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Roger Helmer will Homosexuellen die Möglichkeit geben, "normal" zu werden. (Bild: Conservative and Unionist Party)

Der konservative EU-Abgeordnete Roger Helmer sorgt in seiner Heimat England für Aufregung, weil er die "Heilung" von Homosexuellen mit geschlechtsanpassenden Operationen gleichsetzt.

Am Sonntag twitterte der Parlamentarier, der die Region East Midlands in Straßburg vertritt: "Warum ist es in Ordnung für einen Chirurgen, eine Geschlechtsumwandlung durchzuführen, aber es ist nicht in Ordnung, wenn ein Psychiater versucht, einen Homosexuellen mit dessen Zustimmung 'umzudrehen'".

Diese Aussage führte zu Empörung unter Homo-Aktivisten. So erklärte Jonathan Finney, der Sprecher der schwul-lesbischen Gruppe Stonewall: "Es ist enttäuschend, dass ein gewählter Abgeordneter diese so genannten Therapien unterstützt, obwohl sie vollständig diskreditiert sind." Schwule und Lesben müssten gleich behandelt werden wie Heterosexuelle "und nicht von einer Minderheit von Psychiatern zu einer irrigen Behandlung genötigt werden", so Finney.

Konversionstherapie ist Humbug


Wenn Politiker twittern... (Bild: Twitter)

Alle weltweit führenden Psychologenverbände lehnen die so genannten Konversionstherapien ab. Sie ist dennoch insbesondere in den USA unter evangelikalen Christen populär. Der amerikanische Psychologenverband warnt jedoch, dass sich die sexuelle Orientierung nicht durch Therapien ändern lasse - vielmehr würden diese psychologische Probleme verursachen, die in vielen Fällen zum Selbstmord führten.

Helmer verteidigt seine These jedoch gegenüber Kritikern: "Ich bin immer wieder überrascht, wie eine schrille Minderheit sofort ihre Empörung zum Besten gibt", sagte der Abgeordnete am Mittwoch. "Ich vergleiche nur einen Homosexuellen, der sich wünscht, kein Homosexueller zu sein und einer Frau, die sich wünscht, ein Mann zu sein", so Helmer. Homosexualität bezeichnete er dabei als "Lifestyle Choice". Er selbst wisse nicht, ob die Konversionstherapie erfolgversprechend sei, setze sich aber dafür ein, dass unglückliche Schwule und Lesben eine Wahl haben sollten.

Die oppositionelle Labour-Partei kritisierte die Äußerungen des Europaabgeordneten scharf und forderten Konsequenzen von Premierminister David Cameron. Ein Sprecher des Regierungschefs erklärte daraufhin kurz: "Wir können solche Aussagen nicht dulden". Über mögliche Konsequenzen sagte er nichts.

Die britischen Konservativen, denen auch Helmer angehört, sind 2009 aus der Europäischen Volkspartei ausgetreten, der auch CDU und CSU angehören. Statt dessen haben sich die Torys den der Allianz der Europäischen Konservativen und Reformisten angeschlossen, die sich euroskeptischer geben und Homosexualität verurteilen. Neben der britischen Regierungspartei stellt die polnische Partei "Recht und Gerechtigkeit" von Jaroslaw Kaczynski die meisten Abgeordneten der Fraktion. Die Nationalkonservativen haben 2008 durchgesetzt, dass sich Polen nicht an die EU-Grundrechtecharta halten muss. Grund: Darin ist auch der Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben enthalten (queer.de berichtete). (dk)



22 Kommentare

#1 I.Ramos GarciaAnonym
  • 20.01.2011, 14:54h
  • vielleicht ist er richtig, aber vielleicht ist er, & alle Heteros, die sollten sich fuer Sexualitaetumwandlungtherapie unterziehen. Jedenfalls, lassen wir alle Homos, die sich abaendern wollen, Therapie nehmen
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#2 SamsonAnonym
  • 20.01.2011, 15:09h
  • "Ich vergleiche nur einen Homosexuellen, der sich wünscht, kein Homosexueller zu sein und einer Frau, die sich wünscht, ein Mann zu sein", so Helmer. Homosexualität bezeichnete er dabei als "Lifestyle Choice"

    Er sieht die sexuelle Orientierung als freie Wahl an. Wäre er sich seiner eigenen Heterosexualität sicher, würde er sich durch so etwas nicht bedroht fühlen
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#3 muckAnonym
  • 20.01.2011, 15:13h
  • wer in dem hohen alter den unterschied zwischen homosexualität und transsexualität nicht versteht, der wirds nie begreifen
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#4 FloAnonym
  • 20.01.2011, 15:15h
  • "Die Nationalkonservativen haben 2008 durchgesetzt, dass sich Polen nicht an die EU-Grundrechtecharta halten muss. "

    Mit Unterstützung von unserer Kanzlerin Angela Merkel!! Das sollte nicht vergessen werden...

    Und zu dieser britischen Witzfigur:
    zu so viel geballter Dummheit, die noch nicht mal erkennt, wie unlogisch die eigene Aussage ist, braucht man nichts mehr zu sagen.

    Man sollte nur noch mal sicherheitshalber erwähnen, dass solche Konversionstherapien nicht nur wirkungslos sind, sondern schwerste psychische Schäden bin hin zum Selbstmord verursachen und aus Menschen Zombies macht.

    Dieser Mann sollte schnellstens seines Amts enthoben werden.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.01.2011, 16:23h
  • Da sieht man mal wieder, welchen Bullshit die ach so überbezahlten EU-Abgeordneten absondern! Er sollte sein Mandat abgeben und seine so abstrusen Theorien der Daily Mail oder der Sun anbieten, die drucken nämlich jeden Mist!
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#6 jojoAnonym
  • 20.01.2011, 17:18h
  • "Er selbst wisse nicht, ob die Konversionstherapie erfolgversprechend sei,..."

    wenn man keine ahnung hat: einfach mal die fresse halten.
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#7 stromboliProfil
  • 20.01.2011, 17:39hberlin
  • Antwort auf #4 von Flo
  • was nun machen mit den homos die nicht homos sein wollen?
    Eine hochpeinliche befragung wie bei den transexuellen einführen , bevor über gutachten und gegengutachten eine aversionstherapie angesetzt werden darf...
    Medikamentöse behandlung auf eigene rechnung?!
    Das wäre ja das mindeste an forderungen die zu stellen wären, wenn wir den vergleich, homo- transexualität im sinne dieses eingeklemmten arschloches heran ziehen!

    Wie wird die erfolgsbestätigung ermittelt?
    Und bei misserfolg, an wen sind die schadensersatzklagen zu richten.. die gutachter, den behandelnden arzt?

    Wird im falle eines worst case , einem suizid, die zulassung einer tötungsklage in erwägung gezogen ...
    und wenn dann festgestellt: homosexualität ist wie heterosexualität oder transexualität keine frei zu treffende entscheidung.., wird dann endlich auch auf mord geklagt; mord aus niederen beweggründen seitens derer die zum umpolen drängten?!

    ja ja ja.. ich weiß, überzogen und ohne rechtliche basis.., aber angesichts solcher dummer überlegungen seitens der umpoler mal mit solchen fragen kommend.. was würde ein solcher antworten?

    Dem gehört ins knie geschossen!
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#8 daVinci6667
  • 20.01.2011, 18:33h

  • Ja und wenn unsereiner sich in einen Hetero verlieben sollte, dürfen wir den dann auf Kosten der Krankenkasse auch zu einem Psychiater für ne Aversionstherapie schicken? Ganz schoen bequem wenn das funktionieren würde.
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#9 DerBastiAnonym
  • 20.01.2011, 19:38h
  • Ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Wenn ein Psychiater auf WUNSCH des Patienten versucht, diesen "umzudrehen", ist da meiner Meinung auch nichts verwerfliches dran.
    Wenn man als Schwuler/Lesbe den Wunsch hat sich einer solchen Therapie zu unterziehen, dann bitte. Das wäre ja nicht die einzige Therapie, welche mit geringen Erfolgsaussichten, ohne wissenschaftliche Fundierung und mit einem gewissen Risiko das es schief gehen kann, durchgeführt wird - aber das ist das Problem des Patienten, welcher sich diese Therapie wünscht!
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#10 FloAnonym
  • 20.01.2011, 20:12h
  • Übrigens:
    diejenigen Schwulen, die nicht schwul sein wollen, wollen das nur wegen des gesellschaftlichen Drucks, des Mobbings, etc.

    Wenn man denen helfen will, sollte man endlich mit diesem Homohass aufhören und uns vollkommen und zu 100% gleichstellen!

    DAS ist die einzige logische Folge, aber nicht irgendwelche dubiosen Pseudotherapien von Scharlatanen, die Menschen einer Gehirnwäsche unterziehen und damit schwerste Schäden verursachen!
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