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"Money for Nothing" ist die erfolgreichste Single der britischen Band Dire Straits.

Kanadische Radiostationen dürfen nach einer Entscheidung des Medienkontrollgremiums das Lied "Money for Nothing" von den Dire Straits nicht mehr in der Originalversion senden.

Das Canadian Broadcast Standards Council hat die Ausstrahlung des Liedes, das 1985 mit einem Grammy ausgezeichnet wurde, mit sofortiger Wirkung untersagt, weil darin drei Mal das Wort "Faggot" (Schwuchtel) vorkommt. Der Begriff sei herabwürdigend für Homosexuelle und dürfe daher nicht mehr gesendet werden - und zwar unabhängig vom Zusammenhang: "'Faggot ist ein Wort, das früher zwar manchmal hingenommen wurde, heutzutage aber inakzeptabel ist", erklärte die CBSC in ihrer Entscheidung. Es müsse daher wie das Wort "Nigger" aus dem kanadischen Rundfunk verschwinden.

Im von Musikkritikern und Fans hochgelobten Lied wird aus Sicht eines ungebildeten Arbeiters das Musikgeschäft ironisch beschrieben. Dabei bezeichnet Sänger Mark Knopfler, der die Rolle des Arbeiters einnimmt, einen Rockstar als "Faggot": "The little faggot with the earring and the make-up / Yeah, buddy, that's his own hair / That little faggot's got his own jet airplane / That little faggot, he's a millionaire". Knopfler erklärte bei der Veröffentlichung, er sei in einem New Yorker Fernsehladen zwei Arbeitern begegnet und wollte deren Welt in ihrer eigenen Sprache darstellen.

In der Vergangenheit haben auch andere Textteile für Aufregung gesorgt: So heißt es, der Rockstar "schlägt auf Bongos wie ein Schimpanse". Das wurde als rassistisch kritisiert. Ferner sei der Satz "Es gibt Frauen gratis" nach Ansicht von Aktivisten sexistisch.

Mehr Streit um "Faggot"

In englischsprachigen Ländern hat es in den letzten Jahren wiederholt Streit um Liedtexte gegeben, die als homophob angesehen werden. So zensierte die britische BBC 2007 kurzfristig das Wort "Faggot" im Weihnachtslied "Fairytale of New York" von der irischen Folkgruppe The Pogues (queer.de berichtete).

Einen ähnlichen Streit um das Wort "Nigger" gibt es in den USA: Dort hat ein Verlag das Wort aus Mark Twains Klassiker "Huckleberry Finn" entfernt. Das Wort taucht dort insgesamt 219 Mal auf - und wird nun durch "slave" (Sklave) ersetzt, obwohl diese Bezeichnung nicht immer zutreffend ist. Auch ein diskriminierendes Wort für Indianer wurde geändert. In den Vereinigten Staaten setzte daraufhin eine Debatte um Zensur und Political Correctness ein. So fragte etwa das "Wall Street Journal": "Warum zensieren sie dann nicht die schwarzen Autoren, die das Wort verwenden?".

Kreativ ging die Sendung "South Park" mit dem Wort "Faggot" um. In der 193. Folge änderten die Macher die Bedeutung des Schimpfwortes. Statt Schwule werden nervtötetende Harley-Fahrer künftig als Schwuchteln bezeichnet (queer.de berichtete). (dk)



#1 Mark1965Anonym
  • 13.01.2011, 17:11h
  • "So haben uns Marx und Foucault die Augen dafür geöffnet, dass die Ketten von heute oft aus jenen Hämmern geschmiedet sind, welche die Ketten von damals zerschlugen." (Richard Rorty) Manchmal wünsche ich mir die guten alten Zeiten zurück, da man als Schwuler zwar nicht heiraten brauchte, es aber noch genug Bars und Klappen gab, um sich über diesen Umstand hinwegzutrösten, und man eine Schwuchtel, ob homo oder hetero, noch frohen Herzens eine Schwuchtel nennen konnte.
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 13.01.2011, 17:32h
  • Antwort auf #1 von Mark1965
  • Nach meinem Verständnis hilft Marx uns eher dabei, die Zusammenhänge zu erkennen,

    zwischen einem immer stärker "entfesselten" Kapitalismus mit seinen sozialen Dauerkrisen für die große Mehrheit der Bevölkerung

    und dem immer aggressiveren Heterosexismus, der schon Vorpubertierende zu möglichst uniformistischem Konsumieren erziehen und sie in der Illusion einer pseudoliberalen Scheinwelt gefangen halten soll.

    "Opium fürs Volk" - zwar in unterschiedlicher Form, aber letzten Endes (auch in sexueller Hinsicht) mit dem immergleichen Inhalt und zur Aufrechterhaltung der Herrschaftsverhältnisse bzw. deren weiterer Vertiefung.

    Das Ergebnis einer Gesellschaft und Politik, die dabei tatenlos zusehen, können wir ganz besonders hier in Deutschland bei Jugendlichen bewundern, die schon im vorpubertären Alter in noch nie dagewesenem Ausmaße diesen homophoben Müll verinnerlicht haben und zwanghaft alle paar Minuten "schwul" als Schimpfwort oder "Schwuchtel" grölen.

    Und dabei natürlich selbst so unfrei sind, wie sie es nur sein können.

    Insofern solltest du gar nicht erst versuchen, für deine Rechtfertigung massiver, schwulenfeindlicher Gewalt in der Alltagskommunikation, die junge Homosexuelle krankmacht und teilweise tötet, ausgerechnet Marx zu missbrauchen.
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#4 ProudFaggotAnonym
  • 13.01.2011, 17:36h
  • Faggot hin, faggot her. Für mich ist "Money for Nothing" nach wie vor einer der genialsten Songs ever.
    Ist halt blöd, dass man Gänsefüßchen nicht singen kann.
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#5 Sebastian2000Anonym
  • 13.01.2011, 17:41h
  • Antwort auf #1 von Mark1965
  • Jetzt wird es total lächerlich. Ich hasse diese politische Überkorrektheit...genau deswegen werden Schwule auch nicht akzeptiert...kann ich sogar verstehen.

    1984, wir kommen...

    PS:

    Eines der Lieder mit dem geilsten Anfang ;)
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#6 Sebastian2000Anonym
  • 13.01.2011, 17:47h
  • Antwort auf #3 von eMANcipation*
  • Ach komm, man muss auch nicht wegen jedem Scheiss ein Fass aufmachen. Genauso aus diesem Grund sind Homosexuelle nicht gerade die Beliebtesten, weil sie ja immer soo nöse böse böse diskrimminiert werden...ja ist klar.

    Wenn ich mir als Deutscher alte US Kriegsfilme anschaue...das ist Rassismus, wie die Deutschen dort dargestellt werden...oder in neuerer Zeit die Moslems...muss man trotzdem drüberstehen

    Das ist genauso albern, wie sie in den USA jetzt das Wort Nigger aus den Tom Sayer Büchern streichen wollen, einem Buch was aus anderen Zeiten ist. Lächerlich...und es wird immer schlimmer.

    Ich nenne sowas mehr oder weniger Geschichtsfälschungen.
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#7 eMANcipation*Anonym
  • 13.01.2011, 18:02h
  • Antwort auf #6 von Sebastian2000
  • Schon klar, schuld an der Diskriminierung sind die Diskriminierten, die sich allen Ernstes erlauben, Widerstand zu leisten.

    Gegen die lebenszerstörenden Folgen einer solchen schwulenfeindlichen und heterosexistischen Sprache, die immer mehr zum zwanghaft "guten Ton" vor allem unter Jugendlichen gehört.

    Und die für Einstellungen und Haltungen steht, ob nun bewusst oder unbewusst.

    Nach derselben absurden Logik dürfen sich dann auch Schwarze oder Juden nicht darüber beschweren, wenn ihre Identitäten (schon wieder) zu Schimpfwörtern gemacht werden.

    Danke für den (nicht notwendigen) Beleg dafür, dass Schwule in allererster Linie selbst dafür sorgen, dass die sexuellen Herrschaftsverhältnisse weiterhin genau so bleiben, wie sie waren und sind.
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#8 diogenesAnonym
#9 I.Ramos GarciaAnonym
  • 13.01.2011, 18:19h
  • & was mit dem Wort? Die wurde nur fuer kuenstlischen Zwecken gebraucht, & allerdings, dieser ist ein wunderschoener Song
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.01.2011, 19:10h
  • Ich habe den Song "Money for nothing" sehr gerne gemocht und wenn er einmal gespielt wird, höre ich ihn mir auch weiterhin an.
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