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Keine Models für Brillen-Mode, sondern Dichter der Beat-Generation (Bild: Pandora Film)

James Franco spielt den schwulen Dichter Allen Ginsberg, dessen Gedicht "Howl" im Jahr 1957 für einen Literatur- und Gerichtsskandal sorgte.

Von Carsten Weidemann

Im Jahr 1957 steht in San Francisco ein amerikanisches Meisterwerk vor Gericht. Angeklagt ist "Howl", das Gedicht von Allen Ginsberg (James Franco), das seinen Autor schlagartig bekannt gemacht hat. Gerade erschienen, wird die ohnehin kleine Auflage von der Polizei beschlagnahmt und der Verleger muss sich wegen Verbreitung obszönen Schrifttums vor Gericht verantworten. Das überraschende und leidenschaftliche Urteil gilt bis heute als Geburtsstunde der Beat-Generation und der amerikanischen Gegenkultur.

Die nachgespielte Gerichtsverhandlung ist einer der Erzählstränge des Films und setzt sich mit Themen auseinander, deren Bedeutung bis heute nachklingt: Definitionen des Begriffs Obszönität, die Grenzen der freien Meinungsäußerung und das Wesen der Kunst. Der Verteidiger ist Jake Ehrlich, ein damals prominenter Bürgerrechtsanwalt. Staatsanwalt Ralph McIntosh versucht nachzuweisen, dass das Werk obszön ist, während er sich erfolglos bemüht es zu verstehen. Zeugen der Anklage sind eine Englischlehrerin, die das Gedicht obszön findet und ein Professor, der eine sehr ausschließliche Vorstellung davon hat, was gutes Schreiben ist und was nicht.

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Beat Generation: William S. Burroughs, Allen Ginsberg, Jack Kerouac

Die Verteidigung hat Intellektuelle vorladen lassen, die die kulturellen und künstlerischen Meriten des Werks hervorheben. Der konservative Richter Clayton Horn kommt schließlich zu einem überraschenden Urteil. Zeilen über Analsex wie "who let themselves be fucked in the ass by saintly motorcyclists, and screamed with joy", sind für die prüden Ankläger einfach nur verwerflich. Doch es folgt ein Freispruch Erster Klasse, denn der Richter erkennt die literarische Qualität und die große gesellschaftliche Bedeutung der Dichtung.

In einem erdachten Interview sinniert der junge Ginsberg in Rückblenden über seinen eigenen kreativen Prozess und den persönlichen Kampf und die Befreiungsversuche, die er durchleben musste. Robert Epsteins und Jeffrey Friedmans Film ist ein facettenreiches, genreübergreifendes Porträt. Die Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten sind bekannt durch ihre Dokumentationen "Paragraph 175" (200) und "The Celluloid Closet" (1995).



#1 FloAnonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.01.2011, 22:53h
  • Wahrscheinlich ist Herr Franco deshalb genervt, wenn man ihn nach seiner sexuellen Orientierung löchert. Dennoch: unbedingt anschauen!
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