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Alfons Haider (hier mit Dita von Teese beim Wiener Lifeball 2010) ist seit 2005 als Moderator bei "Dancing Stars" dabei (Bild: Wiki Commons / Manfred Werner - Tsui / CC-BY-SA-3.0)

In der 6. Staffel der ORF-Show "Dancing Stars" will Schauspieler und Moderator Alfons Haider erstmals mit einem Mann tanzen. Kritik gibt es an der Medieninszenierung des öffentlich-rechtlichen Senders.

Die Unterhaltungssendung, die ebenso wie die RTL-Show "Let's Dance" auf dem BBC-Format "Strictly Come Dancing" basiert, soll ab dem 11. März ausgestrahlt werden. Der 53-jährige Haider hat die Show bereits wiederholt moderiert, musste aber dank einer Ausrede nie zum "Dancing Star" mutieren. Das hat sich jetzt geändert: "Ich bin schon vor Jahren gefragt worden, ob ich mittanze. Als Ausrede hab ich gesagt: nur mit einem Mann. Ich habe mir gedacht, dass der ORF sich das nicht traut". Am Dienstag hat die Sendeanstalt in seinem Radioprogramm Ö3 aber das gleichgeschlechtliche Tanzpaar bekannt gegeben.

Die Ankündigung führte in einigen Internetforen zu Empörung, die Presse blieb aber in ihren Kommentaren zurückhaltend. Kritisiert wurde allenfalls, dass die gleichgeschlechtlichen Tänzer lediglich ein PR-Gag des ORF seien. So schreibt Bernhard Baumgartner von der "Wiener Zeitung", dass der Fernsehsender das Tanzpaar wie einen Skandal inszeniere. "Das Problem dabei ist: Es gibt objektiv keinen Skandal", so Baumgartner. Der ORF mache es erst dazu: "Dadurch nämlich, dass man erst ein großes Geheimnis daraus macht, dann die 'Bombe' platzen lässt". Julia Evers von den "Oberösterreichischen Nachrichten" ergänzt: "Nicht Haider, der Entertainer, Haider, der Tänzer, sondern Haider, der Schwule steht im Vordergrund des (vom ORF kalkulierten) Interesses." Im selben Blatt riet jedoch Kommentator Bernhard Lichtenberger zu mehr Lässigkeit: "Trauen wir uns doch, als Mann mit einem Mann zu tanzen, und freuen wir uns, dass der Absatz eines Herrenschuhs auf der Zehe weniger schmerzt als der Stöckelschuh einer Dame".

Haider ist umstritten

Der beliebte Moderator Haider, der sich 1997 in der Öffentlichkeit outete, ist in Österreich wegen seiner offenen Aussagen nicht unumstritten. So sorgte er vor einem Jahr für Aufregung, als er die Alpenrepublik in einer ORF-Sendung als "verlogenes, verschissenes Land" bezeichnete. Er bezog sich dabei auf Probleme nach seinem Coming-out. Deshalb wurde sogar seine Mutter von homophoben Österreicher angegriffen. Außerdem bescheinigte er seinem Heimatland eine latente Ausländerfeindlichkeit und kritisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder, die in Österreich virulenter sei als in jedem anderen mitteleuropäischen Land. Die rechtspopulistische Oppositionspartei FPÖ forderte daraufhin den ORF auf, Haider zu feuern.

Der ORF ist der erste Sender, der in der internationalen Tanzshow zwei Männer antreten lässt. Bislang durften lediglich Frauenpaare in Israel und England das Tanzbein schwingen. Für die Premiere stellte Haider als einzige Bedingung, "dass mein Tanzpartner heterosexuell sein muss". Nur so werde das gemeine ORF-Publikum nicht überfordert: "Weil sonst wäre das für die Zuschauer zu viel gewesen, da hätten wir einen Feuersturm erlebt. So ist es ein feiner Weg, zu zeigen, wie normal es ist, wenn zwei Männer miteinander auftreten, nämlich ein Schwuler und ein Hetero. Das ist eine geniale Mischung". (dk)

Youtube | Alfons Haider spricht über seine Österreich-Kritik


#1 eMANcipation*Anonym
  • 13.01.2011, 14:36h
  • Es ist mir seit jeher unbegreiflich, wie sich schwule Männer an heterosexistischen Ritualen wie den zwanghaften Mann-Frau-Tanzkombinationen beteiligen können.

    Wir reden hier eigentlich über eine Selbstverständlichkeit - nämlich dass Männer auch mit Männern tanzen können. Und wenn selbstbewusste, emanzipierte Schwule das nicht tun, wer dann???

    Genau das ist doch unser Problem: Dass die meisten Schwulen sich lieber zu Idioten heterosexistischer Inszenierungen machen,

    weil sie um jeden Preis dabei sein wollen und ihnen die Unterordnung opportuner und lukrativer erscheint.

    Es freut mich ungemein, dass es in diesem lächerlichen Medienzirkus, der uns immer aggressiver seine heterosexistische Bilderflut mit der absurd ungleichen Darstellung von Mann und Frau aufdrücken will und an dessen Zementierung schwule Männer für gewöhnlich kräftig mitmischen

    auch noch kritische, denk- und handlungsfähige Schwule gibt, die sich nicht zu etwas machen lassen, was sie nicht sind. Und die klar Position beziehen gegen ALLE Formen des Rassismus. Die hetzerischen Attacken von Rechtsradikalen darf man daher als besondere Auszeichnung verstehen.

    Leider können wir selbst von solchen (wichtigen) Einzelaktionen im öffentlich-rechtlichen und privaten Sumpf hierzulande offenbar nur träumen.

    Lieber bezahlen alle, die sich hier Tag für Tag über Gott und die Welt aufregen ja weiter schön brav ihre GEZ-Gebühren, ohne auch nur eine ansatzweise angemessene Repräsentation und vor allem ein Ende jeglichen Sexismus im Fernsehen einzufordern.
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#2 TimmiAnonym
  • 13.01.2011, 17:32h
  • Noch son Haider, o man.
    Ist der Name Haider ein österreichischer Slangausdruck/ Synonym für schwule Promis aus Ö?
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 dawilliAnonym
#5 BCAnonym