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Die evangelische Kirche wird ein wenig homofreundlicher (Bild: BookMama / flickr / by 2.0)

Die evangelische Kirche in Mitteldeutschland erlaubt künftig lesbischen und schwulen Pfarrern, mit ihrem Partner im Pfarrhaus wohnen zu dürfen.

Homosexualität sei für den Pfarrdienst "kein Unvereinbarkeitskriterium" mehr, erklärte Christian Frühwald, der Personaldezernent der Landeskirche für Sachsen-Anhalt und Thüringen, am Montag in Eisenach. Wie der evangelische Pressedienst (epd) berichtet, empfahl er lesbischen und schwulen Pfarrern, mit ihrer Homosexualität von Anfang an offen umzugehen, sowohl gegenüber dem Landeskirchenamt als auch der Kirchengemeinde. Denn die Kirchenführung kann Pfarrer aus ihrer Gemeinde ausschließen, wenn sie ihre Homosexualität nicht öffentlich machen, so Frühwald. Wenn sich ein Seelsorger erst später outet und der Gemeindekirchenrat den Pfarrer ablehnt, könne er auch weiterhin wegen seiner sexuellen Orientierung versetzt werden.

Heterosexualität weiterhin "Leitbild"

Bereits im November 2010 hatte Bayern eine ähnliche Regelung angekündigt (queer.de berichtete). Auch hier wurde allerdings klargestellt, dass homosexuellen Pfarrer nicht mit ihren heterosexuellen Kollegen gleichgestellt werden sollen. So hatte Pressesprecher Johannes Mirkus erklärt: "Ehe und Familie sind das Leitbild des Zusammenlebens. Dieses Leitbild muss vertreten werden, auch wenn die eigene Lebensform sich davon unterscheidet".

Ratgeber für Segnung

Frühwald erklärte ferner, dass die mitteldeutsche Kirche gegenwärtig einen Ratgeber für die Segnung von Homo-Paaren vorbereitet. Hier würden derzeit auch Elemente von Hochzeiten übernommen. Die Vorgabe der Kirchenleitung solle nun die "Verwechslung mit einer Trauung" verhindern.

Die staatliche Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht wird nach wie vor von der evangelischen Kirche abgelehnt. Dabei berufen sich die Landeskirchen auch auf das Selbstbestimmungsrecht der Kirche. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

28 Kommentare

#1 HumorlosAnonym
  • 12.01.2011, 14:20h
  • Ein Lob auf die lutherische Kirche!

    Ich wette, dafür hat Bischöfin Eva Brunne aus Stockholm gesorgt. Jetzt fehlen uns nur noch ihre legendären Nackt-Gottedienste!
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#2 stromboliProfil
#3 Timm JohannesAnonym
  • 12.01.2011, 14:35h
  • Schön das die Queer-Redaktion, obgleich sie viele atheistische Blogger und Leser in ihren Foren hat, gleichwohl auch genug Verstand hat, die positiven Meldungen aus den Reihen der Kirchen zu bringen.

    Diese Meldung freut mich als homosexueller Lutheraner sehr. In meiner eigenen lutherischen Landeskirche ist dies bereits übrigens seit Jahre schon von der Synode beschlossen und Alltag. Bei uns dürfen homosexuelle Pfarrer und Pfarrerinnen offen ihr Amt ausüben und mit ihrem(r) Lebenspartnerin im Pfarrhaus leben. Segnungsgottesdienste nach dem Gang zum Standesamt sind bei uns ebenso erlaubt und ich war bereits dreimal bereits Gast bei einer solchen Feierlichkeit.

    Daher mich freut es, das die lutherischen Kirchen nicht nur in Schweden und in Dänemark sondern auch hier in Deutschland offen mit diesem Thema umgehen und einen guten Weg beschritten haben ("wobei Landeskirchen wie Württemberg hängen da noch ein wenig hinterher, das ist wohl leider wahr").

    Und an unsere Atheistenblogger im Forum seit doch wenigstens so fair und ehrlich und erkennt die Unterschiede zwischen den einzelnen Kirchen an und verallgemeinert nicht immer.
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#4 goddamn. liberalAnonym
  • 12.01.2011, 14:38h
  • Antwort auf #1 von Humorlos
  • 1. Die betreffende Landeskirche ist uniert und nicht allein lutherisch.

    2. Das Lob besteht zurecht. Nicht wegen des üblichen theologischen Gedruckses, sondern wegen der systemimmanenten 'Aufwertung' der staatl. Homo-Ehe, die ja von katholischer Seite und von Evangelikalen als Teufelswerk diffamiert wird. Das schafft einen inneren Widerspruch im System des deutschen Eliten-Klerikalismus von ganz rechts (Geis) bis ziemlich weit links (Nahles, Ramelow) . Und Widersprüche treiben bekanntlich die Geschichte voran...
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#5 stromboliProfil
  • 12.01.2011, 14:41hberlin
  • Antwort auf #1 von Humorlos
  • ups.. die "denkanstöße..."

    "So das ist ein sehr, sehr wichtiger Sieg.
    Das freut mich in der Sache sehr und mein Glückwunsch.

    Das ist eine gute Meldung und freut mich als homosexueller Wähler.
    Der Artikel vergisst Erbschafts- und Einkommenssteuerrecht und die aktuellen parlamentarischen Entwicklungen zu erwähnen.Und daher ist dies Thema homopolitisch für mich, meinem Mann und viele homosexuelle Menschen, die ich privat kenne, auf Platz 1 der homopolitischen Forderung in Deutschland. Gleichzusetzen ist dies Thema mit einer Eheöffnung, dann wäre natürlich auch die Einkommenssteuergleichstellung positiv miterledigt.
    Und ich finde es nunmal in keinster Weise in Ordnung, das heterosexuelle Paare viel, viel weniger an Einkommenssteuer zahlen müssen, als ein homosexuelles Paar.
    Im übrigen bin ich der Meinung, das die Pressemitteilung sehr gelungen ist und korrekt die derzeitigen LGBT Fortschritte wiedergibt."&
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#6 stromboliProfil
#7 eMANcipation*Anonym
  • 12.01.2011, 15:18h
  • Antwort auf #4 von goddamn. liberal
  • Entschuldige bitte, aber für mich ist das "theologische Gedruckse"

    nichts anderes als die übliche Menschenverachtung und der Versuch der Zementierung der sexuellen Herrschaftsverhältnisse in neuem, pseudofortschrittlichem Gewand.

    Mich interessieren auch keine "systemimmanenten Widersprüche",

    sondern ich fordere endlich ein definitives Ende des politischen bzw. "rechtsstaatlichen" Freibriefes für Diskriminierung, Herabwürdigung (auch verbal und rhetorisch) und Diffamierung seitens religiöser Vereinigungen.

    Da ist mit irgendwelchen Relativierungen und Anbiederungen für uns und für eine freie, aufgeklärte und demokratische Gesellschaft ganz und gar nichts zu gewinnen!
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 goddamn. liberalAnonym
#10 jojoAnonym
  • 12.01.2011, 15:33h
  • "Ehe und Familie sind das Leitbild des Zusammenlebens. Dieses Leitbild muss vertreten werden, auch wenn die eigene Lebensform sich davon unterscheidet".
    "Die staatliche Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht wird nach wie vor von der evangelischen Kirche abgelehnt."

    tja. zwei schritte die kellertreppe rauf steht man halt trotzdem noch im dunkeln.

    das ist ja alles ganz schön für die leute, die schlimmstes gewohnt sind und sich daher mit weniger schlimmem zufriedengeben. aber die grundhaltung dieser kirche - homo-beziehungen werden nach wie vor als explizit minderwertig gesehen - ist von dem, was ich mir als ideal vorstelle (und mit meiner würde vereinbaren kann) immer noch meilen entfernt.
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