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Die Medienaufsicht nickte das Outing von Verkehrsminister David Campbell durch.

Die australische Medienaufsichtsbehörde hat Beschwerden gegen einen Fernsehsender zurückgewiesen, der einen Minister geoutet hat.

Der einschaltquotenstärkste australische TV-Sender Seven hatte im Mai 2010 einen Bericht ausgestrahlt, in dem die Homosexualität des Verkehrsministers von New South Wales, David Campbell, öffentlich gemacht wurde. Reporter des privaten Anbieters hatten den 53-jährigen Sozialdemokraten dabei gefilmt, wie er eine Schwulensauna in Sydney verließ und sich mit seinem Dienstwagen entfernte. Am Tag nach der Ausstrahlung erklärte Campbell seinen Rücktritt (queer.de berichtete). In Boulevardblättern wurde der Politiker dafür kritisiert, seine krebskranke Frau zu betrügen, mit der er seit 1974 verheiratet gewesen ist. Der Politiker war 17 Jahre alt, als er das Ja-Wort gab.

Parlamentarische Regeln hat er mit seinem Saunabesuch dagegen nicht gebrochen. selbst Gouverneurin Marie Bashir gab zu, ihren Dienstwagen für private Fahrten - etwa zum Supermarkt oder zur Kirche - zu nutzen.

Aufsichtsbehörde: Umstrittene Politiker haben weniger Anrecht auf Privatsphäre

Mehrere Fernsehzuschauer haben sich bei der Australian Communications and Media Authority (ACMA) wegen des Politiker-Outings beschwert. Sie erklärten, dass der Bericht die Privatsphäre des Politikers verletzt hätte, da die Homosexualität nichts mit seinem Amt als Minister zu tun habe. Die ACMA urteilte aber, dass das Outing "erkennbar im öffentlichen Interesse" gelegen habe: "Eine Person in einem öffentlichen Amt, die einer geheimen Beschäftigung nachgeht, macht sich selbst angreifbar - das trifft selbst dann zu, wenn es ein Geheimnis ist, das nicht ungesetzlich oder kriminell ist." Weil Campbell auch politisch unter Druck stand - so wird er für das Scheitern eines U-Bahn-Projekts in Sydney verantwortlich gemacht - sei einer sehr weitgehende Berichterstattung zulässig.

Homo-Aktivisten hatten die Ausstrahlung als "Hexenjagd gegen Schwule" kritisiert: "Wir müssen beachten, dass in seiner Generation jeder in einem homophoben Australien aufwuchs", erklärte etwa Alex Greenwich von der schwul-lesbischen Gruppe "Australian Marriage Equality". Homosexualität ist in Australien erst 1994 erlaubt.

Campbell hat zwar sein Abgeordnetenmandat behalten, will sich aber nach der nächsten Wahl ins Privatleben zurückziehen. Er erklärte, dass er bereits seit 20 Jahren ein Doppelleben führt. In Interviews hat er aber angekündigt, dass er bei seiner Frau bleiben wolle. (dk)

Youtube | Berichterstattung nach dem Outing in einem öffentlich-rechtlichen Sender


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.01.2011, 15:06h
  • Auch in Australien gibt es eine Pressefreiheit und das scheinen einige noch nicht realisiert zu haben. Deshalb hat die ACMA genau richtig entschieden.
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#2 schwulenaktivist
  • 17.01.2011, 16:13h
  • Wir haben in Basel einmal beschlossen, nur diejenigen Politiker zu outen, die sich öffentlich gegen Homosexualität wenden. Ich finde das auch gut so!
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#3 chrisProfil
  • 17.01.2011, 20:10h Dortmund

  • Das Outing war und ist eine Schweinerei. Egal ob er seine Frau mit Männern betrügt oder ob er mal bei Rot über die Ampel geht. Das Privatleben und die Sexualität oder das Sexualverhalten sind intime Dinge die mit kaum einem Job etwas zu tun haben sollten. Jemandem sein Privatleben zu zerstören kann kein öffentliches Interesse sein.
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#4 FloAnonym
#5 Ilovelife
  • 17.01.2011, 22:41h
  • genau@ schwulenaktivist, also wäre der richtige Zeitpunkt, Australien komplett zu fluten.
    Dann wäre nicht nur der komische Fernsehsender weg, sondern auch das RTL- Dschungelcamp.
    Okay, die Herrensauna und der Dienstwagen des Down-under-Sozen dann natürlich auch, aber das "opfert" man(n) dann schon mal, ne?

    Was ne Show
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#6 Wyndakyr
  • 17.01.2011, 23:42h
  • Verklemmte schwule Politiker zu outen, die schwuenfeindliche Politik machen, ist schon ok und richtig, aber einfach so, das muss nicht sein.

    Wenn er als Verkehrsminister unfähig war, hätte er bzw. seine Partei vielleicht abgewählt gehört, aber nicht geoutet.
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