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  • 15.01.2011           61      Teilen:   |

Stricher mit 12 Jahren

Schockierende Doku: Chanon (15) geht anschaffen, um in Bangkok zu überleben - Quelle: Ohm Phanphiroj
Schockierende Doku: Chanon (15) geht anschaffen, um in Bangkok zu überleben
Bild: Ohm Phanphiroj

Schockierend und hoch kontrovers: In seiner inszenierten Doku "Underage" zeigt der thailändische Fotograf Ohm Phanphiroj minderjährige Sexarbeiter.

Von Carsten Weidemann

Chanon ist 15 Jahre alt. Seit fünf Monaten geht er auf dem Bangkoker Straßenstrich anschaffen - so wie seine beiden Geschwister. Zwölf Freier hat er bereits gehabt. Chanons Eltern sind geschieden und arbeitslos. Sein Traum ist eine Karriere im Militär.

Schockierende menschliche Schicksale, festgehalten mit der Digitalkamera, gedruckt auf säurefreiem Papier und versehen mit knappen Angaben zur Person: Vierzehn minderjährige Sexarbeiter hat Ohm Phanphiroj auf den Straßen der thailändischen Hauptstadt fotografiert, der jüngste gerade einmal zehn Jahre alt. Seine inszenierte Dokumentation "Underage" wurde im November erstmal in der Bangkoker H Gallery ausgestellt, in diesem Jahr soll sie u.a. in Belgien und den USA zu sehen sein. Auch das Sommerblut-Kulturfestival in Köln bemüht sich derzeit, die Bilder im Mai zeigen zu können.

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Ohm Phanphiroj (Mitte) bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Bangkok
Ohm Phanphiroj (Mitte) bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Bangkok

Ohm Phanphiroj, der sich als Kunst- und Modefotograf in Thailand und den USA einen Namen machte und im Bruno Gmünder Verlag bereits zwei Bildbände veröffentlicht hat, wurde für sein Stricher-Projekt in seinem Heimatland hart angegriffen. Die einen warfen ihm vor, dem Ansehen Thailands zu schaden und das Klischee des "Kinderschänder-Paradieses" zu bedienen - dabei sind die Kunden der porträtierten Jungs keine ausländischen Touristen, sondern einheimische Thais. Die anderen kritisierten, dass Ohm das Elend der Stricher ebenso ausgenutzt habe wie die Freier, allein für seinen Ruhm und ohne etwas an ihrer Situation zu ändern. Die meisten thailändischen Medien ignorierten die Ausstellung, selbst die englischsprachige Bangkok Post weigerte sich, die Fotos zu drucken.

In der Tat ist die Präsentation grenzwertig: Zwischen 100 und 500 Baht (das sind umgerechnet 2,50 bis 12,50 Euro) zahlte der Fotograf den Jugendlichen, damit sie für ihn mit nacktem Oberkörper posieren. Sonst hätten sie es nicht gemacht. "Ich habe sie die Shirts ausziehen lassen, weil ich das Publikum mit der Realität konfrontieren wollten, wer sie sind", erklärt Ohm Phanphiroj."Es war nicht meine Absicht zu verherrlichen, aber meine jahrelange Arbeit als Modefotograf hat sicher eine Rolle bei der Art der Präsentation gespielt." Sein Projekt "Underage" versteht er jedoch als Dokumentation, als journalistische Arbeit.

Bereits mit seiner ersten inszenierten Doku "Transsexual Series", die Körper von transidentischen Menschen im Transformationsprozeß zeigt, griff Ohm Phanphiroj ein Tabu auf und eckte an: Besucher der im letzten Jahr im Rahmen des Kölner Sommerblut-Festivals gezeigten Ausstellung warfen ihm vor, Mann-zu-Frau-Transsexuelle bloßzustellen und auf ihre neuen Brüste zu reduzieren.

Links zum Thema:
» Ohm Phanphirojs Bildbände bei Amazon
Mehr zum Thema:
» Wo liegt das Transgender-Paradies? (03.05.2010)
Galerie
Underage Prostitutes

14 Bilder
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Tags: sexarbeit, prostitution, stricher, bangkok, thailand, ohm phanphiroj, minderjährig
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Schwerpunkte:
 Sexarbeit

Reaktionen zu "Stricher mit 12 Jahren"


 61 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
15.01.2011
15:52:56


(-1, 11 Votes)

Von Julio


Ich habe nichts gegen freiwillige Beziehungen zwischen Erwachsenen und älteren Kindern. ( War selber mit 13 in einen Erwachsenen verliebt und hatte mit ihm auch meinen ersten Sex).

Aber ich kann mir nicht vorstellen das sich Kinder freiwillig prostituieren.
Was bewegt Erwachsene die Not und das Leid von den Kindern auszunutzen? Ich kann nicht nachvollziehen wie einem Sex so wichtig sein kann das man keine menschlichen Gefühle mehr hat und einem das Leid egal ist.


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#2
15.01.2011
16:19:24


(+6, 8 Votes)

Von snowcase


"Die meisten thailändischen Medien ignorierten die Ausstellung, selbst die englischsprachige Bangkok Post weigerte sich, die Fotos zu drucken."

klar, was man nicht sieht gibt es nicht...


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#3
15.01.2011
16:35:23
Via Handy


(+4, 10 Votes)

Von Mink


Es gibt keine freiwilligen sex. Beziehungen zw. Kindern u. Erwachsenen. Die Opfer werden mit diesen Bildern ihrer Anonymität beraubt. Die Täter bleiben im Verborgenen. Sie nutzen die Armut von Kindern und Familien aus.


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#4
15.01.2011
16:53:37


(-1, 9 Votes)

Von schwulenaktivist
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Man/Frau sucht immer nur die "Sexualtäter" zu entlarven. Die Wirschaftstäter bleiben im Verborgenen. JedeR hat das Recht, letztlich seinen Körper zu verkaufen. Wo keineR sich sexuell prostituieren muss, da gibt es auch keine wirtschaftlichen Prostitutionen...


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#5
15.01.2011
17:20:17


(+8, 12 Votes)

Von reiserobby
Aus Berlin
Mitglied seit 15.11.2010


Danke für die VÖ an die Redaktion: wünsche der Ausstellung viel Erfolg in USA, Europa und danach vielleicht auch Südostasien.
Die Kinder werden ihrer Würde durch die Freier beraubt, und bereits zuvor, weil Eltern, Verwandte, Nachbarn und letztendlich die Kommune sie dem Elend überlassen. Die Ansicht, dass den Opfern die Anonymität durch die großartig in Szene gesetzte Fotodokumentation geraubt würde, kann ich nicht nachvollziehen, denn schließlich ist die Anonymität ihr Feind. Vielmehr gibt der Künstler ihnen durch seine Arbeit ihre Würde zumindest ein Stückchen weit zurück. Unsexy und traurig ist das allemal, aber Kunst muss und darf nicht immer schön sein wollen. Denn sie gehört zum alltäglichen Wahnsinn der schrecklichen Wahrheit dazu.


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#6
15.01.2011
17:40:01


(+4, 8 Votes)

Von reiserobby
Aus Berlin
Mitglied seit 15.11.2010


Ein Recht auf Kinderprostitution? Kinder sind Kinder, sie gehören geschützt, geleitet, versorgt und erzogen. Kinder haben Rechte, ein Recht auf Zuwendung, Nahrung und Bildung, aber sie haben kein Recht, ihren Körper zu verkaufen. Wer ihnen das erlaubt statt eine Alternative anzubieten, die Situation gar ausnutzt oder sie dazu ermuntert, macht sich schuldig – an der gesamten Menschheit!


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#7
15.01.2011
17:42:32


(-8, 14 Votes)

Von FoXXXyness
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Klar, daß dieser Film nur aus Thailand kommt, da dort die Politiker nichts gegen diese Mißstände unternehmen. Vielleicht werden sie ja dadurch endlich wachgerüttelt!


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#8
15.01.2011
17:46:33


(+1, 11 Votes)

Von Murat


Wenn ich sowas sehe, bekomme ich den Drang, so einen der sowas mit Kindern macht in die Hände zu kriegen und ihm den Schädel an der nächsten Mauer zu brechen.
Tut mir leid echt, aber wie kann man Kinder so ausnutzen? Mir will das nicht in meinen Kopf.
Aber ok, sie machen das um davon zu überleben. Aber wieso kümmert sich keiner um die??
Wieso lassen wir zu, das Kinder in sowelche Situationen kommen?
Das würd man doch nur machen wenn man sonst keine andere Möglichkeit hat.


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#9
15.01.2011
18:03:35


(+6, 12 Votes)

Von eMANcipation*
Antwort zu Kommentar #1 von Julio


"Was bewegt Erwachsene die Not und das Leid von den Kindern auszunutzen? "

In Anlehnung an das, was @schwulenaktivist sehr richtig festgestellt hat:

Was "bewegt" Erwachsene, die Not und das Leid von Kindern überhaupt erst zu produzieren?

Da brauchen wir übrigens nicht nur nach Thailand zu schielen, sondern sollten uns zunächst einmal -

"think globally, act locally" -

mit Armutsentwicklung, Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland, Hartz IV etc. auseinandersetzen.

Wenn die "unteren" 70% der Bevölkerung, die zusammen weniger als 10% des Gesamtvermögens in Deutschland besitzen, mit immer größerem Risiko der Verschuldung und Verarmung,

endlich begreifen würden, dass sie letzten Endes im selben Boot sitzen,

endlich nicht mehr nach unten, sondern nach oben treten würden, dann könnten wir hier und jetzt verhindern, dass Kinder überhaupt in solche und viele andere perverse Lebenslagen gebracht werden!


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#10
15.01.2011
18:34:36


(+4, 10 Votes)

Von ehemaligem User rolfina


es gibt keinen "freiwilligen" sex zwischen kindern und erwachsenen. immer geht eine not voraus. die arbeit des thailändischen Fotografen Ohm Phanphiroj ist ein wichtiger beitrag zur aufklärung, ohne spekulation und ohne erhobenen zeigefinger einer fragwürdigen moral schaut er hin und macht sichtbar.
wenn ich die traurigen gesichter der jungen sehe, wird einmal mehr deutlich wie dringend wir alle was gegen kinderarmut tun müssen. und jeder kann etwas tun

Link zu www.deine-stimme-gegen-armut.de


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