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Noch nicht entlassene US-Marines (Bild: expertinfantry / flickr / by 2.0)

In nur sechs Jahren hat das Homo-Verbot im US-Militär einen dreistelligen Millionenschaden verursacht, errechnete der amerikanische Bundesrechnungshof.

Das im Kongress angesiedelte Government Accountability Office erklärte, dass das inzwischen abgeschaffte "Don't ask, don't tell"-Gesetz zwischen 2004 und 2009 Mehrkosten in Höhe von rund 200 Millionen Dollar (150 Millionen Euro) verursacht habe. Für jeden entlassenen Militärangehörigen musste der Steuerzahler demnach 52.800 Dollar (39.100 Euro) aufbringen. Die Kosten entstünden, weil neue Mitarbeiter angeheuert und angelernt werden müssten. Besonders kritisch sei, dass von den 3.700 gefeuerten Schwulen und Lesben 1.400 vom Militär gut ausgebildete Experten gewesen seien. So sei es beispielsweise besonders teuer gewesen, einen Ersatz für Arabisch-Dolmetscher zu finden.

Die "Don't ask, don't tell"-Regelung wurde 1993 von Präsident Bill Clinton eingeführt. Sie besagt, dass Schwule und Lesben im Militär dienen dürfen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung erfolgreich geheim halten. Das Gesetz löste ein Homo-Totalverbot ab. Clinton hatte zuvor im Wahlkampf versprochen, dass Schwule und Lesben bedingungslos dienen dürften, setzte sich allerdings nicht gegen das Militär unter Führung des damaligen Generalstabchefs Colin Powell durch. In der Realität hat das Gesetz dazu geführt, dass Homosexuelle von Kameraden wegen ihrer sexuellen Ausrichtung bei Vorgesetzten angeschwärzt wurden. Von 1994 bis 2010 hat das US-Militär insgesamt rund 14.000 Soldaten wegen Homosexualität entlassen, darunter auch die vielen Spezialisten, die das Militär wegen der Kriege in Afghanistan und im Irak händeringend sucht.

Barack Obama konnte die Abschaffung gegen erbitterte Widerstände erst Ende 2010 durchsetzen. Allerdings wird das Gesetz voraussichtlich erst in einigen Monaten in Kraft treten.

(dk)



#1 FloAnonym
  • 21.01.2011, 20:06h
  • Ein weiterer Beleg dafür, dass Homohass nicht nur Menschenrechte verletzt, sondern auch viel Geld kostet.

    Auch in Deutschland kostet die nach wie vor anhaltende Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen die Volkswirtschaft Milliarden!!

    Dass dennoch weiterhin Parteien wie Union und FDP unsere Diskriminierung festschreiben wollen, zeigt, wie groß der Hass auf uns sein muss, wenn man dafür selbst so extreme wirtschaftliche Nachteile in Kauf nimmt...
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#2 TeddyTeddyBumBumAnonym
  • 21.01.2011, 20:29h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • CDU und FDP hassen uns??? Ähm, nein....
    FDP unterstützt die Gleichstellung und auch CDU hat sich mittlerweile maßgeblich geändert. Nur, weil die den Schutz der Ehe, zugegebenermaßen unsinniger Weise, gegen eine Ausweitung der Recht Homosexueller anwenden, heißt das nich, dass die uns hassen.
    In einer Demokratie müssen auch solche Stimmen angehört und berücksichtigt werden. Es wäre wirklich schlimm, wenn die Homosexualität unter Strafe stellen wöllten oder so... Aber das hat dort keiner vor...
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#3 daVinci6667
  • 22.01.2011, 00:38h

  • Antwort an # 2 TeddyteddyBumBum
    Nun, hassen vielleicht nicht mehr, zumindest nicht alle. Aber die Gleichstellung unterstützen? Nein, das tun CDU/CSU nicht, ebensowenig FDP. Wäre schön, wenn's so wäre! Komm wach auf! Wie oft willst Du Dich von denen noch verarschen lassen? Mehrmals haetten sie die Chance gehabt uns gleichzustellen, nie haben sie wirklich ernst gemacht! Oder zählen bei Dir schon die schönen Worte?

    Eher setzt die CDU/CSU auf Druck der Katholen das Schutzalter auf Vatikanniveau (12 Jahre, ein Schelm, wer böses denkt) als dass sie uns in allen Rechtsbelangen gleichstellen!
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#4 MarekAnonym
  • 22.01.2011, 08:44h
  • Antwort auf #2 von TeddyTeddyBumBum
  • "FDP unterstützt die Gleichstellung und auch CDU hat sich mittlerweile maßgeblich geändert."

    Ja, die FDP unterstützt die Gleichstellung, aber leider nur im Wahlkampf. Danach vergessen sie das ganz schnell wieder.

    Und zur Union brauche ich gar nichts mehr zu sagen: würdest Du nur mal ansatzweise die Berichterstattung der letzten Monate verfolgen, würdest Du solche absurden Theorien nicht aufstellen. Und dafür braucht man gar nicht nur Leute wie Geis, Beckstein, Goppel, etc. zu nehmen. Merkel & Co sind auch nicht besser. Z.B. sprach sich Merkel persönlich dafür aus, dass Polen sich nicht an EU-Rechte halten muss, sobald es um Schwule geht.

    ---------------

    "In einer Demokratie müssen auch solche Stimmen angehört und berücksichtigt werden."

    Sagen wir mal lieber:
    in einer Demokratie müssen auch solche Stimmen AUSGEHALTEN werden.

    Aber die müssen dann nicht auch noch an der Macht sein...

    -------------

    "Es wäre wirklich schlimm, wenn die Homosexualität unter Strafe stellen wöllten oder so... Aber das hat dort keiner vor..."

    Aha, jetzt müssen wir also schon dankbar dafür sein, dass man uns nicht mehr ins KZ stecken will.

    Nach dem Motto: "Was fordert Ihr Gleichstellung und Abschaffungs von Diskriminierung! Seid froh, dass wir Euch überhaupt straffrei ausgehen lassen!"

    Im übrigen:
    hör Dir mal an, was die so sagen: die hassen uns sehr wohl! Gerade die Union. Und die FDP ist eh nur Schoßhündchen der Union.

    Nur wissen die halt, dass es keinen Sinn macht, z.B. Dinge nicht umzusetzen, zu denen sie vom BVerfG gezwungen werden. Aber selbst da nutzen sie jeden möglichen Spielraum.
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#5 MarekAnonym
  • 22.01.2011, 08:46h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • Sehr richtig, die Diskriminierung Homosexueller kostet sehr viel Geld! Unsere volle Gleichstellung ist auch ein wirtschaftspolitischer Vorteil für die ganze Gesellschaft.

    Und dass trotz der Milliarden, die das dem Staat bringen würde, dennoch die Diskriminierung erhalten bleibt, ist ausreichend Beleg dafür, dass der Hass bei Union und FDP verdammt tief sitzen muss.
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#6 Tobi CologneAnonym
  • 22.01.2011, 11:10h
  • Antwort auf #2 von TeddyTeddyBumBum
  • "CDU und FDP hassen uns??? Ähm, nein.... "

    Union:

    Dann solltest Du Dir mal anhören, was die so sagen. Manche (vor allem in der CSU) lassen ihren Hass ganz öffentlich raus. Z.B. die oben schon erwähnten Geis, Goppel, Beckstein, etc. Bei der CDU ist man etwas raffinierter und sagt sowas nur hinter vorgehaltener Hand, an Stammtischen und in irgendwelchen Hinterzimmern.

    Und selbst die fortschrittlichsten in der Union wollen z.B. keine Diskriminierung abbauen und uns gleichstellen. (Selbst die LSU finden immer neue Begründungen, warum wir nicht gleichgestellt sein sollten.) Und bei den Begründungen hört man dann puren Homohass raus - auch wenn der natürlich rhetorisch geschickt verpackt ist.

    Wie sonst würdest Du es bezeichnen, wenn man uns weiterhin als Menschen 2. Klasse behandeln will?

    Je länger man darüber nachdenkt, desto absurder wird es, dass man Menschen schlechter stellt, weil sie jemand anderes lieben als man selbst.

    Die einzige Begründung dafür kann nur blanker Hass sein. Teilweise wird der offen artikuliert, teilweise auch versteckt (was fast noch gefährlicher ist).

    FDP:

    Das sind doch eh nur alles rückgratlose Opportunisten, die ihr Fähnlein nach dem Winde drehen!

    Vor Wahlen und in der Opposition geben die sich relativ homofreundlich (obwohl die selbst da keine volle Gleichstellung und Abschaffung jeder Diskriminierung wollen). Aber wenn sie dann in Regierungen sind, haben sie das alles ganz schnell vergessen.

    Dann machen sie einfach alles, um an die Macht zu kommen und an der Macht zu bleiben. Will der Koalitionspartner Schwule diskriminieren, macht die FDP das mit. Würde der Koalitionspartner Schwule gleichstellen wollen, würden sie das vermutlich auch mitmachen. Die drehen halt immer ihr Fähnlein nach dem Winde und machen einfach alles, um an die Macht zu kommen bzw. dran zu bleiben. Und da sie nun mal Schoßhündchen der Union sind, sind sie dann halt homophob, wenn das der Koalition dient.

    Typische Opportunisten eben - so war die FDP immer schon und die werden sich wohl auch nie ändern...

    Die FDP ist reines Schoßhündchen der Union und verarscht auch noch ihre Wähler: wenn Gerichte die Regierung zu Fortschritten ZWINGEN, tut die FDP so, als sei das ihr Verdienst, obwohl sie in Wahrheit dagegen waren und deshalb von Gerichten gezwungen werden mussten!

    Und wann immer die FDP über Homorechte labert, kann man sichergehen, dass irgendwo Wahlen anstehen. Nur realisiert wurde bisher noch NIE etwas davon!
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#7 alexander
#8 GayreporterAnonym
  • 23.01.2011, 20:58h
  • Anderes Beispiel: Die Grünen in NRW kommen endlich auf die Idee, gegen Homophobie was zu unternehmen. Komisch, die haben von 1995 bis 2005 reagiert, passiert ist da nichts. Für die Zeit in der Bundesregierung gilt das Gleiche (Stichwort steuerliche Gleichstellung, man hätte ja wenigstens mal ein Gesetz verabschieden können, auch wenn das im unionsdominierten Bundesrat gescheitert wäre). Man sollte daher vorsichtig sein, insbesondere in richtung FDP (für die Union stimmt das ja), solche "Wahrheiten" zu verbreiten, die doch sehr verbogen sind. Die generell naive politische Sicht in der Community ist schon echt bemerkenswert.
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#9 FloAnonym
  • 23.01.2011, 22:04h
  • Antwort auf #8 von Gayreporter
  • Die Grünen haben nicht alles gegen den großen Koalitionspartner umsetzen können, aber im Gegensatz zur FDP haben sie zumindest einiges umgesetzt und nicht alles schon vorher bereitwillig aufgegeben.
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#10 eMANcipation*Anonym
  • 23.01.2011, 22:27h
  • Antwort auf #2 von TeddyTeddyBumBum
  • "In einer Demokratie müssen auch solche Stimmen angehört und berücksichtigt werden."

    Nein, denn sonst ist das keine Demokratie.

    Freiheit und Gleichheit bedingen einander!

    Ein Staat, der nicht alle Menschen uneingeschränkt gleichbehandelt, ist nicht demokratisch.

    Und in Sachen Behandlung homosexueller BürgerInnen könnte die Unrechtsgeschichte der BRD wohl kaum eindeutiger sein.

    Daher sage ich ja zu den kommunismusbashenden "Demokraten" nur noch:

    Passt ja auf, dass das Volk nicht auf die Idee kommt, eure Phrasen bezüglich Freiheit und Demokratie irgendwann ernstzunehmen und sich aus den herrschenden Ausbeutungsverhältnissen zu befreien!
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