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Daniel Hernandez Jr. bei einem im Wahlkampf 2010 aufgenommenen Bild mit der Abgeordneten Gabrielle Giffords (Bild: privat)

Ein schwuler Praktikant leistete erste Hilfe, nachdem ein 22-Jähriger die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords ins Gesicht geschossen hatte - die homofreundliche Politikerin überlebte schwer verletzt.

Der 22-jährige Waffennarr Jared Lee Loughner hatte die 40-Jährige am Samstag bei einer Veranstaltung in Tucson (Arizona) mit einem gezielten Kopfschuss niedergestreckt. Der Einzelgänger verletzte weitere zwölf Personen, sechs Menschen fanden den Tod.

Wie am Sonntag bekannt wurde, verdankt Giffords ihr Leben einem ihrer Praktikanten: Der 20-jährige Daniel Hernandez Jr. stand zehn Meter von seiner Chefin entfernt, als diese von der Kugel getroffen wurde. Er eilte sofort zu ihr und presste seine Hand auf die Wunde auf ihrer Stirn, um die Blutung zu stillen. Außerdem hielt er sie aufrecht, damit sie nicht an ihrem eigenen Blut erstickt. Nachdem die Rettungskräfte eingetroffen waren, fuhr er mit ihr ins Krankenhaus und hielt dabei ihre Hand. Hernandez hat zum Zeitpunkt des Anschlages erst seit fünf Tagen für die Abgeordnete gearbeitet.

Youtube | Daniel Hernandez Jr. bei CNN

Giffords setzt sich für Homo-Rechte ein


Giffords ist seit 2007 Abgeordnete im Repräsentantenhaus. 2010 gewann sie mit 48,8 Prozent der Stimmen knapp vor dem Republikaner Jesse Kelly (47,3 Prozent) (Bild: United States Congress)

Giffords gilt als gemäßigte Demokratin, die sie auch für Homo-Rechte eingesetzt hat. So sprach sie sich etwa für die Abschaffung von "Don't ask, don't tell" aus. Aus der Statistik der Human Rights Campaign geht hervor, dass sie in 81 Prozent der Fällen für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben gestimmt hat. "Gabby Giffords unterstützt Homo-Rechte und ist eine prinzipientreue Führungspersönlichkeit für Arizona", erklärte die HRC am Sonntag.

Die 40-jährige Politikerin war auch für Konservative wählbar, weil sie in einigen Kernthemen republikanische Ansichten übernahm. So spricht sie sich etwa für das Recht der Amerikaner aus, Waffen zu besitzen und in der Öffentlichkeit zu tragen. Republikaner kritisierten sie allerdings scharf für ihre Unterstützung der Gesundheitsreform, die Präsident Barack Obama vergangenes Jahr durchs Parlament brachte. In der aufgeheizten politischen Atmosphäre wurde Giffords dann zu einer der Hauptgegner der Konservativen, was viele Aktivisten der Partei in martialischen Posen zum Ausdruck brachten: So ist ihr Wahlkreis auf Sarah Palins Website mit einem Fadenkreuz eines Zielfernrohres versehen. Jesse Kelly, ihr republikanischer Gegner im Wahlkampf 2010, ließ sich auf Wahlplakaten sogar mit einem Maschinengewehr ablichten.

Beobachter haben den aggressiven Wahlkampf der Republikaner bereits zuvor für gewalttätige Ausschreitungen verantwortlich gemacht. So haben Unbekannte im vergangenen Jahr mit Schrotkugeln auf das Wahlkampfbüro der Politikerin geschossen und dabei Sachschäden verursacht.

Motiv noch unklar


Sarah Palin: Das Fadenkreuz gegen Giffords und 19 weitere Demokraten. (Bild: SarahPAC)

Noch ist das Motiv des Täters unklar. Er hat im Internet allerdings Spuren hinterlassen, die ihn als Verschwörungstheoretiker entlarven. So fürchtete er - wie viele in Milizen organisierte rechtsradikale Amerikaner - dass die Bundesregierung die Bevölkerung manipulieren und kontrollieren will. Seine Waffe kaufte er legal, nachdem er einen "Background Check" bestanden hatte.

Die Miliz-Bewegung ist besonders stark in Arizona. Hier fürchten viele Aktivisten eine Überfremdung durch mexikanische Einwanderer. In der Debatte geht es dabei weit schriller zu als im deutschen Streit um islamische Migranten. So hat Arizona im vergangenen Jahr ein Gesetz eingeführt, nach dem spanisch aussehende Menschen von der Polizei mehr kontrolliert werden sollen als Mitglieder der Mehrheitsbevölkerung. (dk)



#1 RabaukeAnonym
  • 10.01.2011, 12:53h
  • Erstmal ist es wichtig, dass die Frau noch am Leben ist. Ob sie nun von einem "Schwulen" oder anderen Mensch gerettet worden ist, spielt doch keine Rolle! Das die Leute immer ein Drama 15 draus machen und eine Urkunde mit Goldrand "beanspruchen", unglaublich. Ich denke, Jeder hätte erste Hilfe geleistet. EGAL, welcher Neigung und Geschlecht.
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#2 RIXFOXProfil
  • 10.01.2011, 13:08hBerlin
  • Zitat:
    So spricht sie sich etwa für das Recht der Amerikaner aus, Waffen zu besitzen und in der Öffentlichkeit zu tragen.

    Ironie des Schicksals....

    Jetzt hat ihr so ein öffentlicher Waffenträger ins Gesicht geschossen.
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#3 deltorAnonym
#4 readerAnonym
  • 10.01.2011, 13:25h
  • Jewish congresswoman shot in Arizona

    www.ynet.co.il/english/articles/0,7340,L-4010613,00.html

    Giffords kritisierte Palins Fadenkreuze damals mit den Worten:
    "Wenn man so etwas macht, muss man wissen, dass das Folgen haben kann."

    www.crewof42.com/wp-content/uploads/2010/03/palin-target1.pn
    g


    " We have nothing whatsoever to do with this," Palin aide. Rebecca Mansour told the talk radio host Tammy Bruce in an interview. "We never ever, ever intended it to be gun sights. It was simply cross-hairs like you'd see on maps," she said, suggesting that it is a "surveyor's symbol."

    There is "nothing irresponsible about our graphic," she said.

    www.politico.com/blogs/bensmith/

    "Here is a list of books that the assassin Jared Lee Laughner listed on MySpace as his favorite books:

    Animal Farm, Brave New World, The Wizard Of OZ, Aesop Fables, The Odyssey, Alice Adventures Into Wonderland, Fahrenheit 451, Peter Pan, To Kill A Mockingbird, We The Living, Phantom Toll Booth, One Flew Over The Cuckoo’s Nest, Pulp,Through The Looking Glass, The Communist Manifesto, Siddhartha, The Old Man And The Sea, Gulliver’s Travels, Mein Kampf, The Republic, and Meno."
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#5 Hans und FranzAnonym
#6 hwAnonym
#7 deltorAnonym
  • 10.01.2011, 14:11h
  • Antwort auf #5 von Hans und Franz
  • Ja das kann sein.
    Es ist etwas was sich entwickelt hat auf die Leute die einem früher das Leben schwer gemacht haben. Es ist in mir eine absolute Gleichgültigkeit gegenüber solchen Leuten entstanden.
    Ich mache dafür für Menschen sehr viel gutes von denen ich weiß das sie in Ordnung sind und denen man vertrauen kann
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#8 ArthasAnonym
#9 goldsenf
  • 10.01.2011, 15:26h
  • ich denke, in einer situation um leben und tod darf nur noch der mensch im mittelpunkt stehen. wenn wir uns anmaßen zu entscheiden, ob dieser oder jener des (über-)lebens wert ist, dann ist die welt, in der wir leben, wirklich ein übler ort. was auch immer ein mensch tut, seine taten erlauben uns nicht, ihm ein recht auf leben abzusprechen. ansonsten können wir auch gleich den nächsten holocaust beginnen.

    wenn giffords praktikant in einer solchen situation so selbstlos handelt, dann ist es sein mut, der für ihn spricht und für den man ihn loben kann. seine homosexualität hat damit nicht das geringste zu tun und gehört einfach nicht in einen solchen artikel. nicht einmal als fußnote. damit würde man sonst sowohl sein schwulsein instrumentalisieren als auch das attentat selbst, das wohl am ehesten noch eine menschliche tragödie ist. selbst wenn gifford für das recht auf waffenbesitz war, selbst wenn sie für homo-rechte war. selbst wenn der täter sich am ende als religiöser fanatiker und homo-hasse entpuppen sollte.

    gifford ist gute besserung zu wünschen, den angehörigen der toten das beileid auszusprechen. mit dem täter aber und seinem hintergrund sollte man sich jetzt besonders eingehend auseinandersetzen.
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#10 platinwurstAnonym
  • 10.01.2011, 15:42h
  • "Wie am Sonntag bekannt wurde, verdankt Giffords ihr Leben einem ihrer Praktikanten: Der 20-jährige Daniel Hernandez Jr. stand zehn Meter von seiner Chefin entfernt, als diese von der Kugel getroffen wurde. Er eilte sofort zu ihr und presste seine Hand auf die Wunde auf ihrer Stirn, um die Blutung zu stillen. Außerdem hielt er sie aufrecht, damit sie nicht an ihrem eigenen Blut erstickt."

    Ich lese hier undramatisch Fakten.
    Mit keiner Silbe wird hier eine Überhöhung von Rettung durch einen Schwulen betrieben.

    Wie es mitunter allerdings um die hier postulierten humanen Selbstverständlichkeiten steht:

    www.queer.de/detail.php?article_id=4406
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