ihrer größten und schönsten Hits: "Diamonds And Rust" (1975). Das gleichnamige Album gilt als wichtiger Meilenstein der Singer/Songwriter-Bewegung der 70er Jahre. Seit den späten 60er Jahren widmete sie sich bereits vermehrt Rock-Material und trat 1969 beim Woodstock-Festival auf. Titel von den Rolling Stones ("No Expectations"), John Lennon ("Imagine") oder den Beatles ("Eleanor Rigby") reihten sich nun neben ihren Folk-Aufnahmen ein. Ihr Status als Ikone und wichtige Musikern konnte sie sich auch in den 80er und 90er Jahren bewahren, auch wenn der Erfolg ihrer Platten mit der Zeit nachließ. 2003 veröffentlichte sie das von der Kritik hochgelobte Album Dark Chords On A Big Guitar.

Neben ihrer Musik engagierte sich Joan Baez stets politisch. In den 60er Jahren zahlte sie einen Teil ihrer Steuerschuld auf ein Sperrkonto, um den Vietnam-Krieg nicht mitzufinanzieren. Außerdem unterstützte sie das Free Speech Movement (eine für Meinungsfreiheit und gegen den Krieg in Vietnam eintretende Studentenorganisation an der Universität von Berkeley, Kalifornien) und nahm an Ostermärschen in Deutschland teil. 1979 gründete sie die Menschenrechtsorganisation "Humanitas International Human Rights Committee", die sich um die Boat People aus Vietnam kümmerte und unterstützt seit jeher die Friedensbewegung. In den 90er Jahren sang sie unter anderem in Bosnien-Herzegowina für den Frieden.

20. Juli 2004, 13:10



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