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Senator David Norris will sich im Oktober zum irischen Präsidenten wählen lassen.

Der offen schwule Senator David Norris (parteilos) gilt als einer der Favoriten bei der Präsidentschaftswahl in der Republik Irland.

Laut einer neuen Umfrage, die vom Wettanbieter PaddyPower in Auftrag gegeben wurde, führt er das Feld der Bewerber an: 27 Prozent der Befragten würden sich demnach für den 66-Jährigen entscheiden, der sich in den vergangenen Jahrzehnten lautstark für Homo-Rechte stark gemacht hat. An zweiter Stelle liegt die Europaabgeordnete Mairead McGuinness von der konservativen Partei Fine Gael mit 13 Prozent. Zwei Politiker der liberalen Partei Fianna Fáil sowie zwei weitere Sozialdemokraten erhielten zwischen zehn und zwölf Prozent. Insgesamt wurden über 1.000 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte befragt. Die Wahl soll im Oktober stattfinden.

Norris, der im irischen Fernsehen auch ein gern gesehener Gast in TV-Unterhaltungsshows ist, ist aber für Paddypower trotz der Zahlen nicht der Favorit: Augenblicklich führt hier der Sozialdemokrat Michael D. Higgins das Feld an (Kurs: 1:3,5), gefolgt vom Fianna-Fáil-Politiker Brian Crowley (1:4,33). Mit dem Kurs von 1:4,5 liegt Norris an dritter Stelle. Wegen seiner kompromisslosen Ansichten zum Thema Menschenrechte vermuten die Buchmacher, dass Norris im erzkatholischen Land seinen Umfragevorsprung möglicherweise nicht halten kann.

Norris setzt sich seit Jahrzehnten für Homo-Rechte ein

Norris ist seit 1987 Mitglied des Senats. Er gilt als erster offen Schwuler, der in Irland in ein politisches Amt gewählt wurde. Doch bereits 1983 sorgte er mit seiner Klage gegen das irische Homo-Verbot für Aufsehen. Zwar hielt der oberste Gerichtshof des Landes das damalige Gesetz aufrecht. Norris siegte aber fünf Jahre später vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof. Straßburg entschied im Fall "Norris v. Irland", dass ein Sex-Verbot für Schwule das Recht auf Privatsphäre verletze. 1993 entkriminalisierte das Parlament schließlich Homosexualität auf der grünen Insel. Letztes Jahr wagte das Parlament den nächsten Schritt: Die Abgeordneten stimmten mit großer Mehrheit der Einführung von eingetragenen Partnerschaften zu (queer.de berichtete).

Auch Norris' Kritik an der katholischen Kirche könnte ihm im Wahlkampf schaden. So verglich das Mitglied der anglikanischen Church of Ireland 2006 Papst Benedikt XVI. wegen seiner Vourteile gegenüber Homosexuellen mit Adolf Hitler (queer.de berichtete). Ursache für die Diskriminierung von Schwulen und Lesben sei, so argumentierte er damals, die Religion.

Das Präsidentenamt ist in Irland nicht mit politischer Macht verbunden, sondern repräsentativ. Dennoch wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Eine Amtszeit dauert sieben Jahre, jeder Kandidat darf einmal wiedergewählt werden. Wegen dieser Begrenzung kann die populäre Präsidentin Mary McAleese nicht mehr antreten. (dk)



14 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 11.01.2011, 18:47h
  • Das würde mich sehr freuen!

    Wenn man mal bedenkt, dass dort erst seit 1993 (!) Homosexualität an sich überhaupt legal ist...

    Auch wenn das nur ein repräsentatives Amt ohne wirklich Macht ist, kann das natürlich viel bewirken!

    --------------------------------

    "Auch Norris' Kritik an der katholischen Kirche könnte ihm im Wahlkampf schaden. So verglich [...er...] 2006 Papst Benedikt XVI. wegen seiner Vourteile gegenüber Homosexuellen mit Adolf Hitler. Ursache für die Diskriminierung von Schwulen und Lesben sei, so argumentierte er damals, die Religion."

    Endlich spricht es mal jemand aus!

    Wenn er Präsident wird, hoffe ich, dass er sich auch dann nicht den Mund verbieten lässt und die Wahrheit sagt. Wenn hierzulande schon dieser hasserfüllte Pfaffe im Bundestag reden darf und von fast allen deutschen Politikern hofiert wird, hoffe ich, dass wenigstens das Oberhaupt eines anderen EU-Staates offen die Wahrheit sagt.

    Die letzten aufrechten Menschen mit Rückgrat müssen gestärkt werden. In Deutschland sagt das leider kein Politiker so offen - die haben alle kein Rückgrat und sollten sich eigentlich hassen, wenn sie sich im Spiegel sehen.
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#2 dia/synchronischAnonym
  • 11.01.2011, 21:35h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • Wenn man mal bedenkt, dass dort erst seit 1993 (!) Homosexualität an sich überhaupt legal ist...

    man sollte dann auch bedenken, dass in der brd der paragraph 175, der untrennbar mit den verbrechen der nazi-diktatur verbunden ist, erst 1994 (!) abgeschafft wurde. und wo steht deutschland heute im europäischen vergleich (sog. alte eu) in sachen formaler und effektiver gleichberechtigung, aufklärung, diskriminierungsschutz, schutz vor hassrede und hassverbrechen?
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#3 Ilovelife
  • 12.01.2011, 00:28h
  • Oh, er ist Anglikaner, gegen den Papst und ihm wurde hier noch nicht gelobhudelt?

    Na okay, vielleicht bekomme ich es ja hin:

    Eine schöne Sache, wenn David Norris Präsidentschaftskandidat in der Republik Irland wird. In der dortigen anglikanischen Kirche sind homosexuelle Männer wie er willkommen, genau wie in der schwedischen lutherischen Kirche mit der offen lesbischen Bischöfin Eva Brunne und bei den Reformierten, Altkatholiken... und so weiter,ne?

    Ansonsten sieht der Herr auf dem Foto sehr sympathisch aus, schon allein, weil er diesen "Guinness-für-alle" Gesichtsausdruck trägt.
    Zwei Sachen mögen aber bitte ausbleiben: irische wie bundesdeutsche Jungschwulis mögen sich nicht alle nen Bart stehen lassen, wenn der Präsident wird.
    Ich find es eh schon schlimm genug, dass in der Szene momentan dieser Bart- und Ökopullitrend auch bei "Jüngeren" um sich greift! Alles solche Jutetüte- Ökohansel! Furchtbar, grauenhaft, schlimm! Hat wohl was mit dem Höhenflug der Grünen zu tun...

    Und Ryanair möge sich bitte weiterhin aus Deutschland zurückziehen, ich sehe schon wieder eine dieser unerträglichen O'Learyschen Werbekampagnen...
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.01.2011, 09:56h
  • Ich wünsche Herrn David Norris sehr viel Erfolg bei seiner Kandidatur für das Präsidentenamt. Er wird auch viel Glück benötigen, da ja in Irland (leider) die Katholische Kirche ihm nur alle erdenklichen Steine in den Weg legen wird. Das irische Volk ist aber so weit, daß es einen schwulen Präsidenten akzeptiert und der Katholischen Kirche auch damit einen Maulkorb verpaßt!
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#5 eyebrow-raiserAnonym
#6 Mariposa Anonym
  • 12.01.2011, 14:57h
  • Für das schöne Irland wäre das erfreulich !!! Zudem macht Mr.Norris auch optisch einen um Lichtjahre angenehmeren Eindruck als unsere herumkeifendes Rumpelstilzchen im Auswärtigen Amt. Vor allem würde sich der römische Klerus schwarz ärgern, daß ihm nach Spanien und Portugal ein weiteres Land die Gefolgschaft verweigert und sich ganz im Sinne des Herrn für Menschenrechte einsetzt.

    Good luck, Mr.Norris !!!
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#7 MariposaAnonym
  • 12.01.2011, 15:00h
  • Antwort auf #3 von Ilovelife
  • Sorry, ich trage auch Bart und zudem lange Haare. Ich finde das sehr schön unabhängig irgendwelcher Modetrends (mein Freund übrigens auch).

    Zudem bin ich Sozi, kein Grüner - damit kann es also nicht zusammenhängen.
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#8 jojoAnonym
  • 12.01.2011, 15:48h
  • Antwort auf #3 von Ilovelife
  • wart's nur ab. wenn ich erst schwuler gegenpapst bin, krame ich mal in den entprechenden textpassagen:

    "Euer Haupthaar sollt ihr nicht rundum scheren, und deinen Bart sollst du nicht stutzen."

    wenn das erst mal ex kathedra verkündet ist, nützt auch kein gelobhudel mehr.
    HARHARHAR!
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#9 Mariposa Anonym
  • 12.01.2011, 16:43h
  • Antwort auf #8 von jojo
  • In Deine Kirche würde ich sofort eintreten.....

    Ich finde es total bescheuert, wenn nach solchen Äußerlichkeiten geurteilt wird. Mir gefällt bei Schwulen auch nicht alles, kann aber gerne darüber hinwegsehen.
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#10 jojoAnonym
  • 12.01.2011, 20:43h
  • Antwort auf #9 von Mariposa
  • super, dann hätte ich ja schon ein schäfchen, das sich den irrwitzigen dogmen meiner homokirche zu unterwerfen bereit ist!

    aber ich fürchte, dafür ist Ilovelife gerade wieder abgesprungen...

    wird wohl doch nichts mit weißem rauch für mich. (by the way: kann man rauch eigentlich irgendwie anders färben als nur schwarz oder weiß?)
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