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Katar ist der bislang exotischste Austragungsort einer Fußball-Weltmeisterschaft. (Bild: Rainer Ebert / flickr / by-sa 2.0)

Beim 8. internationalen Treffen des Netzwerkes der schwul-lesbischen Fußballfanclubs (QFF) wurde am Wochenende eine Resolution gegen die Vergabe der WM 2022 an Katar beschlossen.

Mehr als 80 Delegierte aus 19 schwul-lesbischen Fußballfanclubs erklärten bei dem Treffen in der Bielefelder SchücoArena, die WM im Golfemirat bedeute die "Ausgrenzung schwuler und lesbischer Fans". In Katar stehen auf homosexuelle Handlungen bis zu fünf Jahre Haft.

Daher "verurteilt Queer Football Fanclubs als weltweit größte Homosexuellenvereinigung im Fußballfanbereich die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2022 an Katar durch die FIFA aufs Schärfste". Der Weltfußballverband solle bei der künftigen Vergabe von Fußball-Weltmeisterschaften auch internationale Menschenrechtskonventionen berücksichtigen und damit seinen Teil "für eine Kultur der Freiheit, Toleranz und Gleichheit unter den Menschen" zu sorgen.

Ferner erwarten die Fußballfans, dass den schwulen und lesbischen Gästen während der Spiele "derselbe Respekt, dieselbe Achtung und derselbe Schutz zuteil wird" wie den übrigen Teilnehmern. Die FIFA-Kritik an der WM-Vergabe ist die erste Resolution, die QFF verabschiedet hat.

Anders als die Vereinigung von Fans aus Deutschland, der Schweiz und Spanien propagiert das britische Gay Football Supporter's Network einen Boykott der WM 2022 (queer.de berichtete). Zuletzt sorgte FIFA-Chef Sepp Blatter für Aufregung, als er bei einer Pressekonferenz schwulen Fans empfahl, bei einer Teilnahme in Katar auf Sex zu verzichten (queer.de berichtete). Nach scharfer Kritik von schwul-lesbischen Gruppen entschuldigte sich Blatter für die Äußerung (queer.de berichtete). QFF will nun mit Blatter in Dialog treten: Zum nächsten Treffen Anfang Oktober im schweizerischen Bern luden sie den FIFA-Chef ein.

Neue QFF-Mitglieder

Bei dem Treffen wurden mit den NorisBengeln aus Nürnberg und "Warm Up 95" aus Düsseldorf zwei weitere Fanclubs aufgenommen. Damit erhöht sich die Zahl der Mitglieder auf 23. "Erfreulich ist, dass in unseren Fanklubs immer mehr Heteros Mitglied werden und auch zu unseren Treffen kommen. Ihnen ist unser Einsatz gegen Diskriminierung im Stadion unterstützenswert und die vereinsübergreifenden Freundschaften wichtig", erklärte Pressesprecher Dirk Brüllau. (dk)



Blatter entschuldigt sich

FIFA-Chef Sepp Blatter hat sich für seinen Ratschlag an Schwule und Lesben entschuldigt, bei der WM 2022 in Katar keinen Sex zu haben.
#1 FloAnonym
  • 11.01.2011, 18:39h
  • Bei so Dingen wie WM-Vergaben, Olympischen Spielen, etc. geht es nur ums Geld und die Erschließung neuer Märkte. Sportliche Grundwerte und die Ideen dahinter interessieren da keinen mehr. Der Profisport ist nur noch Big Business.

    So waren die Olympischen Spiele in China zu erklären und so ist jetzt die Vergabe der Fußball-WM an solch ein homophobes Land zu erklären. Ein Land, wo die Sicherheit der Spieler, Fans und Journalisten nicht gewährleistet werden kann!

    Da es denen nur noch um Profitmaximierung geht, kann man sie auch nur so erreichen: durch kompletten Boykott!!

    Auch von Firmen, die das sponsern (Nutella, Coca-Cola, etc. sind ja da die typischen Vertreter..., ist eh alles ungesund).
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#2 arthasAnonym
  • 11.01.2011, 19:30h
  • Bei der Fifa steht halt das finanzielle über dem sportlichem. Korrupt bis zum geht nicht mehr. Ein Veranstaltung wie die WM in einem islamischen Land abzuhalten ist für jeden Fan ein Supergau: Kein Alkohol, keine leichtbekleideten Brasilianerinnen (stattdessen nur Schleiereulen), keine Bratwürste, keine Partys, keine Gay Szene und das alles bei 50 C°im Sommer. Immerhin kann man zu Unterhaltung wohl ein paar Steinigungen, Enthauptungen und Auspeitschungen beiwohnen (Mit Glück sogar nur als Zuschauer).
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#3 salaro
#4 JensAnonym
  • 11.01.2011, 20:36h
  • Antwort auf #2 von arthas
  • "ist für jeden Fan ein Supergau: Kein Alkohol, keine leichtbekleideten Brasilianerinnen (stattdessen nur Schleiereulen)"

    Schade das auch du diese heterosexistische Denkweise verinnerlicht hast. Es gibt viele weibliche und schwule Fußballfans, eine WM zieht darüber hinaus so viele Menschen weltweit an das ca. die Hälfte der Fans weiblich sind.
    Du schreibst aber, typisch heteromännisch gedacht, nicht allgemein von leichtbekleideten Brasilianern UND Brasilianerinnen, sondern reduzierst es auf leichtbekleidete Brasilianerinnen, die für ca. die Hälfte der Fans schnuppe sind.
    Auch die männlichen Fans werden in Katar nicht wie in Brasilien halbnackt rumlaufen, obwohl sich das die weiblichen und schwulen Fans wünschen würden.
    Wie man sieht findet sich die Reduktion der Wahrnehmung auf nur weibliche Reize, im Sprachgebrauch auch von schwulen Männern fortschreitend wieder.
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 11.01.2011, 22:31h
  • Antwort auf #4 von Jens
  • Wie unglaublich ermutigend, dass auch andere den allgegenwärtigen, immer aggressiveren Heterosexismus in unserer massenmedial gesteuerten Welt für zunehmend unerträglich halten.

    Man kann inzwischen den Fernseher (den ich ohnehin schon immer extrem sparsam gebrauche) keine zwei Minuten mehr laufen lassen, ganz egal ob öffentlich-rechtlich oder privat,

    ohne dass andauernd die immergleichen heterosexistischen Phrasen, Geschlechterklischees, Rollenzuweisungen, penetranten Inszenierungen heterosexistischer Gesten, Symbole, "Objekte" und Rituale stattfindet.

    In dieser Form und Ausprägung gab es das NOCH NIE zuvor, und ich frage mich, wie wir dabei als schwule Männer weiterhin tagein, tagaus zusehen können, ohne endlich den längst überfälligen Aufschrei zu organisieren.

    Wir tragen immerhin die berühmten 5% bis 10% zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Programmes bei, das zur Hauptsendezeit gerundet 0% schwule Protagonisten und Themen und insgesamt 0% schwule Jugendliche sichtbar macht!

    Wie lange noch?

    Wir brauchen endlich eine breit angelegte Kampagne von Schwulen und emanzipierten Frauen und überhaupt aufgeklärten Menschen gegen diesen massenmedialen (Hetero-) Sexismus-Terror und für ein umfassendes Mainstreaming von Themen der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt!

    Wir haben ein Recht darauf, aber müssen es auch irgendwann einmal einfordern!
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 11.01.2011, 22:52h
  • Antwort auf #5 von eMANcipation*
  • Wer hat eigentlich Lust,

    dem Ausgrenzungs- und Stigmatisierungsapparat namens "Kinderkanal"

    mal den Link zu folgender Doku zu schicken?

    www.queer.de/detail.php?article_id=13219

    Damit bei der nächsten Sichtbarmachung schwuler Jugendlicher

    in geschätzt zwei Jahren

    nicht nur die üblichen Klischees aufgewärmt,

    sondern gerade DIE männlichen Jugendlichen angesprochen werden,

    die mit den üblichen schwulen Stereotypen nichts anfangen und vergeblich nach Identifikationsfiguren suchen

    (nach meiner Einschätzung: die große Mehrheit!)

    Die Reduzierung auf das Klischee hat System und dient der Aufrechterhaltung der sexuellen Herrschaftsverhältnisse!
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.01.2011, 10:05h
  • Derzeit findet in einem der kleinsten asisatischen Länder der Asiencup (mit der Europameisterschaft vergleichbar) statt. Trotzdem finde ich, daß Qatar einer Fußballweltmeisterschaft unwürdig ist. Die FIFA hätte besser Australien ausgewählt, da dann viele schwule Fußballfans angereist wären. Wegen der Vergabe an Qatar gab es ja letzte Woche einen Austritt eines Mitgliedes der FIFA-Ethikkomission.
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#8 De_Gelderlander
#9 satsokAnonym
  • 12.01.2011, 14:15h
  • Antwort auf #2 von arthas
  • also im nachbarland hätte sich westerwelle, bei seinen schlüsselqualifikationen, auch sehr wohl fühlen können.

    ‘Don’t Ask, Don’t Tell’

    The gay men I interviewed in Jeddah and Riyadh laughed when I asked them if they worried about being executed. Although they do fear the mutawwa'in to some degree, they believe the House of Saud isn’t interested in a widespread hunt of homosexuals. For one thing, such an effort might expose members of the royal family to awkward scrutiny. “If they wanted to arrest all the gay people in Saudi Arabia,” Misfir, my chat-room guide, told me—repeating what he says was a police officer’s comment—“they’d have to put a fence around the whole country.”

    www.theatlantic.com/magazine/print/2007/05/the-kingdom-in-th
    e-closet/5774/
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