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Teilnehmer beim CSD Tel Aviv 2008 (Bild: AmitLev / flickr / by 2.0)

Eine neuen israelischen Studie besagt, dass Schwule kurz vor der Volljährigkeit ihre Homosexualität akzeptieren - bis zum Coming-out vergehen allerdings noch einmal mehr als vier Jahre.

Die Untersuchung wurde vom schwul-lesbischen Zentrum Hoshen durchgeführt, berichtet die Tageszeitung "Haaretz". Insgesamt befragten Forscher 617 Schwule, Lesben und Bisexuelle in einem elektronischen Fragebogen.

Demnach merkten die Befragten erstmals mit 11,5 Jahren, dass sie anders fühlen als ihre Mitschüler. Ihre Heterosexualität bezweifeln Jungs schon früher als Mädchen - Schwule im Alter von 14,5 Jahren, Lesben mit 18 Jahren. Mit ihrer Homosexualität im Reinen sind Schwule schließlich mit 17, Lesben mit 21. Erst nach weiteren 4,5 Jahren (Lesben: 3,5 Jahre) wagen sie aber, ihre Homosexualität öffentlich zu machen.

Das Coming-out verläuft in den meisten Fällen nach dem gleichen Schema: Zunächst vertrauen sich junge Schwule, Lesben und Bisexuelle einem Freund an, als nächstes dann ihrer Mutter. Erst später erzählten drei Viertel der Befragten ihrem Vater von ihrer Homosexualität, danach - wenn überhaupt - den Arbeitskollegen.

Bisexuelle leben versteckter

Große Unterschiede gibt es bei der Antwort auf die Frage, ob man sich "mit Sicherheit" mit seiner sexuellen Orientierung abgefunden hat: Das sagen 80 Prozent der Schwulen, 75 Prozent der Lesben, aber nur 51 Prozent der Bisexuellen. Völlig offen lebten demnach 60 Prozent der Lesben, 55 Prozent der Schwulen und 33 Prozent der Bisexuellen.

Laut Mitautor Guy Shilo von der Tel Aviver Universität dürften die Zahlen denen in anderen westlichen Ländern ähneln - gerade in US-Studien sei es zu vergleichbaren Ergebnissen gekommen. "Der Prozess beginnt mit der Pubertät. Das verstärkt die Sicht, dass es sich hierbei um einen angeborenen körperlichen Prozess handelt, der unabhängig ist von sozialen Faktoren." Allerdings konnten in der Studie nur Menschen befragt werden, die relativ weit in ihrem Coming-out-Prozess vorangeschritten sind. Homosexuelle, die ihre sexuelle Orientierung geheim halten, seien für Studien schließlich nicht erreichbar, so Shilo. (dk)



40 Kommentare

#1 GeorgFalkenhagenProfil
  • 10.01.2011, 17:26hBremen
  • Tja, unsere statistische Dunkelziffer ist eben(t) ne janz spezielle. Und das ist auch nicht nur gut so, sondern auch ausgesprochen bezaubernd ...
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#2 chrisProfil
  • 10.01.2011, 17:31h Dortmund

  • Gibt es denn tatsächlich noch Zweifel daran, dass die Sexualität angeboren ist? Also ich habe mich schon in der Grundschule für die Pimmelchen meiner Freunde interessiert. Gespielt habe ich (achtung Klischee!) aber meist mit Mädchen. Jungs waren mir immer zu grob und zu gemein ^^. Erster Sex mit 12, Coming-Out mit 19 erst bei Kollegem dann bei Mutter.
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#3 DenWeg
  • 10.01.2011, 18:42h
  • habe meine homosexualität ebenfalls mit 17 akzeptiert, geoutet auch mit 17 bei einer freundin und dann nach und nach dem weiteren engen freundeskreis, komplett geoutet allerdings noch nicht.
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#4 UdoUliProfil
  • 10.01.2011, 19:25hViersen
  • Antwort auf #3 von DenWeg
  • Finde es toll das du dich schon so jung,entschieden hast dich zu outen,ich war so dumm, und und habe es erst miit 32Jahre gemacht was ich bitter bereue,wen ich noch mal auf der Welt kämme würde ich das auch so wie du machen.
    Wünsche dir noch viel Glück und Gesundheit in DEIN LEBEN.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.01.2011, 19:48h
  • Ich habe zu meinem Schwulsein erst gestanden, als ich 1994 von einem 2000-Seelen-Dorf in der Pfalz ins weltoffene Hamburg umgezogen bin. Ich habe allerdings schon nach Beginn meiner Umschulung zum Bürokaufmann gemerkt, daß mich Männer in jeder Hinsicht mehr interessieren als Frauen und daran ändert sich auch nichts mehr.
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#6 herve64Profil
  • 10.01.2011, 19:58hMünchen
  • Das ist eine Studie, die man in der Pfeife rauchen kann: zum einen ist es individuell vollkommen unterschiedlich, wann man seine Homosexualität akzeptiert, zum anderen ist es vollkommen irrelevant, falls es eine Majorität der Befragten gibt, die bereits mit 17 Lenzen ihr Schwulsein bejahen.

    Fakt ist, dass es sie gibt und dass man gefälligst alles in die Wege leiten sollte, damit jeder und jede persönlich damit ungezwungen umgehen kann und im Leben ohne Anfeindungen und Abschätzigkeiten zurecht kommt.

    Die reinen Zahlen sind mir dabei so egal wie nur sonst etwas.
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#7 eMANcipation*Anonym
  • 10.01.2011, 21:40h
  • Antwort auf #6 von herve64
  • Ich halte solche Generaliserungen oder vermeintlichen "Durchschnittswerte" auch für wenig hilfreich. Denn sie suggerieren unzutreffenderweise, dass es eigentlich keine nennenswerten Probleme (mehr) mit dem inneren Coming-out gibt.

    Eher sollte man sich damit auseinandersetzen, weshalb junge Homosexuelle immer noch einem vielfach höheren Suizidrisiko ausgesetzt sind, weshalb die Gesellschaft weiterhin tatenlos zusieht, wenn insbesondere Schwule Zielscheiben von Verächtlichmachung sind und in unserer Geselschaft ein immer aggressiverer massenmedialer (Hetero-) sexismus um sich greift.

    Gleichzeitig entstehen ja ganz neue Formen der sozialen Kontrolle via Facebook & Co., wo eine ständige Selbst- und Fremdbeobachtung schon ab dem vorpubertären Alter zum Pflichtprogramm gehört und jede mögliche "Abweichung" in sexueller Hinsicht umgehend negativ sanktioniert wird.

    Die in den letzten Jahren beobachtbare, ganz neue Qualität der offenen Schwulenfeindlichkeit in der Sprache von Jugendlichen - ob nun bewusst oder unbewusst so verwendet - ist ein besonders deutlicher Indikator dafür, dass es derzeit wieder erheblich schwieriger wird, sein mögliches Anderssein überhaupt vor sich selbst zuzulassen und es nicht von Anfang an zu verdrängen bzw. zu unterdrücken.

    Dementsprechend gibt es auch interessante Studien wie die von

    GROSSMANN (2000): Prä-homosexuelle Kindheiten,

    www2.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2000/175/

    die beträchtliche Unterschiede beim Coming-out zwischen Schwulen, die sich von kleinauf "geschlechtsrollenkonform" verhalten, und solchen, die in ihrem Verhalten von kleinauf eher "nicht geschlechtsrollenkonform" sind, bestätigen.

    "[Die] Jungen, die sich in der Kindheit und Jugend geschlechtsrollenkonfom verhalten, mußten mehrheitlich einen längeren Weg gehen, ehe sie sich selbst als homosexuell identifizierten und sich trauten, dieses offen zu leben."

    Nach meinem Eindruck wird sich diese Problemlage angesichts des Mangels an Identifikationsfiguren und im Zuge der immer penetranteren heterosexistischen Bilderflut - von der allgemein negativen sozioökonomischen Entwicklung in der Gesellschaft, die individuelle Freiräume massiv einschränkt, ganz zu schweigen - noch weiter verschärfen.

    Es sei denn, wir als schwule Männer überlegen uns endlich, wie wir männlichen Jugendlichen wieder neue Freiräume zur unbefangenen, freien und selbstbestimmten Entdeckung ihrer Homosexualität eröffnen und dem herrschenden Heterosexismus aktiv etwas entgegensetzen können.

    Dazu gehört natürlich auch, dass Schwule in allen Bereichen des gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens - nicht zuletzt die, die mit ihrer "Berühmtheit" gigantische Einkommen erzielen - sich nicht weiterhin verleugnen und verstecken, sondern endlich ein Minimum an Solidarität und sozialem Verantwortungsbewusstsein für Jungs und männliche Jugendliche erkennen lassen!
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#8 eMANcipation*Anonym
  • 10.01.2011, 22:05h
  • Antwort auf #7 von eMANcipation*
  • Noch beispielhaft ein weiteres interessantes Ergebnis (Grossmann 2000, S. 299 f.):

    "Von den rollenkonformen ‘harten Jungen’ erinnert im Interview keiner, bereits vor der Pubertät homoerotische Empfindungen oder Sehnsüchte empfunden zu haben, höchstens Bewunderung für andere Jungen, denen ein erotisches Interesse zugrunde liegen könnte.

    Ein erotisches Interesse an Männern oder Jungen setzte erst mit der Pubertät ein. Dafür hatten sie praktisch alle heterosexuelle Beziehungen bis hin zu langjährigen Partnerschaften oder gar in einem Fall zur Ehe. Mehrere Männer hatten - teils extensiv - sexuelle Kontakte zu anderen Jungen, die aber nicht als homosexuell angesehen und deshalb unbeschwert erlebt wurden.

    Bewußt homosexuelle Kontakte gibt es
    bei ihnen erst ab der ersten Hälfte der Zwanziger. Bis zum Alter von 22 Jahren war sich die Hälfte der ‘harten Jungen’ über ihre sexuelle Orientierung im Klaren, eine Kontaktaufnahme mit anderen und ein Coming Out gegenüber dem sozialen Umfeld erfolgte i.d.R. erst in der zweiten Hälfte der Zwanziger. Bei einzelnen wissen die Eltern bis heute nichts von ihrer Homosexualität."
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#9 jojoAnonym
  • 10.01.2011, 23:03h
  • Antwort auf #2 von chris
  • erster sex mit 12? NEID! ;-)

    aber im ernst: es sei dir von herzen gegönnt, und ich empfinde immer ein echtes glücksgefühl, wenn ich höre, dass es heute vielen jungen schwulen so viel besser geht als mir damals.

    (dass es natürlich andererseits auch ganz neue probleme gibt und nicht alles immer nur besser wird, ist dabei unbestritten, lieber emancipation.)

    ich selber war ein ziemlicher spätzünder. für die verlorene zeit tröste ich mich mit einem leicht perversen gedanken: bei einem frühen coming-out wäre ich vermutlich in meiner sturm-und.drang-phase mitten in die lederszene der früh-aids-zeit hineingerauscht. die chance, heute noch zu leben, wäre ziemlich gering.

    und irgendwie wusste ich es dann umso mehr zu schätzen, all die schönen erfahrungen endlich zu machen!
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#10 kikaAnonym
  • 10.01.2011, 23:47h
  • Antwort auf #7 von eMANcipation*
  • "[Die] Jungen, die sich in der Kindheit und Jugend geschlechtsrollenkonfom verhalten, mußten mehrheitlich einen längeren Weg gehen, ehe sie sich selbst als homosexuell identifizierten und sich trauten, dieses offen zu leben."

    Wie soll sich das auch ändern wenn Medien, die sonst so gut wie nie homosexuelle Menschen zeigen, nur das Bild der Tunte darstellen?
    Wo bleiben die Reportagen von schwulen Skaterjungs etc.( die es auch gibt)!

    Jetzt nimmt ein Kinderkanal die Chance war Homosexualität im Kindes- Jugendalter zu zeigen, aber wie immer geht es um mädchenhafte Klischeetypen:

    "Während der 14-jährige Hamburger Phil mit seinem Styling und weiblichen Attitüden das verkörpert, was viele unter einem „klassischen Schwulen“ verstehen, ist es dem 16 Jahre alten Miles aus Berlin wichtig, nicht so „tuntig“ rüberzukommen weil er Angst vor Diskriminierung hat. Trotzdem will Miles jetzt wieder mit Cheerleading anfangen"

    www.kika.de/scripts/fernsehen/was_laeuft/index.cfm?d=2011011
    111&pp_id=116652


    Finde ich zwar gut und super von den beiden Jungs das sie bei so einer Reportage mitmachen, aber eine Sendung die 100% Klischee zeigt sollen Vorurteile abgebaut werden? Das glaubt doch Kika selbst nicht
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