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Sicher ist sicher... (Bild: RambergMediaImages / flickr / by-sa 2.0)

In der Liste der Urlaubskiller steht ein Faktor ganz oben: gesundheitliche Beschwerden. Dabei können Reiselustige schon mit einer Handvoll Mittelchen aus der Apotheke den Allerweltsrisiken ein Schnippchen schlagen - und so hat der Urlaub gute Chancen, ein Erfolg zu werden.

Von Dennis Klein

Was brauche ich? Die Reiseapotheke sollte in jedem Fall die größten Risiken abdecken. Präparate gegen Allergien, Sodbrennen, Durchfall, Pilzinfektionen, Lippenherpes sowie Kopf- und Gliederschmerzen und Schnupfen sind also Pflicht. Damit wären für praktisch alle kleinen gesundheitlichen Problemchen gesorgt, denen man im Urlaub ausgesetzt sein könnte.

Probleme durch fremdes Essen


Nicht überall gibt es ein so gutes Apothekennetz wie in den USA, in denen viele "Pharmacies" nie schließen (Bild: pixeljones / flickr / by-sa 2.0)

Viele der Beschwerden treten aufgrund des unterschiedlichen Klimas und Essens im Ausland auf. So können selbst Stiche von harmlosen Mücken in Asien mehr jucken als hierzulande, weil der Körper nicht an das spezifische Gift gewöhnt ist. Hierfür sind entweder Mittel zum Einreiben oder Allergietabletten geeignet. So wirken etwa Loratadin oder Cetirizin, die in Mitteleuropa meist gegen Heuschnupfen angewendet werden, gut gegen die kleinen roten Flecken. In sumpfigen, warmen Gegenden ist natürlich auch eine Mückenschutzcreme ein lohnenswertes Mitbringsel. Und in Malaria-Gegenden müssen die entsprechenden Notfall-Tabletten immer dabei sein. Wo das notwendig ist und wo andere gesundheitliche Risiken lauern, teilt das deutsche Außenministerium in seinen aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen mit.

Die auf der ganzen Welt anzutreffenden Probleme mit Sodbrennen rühren vor allem vom fremden Essen her. Gerade anfällige Personen sollten die Medikamente mitnehmen, die sie von zu Hause gewöhnt sind (z.B. Rennie). Gleiches gilt bei Durchfall. Hier haben sich Medikamente mit dem günstigen Wirkstoff Loperamid bewährt. Wer anfällig für Verstopfungen ist, kann auch ein mildes Abführmittel mitnehmen.

In fremder Umgebung besteht zudem immer die Gefahr von Pilzinfektionen oder Herpes. Solche Nervtöter breiten sich etwa bei Stress aus. Gegen Pilze und Hefen hilft die Creme Clotrimazol, gegen Herpes Aciclovir. Diese Salbe muss aufgetragen werden, sobald man ein Fieberbläschen bemerkt, um effektiv zu wirken.

Aspirin und Co.


Apotheke in Thailand (Bild: Wiki Commons / Mattes / PD)

Des weiteren dürfen Schmerzmittel wie Paracetamol oder Aspirin (oder die gleichwertigen billigeren Generika mit dem Namen ASS) sowie Hustenlöser wie ACC nicht fehlen. Auch Dimenhydrinat gegen "Reisekrankheiten" wie Erbrechen können nützlich werden.

Zwar können diese Mittel bei Bedarf auch im Ausland gekauft werden, allerdings ist es möglich, dass sich die Wirkstoffe von der in Deutschland gewohnten Qualität unterscheiden. Ein weiteres Problem im Ausland sind Produktfälschungen. Gerade in ärmeren Ländern in Afrika, Asien oder Südamerika sollte man in Apotheken skeptisch sein, da es dort weniger Arzneimittelkontrollen gibt - und das ausgenützt wird. Wirkstoffe können hier unter- oder überdosiert sein oder auch völlig andere Beimischungen erhalten - und damit potenzielle Allergieauslöser. In solchen Ländern ist es sicherer, die teuren deutschen Medikamente mitzunehmen.

In besonders unterversorgten Landstrichen kann es zudem sinnvoll sein, vorbeugend ein Breitspektrumanitbiotikum im Gepäck zu haben. Dieses kann etwa bei bakteriellen Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen, Durchfall mit Krämpfen oder ähnlichen Problemen helfen. Das Auswärtige Amt empfiehlt hierfür Zithromax (Wirkstoff: Azithromycin).

Bei bestimmten Formen von Urlaub können weitere Mittelchen notwendig werden. Wer etwa stundenlang in der Sonne liegt, sollte sich natürlich gegen Sonnenbrand schützen. Bei chronischen Krankheiten ist besondere Vorsicht geboten, da ein Ersatz verschreibungspflichtiger Medikamente im Ausland oft schwer zu erhalten ist. Ein Sonderfall ist das Thema HIV: Da manche Länder nach wie vor Positive diskriminieren, sollten hier manche Medikamente nicht offen getragen werden. Über die aktuelle weltweite Situation informiert die Website hivtravel.org.

Für die meisten verschreibungsfreien Mittel muss man übrigens kein Vermögen ausgeben. Besonders bei Internetapotheken werden viele dieser Allerweltsmedikamente mit Rabatten von bis zu 60 Prozent angeboten. Generell sollte man dabei auf Generika zurückgreifen, da diese die gleichen Wirkstoffe wie teure Markenprodukte enthalten. So ist etwa ein 20er-Pack Paracetamol oft bereits für 80 bis 90 Cent zu haben. Das ist wenig Geld für den Seelenfrieden im Urlaub.