Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?13541

Alltag in deutschen Klassenzimmern - mit Aufklärung hat das jedoch nichts zu tun

Verkehrte Fronten im Mainzer "Faltblatt-Streit" - doch Aufklärung über Homosexualität in der Schule ist noch immer ein Tabu.

Von Jürgen Friedenberg

Ein vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium herausgegebenes Faltblatt mit dem Titel "Muslimische Kinder und Jugendliche in der Schule" treibt in Mainz die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner auf die Barrikaden. Sie fordert, das Faltblatt, das als Handreichung für die Schulen gedacht ist und ihnen "Informationen, Orientierungen und Empfehlungen" vermitteln will, sofort aus dem Verkehr zu ziehen, da es sich an einem "anti-aufklärerischen islamischen Geschlechterbild orientiert."

Droht im Vorfeld der Landtagswahlen ein Kampf an verkehrten Fronten? Der von Altvater Kurt Beck dominierten, vergleichsweise konservativen SPD wird sogar eine "zu islamfreundliche Unterrichtsgestaltung" unterstellt. Die CDU hingegen, die sich einst mit Dorfschulmeistermentalität gegen jegliche Schulreformen stemmte und lange Zeit Vorbehalte gegen Koedukation und erst recht gegen die Einführung der Sexualkunde äußerte, gibt sich jetzt ungewohnt fortschrittlich.


Zu islamfreundlich? Die rheinländische-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) wird von der CDU attackiert

Klöckner, auch Spitzenkandidatin ihrer bisher in der Opposition verharrenden Partei für das Ministerpräsidentenamt, macht sich dafür stark, Jungen und Mädchen in Sexualkunde, Sport und Schwimmen gemeinsam zu unterrichten und nicht - wie von manchen Muslimen verlangt - nach Geschlechtern getrennt. Auch Klassenfahrten - von muslimischen Eltern angeblich wegen befürchteter unsittlicher Gefahren, tatsächlich aber oft wegen der Kosten beargwöhnt - gehörten zur schulischen Erziehung, betont die angriffslustige Unionschristin, eine Befreiung davon sei nur aus triftigen Gründen möglich, bei Sexualkunde laut Bundesverfassungsgericht praktisch unmöglich..

Die Mainzer Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) will es hingegen weitgehend den Schulen überlassen, wie sie die aufgezeigten Probleme vor Ort bewältigen. Und sie tut gut daran, denn Lehrermangel und räumliche Engpässe erzwingen einfallsreiche Flexibilität. Das gilt auch für die Berücksichtigung islamischer Feiertage und für die Entscheidung, ob auch im Fastenmonat anstrengende Klassenarbeiten geschrieben werden sollen oder nicht.

Der "Faltblatt-Streit", der wohl noch in die bereits laufende Meenzer Fassenacht "integriert" werden dürfte, hat aber eine überraschende Pointe: just die von der Landes-CDU aufgespießten Empfehlungen entsprechen nämlich weitgehend den Empfehlungen, die vor Jahren bereits von der Deutschen Islam-Konferenz, einer vom CDU-Bundesinnenminister berufenen und geleiteten Expertenrunde, verabschiedet und veröffentlicht worden waren.

Fortschrittlich könnten sich die Parteien hierzulande dennoch gebärden, nämlich, wenn sie in der Sexualkunde endlich das Thema Homosexualität verpflichtend vorschreiben würden. Oder ist soviel Fortschritt an Rhein, Mosel und Nahe zuviel verlangt?



#1 FritzFixAnonym
  • 21.01.2011, 09:12h
  • Bringt dieser "Kommentar" einen einzigen neuen Gedanken, der nicht bereits irgendwo anders publiziert wurde? Nein.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 felixbAnonym
  • 21.01.2011, 09:41h
  • hier mal etwas mehr zukunftsweisendes aus berlin, wer sich daür interessiert.
    www.abqueer.de/fileadmin/dateien/flyer_seminartage_10_neuasdf-1.pdf
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 eMANcipation*Anonym
  • 21.01.2011, 12:16h
  • Geht es noch absurder?

    Diejenigen, die in allererster Linie dafür verantwortlich sind, dass in Deutschland im Gegensatz zu internationalen Standards Kinder in staatlichen Schulen zu religiöser Gehirnwäsche vergewaltigt werden,

    schreien plötzlich in verlogenster Manier dagegen auf, wenn sie mal wieder Wählerstimmen mit fremdenfeindlicher Stimmungsmache fischen wollen.

    Religion hat in den Schulen generell nichts verloren, aber wer "christliche" Indoktrination zulässt, darf sich nicht über die Forderung nach gleichberechtigter Berücksichtigung und "Rücksichtnahme" auf andere religiöse Herrschaftssysteme beschweren.

    Das Ganze soll wohl auch ein billiges Ablenkungsmanöver sein in Zeiten, in denen das durch und durch (sozial-) rassistische deutsche Bildungswesen immer mehr als solches entlarvt wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 daVinci6667
  • 21.01.2011, 12:41h

  • Ich bin absolut gegen den separaten Unterricht von Mädchen und Jungen. Als ich noch zur Schule ging, hatten wir separaten Unterricht in Kochen und Handwerk. Das fand ich immer schrecklich, da mir die anderen Jungs einfach zu brutal waren. Ich will mich in euer absurdes parteipolitisches Hickhack nicht einmischen, bin aber eindeutig für Koedukation in allen Fächern, alles andere wäre ein Rückschritt und völlig weltfremd. Später in der Arbeitswelt sind wir ja schließlich auch nicht getrennt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 De_Gelderlander
  • 21.01.2011, 16:24h
  • Da hat doch die CDU wieder was gefunden! Da kann sie doch wieder so richtig schön ihr rassistisch-fundamentalistisch-faschistisches Weltbild zeigen.

    Die Partei, die bis heute nichts dafür getan hat, über ihre Nazivergangenheit aufzuklären!

    Anscheinend ist das Nazitum bei ihr noch weiter verbreitet als man denken mag!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 probondageProfil
  • 21.01.2011, 16:28hDortmund
  • Da draußen tobt ein Krieg - es gibt zwei Strömungen, eine rückwärtsgerichtete von Religion und Tradition geleitete und die andere will nach vorne in eine moderne und freie Zeit. Wir sind leichte Opfer, auf deren Rücken man sich prima profilieren kann. Das sieht man besonders beim verkappten Homo-Selbsthass-Forum kotz.net. Da ich übrigens der RKK den Krieg erklärt habe, benutze ich dieses einmalige Website als Anschauungsmaterial, wie die Kirche gegen uns schießt. Etliches Entsetzen und schon einige Kirchenaustritte konnte ich so verbuchen.

    Das beste war mal ein Kommentar einer Bekannten nach dem Besuch der Site: "...und das befürwortet unser Papst, der ist doch immer so christlich?" Darauf sagte ich ihr: "Erst mal ist das DEIN Papst und Ratzinger ist alles andere, nur nicht christlich im Sinne von Nächstenliebe, sondern ein Hassprediger, zwar nicht gegen dich, sondern gegen mich. Stell dir mal vor, die Muslime würden jetzt gegen dich wettern und dich verteufeln, weil du als Frau noch keine Kinder hast. Da fragst du dich doch mit Recht, was hab ich mit denen zu tun? Deine Sekte greift mich aber ständig an, obwohl ich NICHTS mit ihr zu tun habe. Im übrigen auch der Islam, aber das ist ein andere Thema. Sie maßen sich an, mein Leben, dass frei von Religion ist, mir nach Ihren Regeln vorschreiben zu wollen.

    Darauf Schweigen. Darüber hatte sie noch nie nachgedacht, besser gesagt, nachdenken müssen.

    Meldungen der Kirche gegen uns werden nicht in den Heten-Nachrichten präsentiert, sondern hier auf schwulen Websites. Wir bekommen das jeden Tag auf den Servierteller, aber da draußen, kriegt das niemand mit. Hier allerdings werden diese Nachrichten für UNS aufbereitet und machen uns hauptsächlich wütend, aber auch hilflos. Auf +.net werden sie instrumentalisiert GEGEN uns. Wo schicke ich meine Bekannte dann hin, wenn ich sie schocken will?

    Fair ist das Ganze nicht, dass gebe ich zu. Aber ist die Kirche fair zu uns? Wir müssen jetzt mit allen uns zur Verfügung stehenden Waffen kämpfen. Die Rolle rückwärts hat begonnen. Unsere gesellschaftliche Akzeptanz steht auf dem Spiel. Wir müssen uns gegen christliche und muslimische Fundamentalisten wehren. Hilfe kriegen wir keine. Wir müssen für uns selber einstehen. So leid es mir tut Leute, aber wir befinden uns mitten drin in diesen Krieg und kampflos werde ich meine Freiheit nicht verlieren. Daher schließen wir uns endlich wieder zusammen und kämpfen gemeinsam für unsere Rechte, bevor es zu spät ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 CDU=UnterdrückerAnonym
  • 21.01.2011, 16:52h
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • "Ich bin absolut gegen den separaten Unterricht von Mädchen und Jungen" schreibt der Kommentator oben, so wie sich populistisch die CDU die Reaktion wünscht.
    Der CDU geht es gar nicht um die Koedukation, sondern um anti-islamischen Stimmenfang. So jagt die CDU mal Homophobie, dann wieder Islamophobie durchs Wähler-Dorf ...
    Schade. Die Frage, wer mit wem zusammen unterrichtet wird, ist eine durchaus pädagogische. Wer jedoch - wie die CDU schon zu Bildungsreformzeiten der 70er - gegen jede neue Überlegung ist, die gesellschaftliche Veränderungen auch in pädagogischen Institutionen berücksichtigen will, der ist auch heute nicht ernst zu nehmen. Von Schwulen, die in den 50ern und seit den 70ern von der CDU immer wieder wie Dreck behandelt wurden, schon gar nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 sebastian2000Anonym
  • 21.01.2011, 17:09h
  • Ich stimme Ihnen zu...Religion hat nichts in der Schule verloren...

    Politik allerdings genausowenig...auch das Runterbeten des Schuldkultes hat für mich in Deutschland im Jahre 2011 nichts mehr zu suchen, zumal es eh das Gegenteil bewirkt.

    Ich will nicht das meine Kinder (falls ich mal welche haben sollte) dieses ganze heuchlerische Politik/Relli -Affentheater auch mitmachen.

    Würde sofort auswandern, wenn es die finanziellen Verhältnisse zulassen würden, um meinen Kindern diese intoleranten 68er Lehrer zu ersparen, da es in Deutschland einen Schulzwang gibt, der schon in 3. Reich und in der DDR unsere Kinder zu verblödeten Untertanen herangezogen hat.

    Die BRD ist nicht viel besser.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TobiAnonym
  • 21.01.2011, 17:31h
  • Theorie schön und gut, am besten ist praktische aufklärung. zumindest wenn der lehrer scharf aussieht
  • Antworten » | Direktlink »