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Die erste Outing-Geschichte im "Rolling Stone"

Ein ugandisches Gericht hat entschieden, dass Outings durch die Zeitung "Rolling Stone" gegen die Grundrechte der mutmaßlichen Homosexuellen verstoßen.

Der High Court in der Hauptstadt Kampala hat damit der Klage von drei geouteten Männern stattgegeben und ihnen ein Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 500 Euro zugesprochen. Die Zeitung darf nun nicht mehr über die Kläger berichten. Sie waren drei von rund 100 Männern, die "Rolling Stone" seit Oktober 2010 geoutet hat. Damals startete die Zeitung, das nichts mit dem gleichnamigen amerikanischen Musik-Magazin zu tun hat, die Serie mit dem Titel: "100 Bilder von Ugandas Top-Homos sind durchgesickert". Daneben stand in kleinerer Schrift die Aufforderung: "Hängt sie" (queer.de berichtete).

Richter Kibuuka Musoke erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass die Zeitung mit ihrer Kampagne gegen die in der Verfassung verankerten Rechte auf Leben und auf Privatsphäre verstoßen habe. Insbesondere kritisierte er die Aufforderung, Schwule und Lesben zu hängen. Dies gefährde die Sicherheit einer ganzen Bevölkerungsgruppe. Es sei absurd zu behaupten, dass es das Ziel aller Homosexuellen sei, Kinder zu verführen. Der "Rolling Stone" hatte mehrfach erklärt, dass eine schwul-lesbische Untergrundbewegung, die vom westlichen Ausland finanziert wird, ugandische Schüler von ihrem "Lebensstil" überzeugen wollten.

"Es geht um Grundrechte und -freiheiten", erklärte Richter Musoke. Insbesondere stimme er nicht mit der Zeitung überein, dass "jeder Mensch, der homosexuell ist, gegen Paragraf 145 verstößt". Dieser Paragraf droht bei "unnatürlichen sexuellen Beziehungen" mit lebenslanger Haft.

Homosexuelles Verhalten weiterhin strikt verboten


In kleiner Schrift forderte der "Rolling Stone" dazu auf, Schwule und Lesben zu hängen.

Dennoch, so stellte er fest, ist homosexuelles Verhalten nicht schutzwürdig: Denn Paragraf 175 besage, dass Menschen, die mit Mitglieder des gleichen Geschlechts Sex haben, bestraft werden müssten. Allerdings sei der Geltungsbereich des Gesetzes weniger weit als "Schwulismus" (Gayism). "Man muss eine Tat begehen, um nach Paragraf 145 als Krimineller zu gelten", so Musoke.

Derzeit gibt es in Uganda eine Debatte darüber, die Todesstrafe für Homosexualität einzuführen (queer.de berichtete). Mehrere westliche Regierungsvertreter, unter ihnen auch Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) drohten dem ostafrikanischen Land daraufhin mit einer Kürzung der Entwicklungshilfe, sollte Uganda Homo-Sex als todeswürdig erklären.

Die Bevölkerung von Uganda hegt große Vorurteile gegen Schwule und Lesben. 2007 gaben bei der internationalen Studie Pew Global Attitudes Project 96 Prozent der Ugander an, Homosexualität abzulehnen. Nur drei Prozent unterstützen Homo-Rechte. (dk)



#1 FloAnonym
  • 04.01.2011, 18:42h
  • Erfahrungsgemäß lassen sich Faschisten von Gerichtsurteilen genauso wenig beeindrucken wie von Fakten und Argumenten...
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#2 SchrottboykottAnonym
#3 FloAnonym
  • 04.01.2011, 19:51h
  • Antwort auf #2 von Schrottboykott
  • Sehr richtig, wenn es um Hass geht, sind die Ewiggestrigen international vereint.

    Da sind dann in Deutschland CDU, CSU, FDP, Kirchen, etc. einer Meinung mit Politikern anderer Länder, anderen Religionen, etc. Der Homohass eint sie alle...
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#4 de kaschberAnonym
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.01.2011, 20:15h
  • Ein Urteil, das zur rechten Zeit kommt. Trotzdem dürfte das die Politiker nicht davon abhalten, nun weiterhin ihre homophoben Haßtiraden in Uganda zu verbreiten!
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