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Reinhold Robbe bei einer Veranstaltung der politischen Konkurrenz (2007) (Bild: Wiki Commons / Torsten Bätge / CC-BY-2.5CC-BY-SA-3.0)

Der frühere Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) will im April eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.

Wie die "Ostfriesen-Zeitung" meldet, will der 56-Jährige aus Bunde (Landkreis Leer) seinen langjährigen Lebensgefährten im Standesamt "heiraten". Öffentlich darüber reden möchte der Politiker jedoch nicht: "Ich habe immer gesagt: Mein Privatleben gehört mir - und so soll es bleiben", erklärte der Sozialdemokrat gegenüber der Lokalzeitung. Immerhin konnten ihm die Redakteure ein kleines Detail entlocken: Sein künftiger Lebenspartner ist ein Opernregisseur.

Robbe war von 1994 bis 2005 Bundestagsabgeordneter für die SPD. Danach kontrollierte er bis 2010 als Wehrbeauftragter das Parlament im Bereich der Bundeswehr - obwohl er als Zivildienstleistender nie bei der Truppe war. In diesem Amt geriet er bundesweit in die Schlagzeilen, als er die finanzielle Unterversorgung der Bundeswehr als skandalös bezeichnete und ungewohnt laut bessere Arbeitsbedingungen für Soldaten forderte.

In der Diskussion um die Ausweitung von Homo-Rechten hielt sich Robbe zurück. Im Jahr 2000 hat er als Sprecher des Seeheimer Kreises, dem Sprachrohr konservativer SPD-Abgeordnete, beim Thema Homo-Ehe einen "breiten überfraktionellen Konsens" angestrebt. Aufgrund der Fundamentalopposition von CDU und CSU wurde dieses Konzept jedoch verworfen.

In seinem letzten Wehrbericht, der im März 2010 veröffentlicht wurde, kritisierte er die Diskriminierung von schwulen und lesbischen Soldaten. "Vor diesem Hintergrund kann nicht oft genug angemahnt werden, Benachteiligungen, diskriminierendes Verhalten oder unangemessenen Umgang Vorgesetzten zu melden", appellierte er damals (queer.de berichtete). Robbe hatte eigentlich eine zweite Amtszeit als Wehrbeauftragter angestrebt, scheiterte jedoch am Widerstand der FDP, die ein Parteimitglied für das Amt durchsetzen wollte. (dk)



#1 BoyhaseAnonym
  • 21.01.2011, 14:51h
  • Schade, dass prominente schwule Politiker immer erklären, dass ihr Privatleben ihnen gehöre, während die Heteros ihre Frauen mit ins Kriegsgebiet nehmen oder ihre Schwangerschaft medial in Szene setzen. Dabei war der Robbe in seinem Amt durchaus ein über Parteigrenzen hinweg geschätzter Wehrbeauftragter.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 21.01.2011, 14:58h
  • "bei einer Veranstaltung der politischen Konkurrenz"

    Nee, Seeheimer und Schwarz-Gelb ziehen bekanntermaßen an einem Strang.

    Vielleicht kann er uns ja mal erklären, warum seine Partei - ebenfalls gemeinsam mit Schwarz-Gelb und den Grünen - Schwulen und Lesben weiterhin grundlegende Bürgerrechte, d. h. den uneingeschränkt gleichen Zugang zu Rechtsinstituten wie der Ehe, vorenthalten will.

    Siehe Abstimmung im Bundestag vor zwei Tagen.
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#3 goddamn. liberalAnonym
  • 21.01.2011, 15:07h
  • Jooo...

    Es lebe die Büroklammer!!!

    Und solche verpartnerten Büroklammern - der Berliner LINKE-Vorsitzender Klaus Lederer ist auch so einer - sind tausendmal nützlicher als alle Göööcklers (oder wie der heißt) und spätrömisch-dekadenten Schwesterwellen dieser Welt.

    Übrigens - auch das büroklammerige Bielefeld hat mit Pit Clausen (SPD) einen verpartnerten offen schwulen Oberbürgermeister.

    Und: Bielefeld gibt es wirklich!
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#4 Peter F.Anonym
  • 21.01.2011, 15:22h
  • Antwort auf #1 von Boyhase
  • Es gibt genug heterosexuelle Schwule, die ihr Privatleben auch nicht an die große Glocke hängen. Nur gibt es eben mehr heterosexuelle Schwule als homosexuelle. Westerwelle etwa nimmt seinen Partner auch auf Auslandsreisen mit.
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#5 goddamn. liberalAnonym
  • 21.01.2011, 15:28h
  • Antwort auf #4 von Peter F.
  • Ja, und als unsere ostfriesische Büroklammer an einem breiten Konsens für die Lebenspartnerschaft rumwerkelte, sprach sich Westerwelle, der später davon profitieren sollte, noch klar dagegen aus. Im selben Parlament...

    Merke: Schrankschwuler ist nicht gleich Schrankschwuler!
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#6 Timm JohannesAnonym
  • 21.01.2011, 19:39h
  • Ich wünsche dem Paar alles Gute und viel Glück.

    Da ich gebürtig auch aus Niedersachsen stamme, freut mich diese Meldung umsomehr.
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#7 FloAnonym
  • 21.01.2011, 19:49h
  • Hätte seine Partei SPD und er selbst als Mitglied des konservativen Flügels damals unter Rot-Grün nicht die Grünen daran gehindert, wäre die eingetragene Partnerschaft heute noch viel umfassender - auch für ihn...
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#8 goddamn. liberalAnonym
  • 21.01.2011, 21:48h
  • Antwort auf #7 von Flo
  • Tja, da ist sicher auch die berechtigte Angst vor den "A---Löchern in Karlsruhe" (Herbert Wehner) zu bedenken (siehe Urteil zum Par. 218 in den 70ern). Unsere Verfassung ist ziemlich proklerikal, deutsche Juristen sind der wohl traditionell reaktionärste Berufsstand überhaupt (kann man auch an der DDR-Justiz nach '45 sehen, die manchen ähmmm Belasteten übernahm, den man in anderen Bereichen dort nicht übernommen hätte), die letzten positiven Entscheide aus Karlsruhe zur Lebenspartnerschaft überraschen mich ehrlich gesagt sehr. Das war nicht abszusehen. Man fing halt vorsichtig an und findet heute immer noch Stückwerk vor...
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#9 MarekAnonym
  • 22.01.2011, 08:52h
  • Antwort auf #8 von goddamn. liberal
  • Den "A---Löchern in Karlsruhe" ist es immerhin zu verdanken, dass sie Union und FDP dazu zwingen, uns wenigstens ein paar Rechte mehr zu geben.

    Und gerade das BVerfG hat klar gemacht, dass NICHTS gegen eine Gleichstellung von eingetragener Partnerschaft und Ehe spricht. Bei der Öffnung der Ehe ist die Position nicht ganz klar, könnte aber durch eine Verfassungsänderung entsprechend erreicht werden. Und solch eine Verfassungsänderung wäre möglich, wenn die FDP unter 5% bleibt. Denn alleine schafft die Union nicht, ein Drittel der Stimmen zu bekommen und damit hätte man dann die 2/3-Mehrheit. Es hängt alles daran, die FDP aus den Parlamenten zu halten, sie also unter 5% zu halten.

    Und zu damals:
    es hätte nichts dagegen gesprochen, erst mal mehr zu versuchen. Und wenn dann Gerichte einen zur Rücknahme einzelner Dinge zwingen (was vermutlich gar nicht geschehen wäre) hätte man das immer noch tun können, hätte aber immer noch mehr als heute gehabt.

    Und zu Wehner:
    Sorry, man soll nicht schlecht über Tote reden. Aber ein Politiker, der so wenig von demokratischen Grundprinzipien wie Gewaltenteilung hält und lieber unumschränkt herrschen will, ist selber das A---Loch.
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#10 goddamn. liberalAnonym
  • 22.01.2011, 09:59h
  • Antwort auf #9 von Marek
  • "Aber ein Politiker, der so wenig von demokratischen Grundprinzipien wie Gewaltenteilung hält und lieber unumschränkt herrschen will, ist selber das A---Loch."

    Danke für die Lektion in Staatsbürgerkunde. Ich sehe das aber ganz pragmatisch: Wenn in der Regierung Reaktionäre sitzen und im Verfassungsgericht Leute wie Böckenförde, dann ist die Gewalt nicht geteilt, sondern in einer Hand. Auch Justiz ist immer politisch, sie muss nur etwas kreativer und anspruchsvoller bei der Begründung ihrer Politik sein als der Parlementarier im Parlament oder im Bierzelt...
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