Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?13550

Offen oder monogam - Eine wichtige Frage für jedes Paar (Bild: combust / flickr / by 2.0)

Happy Together - Die Beziehungsserie auf queer.de (Teil 2). Finde die Lebensweise, die wirklich zu Dir passt.

Von Carsten Weidemann

In den amerikanischen Liebeskomödien ist die Lage in der Regel immer eindeutig. Da sind zwei Männer und eine Frau (oder ein Mann und zwei Frauen), es gibt heftige Verwirrungen der Gefühle, aber am Ende entscheidet sich der/die eine für den/die Andere/n. Immer! Und in den Liebesdramen geht der Mann mit einer anderen fremd, verheimlicht es der Ehefrau, die findet es aber heraus. Immer! Es folgen entweder blutige Rache (US-Blockbuster) oder endlose Dialoge (französischer Regisseur). Die Filme, die nach diesem Schema "Ich suche die ewige Liebe, und wehe Du gehst fremd" funktionieren, sind unterhaltsam. Jedoch die schwule Lebenswelt sieht ein wenig komplexer aus.

Mr. Right suchen wir zwar alle, doch wenn wir ihn erst mal gefunden haben, muss eine wesentliche Frage einvernehmlich beantwortet werden: Wie halten wir es mit der Treue? Und wo fängt das Fremdgehen an? Ist entsprechend die Beziehung eher eine monogame oder eine offene? Einer, der sich auskennt in Liebesdingen, dass ist der Schlägersänger Stephan Runge. "Fremdgehen ist ein seltsamer Begriff", meint er. Treue mache er nicht allein an Sexualität fest. Er plädiert dafür, lieber vom "Vertrautgehen" zu sprechen. Tobias Bonn von den Pfister Sisters schlägt in eine ähnliche Kerbe: "Ich find's auch immer wieder schön, wenn mein Mann nach dem Fremdgehen nach Hause kommt..."

Sexuelle Treue oder treu im Herzen?

Sex und Liebe, das sind zwei Dinge, die man voneinander trennen können muss, soll es mit der offenen Beziehung funktionieren. Wer dagegen beides als untrennbare Einheit begreift, für den ist ein geschlossenes Lebensmodell besser. Der Berliner Soziologe Michael Bochow ist der schwule Sexexperte der Republik. Seine seit 1991 durchgeführten Befragungen zeichnen ein recht genaues Bild vom Liebesleben der Gay Community in Deutschland. So lebt die Hälfte der zuletzt 2007 Befragten in einer festen Beziehung. Davon wiederum 45 Prozent in einer offenen, 55 Prozent in einer als monogam bezeichneten Beziehung. "Allerdings", so wundert sich Bochow, "geben 17 Prozent der befragten Männer in einer solchen monogamen Partnerschaft an, in den zwölf Monaten vor der Befragung zwei bis fünf, und zwei Prozent mehr als fünf Sexualpartner gehabt zu haben". Dieser Sex hat also außerhalb stattgefunden, während die monogame Partnerschaft bestand.

Wie das?. Vielleicht hatte man dazu zunächst gar keine Vereinbarungen getroffen. Oder man wechselte zwischendurch von einem offenen zu einem monogamen Modell. Natürlich ist es auch denkbar, dass das mit der sexuellen Treue nicht ganz so ernst genommen und heimlich woanders "genascht" wird. Noch ein paar interessante Aspekte der letzten Bochowstudie: Die Landliebe eignet sich eher für das monogame Modell. Großstädter leben häufiger in offenen Beziehungen. Je älter die Beziehungspartner und je länger die Dauer der Beziehung, desto häufiger lebt man offen.

Neben der Statistik zeigt die Lebenserfahrung vieler schwuler Paare: Vertrauen in die Liebe des Partners ist das wichtigste Element für jegliches Modell. Eifersucht, Unsicherheit und mitunter auch Neid gefährden diese Balance. Absprachen, die man bezüglich Sex und Liebe inner- wie außerhalb der Beziehung miteinander trifft, sollten eindeutig und für alle Beteiligten einhaltbar sein. Und Bedürfnisse ändern sich im Laufe der Zeit. Redet darüber offen, damit ihr Euch vertraut bleibt.



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
#2 BeraterAnonym
#3 FlorianAnonym
  • 22.01.2011, 18:27h
  • Ich lebe in einer glücklichen monogamen Beziehung und habe Probleme mit dem treu sein. Komischerweise nur wenn es um rumknutschen geht. Mein Freund ahnt davon nichts und mein schlechtes Gewissen ist jedesmal vorprogramiert. Bei Sex bin ich aber immer treu.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 herve64Profil
  • 22.01.2011, 18:55hMünchen
  • Antwort auf #3 von Florian
  • Du machst dir Stress wegen dem Rumknutschen? Fragen wir mal so: wie intensiv ist denn dieses "Rumknutschen" überhaupt? Sind es nur Bussis oder streckst du jedem gleich die Zunge in den Hals?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 stromboliProfil
  • 22.01.2011, 21:00hberlin
  • Antwort auf #4 von herve64
  • sexual kranheiten bekommt man durch benutzen fremder kloschüsseln..,
    kinder werden gezeugt durch intensives nasen aneinander reiben... ,
    Fremdgehen beginnt beim drücken der morgentlichen notdurft, wenn man intensiv an jemanden anderes denkt als an den geliebten...
    schließlich man gibt etwas von sich her, ohne zu wissen bei wem es womöglich landet...

    Ach, ich hätte einen beratungsdienst für unerfahrene homoletten eröffnen sollen
  • Antworten » | Direktlink »
#6 herve64Profil
#7 Fred i.BKKAnonym
  • 23.01.2011, 15:33h
  • Antwort auf #3 von Florian
  • ...lieber Florian, lass mal den Alkohol weg und geh nur mit deinem Schatz zusammen aus...
    dann haste ne klare Birne ... und knutschst keine fremden Kerle....

    In Deutschland gibt es 367 verschieden Softtrinks ..
    einer wird dir doch schmecken....

    Gruss aus Bangkok Fred....
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FlorianAnonym
  • 23.01.2011, 18:15h
  • Antwort auf #7 von Fred i.BKK
  • Ja damit hat es auch was zutun aber nicht nur. Wenn mein Freund keine Zeit hat und ich mit Freunden feiern gehe dann gibt es immer was zum trinken und jeder gibt eine oder mehrere Runden aus ( unsere Tradition) und die Kombination mit dem allein sein schafft es das ich mit anderen was anfange. In dem Moment kann ich nicht anders, so blöd sich das anhört aber es passiert dann häufig so. Das schlechte Gewissen danach ist mega.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 vingtans
  • 23.01.2011, 18:16h
  • sowas von monogam.

    wer eine exlusive beziehung hat, weiß sie verdammt zu schätzen.

    und ich denke so sehen es die meisten homos meiner generation.

    cruising ist so 80´s.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 back 2 futureAnonym
  • 23.01.2011, 18:28h
  • man könnte jetzt auch fragen, wie heteronormiert und von verlogener angstmoral diktiert menschen sind. liefe in etwa auf dasselbe hinaus.

    ansonsten lässt sich eineindeutig nachweisen, dass der mensch nicht für "monogamie" geschaffen ist.

    es handelt sich um ein herrschaftskonstrukt, das nicht zuletzt der queer.de-liebling "kirche", hand in hand mit der kapitalistischen entwicklung hin zur traditionellen kleinfamilie, mit seiner verlogenen sexualmoral erfunden hat.

    sexualität ist ein grundbedürfnis wie essen und trinken, und ich wünsche auch niemandem - vor allem nicht jemandem, den ich liebe (also auch nicht mir selbst) - sein leben lang oder über jahre hinweg immer nur ein und dasselbe gericht zu sich zu nehmen.
  • Antworten » | Direktlink »